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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Füllmateriale, welches wofür?



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InformatikPower
22.03.2009, 15:50
Hallo alle zusammen,

kurz als Vorwort: Ich bin eine Patientin und studiere keine Zahnmedizin.

Ich habe zwei Dinge, die meinen Zähnen das Leben schwer machen:
- Zwischenraumkaries gefährdet. (Trotz Zahnseide und Interdentalbürstchen)
- Wenn die ZÄ ein vermeintlich kleines Löchlein findet wird es direkt riesengroß.

Folge davon sind momentan 3 Wurzelbehandlungen (eine davon heute - der arme Zahn *ist*zum*Heulen*).

Was mich momentan beschäftigt sind folgende Fragen:
1. Ist Composite (also Kunststoff) bei tiefen Füllungen in der Nähe des Nervs für den Nerv gefährlich?
Ich habe gehört, dass viele Patienten mit Composite eher einer Wurzelbehandlung als Folgebehandlung bedürfen als diejenigen die GIZ oder Amalgam erhalten. Kunststoff soll den Nerv angreifen.

2. Ich habe mir nach und nach alle Amalgamfüllungen entfernen lassen. Wegen des Quecksilbers hatte ich keine Angst (ich esse gern Fisch ;-), wenn ihr wißt was ich meine)!
Es ist mir so dargestellt worden als wäre bei Composite die Gefahr von Sekundärkaries gebannt, weil es sich mit dem passenden Kleber (Bonder, oder so?!) in die Dentinkanälchen setzt und damit eine Mikroverzahnung eingeht. Somit können sich unter Kunststoffen keine Bakterien einnisten.
Ich höre und lese aber immer wieder, dass Composite behandelte Zähne sogar VERMEHRT zu Sekundärkaries neigt und zwar nicht am Rand sondern direkt unter der Füllung, so dass es oft nicht direkt erkannt werden kann.
Amalgam: Aufgrund des "Giftes" kommen keine Bakterien vorbei, daher eher "Randkaries"
GIZ mit Fluor: Aufgrund des 25 % Fluor kommen hier keine Bakterien vorbei.

Jetzt habe ich also ca. 6 Zähne, die eine Composite-Füllung haben und ich fühle mich sehr unwohl, dass Sekundärkaries hier nicht erkannt wird und ich dann statt bisher 3 Zähnen schon 9 verliere!!!

Das gemeine: Ich putze 2 x tgl. die Zähne und gehe alle 6 Monate zum Zahnarzt :(

Ich wäre über Erkenntnisse und praktische Tipps sehr dankbar!!!

EDIT: Natürlich weiß ich, dass dies keine Ferndiagnose werden kann. Soll es auch nicht, ich hätte nur gern Erkenntnisse und Erfahrungen von möglichst vielen unabhängigen Personen!

docmoechtegern
22.03.2009, 16:00
Jetzt bin ich gespannt, wann dieser Thread geschlossen wird. ;-)

Sorry hennessy, bin schon wie der weg. :-angel

InformatikPower
22.03.2009, 16:13
Habe ich was Falsches geschrieben? :-nix
Ich hätte wirklich gern Antworten um zu präventieren, dass ich in 10 Jahren eine Vollprothese benötige *zitter*

Muriel
22.03.2009, 16:19
Was docmoechtegern in seiner äußerst charmanten Art andeuten wollte, ist, dass wir hier, egal wie kompetent der Antwortende auch sein mag, natürlich keine Ferndiagnosen speziell auf Deine Zähne in diesem Beispiel stellen können, dass hier nur allgemeine Informationen gegeben werden können und dass selbstverständlich nie der Gang zum Arzt/Zahnarzt ersetzt werden kann. Da ich keine Zahnmedizinerin bin, kann ich Dir gerade überhaupt nicht weiterhelfen, ich denke aber, dass sicherlich einer unserer Dentisten noch das Wort ergreifen wird und Dir eine Antwort gibt.

docmoechtegern
22.03.2009, 16:23
Habe ich was Falsches geschrieben? :-nix
Ich hätte wirklich gern Antworten um zu präventieren, dass ich in 10 Jahren eine Vollprothese benötige *zitter*

Nein, Du hast nichts Falsches gesagt.:-blush :-)Im Gegenteil - Ich finde Deine Fragen sehr wichtig und das Thema sehr interessant, aber es hat hier schon einige Diskussionen über Füllmaterialien gegeben, die zu heftigen Diskusssionen geführt haben.
Vor allem die Stichworte Amalgam und GIZ sind Reizworte. ;-)

Schau doch mal in der Liste der Zahni-Threads nach. Du wirst dort einige sehr lange Threads über Füllmaterialien finden.

