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MediHH
27.05.2010, 06:10
Tja, wann bist du als Arzt Berufsunfähig? Psychische Erkrankungen sind ja nicht so selten. Mit ner HAlbseitenlähmung will ich auch nicht wirklich weiterarbeiten müssen. Blind, taub zu sein ist auch für einen Internisten etwas ungünstig.
Wenn du eine BU abschließen willst musst du Dir vorher unbedingt überlegen was du willst. Stichwort letzte Tätigkeit versichern !!!

Achja deine Unfallversicherung zahlt 1x einen Betrag xy. Danach nie wieder. Wenn du nen Querschnitt bekommst und dein komplettes Haus/Wohnung umbauen musst , eine Behindertengerechtes Auto brauchst, etc. ist die 1/4 Million schneller weg als du gucken kannst.

DoctorNew
27.05.2010, 16:24
Aber ob Taubheit ein wirklich realistisches Risiko darstellt? Welche Erkrankung sorgt denn für komplette Gehörlosigkeit, die weder apparativ noch operativ behandelt werden kann? Und gewisse Einschränkungen beim Hören machen einen ja nicht berufsunfähig, gibt ja hier im Forum selbst eine Ärztin, die an Taubheit leidet.

Bezüglich der Halbseitenlähmung würde ich behaupten, dass eine solche Erkrankung natürlich sehr belastent ist, aber man nach entsprechender Rehabilitation bestimmt wieder als Arzt arbeiten könnte. Vielleicht kann man keine komplizierten Punktionen mehr machen, das ist aber ja auch in vielen Bereichen der Inneren/Radio/Neuro nicht unbedingt obligatorisch.

Natürlich zahlt eine Unfallversicherung nur einmal. Aber in der Regel ist man dann ja auch nicht berufsunfähig. Durch die Unfallversicherung kann man dann aber Folgekosten wie z.B. einen behindertengerechten Hausumbau finanzieren. Ich will die Schicksale Gelähmter oder Amputierter keinesfalls beschönigen, aber viele dieser Menschen können doch in ein normales Arbeitsleben rehabilitiert werden.

Bei der psychischen Arbeitsunfähigkeit ist natürliche jede Berufsgruppe betroffen. Hier fallen mir Depression und BurnOut ein. Wie oft werden Ärzte dadurch berufsunfähig?

Wo ich dir zustimme ist, dass nach Erblindung die ärztliche Tätigkeit vermutlich nicht mehr auszuüben ist. Ohne BU müsste man hier wohl tatsächlich umschulen. Andererseits stelle ich mir die Frage, welche Erkrankungen das Augenlicht wirklich in jungen Jahren bedrohen, da die meisten degenerativen Krankheiten ja erst im Alter wirklich akut werden.

Ich will keinesfalls am falschen Ende sparen, andererseits bin ich bei Versicherungen immer etwas misstrauisch, weil dort oftmals die Angst der Menschen ausgenutzt wird. Die BU hat den Nachteil, dass ihre Beiträge relativ hoch sind und ich erst nach 5 Jahren Mitgliedschaft Leistungen bekomme. Umgekehrt sind die Szenarien, in denen man wirklich den Arztberuf nicht mehr ausüben kann äußerst selten. Und eigentlich gilt ja die Empfehlung, nur reale Risiken zu versichern, die die wirtschaftliche Existenz bedrohen (wie z.B. bei der Haftpflicht) oder denen man häufig ausgesetzt ist. (z.B. Vermieterrechtsschutz bei Vermietern)

