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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bekommt ihr Überstunden bezahlt?



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Rugger
12.02.2009, 21:38
Ehrlich gesagt: nicht gezahlte Überstunden wären für mich ein Grund, sofort zu kündigen! Das wäre ja wie der Verwaltung Geld zu schenken oder für den Faktor X weniger zu arbeiten...
Aber: in der Anästhesie wird ja gottseidank alles gezahlt.

R.

alley_cat75
13.02.2009, 09:40
Unsere Liegezeiten sind rekordverdächtig niedrig, vielleicht sollten wir die Patienten einfach auch lang liegenlassen, dann bräuchten wir auch keine Überstunden und könnten während der Arbeitszeit im Forum surfen.

Hase, Du musst nicht immer gleich persönlich werden, wenn Dir die Argumente ausgehen. Da Du nicht erst seit gestern in dem Job arbeitest, weißt Du selbst, dass man Liegezeiten nicht strecken kann. Bei uns gibt es kaum Überstunden, weil viel ärztlicher Krimskrams durch Pflegepersonal und Stationssekretärinnen abgenommen wird. Ich muss kein Blut abnehmen, was mir allein früh bestimmt eine Stunde spart; die Briefe werden so gut geschrieben, dass ich sie im Prinzip nur unterschreiben muss. Ich bin um 9.30 Uhr mit der Visite fertig und habe somit ganz viel Zeit, meine ärztlichen Arbeiten ordnungsgemäß und just in time zu erledigen. Intelligenz beginnt halt mit der Wahl des Arbeitsplatzes. :-D Und wie mein Vorredner schon schrieb, wie dumm muss man sein, um unbezahlte Überstunden anzuhäufen?

Ehemaliger User 20130505
13.02.2009, 15:36
Intelligenz beginnt halt mit der Wahl des Arbeitsplatzes.:-DÄhemm....nö........ die zeigt sich schon viel früher: Bei der Wahl des Studienfachs. :-))

apple
13.02.2009, 16:47
Ehrlich gesagt: nicht gezahlte Überstunden wären für mich ein Grund, sofort zu kündigen! Das wäre ja wie der Verwaltung Geld zu schenken oder für den Faktor X weniger zu arbeiten...
Aber: in der Anästhesie wird ja gottseidank alles gezahlt.

R.
Ich finde aber Überstunden Abbummeln auch nicht so schlecht, da hat man dann mal Zeit, sein verdientes Geld auszugeben :-)

Feuerblick
13.02.2009, 16:48
Ich bin auch ganz froh um zusätzliche freie Tage. Was soll ich mit der Kohle, wenn ich nie Zeit zum Ausgeben habe (wie Apple schon sagte) :-meinung

Evil
13.02.2009, 17:40
Hase, Du musst nicht immer gleich persönlich werden, wenn Dir die Argumente ausgehen. Da Du nicht erst seit gestern in dem Job arbeitest, weißt Du selbst, dass man Liegezeiten nicht strecken kann. Bei uns gibt es kaum Überstunden, weil viel ärztlicher Krimskrams durch Pflegepersonal und Stationssekretärinnen abgenommen wird. Ich muss kein Blut abnehmen, was mir allein früh bestimmt eine Stunde spart; die Briefe werden so gut geschrieben, dass ich sie im Prinzip nur unterschreiben muss. Ich bin um 9.30 Uhr mit der Visite fertig und habe somit ganz viel Zeit, meine ärztlichen Arbeiten ordnungsgemäß und just in time zu erledigen. Intelligenz beginnt halt mit der Wahl des Arbeitsplatzes. :-D Und wie mein Vorredner schon schrieb, wie dumm muss man sein, um unbezahlte Überstunden anzuhäufen?
Mäuschen, wer redet denn von unbezahlten Überstunden? Ich find 10 - 11 Wochen Urlaub pro jahr mit Hochgebirge und Chiemsee vor der Tür völlig o.k. :-D

Und Liegezeiten kann man durchaus strecken, indem man einfach etwas lahmar$chig arbeitet, ich kenn da so ein paar Spezialisten. Nichtärztliche Tätigkeiten bleiben leider schon an mir hängen, außerdem bin ich derzeit auf einer teils internistischen, teils onkologischen Station mit entsprechend höherem Aufwand. Wer da planlos arbeitet, kann gleich in der Klinik einziehen ;-)

milz
21.03.2009, 06:37
In meiner Abteilung ist es "unüblich", sich Überstunden aufzuschreiben. Da es ansonsten meine Traumstelle in einem Exotenfach ist (Stellenwechsel wäre also ungünstig), weiß ich nicht, ob ich mich da in die Brennnesseln setzen und den Chef als erstes darauf ansprechen soll.

