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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Insulinpräparat fördert Krebs



//stefan
27.06.2009, 12:27
Studien an Menschen zeigen erstmals, dass von der Pharmaindustrie angepriesene Analoginsuline im Verdacht stehen, das Wachstum von Krebszellen zu fördern. Betroffen ist nach SPIEGEL-Informationen vor allem das Präparat Lantus von Sanofi-Aventis, das in Deutschland rund 500.000 Diabetiker nehmen.

Spiegel.de Link (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,632904,00.html)

Coxy-Baby
27.06.2009, 12:37
Kommt da jetzt noch ne Frage??? Oder über was soll DISKUTIERT werden???

btw: Sensationsheischende Überschrift.

Keenacat
27.06.2009, 15:08
btw: Sensationsheischende Überschrift.

Und natürlich falsch.

Studien an Menschen zeigen erstmals, dass von der Pharmaindustrie angepriesene Analoginsuline im Verdacht stehen, das Wachstum von Krebszellen zu fördern.

Erstmals zeigen gleich mehrere Studien an Menschen, dass das Diabetesmittel Lantus das Risiko, an Krebs zu erkranken, deutlich erhöhen könnte.
Herzlichen Glückwunsch, //stefan, du könntest sofort als Überschriftenschmied bei der BLÖD anfangen.


Übrigens:
Einige wahnsinnsdämliche Beiträge im SpOn-Forum. Homöopathen und Gentechnikparanoiker. Jetzt ärger ich mich wieder, weil ich solchen Müll gelesen hab.

broider
29.06.2009, 15:53
Übrigens:
Einige wahnsinnsdämliche Beiträge im SpOn-Forum. Homöopathen und Gentechnikparanoiker. Jetzt ärger ich mich wieder, weil ich solchen Müll gelesen hab.

Da finde ich den Artikel selbst noch schlimmer, fast schon Tagesschau-Niveau, siehe: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/?sid=555276

Lesenswert finde ich hingegen den Welt-Beitrag: http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article4022409/Erhoeht-kuenstliches-Insulin-die-Krebsgefahr.html - inkl. erster Kommentar (bisher einziger), was einen nachdenklich machen sollte...

Evil
29.06.2009, 18:21
Grundsätzlich ist Insulin ein anabol wirkendes Hormon und damit naturgemäß potentiell krebserregend.

Was mich an dieser speziellen Studie aber stört, ist, daß ein langwirksames Insulin wie Glargin, was für eine intensivierte Insulintherapie obligat ist, gegen kurz - bis mittellang wirkende Insuline getestet wurde... mithin Präparate, die völlig unterschiedliche Indikationen haben, wenn man sich die Diabetologie ein wenig genauer anschaut.
Insofern vergleicht die Studie Äpfel mit Birnen.

Um methodisch sauber zu arbeiten, sollte dann viel eher Lantus gegen z.B. Protaphane getestet werden, auch wenn Protaphane nicht ganz so lang wirkt. Aber es ist immerhin ein humanes Verzögerungsinsulin.

TonyClifton
30.06.2009, 13:06
Es steht ja nichtmal da wie groß die einzelnen Gruppen waren aus denen sich die 127.000 Diabetiker zusammensetzen, wie lange sie behandelt wurden, keine Angaben zur Anzahl der Therapiewechsel..

Der Artikel ist echt völlig wertlos.

broider
01.07.2009, 16:25
Grundsätzlich ist Insulin ein anabol wirkendes Hormon und damit naturgemäß potentiell krebserregend.

Das stimmt so nicht ganz: IQWiG schreibt:


Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben keine Anhaltspunkte, dass Glargin oder ein anderes Insulin normale Zellen zu Krebszellen werden lässt. Es könnte jedoch sein, dass Glargin stärker als andere Insuline das Wachstum von bereits vorhandenen Krebszellen anregen kann.

Es entstehen also aus normalen Zellen KEINE Krebszellen, sondern möglicherweise könnten die nur beschleunigt werden. Möglicherweise. (Auch da gibt es Gegenstudien, die auch renommierter sind, wie z.B. einer bei Focus hinweist:


Die in "Diabetologia" im Juni 2009 zu "Lantus" veröffentlichte 5-Jahres-Sicherheitsstudie zeigt keinerlei Hinweise auf Krebsgefahr. In dieser Studie waren bösartige Veränderungen von Zellgewebe sogar geringer als unter Humaninsulin. Dies Studie ist allerdings wissenschaftlich beweiskräftiger, da hier die untersuchten Patientengruppen vergleichbar waren.

Daher stimme ich deinem Hinweis auf Äpfel-Birnen-Vergleich vollkommen zu! (Und daher vermute ich auch, dass da andere, sprich wirtschaftliche Interessen dahinter stecken, die so ein Ergebnis "herbeigesehnt" haben, was man an der schon lange existierenden Kritik der IQWiG an den "hohen Therapiekosten der Analoga" gut erkennen kann (wen wundert es da, dass die zu diesem statistischen Ergebnis kommen, für das sie sogar lediglich 65-70-jährige Patienten nehmen konnten).