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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Buch No2 - wir wissen wies geht...



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Evil
30.09.2009, 17:04
Kapitel 5 erzählt aus der Sicht der Ermittler den Fund eines Kopfes, der einige Zeit in der Elbe verbracht hat, und dann im Verlauf die dahinterstehende Geschichte, nämlich Suizid durch Sprung mit einem dünnen Stahlseil um den Hals von einer Brücke.
Anschließend folgt eine kurze Abhandlung über diese Suizidmethode an sich sowie die Historie des "Störtebecker-Phänomens".

Insgesamt fand ich das Buch recht kurzweilig zu lesen, genau das Richtige als Reisebeilage, aber nicht besonders anspruchsvoll und nicht die Kategorie "unbedingt mehrmals lesen".
Als leichte Kost kann man es aber nur denen empfehlen, die eine gewisse Routine mit dem Sujet haben ;-)

Was ich gut finde, ist die Art und Weise, wie der Autor seine Gefühle zum Ausdruck bringt. Er ist weder der kalte "Dr. House"-Zyniker noch ein empathischer Weltverbesserer, sondern einfach ein Profi, dem nichtsdestoweniger manches (z. B. der Fall Jessica) ziemlich nahegeht.
Das macht ihn menschlich.

actin
01.10.2009, 07:52
Im Fall Nummer 3 (Tod auf Knopfdruck) erschießt sich ein Hobbyjäger versehentlich selbst, weil er seine ungesicherte Flinte in seinem Ansitzwagen auf einem Stuhl ablegt hat, wo sich deren Abzugshebel mit einem Knopf des Sitzkissens verhakt hat.

Als der Mann nach dem Aussteigen aus seinem Ansitzwagen die Waffe am Lauf festhält, um sie vom Stuhl herunter zu ziehen, übt der Knopf bzw. dessen Befestigungsfaden einen so starken Zug auf den Abzugshebel aus, dass sich ein Schuss löst und den Jäger aus etwa 50 Zentimetern Entfernung tödlich in den Brust- bzw. Oberbauchraum trifft.

Mein Kommentar zu dem Buch:

Aus eigenem Antrieb hätte ich es mir nie gekauft, weil ich nur eine Aneinanderreihung von Berichten über spektakuläre Mordfälle erwartet hatte und so etwas nicht interessant finde.

Anfangs fand ich das Buch erwartungsgemäß eher langweilig, bis mir im Laufe des Lesens aufgefallen ist, dass es überwiegend um Suizide geht und ich mich gefragt habe, weshalb Tsokos diesen Schwerpunkt gewählt hat. Die Erklärung hat er später selbst gegeben: Im weitaus größten Anteil an Fällen, die von Rechtsmedizinern untersucht werden, handelt es sich um Suizide. Das hätte ich nicht erwartet.

Der einzige Fall, der mir wirklich nahe gegangen und detailliert im Gedächtnis geblieben ist, ist der Tod in der Regentonne und das, was Tsokos über Suizide und speziell über Höhlensuizide schreibt.

Eilika
01.10.2009, 20:20
Kapitel 4 (Nackte Tatsachen) berichtet über den Fund einer nackten männlichen Leiche im Winter in einem Sandkasten auf einem Kinderspielplatz. Nachdem die Vermutungen zunächst in Richtung Sexualdelikt gegangen sind (warum sonst sollte ne Leiche im Winter nackt im Freien liegen), klärt sich letztlich auf, dass es sich um einen dem Äthylabusus nicht ganz abgeneigten Zeitgenossen gehandelt hat, der sich auf Grund eines akuten C2-Überkonsums im Park zum Schlafen niederlegte und dann das Phänomen des paradoxen Wärmeempfindens erlebt hat und sich auf Grund dessen seiner Kleidung entledigte und letztlich erfror (und dann auch die uns allen aus dem Studium respektive diversen Kreuzelfragen wohl bekannten Wischnewsky Flecken aufgewiesen hat).