Tigerettes15
28.05.2010, 01:15
Viele denken ja bei BU immer an Unfälle, aber das macht nur einen sehr geringen Teil aus. Viel häufiger sind psychische Erkrankungen,wie Burn Out (bei Frauen 20-40 sogar an erster Stelle), Krebserkrankungen, Schlaganfälle oder Herzinfarkte... und diese Erkrankungen sind ja nicht wirklich abwegig! Also denke eine BU ist schon wichtig, je früher man anfängt desto besser. Ich habe mich jetzt sehr lange damit beschäftigt (mehrere Gespräche mit verschiedenen Anbietern) und hab jetzt einen tollen unabhängigen (und ich meine wirklich unabhängigen) Berater gefunden (gebe Name und website gern per PM weiter), der mich da ganz toll beraten hat, viele Anbieter verglichen hat und sämtliche Möglichkeiten mir vonr gerechnet hat. Leider gehts bei mir dank Allergie (Pollen), super leichtem Asthma und atopischen Ekzem (gut kontrolliert) nicht ohne Risikoaufschlag und von daher auch nicht so super günstig. Aber lieber zahle ich 10 Euro mehr und bin gut versichert, als irgendeine Billigversicherung zu nehmen, wo ich mir das Geld im Ernstfall erst erstreiten muss. Klar im Moment ist es schwer Geld dafür abzuknapsen. Ich werde mich auch erstmal für 1500 Euro oder so versichern und es dann wenn ich mehr verdiene hochsetzen.
Auch denke ich ist eine gekoppelte Variante am besten. Diese soll ja keinesfalls als alleinige Altersversorgung gesehen werden. Ich denke eben nur, was ist wenn ich mit 40 oder BU werde, die zahlt ja nur bis 65 und was ist danach? Wenn ich mit 40 nur 1500 oder 2000 Euro im Monat kriege, nicht in die Rente mehr einzahle,und auch kein Geld mehr habe um Vorsorge zu betreiben, woher soll dann das Geld kommen wenn ich 65+ bin.
Natürlich sollten man trotzdem noch Geld zusätzlich anlegen!

medmaster
28.05.2010, 07:27
sorry, lese hier schon lange mit und möchte mal zu ein paar Aussagen Stellung nehmen... :-stud

@mediHH
"letzte Tätigkeit versichern" ist Standard in der BU-Versicherung.
Es gibt dazu keine besonders vorteilhafte & exklusive Regelung eines bestimmten Versicherers, wird aber gerne von diesen verbissen erzählt. Punkt.
(Historisch stammt das Argument noch aus der Zeit als es die konkrete Verweisung noch nicht gab und die abstrakte Verweisung Marktstandard war, also so vor 10-20 Jahren. Nur zu dieser Zeit war das ein konkreter Vorteil !
Die heutigen BU-Tarifen haben sich schon lange weiterentwicklet, so daß das überhaupt kein Thema mehr ist, außer in der Maketingabteilung diverser Versicherer und im "stille-Post-Effekt-Gespräch" unter Medizinern).
Wer Ahnung von der Materie hat (und das sind die wenigsten Berater) weiß das. Andere Behauptungen sind nur Marketing um sich gegenüber Ärzten "exklusiv" und als was besonderes darzustellen. Habe das mal mit einem Fachanwalt für Versicherungsrecht durchgekaut.:-lesen

@DoctorNew
wenn es um die notwendigsten Versicherungen geht i.S.v. Existenzsicherung sind das private Haftpflicht, Berufshaftpflicht, Berufsunfähigkeit.

@all
Generell fällt mir auf, daß Mediziner beim Thema BU möglicherweise etwas kurzsichtig sind. Schaut euch doch mal um welche Verantwortung ihr im Job habt und unter welchem Stress ihr im Berufsleben zunehmend steht.
Ich meine ihr seid jetzt gerade mal ein paar Jahre dabei, aber ihr und eure Pflegekräfte werdet den zunehmenden Druck der Rationalisierung im Gesundheitswesen und nachlassenden finanziellen Ausstattung über die Jahre weiter in vorderster Front zu spüren bekommen. Von daher sehe ich für Mediziner ebenfalls psychische Erkrankungen als Ursache für die BU ganz vorne. Gerade als junger Mensch fühlt man sich stark & unverletzlich, wartet mal 20 Jahre ab, dann habt ihr eine ganz andere Denke. Das sollte man beim Thema Absicherung antizipieren.

Und daß, das ganze nicht nur nen "Appel und ein Ei" kostet ist auch klar.
Wer hier über Wahrscheinlichkeiten diskutieren will, dem sind doch ehrlich gesagt einfach die Beiträge zu hoch und er sucht Argumente um sich zu rechtfertigen i.S.v. "ach, brauch ich doch eh nicht". Dann soll derjenige es halt lassen. Ist doch ok. Übrigens ändert sich bei vielen die Einstellung zur BU sobald Sie "Versorger" werden, sprich Familie haben.

