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Summbine
01.07.2009, 12:38
Ich will eine fundamentale frage stellen:

Gibt es eine möglichkeit zu behaupten, es is richtig, gegen den (momentanen) willen des patients, seine freiheit zu berauben, und ihm vor einem suizid zu schützen? (Angenommen, volle punktezahl bei Beck's hopelessness scale)



Hallo zusammen, auch wenn hierüber, wie ich sehe, schon viel diskutiert wurde, möchte ich mich dazu aus meiner eigenen Erfahrung, die ich leider mit dem Suizid einer Bekannten machen musste, äußern:

Diese Bekannte - eine im übrigen sehr herzensgute und hilfsbereite Frau - wurde zunächst wegen einer schweren Depression (sie lag am Ende nur noch im Bett und schlief und wollte wohl nicht mehr leben) in die Psychiatrie eingeliefert, nach erfolgreicher Behandlung in eine Einrichtung, die eine Art "Betreutes Wohnen" ermöglicht, gebracht, wo sie nicht alleine war und auch beobachtet werden konnte, um bei Gefahr rechtzeitig eingreifen zu können. Wegen bestehender latenter Suizidgefahr wollte man sie vor eben diesem schützen, indem man sie quasi ihrer Freiheit beraubte und entmündigte. Sie durfte auch nur 10 Minuten am Tag Kontakt zur "Außenwelt" halten - telefonisch oder persönlich. Aber genau das war bei ihr völlig verkehrt: Das war gerade der Auslöser, weshalb sie sich schließlich in den Tod gestürzt hatte - am Montag (29.06.) war die Beerdigung...:-heul:-heul!

LG, Summbine

Julia Berg
02.07.2009, 12:26
Hallo Summbiene,

das finde ich ja schrecklich! Danke für deinen Beitrag, so etwas wird doch dann schnell tod geschwiegen.
Ich finde auch, dass Jin Bean hier als Legende eingeht, dafür dass sich jemand traut gegen den Strom zu schwimmen und gegen seine Kollegen zu sprechen. Hut ab Jin!
Tretet für das ein, was ihr denkt. Ich finde es auch toll, was die Frauen derzeit im Iran machen und es passt hier sogar rein, weil einige Frauen schon freiwillig dort gestorben sind, nur um ihre Meinung zu sagen. Sie können nicht viel Lebensqualität gehabt haben, wenn es ihnen diese Mutprobe wert war.
Viel mehr will ich nicht dazu sagen.
Jule

Relaxometrie
02.07.2009, 12:35
Wegen bestehender latenter Suizidgefahr wollte man sie vor eben diesem schützen, indem man sie quasi ihrer Freiheit beraubte und entmündigte.
Entmündigungen (also Geschäfsunfähigkeiten) gibt es heutzutage fast nicht mehr. Meist handelt es sich um gesetzliche Betreuer für ganz bestimmte Geschäftsbereiche, manchmal auch noch um Einwilligungsvorbehalte.
Die Unterbringung auf einer geschlossenen Station gegen den Willen des Patienten wird umso genauer kontrolliert und bürokratisch immer aufwendiger, je länger die Unterbringung dauert. Da werden ziemlich bald ausführliche Gutachten nötig.
Die Psychiatrie ist komplizierter, als eine Feststellung, wie:

Sie durfte auch nur 10 Minuten am Tag Kontakt zur "Außenwelt" halten - telefonisch oder persönlich. Aber genau das war bei ihr völlig verkehrt: Das war gerade der Auslöser, weshalb sie sich schließlich in den Tod gestürzt hatte

John Silver
02.07.2009, 18:32
Diese Bekannte - eine im übrigen sehr herzensgute und hilfsbereite Frau - wurde zunächst wegen einer schweren Depression (sie lag am Ende nur noch im Bett und schlief und wollte wohl nicht mehr leben) in die Psychiatrie eingeliefert, nach erfolgreicher Behandlung in eine Einrichtung, die eine Art "Betreutes Wohnen" ermöglicht, gebracht, wo sie nicht alleine war und auch beobachtet werden konnte, um bei Gefahr rechtzeitig eingreifen zu können.

Soll das etwa ohne Zustimmung der Patientin geschehen sein?


Wegen bestehender latenter Suizidgefahr wollte man sie vor eben diesem schützen, indem man sie quasi ihrer Freiheit beraubte und entmündigte. Sie durfte auch nur 10 Minuten am Tag Kontakt zur "Außenwelt" halten - telefonisch oder persönlich. Aber genau das war bei ihr völlig verkehrt: Das war gerade der Auslöser, weshalb sie sich schließlich in den Tod gestürzt hatte - am Montag (29.06.) war die Beerdigung...:-heul:-heul!