Zum Buch: ich bin noch nicht ganz durch, weil ich momentan noch was anders lese, was mich irgendwie mehr reizt. Ich finde es ganz nett, aber jetzt nichts, was ich am Stück durchlese...

Phlox
04.10.2009, 17:26
So, nach dem das gröbste Umzugschaos beseitigt ist, kommt mit etwas Verspätung auch meine Zusammenfassung.

Kapitel 6: Ein tödliches Wunder
Da die Selbsttötung durch Aderlass nicht zum gewünschten Erfolg geführt hatte, traf der mittlerweile blutarme und eigentlich bereits halbtote Mann eine todsichere Entscheidung, die den Polizeibeamten auf ihrer Streife einen gehörigen Schrecken einjagte, wobei die Spuren des grausigen Suizids durch das leise Rieseln des Schnees verdeckt wurden und es somit erst zu wilden Spekulationen kam. Des Rätsels Lösung für den Kopf hinter und den Körper auf dem Fahrersitz war ein, an einem Weidezaun befestigtes, dünnes Stahlseil und eine kleine, unauffällige Stahlschlinge, die durch die extreme Beschleunigung des Fahrzeugs zum „Enthauptungsinstrument“ wurde.

Ich fand das Buch ganz ok, aber es hat mich jetzt nicht besonders begeistert. In der Einführung kam mir der Autor etwas arrogant rüber. Das hat sich allerdings in den Fällen relativiert. Vieles war einfach auch bekannt aus der Rechtsmed-Vorlesung. Ich denke für Nicht-Mediziner ist der ein oder andere Fall schon ziemlich erschreckend und unappetitlich. Denn die Beschreibung ist ja schon sehr detailliert. Alles in allem ein Buch, dass man nicht unbedingt gelesen haben muss.

Flemingulus
09.11.2009, 21:34
etwas Verspätung

Pah, Anfänger! DAS hier ist eine Verspätung!

:-oopss .... habs irgendwie einfach verdrängt... :-blush

Hier trotzdem ziemlich kleinlaut noch mein Kapitel 8....


In selbigem Kapitel lag ein mittelalt gewordener Mann ohne Augenbrauen aber sonst manierlich gekleidet mit einem durch flächige Gewalteinwirkung ziemlich stark verletzten Gesicht auf einer Rasenfläche; die Verletzungsart und -schwere sprach prima vista für einen Sturz aus größerer Höhe oder evtl. alternativ noch für Verletzungen durch "Vom-Auto-angefahren-werden". Ersteres schwer damit in Einklang zu bringen, dass ringsum kein Fenster in Sprungreichweite existierte, letzeres dadurch unwahrscheinlich, dass der Auffindeort am Ende einer Sackgasse war, so dass ein ein- oder ausfahrendes Auto kaum genügend Schwung für so schwere Verletzungen aufzubringen in der Lage gewesen wäre, weshalb es wirkte, als sei der Mann "vom Himmel gefallen". Und mehr schreibe ich mal nicht zu dem Fall an sich.

Wobei die Tatsache, dass ich die "Lösung" jetzt mal verschweige, um eventuellen Neulesern die "Spannung" nicht zu nehmen, zu dem pirnzipiellen Problem führt, dass ein solches Buch in einer doch etwas unbehaglichen Position zwischen Unterhaltung und Aufklärung eingezwängt ist. Die meisten von uns (mich eingschlossen) finden ja die Rechtsmedizin-Vorlesungen recht spannend, weil sie häufig einen "Mitknobel-Faktor" besitzen und die Themen letztlich auch eine gewisse morbide Faszination ausstrahlen. Trotzdem sollte der "Thrill" wohl nicht unbedingt ein vorrangiger Antrieb sein, so eine Vorlesung zu besuchen sondern doch hoffentlich eher das fachliche Interesse und realistischerweise von mir aus auch noch die drohende Abschlussklausur.

