Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : US Präsidentschaftswahlen 2008
hypnose-kroete.de
07.11.2008, 07:36
na die Frage muss ja ehrlicherweise heißen: " wie vielen gelang dies ?" denn ich glaub schon dass viele auch gern das wirklich umsetzten würden, für das sie einstehen, aber oft gelingt es eben nicht
Teilweise, ja.
Oft sind Wahlversprechen aber so abstrus, daß man guten Gewissens als populistische Bauernfängerei abtun kann, da schon von vornherein klar ist, das sie nicht zu halten sind.
Beispiel Grüne HH/Kraftwerk Moorburg ("Nicht mit uns!"): Da hat man primär mal behauptet, das man das Kraftwerk verhindern bzw. den Bau stoppen wird, was ja auch ein prinzipiell gute Anliegen ist.
allerdings hätte man sich -imho- bevor man damit auf Wählerfang geht (denn dies war der Hauptgrund dafür, daß die Grünen so ein gutes Ergebnis eingefahren haben) darüber informieren müssen, das der Baustopp rechtlich überahupt nicht durchzusetzen war.
Und das wäre bei Überprüfung der Rechtslage schon vor der Entscheidung der VwGHH klar, und das dürfte parteiintern zumindest den juristisch vorgebildeten klar gewesen sein.
Aber mit relativierenden Äußerungen wie "Wir versuchen alles dagegen zu tun" fängt man halt weniger Stimmvieh als mit absoluten Statements wie "Mit uns nicht!"
Solche Beispiele finden sich in jedem Wahlkampf und sind meiner Meinung nach durchaus schon Volksverführerei.
Aber Klappern gehört auch in der Politik halt zum Handwerk, kann man nichts machen.
hypnose-kroete.de
07.11.2008, 07:49
Palin hat sich ja grade erst letztes Jahr einen Reisepass zugelegt *kopfschüttel*
Palin dachte auch, Afrika wäre ein Land und kein Kontinent und Südafrika "ein Land innerhalb eines größeren Landes".
Das hätte geopolitisch durchaus interessant werden können :-kotz
Aber auch innenpolitisch gabs da wohl Lücken:
http://www.youtube.com/watch?v=aZKYABI3_eA
....und das ist ein Bericht von Fox, ein eher Konservativer Sender.
Und auch das hier finde ich sehr interessant: http://www.youtube.com/watch?v=zeMypXCUWMw
(Kommentar des Moderators: "...you can't be sure if its art imitating life or life imitating art...")
wieso soll das egal sein????????????????? da sterben doch noch immer täglich Menschen z.B durch die Anschläge der Suniten
ja, ja ich weiß : jetzt kommt bestimmt der Einwand , überall auf der Welt sterben Menschen und gibt es unvorstellbares Leid, aber das rechtfertigt doch nicht, dass es "egal" ist
Das habe ich damit auch nicht gemeint. Ich glaube nur nicht daran, dass die USA an der Situation so viel ändern können (oder wollen). Ob sie ihre Truppen jetzt da lassen, halbieren oder verdoppelt ist doch Wurscht. Das ist alles nicht die richtige Strategie.
Gast26092018
07.11.2008, 18:40
Es macht wirklich keinen Unterschied, denn früher oder später wird die irakische Marionettenregierung sowieso gestürzt werden. Demokratie kann in so einem Land mit verschiedenen Volksgruppen und Religionen nicht funktionieren. Die Amerikaner und die Golfstaaten unterstützen und bewaffnen ja nun wieder einige sunnitische Gruppen, da die Sunniten das einzige Bollwerk gegen die Ausbreitung von Al-Qaida und des radikal schiitischen Islams darstellen. Total paradox, die hätten genauso gut Saddam an der Macht lassen können und so hunderttausende von Menschenleben geschohnt :-?
Die Niere
07.11.2008, 20:35
Es macht wirklich keinen Unterschied, denn früher oder später wird die irakische Marionettenregierung sowieso gestürzt werden. Demokratie kann in so einem Land mit verschiedenen Volksgruppen und Religionen nicht funktionieren. Die Amerikaner und die Golfstaaten unterstützen und bewaffnen ja nun wieder einige sunnitische Gruppen, da die Sunniten das einzige Bollwerk gegen die Ausbreitung von Al-Qaida und des radikal schiitischen Islams darstellen. Total paradox, die hätten genauso gut Saddam an der Macht lassen können und so hunderttausende von Menschenleben geschohnt :-?
Das haben die schon einmal in Afghanistan gegen die Russen gemacht und sind kläglich gescheitert. Mal sehen was da noch kommt.
gruesse, die niere
Was passiert, ist klar.
Good morning Saigo...err...Baghdad!!!
