PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fachrichtungswechsel Anä richtung Innere - Erfahrungen?



Seiten : 1 2 3 [4] 5

LasseReinböng
12.06.2012, 18:37
EKG-Befundung würde ich eher beim Kardiologen lernen wollen, als beim Anästhesisten, wenn ich da an die beiden Seiten, die ich erlebt habe, denke. Ebenso kennt sich der Kardiologe deutlich besser mit den Rhythmusstörungen aus (ich erinnere mich an viele Hilferufe aus der Anästhesie wenn der Patient Rhythmusstörungen hatte - die wurden dann oft internistisch übernommen, weil die damit nicht klarkamen).

Hm, da bin ich jetzt ein wenig enttäuscht....ich dachte das könnten die Anästhesisten auch sicher. Wenn man schon Notfallmedizin macht und auf der ITS arbeitet...

Evil
12.06.2012, 19:10
...geht es idR erstmal darum, den Patienten akut zu stabilisieren (was bei vielen Rhythmusstörungen mit 300mg Cordarex oder alternativ Supra machbar ist *g*), damit sich der Fachmann (=Chirurg/Kardiologe/Onkologe/Infektiologe/whatever) sich eine durchschlagende definitive Therapie überlegen kann ;-)

dreamchaser
12.06.2012, 19:27
Der Anästhesist wird sicher bei den lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen richtig handeln können und die Situation beherrschen (wie oben beschrieben Cordarex/Supra etc.). Aber wenn es darum geht, den drohenden trifaszikulären Block, die akzessorische Leitungsbahn, rez. ventrikuläre Tachykardien etc. endgültig zu behandeln, dann sollte der Kardiologe hier der Fachmann sein und sich darum kümmern. Man sollte eben seinem Kenntnisstand nach miteinander arbeiten und sich helfen.

Fresh Prince
13.06.2012, 12:44
Um nochmals auf meine Frage zurückzukommen.

Wenn ich nun nach Ablauf des ersten Berufsjahres Wechselgedanken habe, müsste ich hierfür das Haus wechseln, weil man nicht hausintern die Abteilung wechseln sollte? Oder spielt das heutzutage keine Rolle, sofern in der neuen Abteilung Stellen frei sind? Ist das sogar eher von Vorteil, wenn man bereits im Haus arbeitet und man vom Chef eine gute Empfehlung bekommt, sofern man ordentlich arbeitet? Könnte man denn mal in den Ferien ein paar Tage in der Kardio hospitieren, wenn man Wechselgedanken hat? Oder ist das innerhalb des gleichen Hauses mehr als verpöhnt und man wird verspottet?

Wie sind die Kardio-Abteilungen der Münchner Uni-Kliniken?

-> gerne auch als PN :)

teletubs
13.06.2012, 13:58
Bin nach fertigem FA Innere Medizin auf die Anästhesie gewechselt...entweder als zusätzlichen FA Anästhesie oder Intensivmedizin oder halt um Erfahrung zu sammeln. Das weiss ich aber jetzt noch nicht. Auf jeden Fall wird mir niemand die praktische und theoretische Erfahrung nehmen.
Ich bin von meiner letzten Inneren-Stelle im selben haus geblieben und keiner hat mich schräg angeschaut. Mein Abschlussgespräch bei meinem alten Chef hat mich in meiner Entscheidung auf die Anästhesie zu gehen nur bestätigt. Und zurück auf die Innere kann ich zu jeder Zeit...dann aber als OA irgendwo.

Fresh Prince
13.06.2012, 14:17
Würdest du sogar empfehlen, 2 FÄ zu machen? Also den FA Anästhesie und den FA Kardio? Oder ist das heutzutage nicht mehr üblich? Ich mein, dann gehe ich irgendwann auf die 40 zu und habe nur eine "kleine" FA-Stelle und keinen OA...

Evil
13.06.2012, 16:53
Fang doch erstmal an und schau, wie es Dir gefällt. Im 6. Semester hab ich mir jedenfalls keine Gedanken über 2 aufeinanderfolgende FA-AUsbildung gemacht.

Fresh Prince
13.06.2012, 17:31
Keine Angst, das 6. Semester habe ich schon ne ganze Weile hinter mir gelassen :) Das Profil ist nicht aktuell.

Trotzdem meine Frage, trifft man heutzutage noch 2-FA Ausbildungen an? Es ist ja mittlerweile alles spezialisiert worden, zudem noch weitere Sub-spezifikationen. Jeder hat nur seinen kleinen Teilbereich und der Rest ist mehr oder weniger aussen vor. Wo ist da der Allrounder geblieben?

Leelaacoo
13.06.2012, 18:49
Würdest du sogar empfehlen, 2 FÄ zu machen? Also den FA Anästhesie und den FA Kardio? Oder ist das heutzutage nicht mehr üblich? Ich mein, dann gehe ich irgendwann auf die 40 zu und habe nur eine "kleine" FA-Stelle und keinen OA...