Diese beiden ehrenhaften Motive fallen beim Laien,der das Buch erwirbt, wohl eher weg. Insofern hab ich mich schon bevor ich das Buch aufgeschlagen habe, gefragt, warum der Autor dieses Buch wohl geschrieben hat. Und auch wenn ein gewisser aufklärerischer Impetus dann und wann anklingt, konnte ich die Frage letztlich - abseits pragmatischer und eher vordergründiger Motive des Autors - doch nicht wirklich beantworten.

Insofern würde ich das Buch am ehesten einem Medizinstudenten empfehlen, der die Vorlesung geschwänzt hat und jetzt einen leichten Einstieg in die Materie braucht, bevor er sich in ein richtiges Lehrbuch vertieft. Viele Klassiker der ReMi von den Vitalitätszeichen, über Fechterstellung, Schaumpilz, Temperaturmethode*, Leichenflecken, Adipocire usw. werden jedenfalls angerissen, so dass man dem Buch anmerkt, dass eine systematische Vorlesung beim Erstellen des Manuskripts Pate gestanden hat.



... und die Souveräne Leserin hab ich immerhin gestern und heut fast ganz durchgelesen... machen wir damit noch weiter? Oder gibts noch schöpferische Pause? Oder habt Ihr mittlerweile ohne mich an anderer Stelle weitergemacht? :-))

Ich spende jedenfalls schonmal 5 Euro Säumnisgebühr in die Lesekreiskasse. Wenn wir dann ordentlich was zusammenbekommen haben, gehn wir davon dann mal offline einen Trinken! :-D


*EDIT: Ah... die Temperaturmethode gehört eigentlich in ein anderes Fachgebiet... habsch wohl etwas missverständlich formuliert :-))

Bille11
09.11.2009, 21:40
na für 2 tequila wirds reichen.. :-))

mag wer mit der souveränen leserin weiter machen... :-) ich schlage vor, 14 tage, dann wird gesammelt.. - zu dem buch.

danach was neues.. habe in der zwischenzeit gefühlt 100 andere bücher gelesen.. :-love und einige ideen auf lage

Miss
09.11.2009, 23:17
ja, ich wär jetzt auch für Buch 2 :-) der zweiten Runde. Und danach natürlich weiter :-lesen :-lesen :-lesen :-lesen

Muriel
10.11.2009, 09:04
Huch, hatte ich völlig vergessen. Ok, dann bestell ich das gleich mal bei Amazon, wollte eh noch was bestellen dort :-)

Flemingulus
28.11.2009, 14:04
Wie siehts allerorten aus mit Buch 2b?

Ist ja glaub ich eh eine reduzierte Mitleserschar bei der Souveränen Leserin... sollen wir langsam Verhackstücken oder noch ein bisschen warten?

(das Buch ist ja wirklich erfreulich prägnant... das ist was für lesefaule Leser wie mich :-) )

Muriel
28.11.2009, 14:21
Ups, ich habe damit angefangen, es aber dann völlig vergessen :-blush Ich werde es nachher in der Badewanne zu Ende lesen und stünde dann ab morgen zur Diskussion bereit. Wollen wir dieses Mal eigentlich wieder nach einem bestimmten Schema vorgehen wie Ihr letztens bei dem Tsokos?

Flemingulus
28.11.2009, 14:35
Na... viele Kapitel müssen wir ja diesmal nicht zusammenfassen, also können wir diesen Punkt ja evtl. überspringen bzw. etwas unsystematisch halten und uns die anderen Punkte vornehmen, d. h. um Bille mal frei zu zitieren:

- Welche Person/Story hat Dir spontan am Besten gefallen und welche den grössten A***faktor im Buch? (Und ggf. auch warum).

- Welcher Begriff/Satz hat Dir am Besten im Buch gefallen?


Und halt: wie hat Dir das Buch insgesamt gefallen. Taugt das was? :-lesen

Muriel
28.11.2009, 14:37
Bestimmt :-)