Ehemaliger User 05022011
07.11.2008, 20:45
Solche Beispiele finden sich in jedem Wahlkampf und sind meiner Meinung nach durchaus schon Volksverführerei.
ja, da hast du Recht, das sehe ich auch so, aber können wir uns nicht mal von dem Terminus "Volksverführung" verabschieden, der ist doch wirklich geschichtlich anders besetzt
Aber Klappern gehört auch in der Politik halt zum Handwerk, kann man nichts machen.
leider
Ehemaliger User 05022011
07.11.2008, 20:53
@Obama-Zweifler:
Man kann immer alles schlecht reden
unterschreibe ich
Es ist aber einfach so, dass man nicht von den Wahlversprechen ausgehen kann, sondern man muß sich einfach die AKTUELLEN Qualitäten von Obama angucken:
Er ist jung (und damit geistig durchaus flexibel) und dynamisch ;-) und er kann das, was ein Politiker seines Ranges können sollte: er kann mitreissen, er kann repräsentieren und vor allem: er ist ein begnadeter Rhetoriker, das habe ich kaum je besser gesehen!
Greetz, DC
schön, dass das mal jemand hier sagt! Danke chondropathia, du sprichst mir aus dem Herzen, wie man so sagt
Ehemaliger User 05022011
07.11.2008, 21:25
Na gut, das mit dem Volksverführer war im historischen Kontext natürlich zu hart, daran hatte ich nicht gedacht.
Aber um nochmal auf die Frage der Kontrolle zurückzukommen: es gibt derzeit eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus, die Bush kontrolliert. Unter Obama wird die Demokratische Partei in beiden wichtigen Organen (Senat und Repräsentantenhaus) eine deutliche Mehrheit besitzen, so dass die Opposition keine Kontrolle mehr über den Präsidenten hat. Ich finde das schon etwas bedenklich bei einem Präsidenten, der nichtmal bewiesen hat, dass er überhaupt für dieses Amt geeignet ist.
Übrigens: ich finde es wirklich schwach und unangebracht, bei jeder kritischen Stimme gleich diese "typisch deutsch"-Keule zu bringen. Ich kann's echt nicht mehr hören!
Sundman, gern erfülle ich deine Bitte dieses Thema noch mal aufzugreifen. Ich denke, du hast den falschen Ansatz, den die Opposition ist kein Kontrollorgan, die Kontrollorgane sind der Senat und der Kongress, also wenn du so willst auf alle nicht die Opposition allein. Die Aufgabe der Opposition ist nicht die Kontrolle des Präsidenten, sondern die Mitwirkung in der Politik. Das heißt deren Aufgabe ist es Gegenvorschläge zu machen, wenn sie der Meinung sind, dass das was der Präsident macht nicht gut ist für's Land, d.h. dem Volk aufzuzeigen, dass die eigene von der Meinung des Präsidenten abweichenden Position die bessere ist, also schlicht und einfach den Diskussionsprozess über bestimmte Dinge in Gang zu bringen.
Richtig ist, dass es für den Präsiden leichter ist zu regieren, wenn seine Partei im Senat und Repräsentantenhaus die Mehrheit hat, aber dadurch wird er doch kontrollfrei ( mal ganz vereinfacht gesagt).
Stuntman Mike
07.11.2008, 23:44
Richtig, "kontrollfrei" wird er dadurch nicht - das war natürlich zugespitzt formuliert. Dennoch kommt der Opposition sehr wohl eine Kontrollfunktion zu, die sich auch im Regierungsprozess manifestiert - und zwar dadurch, dass für die Verabschiedung von Gesetzen eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erforderlich ist. Zu sagen, dass die Opposition lediglich das Volk von der eigenen Position überzeugen soll ist daher ziemlich unvollständig. Vorausgesetzt, dass die Partei des Präsidenten konform geht mit dessen Entscheidungen, verliert die Opposition also ohne eine eigenständige Mehrheit in wenigstens einem dieser Häuser faktisch die Kontrolle über den Präsidenten, und diese ist ihr durch die Checks and Balances durchaus zugedacht.
Das ist natürlich keine noch nie dagewesene Konstellation, aber speziell im Fall Obama finde ich es nicht gut. Es geht mir hier auf keinen Fall darum, Leute davon zu überzeugen, dass er kein guter Präsident wäre, sondern weil er eben so ein Charismatiker ist sollte man besonders genau hinschauen, um sich nicht von seiner Ausstrahlung blenden zu lassen. Bei der heutigen Pressekonferenz hat er jedenfalls lediglich seine Wahlkampfparolen zum Thema Finanzen wiederholt ohne irgendwie darauf einzugehen, wie er das alles in Realpolitik umzusetzen gedenkt. Liegt vielleicht daran, dass das gar nicht möglich ist, so wie 90% seiner übrigen Versprechen auch.
hypnose-kroete.de
08.11.2008, 00:58
ja, da hast du Recht, das sehe ich auch so, aber können wir uns nicht mal von dem Terminus "Volksverführung" verabschieden, der ist doch wirklich geschichtlich anders besetzt
Können wir gern, nennen wir es ganz neutral "Populismus".
Zum Thema Irak (war auf der Vorletzeten Seite dran):
Ich glaube nicht, das Saddam es geschafft häte, den Irak in derart kurzer Zeit so zu destabilisieren wie die US-Invasion es gescahfft hat und weniger Tote würden auch auf sein Konto gehen.
