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Siebenschläfer
12.03.2011, 21:13
Ach ja, noch was, wenn ich schon dabei bin:
Mit den Schwestern werdet Ihr immer wieder Probleme haben, auch wenn Ihr noch so lieb und brav, oder was auch immer, seid.. Es wird immer Pflegende geben, die eifersüchig sind oder die passiv-aggressive Persönlichkeitsakzentuierungen haben.

Sogar ich alter Hase äh alte Häsin habe hin und wieder "Krach" mit der Pflege. Dann brülle ich halt mal rum und dann geht es wieder für ein paar Wochen...
Die wissen aber auch, dass ich mich nicht scheue, zur Pflegedienstleitung oder sogar zur Direktion zu gehen, falls eine erste Warnung nicht fruchtet.

lottisworld
13.03.2011, 09:01
Sogar ich alter Hase äh alte Häsin habe hin und wieder "Krach" mit der Pflege. Dann brülle ich halt mal rum und dann geht es wieder für ein paar Wochen...
Die wissen aber auch, dass ich mich nicht scheue, zur Pflegedienstleitung oder sogar zur Direktion zu gehen, falls eine erste Warnung nicht fruchtet.

...Naja, aber die meisten Famulanten und PJ'ler sind halt keine alten Hasen und ich kann mir gut vorstellen, das manche Verhaltensweisen wirklich shocking sind, vor allem, wenn man motiviert und unvoreingenommen auf eine Station kommt und dann erst einmal ein Ding vor den Bug geschossen bekommt.

Ich als alter Pflegehase und Neufamulant würde immer noch für den Großteil meiner Exkollegen eine Lanze brechen, nur sind es halt oft die wenigen negativen Sachen, die sich ins Hirn brennen.
Habe gerade selbst in meiner Famulatur Erfahrungen mit solch unverbesserlichem Personal machen dürfen, wo mir echt nichts mehr dazu einfällt.
Meine Taktik: Ignorieren, Station wechseln,klärendes Gespräch mit einem Verantwortlichen suchen, notfalls den Einsatz abbrechen, Erfahrungen in Form eines Berichtes kundtun, den möglichst viele lesen die sich mit dem Gedanken tragen, auch dort ein Praktikum abzuleisten.

Und was den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten umgeht:
Es wird immer Menschen geben, denen kurativ nicht mehr zu helfen ist und deren Schicksal uns mehr berührt als wir vertragen können.
In schwierigen Situationen sage ich mir das wie ein Mantra auf und versuche das mir Mögliche und Erlaubte aufzubringen um Erleichterung zu schaffen.
Und ich versuche, nicht aus den Augen zu verlieren, das eben die Meisten doch das Haus verlassen und ihnen in irgendeiner Weise geholfen werden konnte.

Muriel
13.03.2011, 12:44
Ich habe mir auch was (Ungebührliches) angewöhnt: Ich versuche meinen ersten Kontakt mit dem Patienten so zu legen, dass ich kurz in Zivil reingehe, mich selbstsicher als Stationsärztin vorstelle und sage, ich ziehe mich kurz um und käme dann gleich zu ihm. Das funktioniert 100%.

Und was soll das (abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was daran jetzt "ungebührlich" sein soll) bitte bringen? Ich sehe keinerlei Gewinn darin, dass man in zivil zum Patienten geht und frage mich zudem, wer Lust hat, sich 30 Mal am Tag den Kittel an- und auszuziehen :-nix
Und dieses "Schwestaaaaaaaa" oder "und wer sind Sie bitte?" ist natürlich irgendwann nervig, aber etwas Sexistisches habe ich daran bisher nicht feststellen können, wie hier mal kundgetan wurde. Nach der Korrektur, dass ich Ärztin und nicht Schwestaaaaaaa sei, habe ich nicht ein einziges Mal eine doofe Reaktion bekommen, nur eher betretenes verschämtes Entschuldigen. Und wenn es nicht in das Weltbild von Omma Hetti passt, dass heutzutage auch Frauen Medizin studieren, dann stört mich das kein bisschen. Solange nach dem Klären des Missverständnisses eine vernünftige Arbeitsbasis besteht, und das war bisher ohne eine einziges Ausnahme der Fall, wenn man mal von Ps absieht, die generell nur den Chef an sich heran lassen, dann ist doch alles gut.