Edit.:
Einige Threads zu Füllmaterialien:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/search.php?searchid=2441879

InformatikPower
22.03.2009, 16:43
Ich habe schon viel zu dem Thema gelesen u.a. habe ich viele Informationen aus einem Blog von Herrn Dr. Joachim Wagner (zahnfilm.de).
Er ist der Meinung, dass GIZ das Mittel der Wahl ist...

Allerdings sind viele Beiträge aus 2006 / 2007, so dass ich nicht einschätzen kann, wie der aktuelle Status Quo ist. Aus diesem Hintergrund die Fragen an euch alle.

EDIT: Natürlich weiß ich, dass dies keine Ferndiagnose werden kann. Soll es auch nicht, ich hätte nur gern Erkenntnisse und Erfahrungen von möglichst vielen unabhängigen Personen!

Sawyer
22.03.2009, 18:58
GIZ als Mittel der Wahl für Füllungen? Ich fasse es nicht.

Wenn die Füllungen ordentlich gemacht werden und vernünftig exkaviert wurde ist sowohl bei Amalgam als auch bei Komposit die Gefahr einer Sekundärkaries oder eines Rezidivs sehr klein, würde ich mal behaupten :-nix

Bei sehr tiefen Kavitäten kann vielleicht eine vorherige Caries Profunda Behandlung indiziert sein, aber stattdessen lieber GIZ drauf? Ich glaube eher nicht, aber mal sehen was die approbierten und erfahrenen Leute dazu sagen ;).

hennessy
22.03.2009, 19:09
zunächst einmal: Herzlich willkommen hier im Forum von MEDI-LEARN!

Die allgemeine Verunsicherung, was Füllungsmaterialien anbelangt, ist groß. Nicht zuletzt dadurch bedingt, dass zumeist selbsternannte Gurus meinen, die Welt auf den Kopf stellen zu müssen und vorhandene Ängste noch zusätzlich schüren zu müssen. Letztendlich stellt sich meistens heraus, dass ausser einer pathologischen Geltungssucht und vordergründig pekuniären Motiven nichts dahinter steht.

O.K.
Füllungsmaterial:
Mit Deinem letzten posting liegst Du nicht verkehrt. GIZ ist in der Tat kein schlechtes Material, wenn man Indikation und Grenzen der Versorgungsmöglichkeiten beachtet. Ich möchte wie auch schon anderenorts getan nochmals betonen, dass diese Ausführungen lediglich meine ganz persönliche Meinung darstellen und keinerlei Anspruch auf ein allgemeingültiges "Dogma" erheben.
Ich verwende GIZ seit ungefähr 20 Jahren und muss sagen, dass ich kein besseres Material für ein Langzeitprovisorium kenne. Wobei der Terminus "Provisorium" nicht unbedingt immer zutreffen muss, denn ich sehe oft intakte und korrekte Füllungen, die ich bereits vor 10 Jahren gelegt habe.
Von großflächigen Composite-Füllungen bin ich abgekommen, weil die Gefahr einer Sekundärkaries trotz äusserst pingeliger Einhaltung aller Regeln (Kofferdam, SÄT, Bonding, Inkrement-Technik, soft start curing etc.) nicht ausgeschlossen werden kann.

Wichtig erscheint mir generell ein regelmäßiges Recall und eine damit verbundene Röntgen-Kontrolle.

InformatikPower
22.03.2009, 20:51
Hallo Hennessy,

danke für die interessante Antwort.
Bei mir sehen die Löcher meistens so aus:

Zwischenraumkaries in den Backenzähnen, dadurch fehlt eine "Wand" und zwar die zu dem anderen Zahn. Außerdem breitet sich die Karies immer sehr schnell aus, so dass es leider bei manchem Zahn soweit kommt, dass kaum mehr als die Wände und der "Boden" über dem Nerv da bleibt.

Die Zähne sind schmerzfrei und nicht sonderlich empfindlich.
Sie sind mit Composite gefüllt (Kosten zwischen 45 - 60 Euro).

Was würdest du in dem Falle nehmen?

Ich denke bei kleineren Korrekturen in den Front oder Eckzähnen vorn ist es eher egal, welchen Füllstoff, weil die Zähne weder stark kauen, noch sonstige heftige Belastungen habe.

Soweit ich das beurteilen kann bedeutet mein Status der Backenzähne, eine kleine Sekundärkaries unter der Füllung und weg ist der Zahn (Wurzelbehandlung), oder sehe ich das zu schwarz?

