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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Woher kommt der Optimismus im ML Forum?



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Spongebob88
19.07.2009, 14:30
irgendwann ist diese ewig wiederholende thema einfach ausgelutscht.

Kann sein, dass ich den ein oder anderen Thread übersehen habe, aber dieses Thema ist niemals ausgelutscht.

In der ganzen *cheiße sitzen wir nur deshalb, weil sich die Mehrzahl der Mediziner wissentlich ausnutzen lässt, das Maul hält und eingelullt ist um es mal schonungslos zu formulieren.
Ich hätte nicht gedacht, dass jetzt gleich so viele schreiben, sich solche Gedanken zu Beginn des Studiums noch nicht gemacht zu haben. Ich finde es auch absolut illusorisch zu Denken, dass es in 6 Jahren alles anders ist. Überlegt euch mal wie tiefgreifend das System und insbesondere sich die Mentalität aller Mediziner ändern müsste um etwas so großes in Bewegung zu setzten. Arbeitsbedingungen die ich für ein akademisches Berufsfeld als "human" einstufen würde, werden in den nächsten Jahrzehnten sicher nicht eintreten.

Ihr müsst euch mal überlegen, wie die Bevölkerung über die Mediziner denkt. Scheinbar ist es ja doch ein all zu häufiges Phänomen, dass im PJ oder als Assistenzarzt das böse Erwachen kommt (das hätte ich nicht erwartet...). Wenn nicht einmal ein großteil der Studenten Bescheid weiß, wie soll dann das Volk verkraften wenn es je zu einem richtig massiven Streik kommen sollte? Ich habe schon öfters bemerkt, dass sich mit den jährlichen Streiks auch immer mehr ein gewisses Unverständniss bei den Menschen breit macht. 2/3 der Deutschen denken doch bestimmt nach wie vor, dass Ärzte Spitzenverdiener sind. Wenn der Hausarzt vor der Praxis den neuen Daimler geparkt hat prägt das sicher mehr das Bild, als ein Zeitungsartikel oder ein Fersehbericht in dem Fakten über Klinikärzte dargestellt werden.

Erfolg wird man meiner Meinung nach erst haben, wenn die große Masse öffentlich rebelliert und das perverse Denken der Ärzte verschwindet, ein Arzt müsse eben physische und psychische Opfer bringen, man helfe ja immerhin anderen Menschen und tue Gutes. - Das kann ich nämlich auch nicht mehr hören, um auf little_lunatics Einwand zurück zu kommen.

Feuerblick
19.07.2009, 14:41
Was das Bild des Arztes in der Bevölkerung angeht, muss ich dich korrigieren. Es gibt inzwischen SEHR viele Patienten, die sich im Klaren darüber sind, dass Ärzte häufig sehr viel mehr zu einer umgerechnet sehr viel schlechteren Bezahlung leisten müssen als manch anderer Berufszweig. Damit möchte ich nicht sagen, dass ich mich unterbezahlt fühle, beleibe nicht... aber man hört seit dem letzten Streik und seit der Tatsache, dass Ärzte begonnen haben, für bessere Bedingungen zu kämpfen auch von der BILD-lesenden Dorfbevölkerung immer häufiger, dass die Botschaft angekommen ist. Insofern dürfte das Volk, wie du es nennst, nicht aus allen Wolken fallen, wenn die Mediziner mal richtig auf den Tisch hauen.

sockenpuppe
19.07.2009, 14:53
Ihr müsst euch mal überlegen, wie die Bevölkerung über die Mediziner denkt. .... 2/3 der Deutschen denken doch bestimmt nach wie vor, dass Ärzte Spitzenverdiener sind.

Das sind dieselben zwei Drittel, die so über Lehrer denken: :-))

Wenig Stunden, viel Ferien.

Spongebob88
19.07.2009, 14:56
Das sind dieselben zwei Drittel, die so über Lehrer denken: :-))

Jo genau!

Pünktchen
19.07.2009, 15:11
Erstmal anfangen mit dem Studium, währendessen auch öfters mal über den Tellerrand und die Landesgrenzen blicken, irgendwas ergibt sich später schon. Wenn einen das Studium interessiert, dann isses auch das Richtige.

:-top


Ich finde es etwas übertrieben, von "überstehen" zu sprechen - das klingt so, als wenn das Studium eine Qual sei, durch die man eben durch muss. Aber so ist es ja nicht.

stimmt...es ist ein wenig übertrieben...ich fand es auch net so wirklich schlimm...bin aber keine überfliegerin, musste mich schon auf den hosenboden setzen...ich hab gerne studiert, hat spaß gemacht...aber 6 Jahre sind manchmal eine kleine Ewigkeit...wie meine Oma alle 4 Wochen, wenn ich zuhause war feststellte: "so lange schon? bist du nicht bald mal fertig?"