fosforito
13.03.2011, 13:14
Hm, also momentan habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass die Diskussion hier in eine etwas andere Richtung driftet. Das, was hier bzgl. möglichem Sexismus geschrieben wurde, ist sicherlich nicht unwichtig und hat durchaus auch seine Berechtigung, aber ich denke, das was die meisten PJ-ler hier (also, mich zumindest) momentan eher beschäftigt, ist die Frage, wie mit dem Pflegepersonal umgegangen werden und wie man - sofern dies der Fall ist - einer möglichen Mobbingsituation begegnen soll... :-lesen

Keenacat
13.03.2011, 13:28
Und dieses "Schwestaaaaaaaa" oder "und wer sind Sie bitte?" ist natürlich irgendwann nervig, aber etwas Sexistisches habe ich daran bisher nicht feststellen können, wie hier mal kundgetan wurde.

Nein? Du findest es also ganz normal und überhaupt nicht sexistisch, dass einem das als Frau so oft passiert? Das man automatisch zunächst mal die Schwester ist, während den männlichen Kollegen das nur alle Jubeljahre mal passiert? Während es jedem männlichen Famulus, Pfleger und PJler eher passiert, dass er als Herr Doktor angesprochen wird?
(Sorry Bratze, aber ich glaub kaum, dass dir das öfter als drei, viermal im Jahr passiert, dass dich ein Patient für eine Pflegekraft hält - wenn überhaupt.)
Die schlechter bezahlten, unsichereren und weniger prestigeträchtigen Berufe sind traditionell Frauenberufe, auch heute noch. Und obwohl heute mehr Frauen als Männer Ärzte werden und zunehmend Männer den Weg in pflegende Berufe finden, wird ein Mann automatisch als der Herr Doktor wahrgenommen, während man als Frau eben automatisch die Schwester ist. Wenn das nicht sexistisch ist, weiß ich auch nicht, was dann. :-oopss

Im übrigen fände ich es tatsächlich erstaunlich, wenn du tatsächlich noch nie eine dumme Reaktion bekommen hättest. Vielmehr vermute ich, dass du es vielleicht nicht so wahrnimmst oder den Umgang mit dir weniger mit dem vergleichst, den deine männlichen Kollegen genießen.
Ich nehme es nicht als harmlos wahr, wenn mich Patienten zunächst mal nach dem Vorhandensein von Kindern fragen, wenn ich mich als Medizinstudentin vorstelle oder meine Optik "komplimentieren". Das mag der individuelle Patient nicht "böse" meinen, aber es ist die tägliche Erinnerung daran, wo die Gesellschaft meinen Platz sieht. :-( Und ich merke auch sehr deutlich, dass meine männlichen Kommilitonen mit derartigem eben nicht konfrontiert sind.


Hm, also momentan habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass die Diskussion hier in eine etwas andere Richtung driftet. Das, was hier bzgl. möglichem Sexismus geschrieben wurde, ist sicherlich nicht unwichtig und hat durchaus auch seine Berechtigung, aber ich denke, das was die meisten PJ-ler hier (also, mich zumindest) momentan eher beschäftigt, ist die Frage, wie mit dem Pflegepersonal umgegangen werden und wie man - sofern dies der Fall ist - einer möglichen Mobbingsituation begegnen soll... :-lesen
Das ist ja schon ausführlich beackert worden. Es ist wichtig, sich nicht alles bieten zu lassen (darüber sind wir ja überhaupt in der Ecke gelandet), sondern Probleme anzusprechen und Hilfe zu organisieren und einzufordern. Natürlich muss man ggf. auch am eigenen Verhalten drehen, aber letztendlich sind die Motivatoren für Mobbing nicht das individuelle Verhalten, sondern irgendwas anderes, was man für den Mobbenden verkörpert (den arroganten Mittelschichts-Medizinstudenten zum Beispiel). Dagegen kann man relativ wenig selbst unternehmen.