Wie oft sollte man denn in meinem speziellen Fall röntgen?
Ich persönlich empfinde alle 2 Jahre als zu wenig...also gefühlsmäßig.
Meine ZÄ hat so einen Apparat, wo ich den "Film" mit den Zähnen halten muss und die den "Apparat" dann in die Halterung stecken. Die Aufnahme selbst dauert weniger als eine Sekunde.

Bei meinem alten ZA war das anders. Bei ihm gab es immer ein "Rundum-Röntgen" und das hat dann wohl eine wesentlich größere Strahlenbelastung zur Folge.

Es macht wohl wenig Sinn alle Composite-Füllungen präventiv zu tauschen....aber seitdem ich mal ein wenig gelesen habe bin ich wirklich verunsichert....am liebsten hätte ich meine Amalgamfüllungen wieder...

hennessy
23.03.2009, 08:11
Hallo Hennessy,

danke für die interessante Antwort.
Bei mir sehen die Löcher meistens so aus:

Zwischenraumkaries in den Backenzähnen, dadurch fehlt eine "Wand" und zwar die zu dem anderen Zahn. Außerdem breitet sich die Karies immer sehr schnell aus, so dass es leider bei manchem Zahn soweit kommt, dass kaum mehr als die Wände und der "Boden" über dem Nerv da bleibt.

Die Zähne sind schmerzfrei und nicht sonderlich empfindlich.
Sie sind mit Composite gefüllt (Kosten zwischen 45 - 60 Euro).

Was würdest du in dem Falle nehmen?

Ich denke bei kleineren Korrekturen in den Front oder Eckzähnen vorn ist es eher egal, welchen Füllstoff, weil die Zähne weder stark kauen, noch sonstige heftige Belastungen habe.

Soweit ich das beurteilen kann bedeutet mein Status der Backenzähne, eine kleine Sekundärkaries unter der Füllung und weg ist der Zahn (Wurzelbehandlung), oder sehe ich das zu schwarz?

Wie oft sollte man denn in meinem speziellen Fall röntgen?
Ich persönlich empfinde alle 2 Jahre als zu wenig...also gefühlsmäßig.
Meine ZÄ hat so einen Apparat, wo ich den "Film" mit den Zähnen halten muss und die den "Apparat" dann in die Halterung stecken. Die Aufnahme selbst dauert weniger als eine Sekunde.

Bei meinem alten ZA war das anders. Bei ihm gab es immer ein "Rundum-Röntgen" und das hat dann wohl eine wesentlich größere Strahlenbelastung zur Folge.

Es macht wohl wenig Sinn alle Composite-Füllungen präventiv zu tauschen....aber seitdem ich mal ein wenig gelesen habe bin ich wirklich verunsichert....am liebsten hätte ich meine Amalgamfüllungen wieder...

Hallo InformatikPower,
das Problem, das ich habe: Ich kenne Dich nicht, habe weder Deine Zähne noch Deine Füllungen oder Röntgenbilder gesehen.
Alles, was ich jetzt sagen würde, hätte die Seriosität von Kaffeesatz-Leserei. Damit ist niemandem geholfen. Sorry!

Zum Thema Röntgentechnik:
Die "kleine" Variante, bei der Du den Film mit den Zähnen halten musst, bildet nur einen bis zwei Zähne ab. Dies aber in sehr guter Schärfe und ohne Überlagerungen.
Das "große" Gerät bringt das sog. Orthopantomogramm und sorgt für einen allgemeinen Überblick. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile.
Die Strahlenbelastung bei beiden ist z.B. durch moderne Verstärkerfolien und moderne Filme mit früheren Belastungen nicht mehr zu vergleichen und eigentlich kaum mehr relevant, wenn auch nicht zu vernachlässigen.

InformatikPower
23.03.2009, 21:43
Hallo InformatikPower,
das Problem, das ich habe: Ich kenne Dich nicht, habe weder Deine Zähne noch Deine Füllungen oder Röntgenbilder gesehen.
Alles, was ich jetzt sagen würde, hätte die Seriosität von Kaffeesatz-Leserei. Damit ist niemandem geholfen. Sorry!


Find ich gut ;)
So eine Antwort ist 1.000 Mal besser als irgendwelches wildes rumgerate!

Boaso
06.07.2009, 13:02
Information über Zahnärztliche Materialien.

Sawyer
06.07.2009, 18:51
Geh weg.

Zahnschnitzer
10.07.2009, 19:58
nur was zur strahlenbelastung:

ein "großes" bild (OPG, OPT, PSA wie auch immer) entspricht etwa 3,5 "kleinen" bildern (zahnfilmen) von der strahlenbelastung

ein großes bild ist in etwa auch die strahlenbelastung bei 1h fliegen. also von verstrahlung und co. kann keine rede sein, nach heutigem wissensstand

Ehemaliger User 20130505
06.08.2009, 11:17
Weil im Zahniforum in letzter Zeit nicht viel los war, hab' ich gerade mal just for fun nach 'Zahnarzt' gegooglet und hier (http://www.presseportal.de/pm/76038/1448254/dmg_dental_material_gesellschaft_mbh) etwas gefunden, das mich interessiert.