@spongebob88
Ich glaub Menschen wie du sind beratungsresistent. Alle gut gemeinten Argumente und Vorschläge werden geflissen überlesen und gleich der nächste Hammer rausgeholt. Wenn du dir wirklich jetzt schon Sorgen machst um dein späteres Image, dann fang gar nicht an zu studieren...denk dran studenten haben das Image: sie sind faul und leben alle vom Bafög (von Staatsgeldern)....*kopfschüttel*

Skalpella
19.07.2009, 15:50
. . . ein Arzt müsse eben physische und psychische Opfer bringen, man helfe ja immerhin anderen Menschen und tue Gutes.
Tut man das wirklich? Und sollte das wirklich die Hauptmotivation sein? Ich finde nicht.

Meiner Meinung nach sollte man sich überlegen, wie die Tätigkeit des Arztes aussieht und ob man sich vorstellen kann, dass sie Spaß macht. Ich arbeite seit 14 Jahren im Krankenhaus und es macht mir einfach Spaß. Egal, zu welcher Tages- und Nachtzeit. Es ist zwar, nur als Beispiel, relativ ärgerlich, wenn Patienten vom Tagesprogramm abends um 8 Uhr im Bereitschaftsdienst operiert werden, aber die Tätigkeiten, die damit verbunden sind, mache ich im Prinzip gerne. (Narkoseein- und Ausleitung, Narkose, Betreuung im Aufwachraum usw.. Ich liebe Intensivmedizin:-love). Umso mehr Schläuche, desto besser und ich stehe auch gerne auf der richtigen Seite der Nadel :-)) Ich studiere, weil ich mehr selbst machen wollte, mehr selbst entscheiden.
Auch die anderen Fachgebiete kann ich mir im Prinzip vorstellen, weil mir die Tätigkeiten gefallen, die damit verbunden sind.

Ich gebe Dir Recht, wenn es darum geht, dass die Bedingungen oft nicht die Besten sind. Dass Ärzte für Dinge zuständig sind, die sie nur peripher interessieren sollten (zum Beispiel Verschlüsseln). Dass die Weiterbildung oft nicht die Beste ist oder auch gar nicht stattfindet.
Die von Feuerblick genannte Frustrationstoleranz ist essentiell. Das bedeutet nicht, dass man alles hinnehmen muss, was schlecht läuft. Sondern dass man auch unter schlechten Bedingungen arbeiten kann, ohne sich und anderen durch zu viel Jammern alles noch mehr zu vermiesen.

Giant0777
19.07.2009, 19:13
Erfolg wird man meiner Meinung nach erst haben, wenn die große Masse öffentlich rebelliert und das perverse Denken der Ärzte verschwindet, ein Arzt müsse eben physische und psychische Opfer bringen, man helfe ja immerhin anderen Menschen und tue Gutes. - Das kann ich nämlich auch nicht mehr hören, um auf little_lunatics Einwand zurück zu kommen.

lass das mal mit der rebellion sein. das das deutsche gesundheitswesen seine schwächen hat, dass bestreitet hier keiner. das es im bereich der krankenhäuser schwächen gibt, dass bestreitet sicher auch keiner. nur eins ist mal klar: es zwingt dich keiner zu studieren! jeder, der sich für dieses studium interessiert, hat sich mm nach gefälligst zu informieren. möglichkeiten hierzu gibt es wahrlich genug und jemand der erst im pj erwacht, dem würde ich sagen, da haste mal pech gehabt, keule!

für mich ist der arztberuf in erster linie mal beruf und nicht berufung. und wie in jedem beruf gibt es gute und schlechte seiten. den arztberuf nun zu stilisieren und zu sagen, die hätten es besonders schwer, ist gelinde gesagt kurzsichtig. JEDER, der in einem beruf etwas erreichen möchte, muss eben besser sein, als die masse. ob er das nun durch überstunden, mehr lernen oder bückertum erreicht, ist sehr von der persönlichkeit desjenigen geprägt. wenn ich aber spass und zufriedenheit verspüre bei dem, was ich tue, dann kann ich sicher auch mal mit schlechten stunden ganz gut umgehen. und grade in der heutigen zeit, in der man sich stellen doch recht bequem aussuchen kann, könnte ich auch bei bedarf eine andere anstellung finden.

mir ist es völlig wurscht, ob du nun studierst oder nicht. nur wenn du es machst, dann zieh es gefälligst durch und sei kein dauernder nörgler. sondern arbeite an DEINEN umständen und suche DEINEN weg damit klar zu kommen!
wenn du darauf keine lust hast, lass es eben!

giant, der für ein wenig mehr konsequenz im leben ist!