Logo
13.03.2011, 13:54
Ist alles in erster Linie ein Frage des Auftretens - geschlechtsunabhängig.
Ggf. kann man ja mit Stethoskop & Kittel nachhelfen, wenn nötig...

Was ich aber nicht verstehe ist, warum es "sexistisch" sein soll eine junge Frau nach Kinderwunsch, Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fragen oder ihr Aussehen zu komplimentieren?!
Das ist distanzlos - nicht sexistisch.
Es gibt nun einmal traditionelle Rollenbilder (viele davon sind sicher auch sinnvoll - allerdings anderes, großes Fass...) mit denen ein Gros der Patienten aufgewachsen ist. Da müssen gewisse Erwartungshaltungen einfach bedient werden - ob noch zeitgemäß oder nicht...

Zum Urthema:

Klare Ansagen machen.
Hart aber fair.
Unterstützung von Assis bei BEs einfordern, wenn nötig.
Nicht vergessen:
"Die von der Gesellschaft teuerst bezahlte, für dich momentan vorgesehene Aufgabe ist es zu Lernen. NICHTS ANDERES. Alles Andere ist nett von dir."

Gruß LOGO

altervogel
13.03.2011, 14:21
@Logo: gute Zusammenfassung :-dafür
Fehlt noch: an der hypertrophen Tränendrüse arbeiten (mein Thema für die nächsten Wochen) und wenns passiert, dann möglichst allein, in einem stillen Arztzimmer-Ecklein.
Wie war das noch: Gelassenheit ist die anmutige Form des Selbstbewußtseins. :-dance Was täte ich für eine große Tüte von beidem!
Denk ich allerdings an die Menschen in Japan (ich weiß, offtopic), erscheinen mir die eigenen Probleme schon gar nicht mehr so riesig.

ehemalige Userin 24092013
13.03.2011, 16:33
Was spricht eigentlich gegen eine Kompetenzerweiterung des Pflegepersonals in Deutschland?
Man dongelt doch eh am Morgen mit Blutdruckmanschette und Fieberthermometer über die Abteilung, da kann man doch grad ie Blutentnahmen von der pflegerischen Fraktion mitmachen lassen.

Vorteile:
- Entlastung der PJler / Assis (ausser, sie wollen / müssen selbst noch jede Menge Punktionen lernen) und dadurch mehr Zeit, sich der Lehre zu widmen und an Besprechnungen teilzunehmen und Dinge zu tun, die eben wirklich relevant sind

- mehr Verantwortung fürs Pflegepersonal = Anerkennungsgefühl (nix ist ein schönerer Arbeitsmotivator als Mehrverantwortung / Kompetenzerweiterung ;-)) und dadurch vielleicht weniger frustrierte Schnallen auf der Station
(Achtung: hier befürchte ich allerdings den Faktor: Bequemlichkeit seitens der Pflege als Hindernis und den Faktor: "bloss net zu viel Verantwortung gleichbedeutend in dem Fall mit Mehrarbeit") - schade eigentlich :-(

- sollte dieser utopische Traum je umgesetzt werden, hat das Labor bestimmt alle BE`s pünktlich ;-)

Gedanken, die mir immer wieder einfallen, wenn ich lese / höre, dass die PJler doch ganze Abteilungen wie "Vampire" durchpunktieren müssen.
Ich denke net, das man wochenlang (â 40Patienten) braucht um sowas zu lernen.

altalena
13.03.2011, 16:45
Was spricht eigentlich gegen eine Kompetenzerweiterung des Pflegepersonals in Deutschland?
Man dongelt doch eh am Morgen mit Blutdruckmanschette und Fieberthermometer über die Abteilung, da kann man doch grad ie Blutentnahmen von der pflegerischen Fraktion mitmachen lassen.

