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die chondropathia
05.11.2008, 12:37
yes we can

Stuntman Mike
05.11.2008, 14:07
Beeindruckend fand ich den Abgang von McCain. Das hat er wirklich sehr gut gemacht.Absolut! Er hat wirklich Größe bewiesen, indem er sich nach einem langen und für ihn als 72-jährigen sicher extrem anstrengenden Wahlkampf als fairer Verlierer gezeigt hat.

Ich denke, dieser Mann hat größten Respekt verdient und wäre wahrscheinlich auch ein guter Präsident geworden. Auch wie er bis zum Ende gekämpft hat fand ich wirklich beeindruckend. Sein größter Fehler war die Nominierung von Sarah Palin, diese Frau war einfach völlig indiskutabel und hat ihn sicher auch in den USA viele Stimmen gekostet. Bitter für ihn, dass er diese Entscheidung nichtmal selbst getroffen hat. Auch das Erbe von Bush hat ihn natürlich schwer belastet.

Ich wünsche ihm gute Erholung von den Strapazen der letzten Monate und hoffe inständig, dass Obama neben Idealismus und schönen Worten auch sachlich etwas zu bieten hat. Außerdem möchte ich daran erinnern, dass Obama in erster Linie immer noch Amerikaner ist - und ganz sicher kein Pazifist! Der Abzug aus dem Irak soll der Aufstockung der Truppen in Afghanistan dienen, wobei er den Kampf gegen die Taliban nach Pakistan hineintragen möchte und damit die Integrität eines souveränen Staates verletzt. Damit zeigt sich Obama als demokratischer Falke und ich denke, dass die rosarote Brille, durch die er überall auf der Welt gesehen wird, recht bald verschwinden und einer starken Ernüchterung weichen wird.

Nun ja, warten wir's mal ab!

Miss
05.11.2008, 16:49
:-) :-)

Hab mich heute morgen erstmal gefreut...klar, es wird nicht alles super werden, nur weil sie jetzt einen anderen Präsidenten haben, aber das es auch ein bißchen anders gehen kann, das haben wir schon unter anderen Präsidenten gesehen (z.B. Clinton -da war natürlich auch nicht alles toll)
Und die USA wird natürlich auch erstmal seine eigenen Interessen in der Welt vertreten und nicht alles im Sinne von Europa/ Deutschland entscheiden. Aber wie schon gesagt, wir brauchen ein starkes bzw. stabiles Land als Bündungspartner, man sieht ja, was da sonst bei rauskommt.

Realität ist einfach, wir brauchen Amerika, als diplomatischen wie auch wirtschaftlichen Partner...

Stuntman Mike
05.11.2008, 18:15
Natürlich wäre ein besseres Verhältnis zu den USA wünschenswert. Als Knackpunkt sehe ich jedoch, dass Obama von Deutschland mehr Engagagement in Afghanistan verlangen wird, was natürlich im Hinblick auf ein größeres Gewicht Deutschlands im UN-Sicherheitsrat auch wünschenswert wäre, wofür ich in Deutschland aber keine Mehrheit und im Hinblick auf die Bundestagswahl auch keinen politischen Willen sehe. Daher fürchte ich, dass sich die erhoffte Verbesserung der transatlantischen Beziehungen unter Obama nicht eintreten wird und dass dieses sogar stärker abkühlen könnte als es mit McCain der Fall gewesen wäre.

Aber natürlich weckt Obama auch berechtigte Hoffnungen, z. B. darauf, dass die USA die Klimaproblematik endlich ernst nehmen und hier zu mehr Kooperation bereit sind.

Die Niere
06.11.2008, 08:48
Hmmm, ich denke dass uns als Europäer und Teil der westlichen Welt die Probleme und das Verhalten der USA im nahen Osten am meisten interessieren sollten, denn das sind die Dinge, die uns am meisten tangieren werden und in der Vergangenheit am meisten tangiert haben.

Klar ist es spannend, zu sehen, was Obama auf dem sozialen und gesundheitlichen Sektor hinbekommt, aber davor wären noch seine wirtschaftlichen Strategien wichtig, dioe mit Sicherheit nicht darauf abzielen, Abstriche für USA zu Gunsten dem Rest der Welt zu machen - also dahingehend braucht man sich keinen Illusionen hinzugeben.