Sicher bleibt er trotz allem ein nur durch Gewalt legitimierter Tyrann, aber besser isses durch die Invasion für die Bevölkerung der Region sicher nicht geworden.
ja, da hast du Recht, das sehe ich auch so, aber können wir uns nicht mal von dem Terminus "Volksverführung" verabschieden, der ist doch wirklich geschichtlich anders besetztIch wusste es! Hinter dem Nick "Khiri" versteckt sich Theo Zwanziger! (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/theo-zwanziger-als-schiessdudenfigur/)
Ehemaliger User 05022011
08.11.2008, 08:18
Können wir gern, nennen wir es ganz neutral "Populismus".
Zum Thema Irak (war auf der Vorletzeten Seite dran):
.... aber besser isses durch die Invasion für die Bevölkerung der Region sicher nicht geworden.
ja, weil die gar nicht das Interesse hatten die Bevölkerung zu schützen, die ist denen doch völlig egal
Ehemaliger User 05022011
08.11.2008, 08:23
Ich wusste es! Hinter dem Nick "Khiri" versteckt sich Theo Zwanziger! (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/theo-zwanziger-als-schiessdudenfigur/)
ich kann dich aber beruhigen, solange du m i c h nicht einen Volksverhetzer nennst, werd ich meine Anwälte nicht auf dich hetzen, falls aber doch schlage ich unerbittlich zu, bedenke dann: vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand und es könnte gut sein, das sich ein zweiter Richter, der so einen Schwachsinn urteilt sicher schwer findet läßt
:-dance
Ehemaliger User 05022011
08.11.2008, 08:31
Richtig, "kontrollfrei" wird er dadurch nicht - das war natürlich zugespitzt formuliert. Dennoch kommt der Opposition sehr wohl eine Kontrollfunktion zu, die sich auch im Regierungsprozess manifestiert - und zwar dadurch, dass für die Verabschiedung von Gesetzen eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat erforderlich ist. Zu sagen, dass die Opposition lediglich das Volk von der eigenen Position überzeugen soll ist daher ziemlich unvollständig.
Klar du hast schon recht, natürlich kommt ihnen a u c h eine Kontrollfunktion zu, sie sind ja Teil des Senats und des Repräsentantenhauses, also der demokratischen Kontrollgremien,dass wollte ich auch nicht verneien. ( Und deswegen hab ich ja auch nicht geschrieben, dass sie l e d i g l i c h das Volk von ihrer Position überzeugen können) - wir können uns also auf alles, was du geschrieben hast verständigen (bzw. da versteh ich deine Position), außer den letzten Satz, hier hoffe ich doch sehr, dass du nicht Recht behalten wirst, also dass mehr als nur 10 % verwirklicht werden können
Stuntman Mike
08.11.2008, 14:22
Das freut mich, dass du verstehst was ich meine! :-) Tun leider nur wenige, weil sie so begeistert von Obama sind.
Also, ich denke auch nicht, dass es eine Katastrophe gibt, aber Wunder kann er sicher auch nicht vollbringen, das wird man in den nächsten Monaten sehen, und alle werden wieder etwas realistischer denken. Warten wir es also einfach mal ab, besser als Bush kann es ja eigentlich nur werden. McCain und Lieberman wäre halt m. E. die beste Kombination gewesen, aber das fiel ja durch Palin flach, von daher gab es gar keine Alternative.
Fand ich übrigens gut, dass wir hier so überwiegend sachlich diskutieren konnten! :-top
Palin wäre ja nun gar nicht gegangen - und angesichts eines doch schon 72-jährigen, nicht wirklich gesundheitlichen unbelasteten McCains war doch eine möglicherweise notwendige werdende Übernahme des Präsidentenamtes durch Sarah Palin nicht eine sooo ganz unrealistische "Bedrohung".
Übrigens war der US-Wahlkampf im Radio nicht auszuhalten - dauernd wurde einem erzählt, was der Gegner alles falsch macht, anstatt zu berichten, was man denn selber alles so wunderbares veranstalten wird.
Aber selber schuld, wenn man kurz vor der Wahl in der Pampa (ungefäht da, wo auch Lava ihre Einöde beschrieben hat) Auto fährt und das Radio läuft :-angel ...!!
Lassen wir uns überraschen, wie's mit Obama läuft, was er umsetzen kann und wird (wobei er ja schon mal nicht das Argument bringen kann, seine Vorhaben würden durch die republikanische Opposition in Senat und Repräsentantenhaus blockiert) und wie sich international die Dinge ändern oder auch nicht.
Wobei ja hier schon kritisiert wurde, dass er über mangelnde aussenpolitische Erfahrung verfügt - aber: dafür gibt's Berater und Vize-Präsidenten (und mit Joe Biden hat er ja eine um Lichtjahre bessere Wahl getroffen als McCain ;-) ).
Ehemaliger User 05022011
09.11.2008, 20:15
Warten wir es also einfach mal ab, besser als Bush kann es ja eigentlich nur werden. :-top
richtig (wie man bei uns als Zusammenfassung so gern sagt)
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