(.......)
- mehr Verantwortung fürs Pflegepersonal = Anerkennungsgefühl (nix ist ein schönerer Arbeitsmotivator als Mehrverantwortung / Kompetenzerweiterung ;-)) und dadurch vielleicht weniger frustrierte Schnallen auf der Station
(Achtung: hier befürchte ich allerdings den Faktor: Bequemlichkeit seitens der Pflege als Hindernis und den Faktor: "bloss net zu viel Verantwortung gleichbedeutend in dem Fall mit Mehrarbeit") - schade eigentlich :-(

(.......)


Ganz genau das is der springende Punkt.
Wenn man als "junge und evtl noch motiviertere Schwester" mal in den Raum wirft, dass in anderen Ländern den Krankenpflegekräften mehr Aufgaben zugeteilt werden insbesondere solche mit etwas mehr Verantwortung, dann kann man sich in 85% der Fälle anhören: "Was sollen wir denn noch alles machen!?" Solche Kommentare kommen dann meistens von denen, die schon mehrere Jahre Berufserfahrung auf'm Buckel haben und allgemein Sätze gerne mit "...das haben wir schon immer so gemacht" beenden ;-)
Ich wäre also eigentlich schon dafür, dass man dem PP mehr verantwortungsbewusste Aufgaben erteilt.... Ich muss aber leider auch der anderen (von mir gerade beschriebenen Seite) zustimmen, denn wenn ich so an einen normalen FD-Ablauf denke, wüsste ich nicht, wo ich die Zeit hernehmen sollte, noch BE's zu machen. Man müsste dem entgegenwirken, indem man Personal einstellt, das sich ausschließlich um so (zeitraubende) Sachen kümmert wie Essen verteilen, Essen bestellen, Fahrten zu den Untersuchungen (seit es keene Zivis mehr gibt, kleben die bei uns auch am PP), etc. Würde man dadurch die PP entlasten, hätten die auch mehr Zeit für BEs :-meinung

Kackbratze
13.03.2011, 16:48
Bei uns nehmen die Schwestern Blut ab. Nur bei Problemen oder bestimmten hochmotivierten Fachkräften muss von ärztlicher/studentischer Seite aus nachgeholfen werden.

Nicht jede Abteilung mißbraucht PJs nur als Blutaffen.

ehemalige Userin 24092013
13.03.2011, 17:08
Das ist ja irgendwie der Punkt @altalena.

Die Pflegekräfte in D sind doch momentan (und böse ausgedrückt) überbezahlte Arbeitskräfte, die zwar auch Behandlungspflege ausführen aber zum grösstenteil auch damit beschäftigt sind: Betten zu machen, die Patientenzimmer aufzuräumen, Essen zu verteilen, Essen wieder einzusammeln, bestelltes Arbeitsmaterial zu versorgen....usw.
Wenn man jetzt diese Tätigkeiten z.B. an Pflegehilfen abgibt (macht dann 1 - 2 Pflegehilfen mehr auf einer Abteilung aber auch 1 -2 Krankenpflegekräfte weniger unter Umständen), dann wäre es durchaus möglich, dass sich eine Krankenpflegekraft eben um das kümmert, worum sie sich auch kümmern soll: mehr Behandlungspflege so ziemlich das gleiche Pensum an Grundpflege (wie in der Ausbildung auch mal gelernt). Alle anderen Aufgaben, die auf einer funktionierenden Station anfallen werden von den Leuten übernommen, die keine dreijährige Ausbildung hatten.
Stationsbestellungen, das Ausfüllen von Untersuchungsanforderungen...ggf. sogar das Richten von angeordneten Blutentnahmen kann eine Stationssekretärin übernehmen.