Ist ja schön, dass die Amerikaner es geschafft haben, einen schwarzen Präsidenten zu wählen (nen Schauspieler hatten sie ja schon), aber ich halte den Hype um diesen Umstand für übertrieben und sogar peinlich. Gestern hat sich das amerikanische Volk fast selbst gefeiert, wie geil sie doch wären, sich getraut haben, einen schwarzen auf diesen Posten zu wählen. Das ist doch mehr als lächerlich.

Mein Fazit: Die Politik wird sich ändern! Insbesondere die Aussenpolitik im nahen Osten wird hoffentlich ein wenig Entspannung erfahren (soweit dies bei einer maximalen Abhängigkeit von Israel überhaupt möglich ist) und Obama wird versuchen auf dem sozialen Sektor Verbesserungen zu erreichen. Ob letzteres wirklich möglich ist, hängt entscheidend von der Finanzpolitik ab und wie weit er diese durch den Senat bekommt.

gruesse, die niere

Tombow
06.11.2008, 09:03
Fallen denn keinem die Parallele zu den Wahlen von 1960 auf?

Damals wurde mit Kennedy der erste katholische Präsident gewählt, und der mußte sich gegen ebenso einem alternden wie konservativen Republikaner behaupten, der Widerstand in der eigenen Partei und interne Querellen im Vorfeld sind dem fast zum Verhängnis geworden, selbst in der Wahlkampagne kann man ziemlich viel Ähnlichkeiten zwischen damals und heute erahnen. Mit Korea und Vietnam hatte die Eisenhower-Administration genug Unheil angerichtet, McCaine wurde in der wohl entscheidenden (diesmal die letzte) Fernsehdebate genauso in Grund und Boden geredet wie damals Nixon in seinem ersten Auftritt gegen Kennedy...

Selbst die Wahlversprechen (Kennedy, 1960: "I will get America moving again.", Obama 2008: "It's time for a change.") ähneln sich ziemlich.

Ob aber Obama an das Niveau eines JFK heranreichen wird (mit allen Plus- und Minusseiten)? Keine Ahnung. Hoffentlich endet er auch nicht so.

P.S. Gestern abend gefunden:
http://splitduty.blogspot.com/2008/11/demokratie-macht-glcklich.html

Stuntman Mike
06.11.2008, 14:05
Ich denke aber auch, dass Obama diesen "Kennedy-Style" ganz bewusst gewählt hat, um sich damit einen Vorteil zu verschaffen. Das haben die Medien dann ja auch dankbar aufgenommen. Die haben ja sowieso nicht gerade durch Unparteilichkeit geglänzt.

Ich bin einfach skeptisch gegenüber Obama, weil er so gnadenlos populistisch ist, und diese Eigenschaft war ja schon in der Vergangenheit kein Zeichen für einen guten Politiker. Obama verspricht alles, was bei der Masse gut ankommt (z. B. den Abzug aus dem Irak), ohne die Haken und Schattenseiten zu nennen.

Bessere Krankenversicherung, mehr Schulen, mehr Jobs - schön und gut, aber wie will er das bezahlen, wenn er gleichzeitig einem Großteil der Bevölkerung Steuererleichterungen verspricht? Die Ausfälle, die dadurch entstehen werden, können nicht mal ansatzweise durch höhere Steuern für "Superreiche" (übrigens auch so ein populistisches Schlagwort) ausgeglichen werden. Und wenn er die Gewerbesteuern erhöhen will - wie sollen dann mehr Jobs entstehen? In Zeiten einer drohenden weltweiten Rezession? Gleichzeitig ist der Schuldenstand der USA auf einem historischen Hoch, das bedeutet, dass allein für die Zinsen unheimlich viel Geld draufgeht.

Zur Außenpolitik: ziemlich sicher wird er hier einer neue Linie folgen, durch die es hoffentlich weltweit eine ruhigere und kooperativere Atmosphäre geben wird. Das wäre unter McCain aber sicher auch geschehen, denn in der Außenpolitik kennt der sich einfach aus. Kein Vergleich mit Bush. Aber wie will Obama, ein Mann ohne nennenswerte außenpolitische Erfahrung, jahrzehntealte Konflikte (z. B. im Nahen Osten) lösen, an denen schon so viele erfahrenere Politiker gescheitert sind? Internationale Politik ist ein knallhartes Geschäft, nur mit Idealismus und einigen schön klingenden Parolen kommt man da keine zehn Meter weit

Und zuletzt fühle ich mich nicht wohl dabei, wenn ein Volksverführer (und ja, das ist er ohne Zweifel) sich auf eine dermaßen breite Mehrheit in allen wichtigen Institutionen stützen kann. Wenn er sich an seine Versprechen hält ist das natürlich gut, dann könnte er etwas bewegen. Aber wenn er plötzlich ein anderes Gesicht zeigt, wer kann ihn dann stoppen? Wer hat überhaupt noch die Kontrolle über diesen Präsidenten?