Und der "kleine" FA ist also der Versager, weil er/sie keine OA Stelle hat? Vielleicht ist es ja derjenige, der einfach keinen Bock auf Verwaltung/Politik hat und lieber in Ruhe seine Medizin machen will...ich finde, da ist überhaupt nichts dran, was man mit 40 bereuen müsste, wenn es denn so wäre. Ich habe demletzt auf einer Beatmungsfortbildung einen 60jährigen Arzt kennen gelernt...er macht aktuell den Neuro-FA in einer Klinik mit Weaning und Phase B-Reha...und hat mir seine Lebensgeschichte erzählt. Hat zunächst Chirurgie gemacht...hatte alles voll, den kompletten Katalog und nach der FA-Prüfung die OA-Stelle in Aussicht...war aber dann mit dem Fach an sich nicht mehr glücklich und hat Patho gemacht...viele Jahre in der Patho gearbeitet, auch als OA..bis es ihm gestunken hat und er nun Neuro macht, weil es ihn interessiert...er hat mich mehr beeindruckt als all die Uni-Karrieristen mit ihrer Habil mit 35 Jahren...du kannst einfach machen, was DU willst...ich würde auch gerne auch noch nen FA draufsetzen (entweder Neuro oder Anä...aber eher Neuro, Narkose und Massentransfusionen interessieren mich weniger und den Rest hab ich auch auf meiner internistischen ITS)...ist doch mein Leben, wer will schon darüber richten, als man selbst...

LG Lee

Relaxometrie
13.06.2012, 18:57
Ich mein, dann gehe ich irgendwann auf die 40 zu und habe nur eine "kleine" FA-Stelle und keinen OA...
Das wäre natürlich tragisch :-))




Keine Angst, das 6. Semester habe ich schon ne ganze Weile hinter mir gelassen :) Das Profil ist nicht aktuell.
Bei solchen Antworten frage ich mich, warum man das Profil nicht einfach aktualisiert, statt nur anzukündigen, daß es nicht mehr aktuell ist :-nix

Miss
13.06.2012, 19:16
Ich persönlich fände es für mich nicht sinnvoll, nach dem FA Anästhesie noch Innere nachzulegen.
Und bei Dir hört es sich ja auch nicht so an, als ob Du Dich für beides interessierst, sondern eher Aspekte reizvoll findest, mit denen man in beiden Fächer zu tun hat. Ich denke, je nachdem, für welches Fach Du Dich entscheidest, es wird Dir bestimmt im anderen Fach weiterhelfen. Ob nun Innere oder Anästhesie, ist eigentlich egal. Ich glaub, ich würde das Fach zuerst machen, für das ich mich ein bißchen weniger interessiere -entweder wird man positiv überrascht oder man nimmt die hilfreichen Dinge ins Wunschfach mit.
Und selbst, wenn man in einem Jahr nicht alles kennenlernt und nicht *so besonders viel* Erfahrung hat, man bekommt ne Ahnung.

Ich hatte den Wechsel von Anästhesie (erstmal ein paar praktische Dinge lernen und dann woanders hin) ursprünglich auch vor, denn ich fand Anästhesie im Studium auch tierisch langweilig. Das wars dann aber gar nicht mehr, als ich es gemacht habe, deswegen bin ich hängengeblieben.

Und ich denke, so ein Wechsel wird von niemandem komisch gefunden, gerade nach ner relativ kurzen Zeit. Viele Chefs stehen sowieso auf Fremderfahrungen, hab ich den Eindruck.

Fresh Prince
13.06.2012, 20:06
Bei solchen Antworten frage ich mich, warum man das Profil nicht einfach aktualisiert, statt nur anzukündigen, daß es nicht mehr aktuell ist :-nix

Guter Punkt, akzeptiert. (Spielt aber keine Rolle, was im Profil drin steht. Ich habe bei meinem Post gestern gesagt, dass ich in Kürze in der Anästhesie anfange zu arbeiten.)

Ich denke, das bleibt jedem selbst überlassen, was er sich in Zukunft beruflich vorstellt. Für meinen Teil möchte ich nicht stehen bleiben. Ein Haufen Dienste, Hintergrund, Bereitschaft usw. bei Bezahlung einer FA-Stelle muss man mögen...

Es scheint verschiedene Meinungen zu geben, wie in den meisten Dingen. Letztlich muss ich wohl schauen, was die Zukunft bringt. Wenn es kaum Stellen für den Intensivmediziner gibt, macht es wohl wenig Sinn, sich vorwiegend darauf zu konzentrieren. Nachher läuft es nicht so, wie man es sich vorstellt. Davon hat man dann auch nichts.
Zumindest ist es doch positiv, dass ein hausinterner Wechsel nicht unbedingt mit großen Hürden verbunden ist. Ich hatte da eben Sorge, dass das nicht gerne gesehen wird, wenn man die Abteilung verlässt. Und da man im gleichen Haus bleibt, könnte das ja zu Nachteilen führen.