Spongebob88
20.07.2009, 14:24
Meiner Meinung nach sollte man sich überlegen, wie die Tätigkeit des Arztes aussieht und ob man sich vorstellen kann, dass sie Spaß macht. Ich arbeite seit 14 Jahren im Krankenhaus und es macht mir einfach Spaß. Egal, zu welcher Tages- und Nachtzeit.

JA sie würde mir sehr viel Spaß machen, ABER bitte unter normalen Arbeitsbedingungen! Nacht- und Wochenenddienste sind nicht das Problem, das Problem sind einzig und allein die Stunden.

Warum ich Medizin studieren will habe ich im ersten Beitrag bereits erläutert.

@medianab und Giant0777 (und alle anderen)
Kernaussage meines Anliegens
Was ihr ansprecht ist genau der Punkt der mich stört. Es ist nämlich nicht so, dass man seinen eigenen Weg gehen kann. Ich will mich garnicht zum Chefarzt hochackern, lieber habe ich etwas von meinem Leben, aber selbst der stinknormale (Assistenz)arzt, ob er nun will oder nicht, muss eben dieses enorme Arbeitspensum bewältigen. Es gibt eben leider nur die 2 Wege: zu viel Arbeit oder viel zu viel Arbeit.
Menschen wie ich die einfach Spaß am Arztberuf finden würden, deren Leben aber trotzdem nicht von der Arbeit bestimmt werden soll und denen die steile Karriere unwichtig ist, haben einfach keine Chance in der Klinik, das ist ungerecht. Mir ist es völlig egal wenn jemand sagt, ich arbeite 80st/Wo. damit ich möglichst schnell Oberazt werde, diese Möglichkeiten muss und soll es geben. Warum kann ich dann aber auf der anderen Seite nicht sagen, ich verzichte auf die Steile Karriere und halte lieber den Tarifvertrag des Marburger Bunds ein (42st./Wo)?

Als kleiner Denkanstoß: Vielleicht versteht ihr meine enormen Attacken besser, wenn ihr euch folgenden Fakt vor Augen führt: Ich muss dafür kämpfen und manövriere mich damit ein Stück weit ins Abseits, dass mein Arbeitgeber den gesetzlich geregelten Tarifvertrag einhält, auf den er in Bezug auf die Arbeitszeiten einfach sch*ißt.
Das ist krank.



@spongebob88
Ich glaub Menschen wie du sind beratungsresistent. Alle gut gemeinten Argumente und Vorschläge werden geflissen überlesen und gleich der nächste Hammer rausgeholt. Wenn du dir wirklich jetzt schon Sorgen machst um dein späteres Image, dann fang gar nicht an zu studieren...denk dran studenten haben das Image: sie sind faul und leben alle vom Bafög (von Staatsgeldern)....*kopfschüttel*

Eigentlich habe ich alles aufmerksam durchgelesen und auch darüber nachgedacht, warum hätte ich sonst einen solchen Thread eröffnet, wenn mir eure Meinungen unwichtig sind? Der Lehrerkommentar war plump und es kommt wirklich so rüber, das tut mir Leid.
Es ist eben nur so, dass viele hier auch meinen Standpunkt nicht verstehen (z.B. wenn dauernd die Frage aufkommt: "Warum willst du dann überhaupt studieren?" Jeder der den ersten Beitrag ausführlich gelesen hat bekommt darauf eine klare Antwort).

Um mein eigenes Image mache ich mir eigentlich am wenigsten Sorgen, was ich angesprochen habe, war, dass das Image der Ärzte eventuell allgemein darunter leidet wenn es immer neue und neue Streiks gibt und der Rückhalt aus der Bevölkerung, der momentan definitiv vorhanden ist nach und nach wegbrachen könnte. Es müsste ein einziges mal eine riesege Reform geben, nach der es keine Proteste mehr gibt. Leider ist das unrealistisch.