Das kann doch net so furchtbar kompliziert sein.... ;-) - löst aber auch dann net das Problem der pflegerischen Ekel, die immer gegen andere (v.a. universitäres Personal stunken müssen...:-nix)

fosforito
13.03.2011, 19:21
War es denn nicht zumindest eine Zeitlang so, dass auch in D die Pflegekräfte ohne weiteres Blut abnehmen "durften", bevor sich irgendein "Sesselpupser" ausgedacht hat, dass dies neuerdings eine ausschliesslich ärztliche Tätigkeit sei?

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass Blutabnehmen nun wehrlcih keine grosse Kunst ist, die zwingend eines medizinischen Studiums bedarf - aber nun gut, einige Bürokraten in unserem Land scheinen das ja grundlegend anders zu sehen :-?

altalena
13.03.2011, 19:51
naja, man lernt es definitiv in der ausbildung, von daher ist es wahrscheinlich eher eine frage der hausinternen regelung: wie bratze meinte, werden bei ihm im haus die BEs zT vom PP übernommen. Bei uns zB nicht (außer in der ambulanz)... also die befugnis hätten wir pflegekräfte, soweit ich weiß

WackenDoc
13.03.2011, 20:05
Es ist zumindest eine delegierbare Tätigkeit. Aber keine Delegation, ohne dass der andere das will.
Meinetwegen kann man dafür auch angehende RettAsse/RetSans... als Praktikanten nehmen- die können es üben und man selber muss es dann nicht mehr machen. Oder auch stundenweise Studenten einstellen. Oder nen Blut- und Viggodienst für´s WE.
In meinem Bereich im Routinebetrieb nimmt die RettSan das meiste Blut ab.
Und im REst des Hauses wird am WE das Blut von der Pflege abgenommen- wenn sie denn treffen. Dafür ist das "Zum-Laufen-bringen" von Viggos schon mal ärztliche Aufgabe.

Aber das mit dem grottigen Vorbereiten von Blutentnahmen kenn ich aus meinem alten Haus. Als wir Ärzte es angesprochen haben, hieß es nur "FEhler passieren jedem -(Ja aber nicht in der MEnge)" und " Dann müsst ihr halt besser kontrollieren, schließlich habt ihr die Verantwortung"

stennadolny
13.03.2011, 22:07
In der Ex-DDR Blutabnahme praktisch NUR durch Schwestern -hat sich dort auch noch ganz gut gehalten, heißt es.

In der restlichen zivilisierten Welt eigentlich auch......

Blutabnahme durch Pflege sehr wohl möglich bei Ärztemangel UND Einigkeit der Ärzteschaft UND Ultimatum an die Pflege (sonst Streichung von Pflegestellen, die Lohnkosten der gestrichenen Stellen würden unter den Ärzten aufgeteilt....):-winky

Brutus
13.03.2011, 22:20
UND Ultimatum an die Pflege (sonst Streichung von Pflegestellen, die Lohnkosten der gestrichenen Stellen würden unter den Ärzten aufgeteilt....):-winky

Genau! Und die dann besser bezahlten Akademiker können dann auch ENDLICH die anderen Aufgaben der entlassenen Pflegepersonen übernehmen, wie waschen, betten, Medis stellen, etc. Dafür kriegen sie ja ENDLICH mehr Geld.

Sag mal: Ich frage mich gerade, wieviel muss ich eigentlich saufen, um mir solch einen Müll auzudenken!!!

*Nur noch mit dem Kopf schütteln kann*

Muriel
14.03.2011, 13:11
Im übrigen fände ich es tatsächlich erstaunlich, wenn du tatsächlich noch nie eine dumme Reaktion bekommen hättest. Vielmehr vermute ich, dass du es vielleicht nicht so wahrnimmst oder den Umgang mit dir weniger mit dem vergleichst, den deine männlichen Kollegen genießen.
Ich nehme es nicht als harmlos wahr, wenn mich Patienten zunächst mal nach dem Vorhandensein von Kindern fragen, wenn ich mich als Medizinstudentin vorstelle oder meine Optik "komplimentieren". Das mag der individuelle Patient nicht "böse" meinen, aber es ist die tägliche Erinnerung daran, wo die Gesellschaft meinen Platz sieht. :-( Und ich merke auch sehr deutlich, dass meine männlichen Kommilitonen mit derartigem eben nicht konfrontiert sind.