Sorry, wenn ich das so direkt sage, aber das hört sich ziemlich unglaubwürdig an. Ich habe den argen Verdacht, daß Du etwas erzählst, was Dir wiederum jemand erzählt hat, der wiederum nicht wirklich etwas verstanden hat. Wie Relaxometrie schon angemerkt hat, ist es in D heutzutage kaum möglich, eine Person ihrer Freiheit zu berauben, ohne wirklich gute Gründe anführen zu müssen. Eine dauerhafte Entmündigung und Freiheitsberaubung ausschließlich aufgrund der Diagnose "Schwere Depression mit Suizidgefahr" wird kein Richter unterschreiben.

John Silver
02.07.2009, 18:40
Hallo Summbiene,

das finde ich ja schrecklich! Danke für deinen Beitrag, so etwas wird doch dann schnell tod geschwiegen.

Ja, ebenso wie die deutsche Grammatik.

scnr


Ich finde auch, dass Jin Bean hier als Legende eingeht, dafür dass sich jemand traut gegen den Strom zu schwimmen und gegen seine Kollegen zu sprechen. Hut ab Jin!

Da wirfst Du einiges durcheinander. Es ist eine Sache, wenn man den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen, und eine ganz andere, ob das, was man dabei tut oder sagt, einen Sinn ergibt. Denn das, was Jin Bean schwafelt, ergibt keinen Sinn, und davon reichlich. Wenn der mal zur Legende wird, dann höchstens zu einer über maßlose Dummheit.


Tretet für das ein, was ihr denkt. Ich finde es auch toll, was die Frauen derzeit im Iran machen bla-bla fasel Schwachsinn

Es ist gaaanz toll, daß Du den Mut hast, für Deine Überzeugungen einzutreten, und andere dazu animierst. Dieser Mut ersetzt allerdings keineswegs die Notwendigkeit, eigene Überzeugungen zu hinterfragen. Nur weil man mutig ist und eigene Überzeugungen gegen Widerstände verteidigt, bedeutet es noch lange nicht, daß diese Überzeugungen nicht völlig schwachsinnig sind. Und das sind sie in diesem Fall. Das, was Du machst, nennt man Demagogie, Kind. Man entledigt sich der Notwendigkeit, sachlich zu argumentieren und die Richtigkeit eigener Überzeugungen mit sinnvollen Argumenten zu beweisen, indem man schlicht sich selbst zum Märtyrer und alle Opponenten zu massenkonformen Faschisten erklärt; dann noch ein Stückchen Tränendrüsengelaber "ach die armen Frauen im Iran", und schon hat man Recht, und alle anderen sind gefühllose Monster, wa? :)


Viel mehr will ich nicht dazu sagen.

Dafür einen herzlichen Dank.

Keenacat
03.07.2009, 08:52
Hallo Summbiene,

das finde ich ja schrecklich! Danke für deinen Beitrag, so etwas wird doch dann schnell tod geschwiegen.
Ich finde auch, dass Jin Bean hier als Legende eingeht, dafür dass sich jemand traut gegen den Strom zu schwimmen und gegen seine Kollegen zu sprechen. Hut ab Jin!
Tretet für das ein, was ihr denkt. Ich finde es auch toll, was die Frauen derzeit im Iran machen und es passt hier sogar rein, weil einige Frauen schon freiwillig dort gestorben sind, nur um ihre Meinung zu sagen. Sie können nicht viel Lebensqualität gehabt haben, wenn es ihnen diese Mutprobe wert war.
Viel mehr will ich nicht dazu sagen.
Jule

Hallo Sockenpüppchen. Mehr will ich dazu auch nicht sagen. :-music

Ehemaliger User 05022011
03.07.2009, 09:03
Da wirfst Du einiges durcheinander. Es ist eine Sache, wenn man den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen, und eine ganz andere, ob das, was man dabei tut oder sagt, einen Sinn ergibt. Denn das, was Jin Bean schwafelt, ergibt keinen Sinn, und davon reichlich. Wenn der mal zur Legende wird, dann höchstens zu einer über maßlose Dummheit.


Es ist gaaanz toll, daß Du den Mut hast, für Deine Überzeugungen einzutreten, und andere dazu animierst. Dieser Mut ersetzt allerdings keineswegs die Notwendigkeit, eigene Überzeugungen zu hinterfragen. Nur weil man mutig ist und eigene Überzeugungen gegen Widerstände verteidigt, bedeutet es noch lange nicht, daß diese Überzeugungen nicht völlig schwachsinnig sind. Und das sind sie in diesem Fall. Das, was Du machst, nennt man Demagogie, Kind. Man entledigt sich der Notwendigkeit, sachlich zu argumentieren und die Richtigkeit eigener Überzeugungen mit sinnvollen Argumenten zu beweisen, indem man schlicht sich selbst zum Märtyrer und alle Opponenten zu massenkonformen Faschisten erklärt; dann noch ein Stückchen Tränendrüsengelaber "ach die armen Frauen im Iran", und schon hat man Recht, und alle anderen sind gefühllose Monster, wa? :)



:-meinung ( mehr muss man dazu nicht sagen, außer noch:Danke Jon Silver für diese klaren richtigen Worte!)