sockenpuppe
20.07.2009, 15:34
^^:-top

mir fällt übrigens eher im gegenteil auf, dass hier vor kurzem so eine frustrations-pessimismuswelle durchs ML-Forum geschwappt ist: mit zuerst zumeist weniger bekannten threaderstellern und zumeist alteingesessenen ''promin-enten'' ;-) :-)) MediLearnern als häufige antworter
Stimmt. Und einen dieser Threads hatte sogar der gute Schwamm an Weihnachten gestartet:.
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=49026


neugierigerweise ein frage= @sockenpuppe: ...hast du bis jetzt eifrig mitgelesen? das scheint ja nämlich dein erster beitrag zu sein :-D:-wow
Ja, ich bin schon lang ein eifriger ML-Mitleser und habe mich nun endlich getraut, auch mal was zu schreiben. :-)



Es müsste ein einziges mal eine riesege Reform geben, nach der es keine Proteste mehr gibt. Leider ist das unrealistisch.

Dann leg mal los: Wie stellst Du Dir eine solche riesige Reform konkret vor?

Denüse
20.07.2009, 15:36
JEs müsste ein einziges mal eine riesege Reform geben, nach der es keine Proteste mehr gibt. Leider ist das unrealistisch.Eeeeeeeben. :-) Und da das glasklar und für jeden hier ersichtlich ist, fragen auch so viele, warum du dann überhaupt studieren willst... :-nix

Die Arbeitszeiten, die sich in den letzten Jahren so eingependelt haben (vorallem die vielen Überstunden) sind mittlerweile für Arbeitgeber, Kliniken und andere "Interessenverbände" ;-) zur "normalen Arbeitsbelastung" geworden, die man zu akzeptieren hat, wenn man diesen Beruf ergreift.

Das heißt nicht, dass wir alle die Augen verschließen sollten und einfach die Klappe halten und es so hinnehmen... Nein, die Streiks sind legitim, die Arbeitsbelastung gerade mit der gestiegenen Belastung durch Budgetierung und zusätzliche Dokumentation etc. eine Zumutung.... :-oopss

Und dennoch rechtfertigt die Art der Tätigkeit, wie Mediana sie beschreibt, die liebe zum Beruf oder vielleicht zu einer bestimmten Fachrichtung, dass es jedes Jahr doch wieder soooo viele sind, die das Studium in Angriff nehmen. :-lesen

So einfach ist die Kiste doch... Auf gut Deutsch kannst du natürlich immer "in die ******* greifen" und mit deiner Wahl daneben liegen, weil das, was andere haben, nämlich eben jenes Gefühl der Berufung (Mei, klingt des theatralisch... :-)) ), bei dir nicht ausreicht oder nicht so gut entwickelt ist.

Entweder du hast es oder eben nicht... :-) Um mitmotzen und Verbesserungen vorschlagen zu können, muss man aber erstmal drin stecken... *find* Also geh deinen Weg, fang an zu studieren und versuche zu verbessern was dich stört und nicht das, was du vom Hörensagen oder aus der Zeitung hast... :-meinung

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei! :-)

Liebe Grüße, Denüse

hennessy
20.07.2009, 16:18
..Ja, ich bin schon lang ein eifriger ML-Mitleser und habe mich nun endlich getraut, auch mal was zu schreiben. :-)
...

soso. Und Du möchtest gerne ein doc werden, nehme ich an.;-)

sockenpuppe
20.07.2009, 16:33
soso. Und Du möchtest gerne ein doc werden, nehme ich an.;-)

Möchten das - abgesehen von denen, die es bereits sind - nicht alle Medilearner? :-)

schenky
20.07.2009, 16:39
Mir ist es völlig egal wenn jemand sagt, ich arbeite 80st/Wo. damit ich möglichst schnell Oberazt werde, diese Möglichkeiten muss und soll es geben. Warum kann ich dann aber auf der anderen Seite nicht sagen, ich verzichte auf die Steile Karriere und halte lieber den Tarifvertrag des Marburger Bunds ein (42st./Wo)?

Als kleiner Denkanstoß: Vielleicht versteht ihr meine enormen Attacken besser, wenn ihr euch folgenden Fakt vor Augen führt: Ich muss dafür kämpfen und manövriere mich damit ein Stück weit ins Abseits, dass mein Arbeitgeber den gesetzlich geregelten Tarifvertrag einhält, auf den er in Bezug auf die Arbeitszeiten einfach sch*ißt.
Das ist krank.