Nein, ich habe noch keine dumme Reaktion erhalten. Und warum soll ich denn andauernd schauen, wie andere behandelt werden und wie ich es werde? Ich fühle mich sehr wohl in diesem Beruf, werde von Kollegen und Patienten geschätzt, was will ich denn mehr? Wenn man will, kann man immer und überall irgendetwas finden, wo man ja (ob als arme, arme Frau oder sonstwie diskriminiertes Etwas) so schlecht behandelt wird. Ich habe da auch gar kein Interesse dran. Selbst wenn es passieren sollte, dass mir ein Patient mal sagen/zu verstehen geben sollte, er wolle nicht von einer Frau behandelt werden, na gut, dann ist das so. Drüber lächeln, weitermachen. Und wenn mir jemand sagt, ich sähe gut aus, wenn er sich nach meinen Kindern erkundigt, dann weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum das schlimm sein soll. Sorry, aber dieses Emanzentum, bei dem hinter allem und jedem immer eine ungeheuerliche Diskriminierung gesehen wird, geht mir ganz schön auf den Sack. Ich bin selbstbewusst genug, um zu wissen, was ich kann und um mich damit auch meinen männlichen Kollegen gegenüber durchzusetzen, sofern dies überhaupt erforderlich ist.

Keenacat
14.03.2011, 15:47
I got mine, f*ck you? :-keks Oder eher Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen?
Wie dem auch sei, die Klagen anderer Frauen werden nicht dadurch entwertet und Sexismus ist nicht deshalb nicht existent, weil DU dich aus irgendeinem Grund in deinem Leben nicht davon betroffen fühlst.

Die Niere
14.03.2011, 16:05
Ist es denn wirklich ein zu verändernder Sexismus, wenn Patienten einen als Frau eher in die Ecke Pflege, Physiotherapie und Co. stellen? In der Regel handelt es sich um die Generation >70, die sowieso dem Aussterben geweiht ist und denen es in der Regel (ich habe es noch nie von einer Frau anders gehört) sehr peinlich ist, wenn man sie aufklärt.

Das sind härzige alte Menschen, die es einfach nicht anders gelernt haben und in der Regel zu alt sind, es noch anders zu lernen. Die stopfen auch noch ihre Socken und bewahren alle Essensreste auf, da sie es nicht anders kennen. Keiner von denen meint es böse und dafür würde ich meine Lebensenergie nicht verschwenden.

Und den Teil mit in Zivil vorstellen, hab ich noch immer nciht kapiert.

lg, die niere

DoctorNew
14.03.2011, 16:21
Wobei ich jetzt aber auch sagen muss, dass man die Aufregung über das Thema der für Schwestern gehaltenen Ärztinnen auch übertreiben kann. Die älteren Generationen sind eben mit dem Rollenbild der Frau als Mutter aufgewachsen. Statistisch ist im Übrigen eine Frau im Krankenhaus sicherlich wahrscheinlicher eine Schwester als eine Ärztin. Mal abgesehen davon, dass es sicherlich keine Beleidigung ist, einem pflegenden Beruf zugeordnet zu werden. Auch die Frage nach Kindern ist letztendlich bestimmt nicht diskriminierend gemeint, sondern einfach den Sorgen der älteren Generation aufgrund den vermeintlichen Problemen der modernen Rollenbilder geschuldet. Das Aussehen einer (jungen) Frau zu loben gehört im Übrigen bei vielen älteren Männern einfach zur manierlichen Schule dazu.

Man darf sich nun getrost fragen, ob irgendein Mann sich bei ähnlichen Kommentaren auch nur entfernt angegriffen fühlen würde.