Meine Frage: Warum sind Arbeitgeber eigentlich nicht dazu verpflichtet Überstunden korrekt zu erfassen (z.B. mit Stechuhren) und warum setzen sich die Ärztevertreter nicht dafür ein?

Damit wäre mit wenig Aufwand viel geholfen. Sehr viel mehr als für 30 % (!) mehr Gehalt zu demonstrieren (ohne das was dabei rumkommt) und ähnliche unrealistische Lobbyisten-Forderungen, die den Berufsstand nur Sympathien kosten.

John Silver
22.03.2009, 11:13
Arbeitgeber sind sehr wohl verpflichtet, die Arbeitszeit zu dokumentieren. Wird die Dokumentation ohne ausreichenden Grund (und den kann es kaum geben) verweigert, handelt es sich um einen klaren Verstoß gegen bestehende Gesetze.

Ärztevertreter setzen sich schon für eine Dokumentation ein, aber da kocht jedes einzelne Krankenhaus ein eigenes Süppchen.

Ich empfehle Dir, die Situation mit Deinen Kollegen zu besprechen, eine gemeinsame Linie zu finden, und anschließend mit dem Chef zu reden. Wenn man es schafft, alle oder zumindest die meisten Assistenten einer Abteilung unter einen Hut zu bringen, hat man eine hervorragende Verhandlungsposition und kann die Erfüllung des Gesetzes sehr leicht durchsetzen. Die einfachste Lösung: Dienst nach Vorschrift. Immer schön die Pause nehmen, die Aufgaben priorisieren, und die Aufgaben, die keine Priorität für die Patientenversorgung haben, wie Kodieren und sonstiger Papierkram, pünktlich bei Feierabend stehen- und liegenlassen - und ab nach Hause. Die Verwaltung ist nur dann dreist genug, das Gesetz zu ignorieren, wenn die Ärzte dumm genug sind, es mit sich machen zu lassen. Sobald sich geschlossener Widerstand regt, zeigt sich die Verwaltung erstaunlich flexibel.

Ansonsten solltest Du Deine Arbeitszeiten selbst dokumentieren, und von einem Vorgesetzten abzeichnen lassen. Spätestens wenn Du gehst, kannst Du auf einer Auszahlung oder auf Freizeitausgleich bestehen, und es nötigenfalls per Gerichtsbeschluß durchsetzen.

Lava
22.03.2009, 11:39
Bei uns werden alle Überstunden brav dokumentiert, aber was dann damit passiert, weiß ich noch nicht. Angeblich bekommt man einen Teil davon als Freizeit ausgeglichen, hin und wieder wird auch was bezahlt, der ein großer Teil wird auch gar nicht vergütet :-nix

pampers
22.03.2009, 17:43
:-D Und wie mein Vorredner schon schrieb, wie dumm muss man sein, um unbezahlte Überstunden anzuhäufen?


Je länger ich diesem Thread folge, desto länger mein Gesicht. Und solche gescheiten Kommentare stimmen mich auch nicht fröhlicher...

Fakt ist - wir haben in unserer Abteilung (Innere) jeder 15 Patienten, alles arschknapp besetzt, wenn einer krank ist oder in Urlaub geht, dann entsprechend mehr, deshalb kein FZA. Dazu kommt eine radikal gekürzte Liegedauer, wer gehen kann geht, so AO vom Chef. Warme Betten werden belegt. 5-8 Entlassungen - und Aufnahmen pro Tag sind die Regel. Selber Blut abnehmen selbstverständlich, kodieren nur die Aufnahmediagnosen. Wir alle haben pro Tag im Schnitt je 2-4 Überstunden, dazu kommen ein bis zwei Dienste die Woche. Bezahlt wird (die ÜS) - wers glaubt - in einem Jahr. :-kotz

Und faulenzen oder langsam arbeiten tut da keiner!!!

Einziger Schritt wäre Stelle wechseln... nur nicht so leicht, wenn man an Ort und Stelle wohnt und der Partner auch eine gute Stelle hat.

DocEmmetBrown
24.03.2009, 11:56
Ich bin selber ja noch im Studium und kann selbst natürlich keine Erfahrungen zu dem Thema beitragen. Aber es erscheint mir so, dass immer bestimmte Fachrichtungen negativ genannt werden, wenn es um das Thema Überstunden und deren Vergütung geht. Warum entstehen unter den Anästhesisten relativ wenig Überstunden, die dann auch korrekt vergütet werden, während sich in der Inneren und Chirurgie oft Massen an (unbezahlten) Überstunden häufen? Wie schaut es in dem Bezug mit Fachrichtungen ganz ohne Bettenstationen, wie z.B. der Radiologie aus?