Summbine
03.07.2009, 18:19
Also, jetzt muss ich mal eines sagen - s. Aussage von Julia Berg: Es ist wirklich schlimm, was die Frauen im Iran durchmachen. Und ich glaube nicht, dass ihr mit denen tauschen wolltet.

Jeder darf hier seine Meinung sagen, es gibt nicht immer gleich ein "richtig" oder falsch - nur Frauen argumentieren eben anders als Männer ;-)...

LG, Summbine

Coxy-Baby
03.07.2009, 18:27
Naja die angegebene Situation mit dem Sterben der Frauen im Iran zu vergleichen finde
ich schon (etwas) vermessen. (Um es mal gelinde auszudrücken).
Jeder darf und sollte natürlich seine Meinung haben, nur sollten Diskussionen und Gedankengänge einer gewissen Logik folgen, denn Sätze wie "nur Frauen argumentieren
eben anders als Männer" ist meiner Meinung nach eine absolut bekloppte Aussage die (mal wieder) jeweils 3 Milliarden Beteiligte über einen Kamm schert.




PS: Grüße an John Silver, der mir immer sympathischer wird.....

Keenacat
03.07.2009, 19:07
Jeder darf hier seine Meinung sagen, es gibt nicht immer gleich ein "richtig" oder falsch - nur Frauen argumentieren eben anders als Männer ;-)...

LG, Summbine

ich möchte mich da AUSDRÜCKLICH ausgenommen wissen (und bin da sicher nicht die einzige).
nimm deinen sexistischen scheiß doch bitte wieder mit nach hause, danke. :-)

John Silver
03.07.2009, 21:53
Also, jetzt muss ich mal eines sagen - s. Aussage von Julia Berg: Es ist wirklich schlimm, was die Frauen im Iran durchmachen. Und ich glaube nicht, dass ihr mit denen tauschen wolltet.

Jeder darf hier seine Meinung sagen, es gibt nicht immer gleich ein "richtig" oder falsch - nur Frauen argumentieren eben anders als Männer ;-)...

LG, Summbine

Ich bin zwar kein Moderator, und eine strikte Adhärenz zum Thema halte ich nicht unbedingt immer für notwendig - in diesem Fall aber geht der Unsinn zu weit. Nochmals für die billigen Plätze:
1. Das ist ein Forum für (Möchtegern-)Medizinstudenten und Assistenzärzte.
2. In diesem Thema wird die Zulässigkeit einer Freiheitsberaubung und Zwangstherapie bei suizidgefährdeten Patienten diskutiert.
Mehr passiert hier nicht. Ich wüßte also nur zu gern, welch tollkühne Geistesregung einige dazu veranlaßt, über die Situation der Frauen im Iran zu schwadronieren (die die betreffenden Personen ganz offensichtlich aus hochintellektuellen Quellen wie "Bild" oder "Spiegel" kennen und sich deshalb völlig zurecht für intime Kenner der Materie halten)?

Ferner stellt die Behauptung, "Frauen" argumentierten "anders als Männer", ein geradezu vernichtendes Zeugnis des Denkvermögens derer, die eine solche Aussage für richtig halten.

Summbine
04.07.2009, 21:55
ich möchte mich da AUSDRÜCKLICH ausgenommen wissen (und bin da sicher nicht die einzige).
nimm deinen sexistischen scheiß doch bitte wieder mit nach hause, danke. :-)

Schon gut; ich habe den Satz nicht ganz so ernst gemeint ...

@ John Silver: Auch wenn der Beitrag von Julia Berg vom Thema abgewichen ist, fand ich es nicht so gut, wie darauf geantwortet wurde - und das habe ich zum Ausdruck bringen wollen.

Ansonsten gebe ich Dir natürlich Recht, wir sollten wieder zum Thema zurückkehren - sorry, man weicht doch zu schnell davon ab ;-)

Gruß, Summbine

anba
06.07.2009, 20:47
Hallo Sockenpüppchen. Mehr will ich dazu auch nicht sagen. :-music

Zwei Dumme - ein Gedanke. :-)) BTW: Das scheint mir schon fast die Belegschaft eines ganzen Puppenhauses zu sein. :-music Auch das Puppenspielen will gelernt sein. ;-)