Da gebe ich dir vollkommen recht. Es ist doch Unsinn, dass man dafür kämpfen muss, dass der Arbeitsvertrag eingehalten wird. Ich finde Aussagen wie "das ist halt so" und "wenn man Arzt werden will hat man das zu akzeptieren" ziemlich befremdlich.
Ich arbeite gerne viel, aber wenn mein Arbeitsvertrag 40h/Woche beinhaltet und es am ende 60h oder 80h sind und das auch noch als normal dargestellt oder gar erwartet wird, dann stimmt doch irgendwas nicht.
Vor dem Studium habe ich in der Pflege gearbeitet und wenn man da Überstunden angesammelt hatte bekam man die eben ausbezahlt oder als Freizeitausgleich. Es kam jedoch niemand auf Idee das als normal darzustellen. Warum funktioniert das bei Ärzten nicht bzw. warum wird das so hingenommen ?

Grüße

Sebastian

Evil
20.07.2009, 16:39
Es ist nämlich nicht so, dass man seinen eigenen Weg gehen kann. Ich will mich garnicht zum Chefarzt hochackern, lieber habe ich etwas von meinem Leben, aber selbst der stinknormale (Assistenz)arzt, ob er nun will oder nicht, muss eben dieses enorme Arbeitspensum bewältigen. Es gibt eben leider nur die 2 Wege: zu viel Arbeit oder viel zu viel Arbeit.
Menschen wie ich die einfach Spaß am Arztberuf finden würden, deren Leben aber trotzdem nicht von der Arbeit bestimmt werden soll und denen die steile Karriere unwichtig ist, haben einfach keine Chance in der Klinik, das ist ungerecht.
Tja, und was möchtest Du jetzt von uns hören?
Das wird sich auf absehbare Zeit nicht ändern, egal wie sehr wir uns dafür einsetzen, dazu ist das Problem zu komplex und hat zuviele Ursachen (was nicht heißen soll, die Hände in den Schoß zu legen).

Wenn Dir diese Umstände den Spaß an der Sache komplett verleiden, dann laß es bleiben.
Bist Du Dir nicht sicher, probier es aus; das ist die einzige Möglichkeit es herauszufinden.

Die Situation hier im Forum zu zerreden bringt rein gar nix; jeder Assistent hier hat seinen eigenen Weg gefunden, damit zu Rande zu kommen (oder er/sie resigniert), da gibt es kein Patentrezept.

Feuerblick
20.07.2009, 17:11
Ich seh das Problem gerade nicht...
1. Ich mache selten Überstunden in meiner Fachrichtung.
2. WENN ich welche machen muss, dann schreibe ich die auf und bekomme Freizeitausgleich dafür.
3. Ich wüsste spontan keine Berufsgruppe, in der nicht zeitweise mehr oder weniger Überstunden anfallen würden...

Also: Nicht alle Mediziner müssen sooooo viele Überstunden machen. Augen auf bei der Wahl der Fachrichtung, wenn man keinen Bock drauf hat, seine Freizeit an die Klinik zu verlieren :-top

Feuerblick, chronische Pünktlich-Geherin seit Beginn ihrer Facharztausbildung

Muriel
20.07.2009, 17:55
Ich habe zwar auch beizeiten eine Menge Überstunden angehäuft, diese jedoch komplett sowohl gegen Bezahlung oder FZA ausgeglichen bekommen, so dass das für mich damit völlig ok ist. Kann mich nur Funkel anschließen (warum sag ich das noch? Ist ja eh immer so :-D) Zudem ist vieles eine Frage der Organisation wie ich bei mir und meinen Kollegen im Vergleich sehe.

Feuerblick
20.07.2009, 17:58
Ohhh ja! Da muss ich dir (wen wundert´s) mal wieder Recht geben. Himmel, wenn ich mir anschaue, dass Kollegen bei normal gefüllter Station und normaler Anzahl von Aufnahmen locker bis 20 Uhr in der Klinik sitzen, wo ich mich meist schon vor Dienstschluss langweile, weil die Arbeit längst gemacht ist, dann frage ich mich, ob man im Studium nicht einen Kurs in "Wie organisiere ich mir meine Arbeit" machen sollte... :-top Niemand muss Speedy Gonzales Konkurrenz machen, aber ein bißchen zügiger und vor allem zielgerichteter arbeiten hilft ungemein gegen blöde Überstunden.

Muriel
20.07.2009, 18:01
Funkel, wir müssen echt mal zusammen arbeiten, ich glaube, dann ist die Station um 12h spätestens fertig :-))

Feuerblick
20.07.2009, 18:02
:-)) und alle Kollegen für den Rest des Arbeitstages von unserem Gegacker genervt :-)):-top

Muriel
20.07.2009, 18:04
Gegacker? Wir gackern doch doch nicht, also nie! :-))