Evil
14.06.2012, 06:27
Wenn es kaum Stellen für den Intensivmediziner gibt, macht es wohl wenig Sinn, sich vorwiegend darauf zu konzentrieren.
Derzeit ist es für kleinere Häuser das Gegenteil, da werden Fachärzte mit Zusatzbezeichnung Intensivmedizin gerne gesucht. Für die Zusatzbezeichnung ist es allerdings wurscht, welchen FA Du machst, Internisten sind aber auf jeden Fall gefragt.

Brutus
14.06.2012, 09:21
Ich denke, das bleibt jedem selbst überlassen, was er sich in Zukunft beruflich vorstellt. Für meinen Teil möchte ich nicht stehen bleiben. Ein Haufen Dienste, Hintergrund, Bereitschaft usw. bei Bezahlung einer FA-Stelle muss man mögen...
Hier empfehle ich gerne immer wieder mal diese Seite: Klick mich, ich bin ein Link! (http://www.oeffentlicher-dienst.info)
Dort würdest Du nämlich sehen, dass die Bezahlung einer FA-Stelle nicht in jedem Fall unter der eines OA liegt. Von den Verhandlungsmöglichkeiten gerade in heutiger Zeit mal ganz zu schweigen. Dazu gibt es ja noch die Möglichkeit von Teilzeitstellen, wo man in der Freizeit ja durchaus auch noch in einem anderen Spektrum schnüffeln gehen kann.

Also wie oben schon von einigen geschrieben: erstmal anfangen und gucken, wie es so im Routinebetrieb aussieht. Wechseln / kürzer treten / ganz abtreten kann man ja immer. Viel Spaß in der Anästhesie!

teletubs
14.06.2012, 10:15
Würdest du sogar empfehlen, 2 FÄ zu machen? Also den FA Anästhesie und den FA Kardio? Oder ist das heutzutage nicht mehr üblich? Ich mein, dann gehe ich irgendwann auf die 40 zu und habe nur eine "kleine" FA-Stelle und keinen OA...

Also empfehlen kann ich gar nichts, da jeder seinen eigenen Weg gehen muss/soll. Ich kenne mindestens zwei, die den FA Anästhesie und Innere Medizin haben. Aber eben keine Subspezialisierung in der Inneren.

Ich würde aus meiner momentanen Sicht nicht den FA für Anästhesie machen wollen, aber vielleicht Intensivmedizin. Aber das ganze kann sich in einer, zwei...zehn etc.pp Wochen wieder ändern.

Die "Allrounder", wie du sie bezeichnest, findest du sicherlich in kleineren Kliniken, wo eben nicht soviel Spezialwissen sich auf einem kleinen Fleck wie z.B. in Unikliniken tümmelt.

Fresh Prince
14.06.2012, 10:41
Dazu gibt es ja noch die Möglichkeit von Teilzeitstellen, wo man in der Freizeit ja durchaus auch noch in einem anderen Spektrum schnüffeln gehen kann.

An diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht gedacht, vielen Dank! 2 Teilzeitstellen in 2 Bereichen ist vielleicht eine elegante Lösung, muss man mal schauen.

@teletubs
Hat man das mittlerweile geändert? Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege. Ich dachte, dass sich der alleinige FA für Intensivmedizin noch nicht durchgesetzt hat. Und dass man den FA für Anästhesie & Intensivmedizin machen kann, bzw. die Zusatzweiterbildung Intensivmedizin in anderen Fachbereichen (z.b. Chirurgie, Innere Medizin).

teletubs
14.06.2012, 11:18
Da ich in der Schweiz bin, kann ich nur für die Schweiz schreiben: hier gibt es den FMH für Intensivmedizin ;-)

Fresh Prince
14.06.2012, 12:08
Ahso, ja gut, das hilft wenig. Die Schweizer sind ein bisschen anders in der Hinsicht :)

Naja, vielleicht weiß ja jemand anders mehr?!

Brutus
14.06.2012, 12:29
An diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht gedacht, vielen Dank! 2 Teilzeitstellen in 2 Bereichen ist vielleicht eine elegante Lösung, muss man mal schauen.
Nee, so hatte ich das überhaupt nicht gedacht! Zur Zeit schreiben Vermittlungsagenturen ständig Intensivbereitschaftsdienste aus, die auf einer inneren / neurologischen ITS stattfinden. Gesucht werden explizit Anästhesisten / Internisten, die sich mit Beatmungen / Intensivtherapie auskennen. Wenn ich also eine Teilzeitstelle habe, z.B. in der Anästhesie, dann kann ich "honorarärztlich" nebenher eben noch auf solch einer Intensivstation arbeiten. Von der Arbeit her eben wie in der Anästhesie / ITS, jedoch mit anderem Spektrum...

Muriel
14.06.2012, 17:12
... Und anderer Bezahlung als als Normalangestellter...