Fairerweise muss ich sagen, dass Obama nach Palins Nominierung die einzige mögliche Wahl war, aber diese unkritische "Obamania" halte ich doch für sehr naiv. Hoffentlich bin ich einfach nur zu pessimistisch.

Hellequin
06.11.2008, 15:27
Ist ja schön, dass die Amerikaner es geschafft haben, einen schwarzen Präsidenten zu wählen (nen Schauspieler hatten sie ja schon), aber ich halte den Hype um diesen Umstand für übertrieben und sogar peinlich. Gestern hat sich das amerikanische Volk fast selbst gefeiert, wie geil sie doch wären, sich getraut haben, einen schwarzen auf diesen Posten zu wählen. Das ist doch mehr als lächerlich.

Ach komm, hier bei uns hat man sich doch auch auf die eigene Schulter geklopft, als die Merkel Bundeskanzlerin wurde. ;-)

Die Niere
06.11.2008, 20:06
Ach komm, hier bei uns hat man sich doch auch auf die eigene Schulter geklopft, als die Merkel Bundeskanzlerin wurde. ;-)
Wirklich? Ist mir garnicht so aufgefallen...aber okay...zu dem Zeitpunkt hab ich ja schon nicht mehr in Deutschland gelebt.

gruesse, die niere

hypnose-kroete.de
06.11.2008, 20:22
Wer hat überhaupt noch die Kontrolle über diesen Präsidenten?
Wer hatte denn die Kontrolle über den Dabbljuh-Schorsch?
Gott?

Ehemaliger User 05022011
06.11.2008, 21:57
Ich bin einfach skeptisch gegenüber Obama, ....

das finde ich legitim, skeptisch darf jeder sein

aber ihn einen Volksverführer zu nenne,lieber mike, dass geht m. E. zu weit und wird ihm wirklich nicht gerecht!
Nur weil er begeistern, mitreißen kann, ist er für dich gleich ein Volksverführer ? Das glaub ich einfach nicht, dass du so schnell ab- und verurteils ohne, dass es dafür auch nur einen Ansatzpunkt gibt. Der Begriff "Volksverführer" ist doch in der Geschichte nun mal eindeutig belegt für Personen, die ihr Volk und andere Völker ins Verderben gerissen haben.
Also sollte man mit diesem Begriff nicht so leichtfertig umgehen, wie du es hier in deinem Beitrag gemacht hast.

Ehemaliger User 05022011
06.11.2008, 22:07
Fallen denn keinem die Parallele zu den Wahlen von 1960 auf?

Damals wurde mit Kennedy der erste katholische Präsident gewählt, und der mußte sich gegen ebenso einem alternden wie konservativen Republikaner behaupten, der Widerstand in der eigenen Partei und interne Querellen im Vorfeld sind dem fast zum Verhängnis geworden, selbst in der Wahlkampagne kann man ziemlich viel Ähnlichkeiten zwischen damals und heute erahnen. Mit Korea und Vietnam hatte die Eisenhower-Administration genug Unheil angerichtet, McCaine wurde in der wohl entscheidenden (diesmal die letzte) Fernsehdebate genauso in Grund und Boden geredet wie damals Nixon in seinem ersten Auftritt gegen Kennedy...



doch !!! ( das bezieht sich auf deine Farge oben) und deswegen wurde er ja zu Recht mit Kennedy verglichen und es ist eben kein "Kenned-heyp" den nur die Medien erfunden haben , wie es hier z.B. von einigen geschrieben wurde, sondern es sind echte Parallelen, die man nicht wegreden kann

persönlich denke ich, dass sie beide wirklich die gleichen Visionen von einem anderen gerechteren Amerika haben und ich wünsche sehr, dass es Obama gelingt, ein wenig davon zu verwirklichen

hypnose-kroete.de
06.11.2008, 22:08
Dann sind vor allem 99,9% aller Politiker "Volksverführer" oder hat je einer NACH der Wahl wirklich das umgesetzt, was er/sie VOR der Wahl versprochen hat?