MediHH
24.03.2009, 16:34
In der Anästhesie sieht es so doch so aus.
Entweder arbeiten die in auf der Intensivstation wo es in der Regel Schichtdienst gibt. Oder aber im und um den OP. Wenn ein Chirurg um 16:30 ohne seine Arbeit auf der Station zu tun nach Hause geht. Gehts dem Patienten dreckig. Wenn der Anästhesist um 16:30 vor der Frage steht ob er jetzt einleitet oder nach Hause geht entscheidet er sich doch fürs letztere. Dann muss die elektive OP halt warten. Bei allen meinen Chirurgischen Erfahrungen war man immer von den Anästhesisten abhängig. Die haben halt ein gutes Druckmittel.

Evil
25.03.2009, 09:23
Bei allen meinen Chirurgischen Erfahrungen war man immer von den Anästhesisten abhängig. Die haben halt ein gutes Druckmittel.
Das hängt stark von der "Gewichtsverteilung" in der jeweiligen Klinik ab. Wenn die Chirurgen das Sagen haben, werden auch um 22 Uhr noch Stellschrauben entfernt...

Muriel
25.03.2009, 09:50
Und wenn es bestimmte OP-Zeiten gibt, dann hat man sich daran zu halten, Punkt. Warum sollen Anästhesisten, OP-Pflege, OP-Raumpflege und wer weiß noch wer Überstunden machen, nur weil die Chirurgen ihren OP-Plan nicht sinnvoll gestalten können? Ein Plan, der hoffnungslos überbucht ist, geht halt nicht durch und gut ist. Klar, es kommen ungeplante Notfälle dazu, völlig richtig. Entweder sie sind "nur" dringlich und können nach dem elektiven Programm im Dienst laufen oder aber sie sind sofort zu operieren, dann muss eben die elektive Galle hinten überfallen und auf den nächsten Tag auf eine sichere Position geschoben werden. Ja, ich hasse es auch, wenn ich Patienten auf Station sagen muss, dass die OP heute leider nicht mehr stattfinden kann, wenn die armen Leute seit Ewigkeiten nüchtern sind, aber es geht dann halt nicht anders.

Moorhühnchen
29.03.2009, 18:30
Ich sehe schon, ich muß mich dringend mit dem Thema "Überstunden dokumentieren" auseinandersetzen! Es gibt bei uns ein Zeiterfassungssystem namens PERRES (oder so). Aber bisher hatte ich noch keine Zeit, mich überhaupt nur ein einziges Mal dort anzumelden! Soweit ich weiß, loggt mich dieses System automatisch für die normale Arbeitszeit ein, dh. von 8.00 bis 17.15 Uhr.

Wahrscheinlich hätte ich mich im ersten Monat sowieso nicht getraut, die vielen Überstunden aufzuschreiben - diese Woche waren es "nur" 10, die Wochen davor bestimmt jeweils 15. Vielleicht war das dumm, aber ich hatte wirklich genug andere Sorgen (erster Anschiß vom Chef, wegen eines blöden Privatpatienten, der sich bei Va. Meningitis nicht LPieren lassen wollte und später meinte, wir seien ein Saftladen, was natürlich meine Schuld war...) und war teilweise froh, wenn ich abends um 21 Uhr endlich gehen konnte und gerade das Gröbste erledigt hatte.
Ab April sollte ich mal damit anfangen, die Stunden gescheit zu erfassen - hoffentlich sind es dann nicht mehr so viele, wenn ich in der Notaufnahme bin........... :-?

Lava
29.03.2009, 18:33
Oh Mann, Huhn, wenn das bei euch normale Zustände sind, würd ich gucken, dass ich da so schnell wie möglich WEG komme :-?

Feuerblick
29.03.2009, 18:39
Ich sehe schon, ich muß mich dringend mit dem Thema "Überstunden dokumentieren" auseinandersetzen! Es gibt bei uns ein Zeiterfassungssystem namens PERRES (oder so). Aber bisher hatte ich noch keine Zeit, mich überhaupt nur ein einziges Mal dort anzumelden! Soweit ich weiß, loggt mich dieses System automatisch für die normale Arbeitszeit ein, dh. von 8.00 bis 17.15 Uhr.