@Tigerette
Glückwunsch, das ist die richtige Erkenntnis.


@all
na wie soll ich sagen ohne unhöflich zu sein, sagen wir Mediziner sind schon eine spezielle Klientel. Beispiel: Es gibt mehrere Produkte die eigentlich gar nicht soooo gut sind im Vergleich zu anderen, aber in dem Moment wo ich das Produkt mit dem Label "Ärztetarif" "Med" oder sonstwas bezeichne, läuft es wie geschnitten Brot. Also liebe Mediziner, bitte nicht blind dem Herdentrieb nachgeben & irgendwelchen Bezeichnungen folgen, sondern mehr Wert auf Inhalt legen, dann wird das.

DoctorNew
28.05.2010, 10:16
Wer hier über Wahrscheinlichkeiten diskutieren will, dem sind doch ehrlich gesagt einfach die Beiträge zu hoch und er sucht Argumente um sich zu rechtfertigen i.S.v. "ach, brauch ich doch eh nicht".

Diese Aussage könnte aber auch aus dem Munde eines Versicherungsmaklers kommen, der einfach die Argumente gegen sein Produkt nicht sachlich widerlegen kann. Eine Auseinandersetzung mit genau dem Thema ist doch gerade wichtig, um die Sinnhaftigkeit eines Versicherungsprodukts zu bewerten.

In meinen Fall kommt noch der Fall dazu, dass ich mittelschweres Asthma habe, womit meine Prämien sicherlich deutlich höher wäre, was mich eben noch mehr über die Sinnhaftigkeit der BU nachdenken lässt.


Viele denken ja bei BU immer an Unfälle, aber das macht nur einen sehr geringen Teil aus. Viel häufiger sind psychische Erkrankungen,wie Burn Out (bei Frauen 20-40 sogar an erster Stelle), Krebserkrankungen, Schlaganfälle oder Herzinfarkte... und diese Erkrankungen sind ja nicht wirklich abwegig!

Natürlich sind diese Erkrankungen nicht abwegig, aber führen sie wirklich bei Ärzten, die nicht operativ tätig sind, zur Berufsunfähigkeit? Nach einem Myokardinfarkt muss das Herz ja schon sehr schwer geschädigt sein, dass es einen Internisten, Radiologen oder Neurologen deutlich in seiner Berufsfähigkeit einschränkt. Ist das der Fall, ist die Lebenserwartung aber vermutlich so gering, dass sich rein wirtschaftlich die BU keinesfalls rentiert. Auch bei Krebserkrankungen würde ich behaupten, dass sie entweder therapiert werden können, oder eben bei tödlichem Verlauf sich die BU wieder nicht rentiert, weil man nach Eintreten der Berufsunfähigkeit gar nicht mehr lange genug lebt. Man darf ja nicht vergessen, dass ein Internist einen Beruf hat, der rein motorisch weder große Kraft noch eine enorme Feinmotorik erfordert.


Also denke eine BU ist schon wichtig, je früher man anfängt desto besser.

Diese Aussage wird ebenfalls immer beinahe plakativ verwendet. Ich finde, man sollte für seinen eigene Tätigkeit immer genau überlegen, welche Erkrankungen überhaupt dazu führen, dass man als Arzt berufsunfähig ist, die aber im Gegensatz die Lebenserwartung nicht enorm einschränken. Man muss ja auch beachten, dass die Gutachter der BU erst einmal die besagte Einschränkung von über 50% anerkennen müssen. Das wiederum wird nicht selten zu ewigen Rechtsstreits führen.

Mir ist vollkommen einsichtig, warum ein Pfleger, Handwerker oder Erzieher eine BU abschließen sollte. Bei Juristen, Büroangestellten oder Ärzten sehe ich das aber eben kritischer, weil man eben genau überlegen sollte, wann man wirklich eindeutig berufsunfähig wird.

Tigerettes15
28.05.2010, 11:30
Man sieht, du hast dich mit der ganzen Materie noch nicht so ganz beschäftigt, sonst würdest du solche Aussagen gar nicht machen.