Und um solche Nasen zu finden muss man niocht mal bis Amerika schauen, da reicht im Zweifelsfall der Blick aus dem Fenster (wenn man das Rathaus sehen kann ;-) )

Ehemaliger User 05022011
06.11.2008, 22:14
Ach Irak ist doch (fast) egal.

wieso soll das egal sein????????????????? da sterben doch noch immer täglich Menschen z.B durch die Anschläge der Suniten

ja, ja ich weiß : jetzt kommt bestimmt der Einwand , überall auf der Welt sterben Menschen und gibt es unvorstellbares Leid, aber das rechtfertigt doch nicht, dass es "egal" ist

Ehemaliger User 05022011
06.11.2008, 22:32
Dann sind vor allem 99,9% aller Politiker "Volksverführer" oder hat je einer NACH der Wahl wirklich das umgesetzt, was er/sie VOR der Wahl versprochen hat?




na die Frage muss ja ehrlicherweise heißen: " wie vielen gelang dies ?" denn ich glaub schon dass viele auch gern das wirklich umsetzten würden, für das sie einstehen, aber oft gelingt es eben nicht

Gast26092018
06.11.2008, 22:34
wieso soll das egal sein????????????????? da sterben doch noch immer täglich Menschen z.B durch die Anschläge der Suniten


Wieso nur Sunniten? Was ist mit den Shiiten? Was ist mit Al-Qaida?
Bush hat durch den Sturz von Saddam die Büchse der Pandora im Irak eröffnet, diese muss wieder geschlossen werden...ein Scheitern wäre verheerend für die westliche Welt.

Ehemaliger User 05022011
06.11.2008, 22:55
Wieso nur Sunniten?

ich hab doch nichts von "nur Sunniten" geschrieben, sondern "z.B. Sunniten"


Was ist mit den Shiiten? Was ist mit Al-Qaida?

Bush hat durch den Sturz von Saddam die Büchse der Pandora im Irak eröffnet, diese muss wieder geschlossen werden...ein Scheitern wäre verheerend für die westliche Welt.

ja, das seh ich genauso, genau deswegen hab ich geschrieben, dass der Irak eben nicht "fast egal" ist

die chondropathia
07.11.2008, 00:29
@Obama-Zweifler:

Man kann immer alles schlecht reden - und das ist ja geradezu typisch DEUTSCH !

Es ist aber einfach so, dass man nicht von den Wahlversprechen ausgehen kann, sondern man muß sich einfach die AKTUELLEN Qualitäten von Obama angucken:

Er ist jung (und damit geistig durchaus flexibel) und dynamisch ;-) und er kann das, was ein Politiker seines Ranges können sollte: er kann mitreissen, er kann repräsentieren und vor allem: er ist ein begnadeter Rhetoriker, das habe ich kaum je besser gesehen!

Fazit: Wenn man sich nur mal Bush und Palin anguckt (oder anhört, völlig egal), dann sind sie Obama in allen oben genannten Punkten klar unterlegen, was dadurch unterstützt wird, dass Obamas Weltsicht ungleich größer ist: Palin hat sich ja grade erst letztes Jahr einen Reisepass zugelegt *kopfschüttel*

Greetz, DC

Stuntman Mike
07.11.2008, 02:33
Na gut, das mit dem Volksverführer war im historischen Kontext natürlich zu hart, daran hatte ich nicht gedacht.

Aber um nochmal auf die Frage der Kontrolle zurückzukommen: es gibt derzeit eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, die Bush kontrolliert. Unter Obama wird die Demokratische Partei in beiden wichtigen Organen (Senat und Repräsentantenhaus) eine deutliche Mehrheit besitzen, so dass die Opposition keine Kontrolle mehr über den Präsidenten hat. Ich finde das schon etwas bedenklich bei einem Präsidenten, der nichtmal bewiesen hat, dass er überhaupt für dieses Amt geeignet ist.

Übrigens: ich finde es wirklich schwach und unangebracht, bei jeder kritischen Stimme gleich diese "typisch deutsch"-Keule zu bringen. Ich kann's echt nicht mehr hören!

die chondropathia
07.11.2008, 06:18
Übrigens: ich finde es wirklich schwach und unangebracht, bei jeder kritischen Stimme gleich diese "typisch deutsch"-Keule zu bringen. Ich kann's echt nicht mehr hören!

Nun ja, das kann ich ja nicht wissen! Und außerdem bringe ich solcherlei Allgemeinplätze eher selten, obwohl mich kaum etwas mehr an der deutschen Mentalität stört. :-bee