Wahrscheinlich hätte ich mich im ersten Monat sowieso nicht getraut, die vielen Überstunden aufzuschreiben - diese Woche waren es "nur" 10, die Wochen davor bestimmt jeweils 15. Vielleicht war das dumm, aber ich hatte wirklich genug andere Sorgen (erster Anschiß vom Chef, wegen eines blöden Privatpatienten, der sich bei Va. Meningitis nicht LPieren lassen wollte und später meinte, wir seien ein Saftladen, was natürlich meine Schuld war...) und war teilweise froh, wenn ich abends um 21 Uhr endlich gehen konnte und gerade das Gröbste erledigt hatte.
Ab April sollte ich mal damit anfangen, die Stunden gescheit zu erfassen - hoffentlich sind es dann nicht mehr so viele, wenn ich in der Notaufnahme bin........... :-?Du kannst im PER-RES deine Überstunden auch nacherfassen. Eventuell muss die Buchhaltung dafür das System wieder freischalten, weil der Monat schon abgeschlossen sein dürfte. Immer schön dokumentieren und nicht vergessen, dass du eine halbe Stunde Mittagspause (in der Regel) abgezogen bekommst, ob du sie machst oder nicht. Ergo: Wenn du sie nicht machst, handelt es sich um eine halbe Überstunde.. Das System erklärt sich fast von selbst. Deine normalen Dienstzeiten werden durch denjenigen, der bei euch dafür zuständig ist, im voraus eingetragen. Änderungen (z.B. Dienst übernommen oder abgegeben) müssen von selbigem nachgetragen werden und Überstunden musst du selbst dokumentieren. Und lass dir als Anfänger nicht einreden, du müsstest im ersten Monat nix dokumentieren...

Muriel
29.03.2009, 18:42
Müsst Ihr eigentlich auch einen Grund für die jeweiligen Überstunden dokumentieren? Wir müssen immer angeben z.B. Diktate, Visite, OA-Vorstellung oder was auch immer, ansonsten wird die Überstunde abgelehnt. Finde ich aber auch nicht verrkehrt, weil so zumindest gezeigt werden kann, woran es hapert und im günstigsten Fall auch eine dementsprechende Reaktion erfolgen kann.

Moorhühnchen
29.03.2009, 18:45
Du kannst im PER-RES deine Überstunden auch nacherfassen. Eventuell muss die Buchhaltung dafür das System wieder freischalten, weil der Monat schon abgeschlossen sein dürfte. Immer schön dokumentieren und nicht vergessen, dass du eine halbe Stunde Mittagspause (in der Regel) abgezogen bekommst, ob du sie machst oder nicht. Ergo: Wenn du sie nicht machst, handelt es sich um eine halbe Überstunde.. Das System erklärt sich fast von selbst. Deine normalen Dienstzeiten werden durch denjenigen, der bei euch dafür zuständig ist, im voraus eingetragen. Änderungen (z.B. Dienst übernommen oder abgegeben) müssen von selbigem nachgetragen werden und Überstunden musst du selbst dokumentieren. Und lass dir als Anfänger nicht einreden, du müsstest im ersten Monat nix dokumentieren...
Das hat mir keiner eingeredet, das hat sich einfach so ergeben... selber schuld! Andererseits muß ich auch gestehen, daß ich wirklich langsam arbeite. :-blush Ich werd's auch noch lernen....

Oh Mann, Huhn, wenn das bei euch normale Zustände sind, würd ich gucken, dass ich da so schnell wie möglich WEG kommeNein, es sind hoffentlich keine normalen Zustände - wir sind, wie gesagt, im Moment aus verschiedenen Gründen gnadenlos unterbesetzt und auch zur Hälfte noch blutige Anfänger. Dazu kommt halt, daß die Altassis im Moment die doppelte Dienstanzahl des normalen schieben müssen und dann am Folgetag fehlen, wodurch immer mehr Stationsarbeit für mich alleine anfällt.

Aber Du hast recht: allzu lange werde ich mir das nicht antun können und wollen. Aber es war meine absolute Wunschstelle und deswegen versuche ich noch etwas Durchhaltevermögen zu zeigen. Wenn das nicht klappt, wird es am ehesten ein Fachrichtungswechsel!! Ich weiß nur noch nicht wohin....

Lava
29.03.2009, 18:51
Ist ja bei uns nicht anders! Derzeit fehlen uns 3 Leute, im Mai werden es 4 sein (bei 11 Assistenten in Vollbesetzung). Aber 3 Überstunden pro Tag???? :-(( Ach ja, einer unser OÄ fehlt auch 6 Wochen. Da müssen die übrigen 3 auch ganz schön rödeln. :-nix Das macht sich auch bei uns Assistenten bemerkbar, weil fast immer alle 3 im OP sind und man keinen was fragen kann. :-?

Und ich bin sehr froh, dass wir ne elektronische Zeiterfassung haben :-)