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, ganz frühe Kariesschäden mit einem neuartigen Kunststoffverfahren auszubessern

Klar, das ist eine PR-Mitteilung, dient also kommerziellen Interessen, aber ich würde trotzdem gerne die Meinung der Zahnis dazu erfahren. Ich hab' dafür keinen neuen Thread eröffnet, weil ich denke, es passt ganz gut zum Titel dieses alten Threads, da es ja auch um ein Füllmaterial geht.

Ehemaliger User 05022011
06.08.2009, 13:45
Sehr interessamter Thread !HAb noch gar nicht gewußt, dass jetzt auch die Kunststofffüllungen in der Kritik stehen. Ich frage mich aber auch seit längeren, warum ich nun schon am dritten Zahn eine Wurzelbeahndlung durchmachen musste. Kann man generell sagen, was dazu führt, dass in einem eigentlich versorgter Zahn ( Füllung oder Inlay) sich die Wurzel entzündet?

Ich hab auch noch eine zweite Frage und wär sehr dankbar, wenn ihr mal eure Meinung dazu schreiben könntet.
Wenn eine Wurzelbehandlung nicht hilft ( bei mir wird seit einem 3/4 JAhr immer wieder eine durchgeführt und der ZAhn gibt und gibt keine Rhe, tut zwar nicht weh, ist aber auch nicht so, dass der Zahnarzt die KAnäle entgültig verschließen könnte) bleibt dann wirklich nur, den ZAhn zu ziehen? Dies hat mein Arzt mir vorgeschlagen und meinte, er würde dann ein Implantat setzen (Zahn hat schon eine Krone, ist allso ohnehin nicht der beste). Mir wär lieber er erhält den Zahn - geht das wirklich nicht ?

hennessy
06.08.2009, 18:51
Sehr interessamter Thread !HAb noch gar nicht gewußt, dass jetzt auch die Kunststofffüllungen in der Kritik stehen. Ich frage mich aber auch seit längeren, warum ich nun schon am dritten Zahn eine Wurzelbeahndlung durchmachen musste. Kann man generell sagen, was dazu führt, dass in einem eigentlich versorgter Zahn ( Füllung oder Inlay) sich die Wurzel entzündet?

Ich hab auch noch eine zweite Frage und wär sehr dankbar, wenn ihr mal eure Meinung dazu schreiben könntet.
Wenn eine Wurzelbehandlung nicht hilft ( bei mir wird seit einem 3/4 JAhr immer wieder eine durchgeführt und der ZAhn gibt und gibt keine Rhe, tut zwar nicht weh, ist aber auch nicht so, dass der Zahnarzt die KAnäle entgültig verschließen könnte) bleibt dann wirklich nur, den ZAhn zu ziehen? Dies hat mein Arzt mir vorgeschlagen und meinte, er würde dann ein Implantat setzen (Zahn hat schon eine Krone, ist allso ohnehin nicht der beste). Mir wär lieber er erhält den Zahn - geht das wirklich nicht ?

man könnte evtl. eine Wurzelspitzenresektion durchführen.

primus
06.08.2009, 20:24
man könnte evtl. eine Wurzelspitzenresektion durchführen.

unbedingt!
erfolgsquote liegt bei ca. 90% (allerdings nur wenns ein "fachmann" macht, sprich: op-mikroskop/leistungsstarke lupenbrille, ultraschallgestützte retrograde aufbereitung und viiiiiiiiel klinische routine).
die erfolgsquote einer wsr unterscheidet sich inzwischen NICHT von einer endo-revision, die kosten (größtenteils kassenleistung) und zeitaufwand (20-60 min.) dagegen schon.

Ehemaliger User 20130505
06.08.2009, 20:47
Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es darum, ganz frühe Kariesschäden mit einem neuartigen Kunststoffverfahren auszubessern



So, nun hab ich eine Publikation gefunden, in der dieses neue Verfahren von seinen Erfindern beschrieben wird: http://www.uni-kiel.de/konspar/Texte/Forschung/Dental_Magazin_5_2008_Kariesinfiltration.pdf

Boaso
07.08.2009, 18:47
Wissenschaftlich genug für die Herren Zahnmediziner?

Es lebe die Wissenschaft, die nie geirrt hat. :-))

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=970110189&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=970110189.pdf

http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=965038483&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=965038483.pdf