In meinen Fall kommt noch der Fall dazu, dass ich mittelschweres Asthma habe, womit meine Prämien sicherlich deutlich höher wäre, was mich eben noch mehr über die Sinnhaftigkeit der BU nachdenken lässt.

Ich habe auch Asthma, da zahlt man zwar ein geringen Aufschlag, hat man nen guten Berater wie ich, der beim Versicherer durch gute Verhandlung den niedrigsten Satz rausschlägt, ist das nicht so super viel. Man kann auch Krankheiten ausschließen lassen.


Natürlich sind diese Erkrankungen nicht abwegig, aber führen sie wirklich bei Ärzten, die nicht operativ tätig sind, zur Berufsunfähigkeit? Nach einem Myokardinfarkt muss das Herz ja schon sehr schwer geschädigt sein, dass es einen Internisten, Radiologen oder Neurologen deutlich in seiner Berufsfähigkeit einschränkt. Ist das der Fall, ist die Lebenserwartung aber vermutlich so gering, dass sich rein wirtschaftlich die BU keinesfalls rentiert. Auch bei Krebserkrankungen würde ich behaupten, dass sie entweder therapiert werden können, oder eben bei tödlichem Verlauf sich die BU wieder nicht rentiert, weil man nach Eintreten der Berufsunfähigkeit gar nicht mehr lange genug lebt. Man darf ja nicht vergessen, dass ein Internist einen Beruf hat, der rein motorisch weder große Kraft noch eine enorme Feinmotorik erfordert.

Die BU bedeutet ja nicht, dass man komplett nie wieder arbeiten kann. Die BU zahlt (auch nachträglich), wenn die Genesung/Berufunfähigkeit voraussichtlich 6 Monate oder länger dauert. Es geht ja auch um eine Übergangszeit, kriege ich zB mit 40 Brustkrebs zahlt die BU bis ich wieder fit bin. Also zB zwei, drei Jahre und dann geh ich halt wieder arbeiten. Aber wovon will man denn in den 3 Jahren leben? Auch Burn Out ist nicht abwegig, bei mir gabs sogar im Studium schon etliche die in Therapie mussten!
Wenn man dann tatsächlich sterben sollte, dann gibt es die Möglichkeit, dass die Hinterbliebenden das Geld bekommen.


Diese Aussage wird ebenfalls immer beinahe plakativ verwendet. Ich finde, man sollte für seinen eigene Tätigkeit immer genau überlegen, welche Erkrankungen überhaupt dazu führen, dass man als Arzt berufsunfähig ist, die aber im Gegensatz die Lebenserwartung nicht enorm einschränken. Man muss ja auch beachten, dass die Gutachter der BU erst einmal die besagte Einschränkung von über 50% anerkennen müssen. Das wiederum wird nicht selten zu ewigen Rechtsstreits führen.

Krebs oder psychische Erkrankungen kann bei jedem egal ob Chirurg, Kinderarzt oder Medizinjournalist zur BU führen. Ich glaub man denkt immer bei BU gleich, man muss nen Arm ab haben um BU zu bekommen. Ist doch völliger Quatsch und das mit den Rechtsstreit kann man einiger Maßen aus dem weg gehen, wenn man sich mit den GENAUEN Formulierungen in den Klauseln beschäftigt und nicht das nächst Beste nimmt. Bei vielen ist es recht schwammig, da gibts natürlich Raum für Streitigkeiten. Aber es gibt auch einige gute, wo es ziemlich genau beschrieben wird wann gezahlt wird und wann nicht.

DoctorNew
28.05.2010, 15:01
Man sieht, du hast dich mit der ganzen Materie noch nicht so ganz beschäftigt, sonst würdest du solche Aussagen gar nicht machen.
Diese Aussage würde ich an der Stelle gerne bestreiten. ;-)



Ich habe auch Asthma, da zahlt man zwar ein geringen Aufschlag, hat man nen guten Berater wie ich, der beim Versicherer durch gute Verhandlung den niedrigsten Satz rausschlägt, ist das nicht so super viel. Man kann auch Krankheiten ausschließen lassen.
Bist du dir sicher, dass dein Berater dass Asthma dann wirklich aufgeführt hat oder einfach das Asthma zur Allergie degradiert hat? Normalerweise führt Asthma nämlich, so wie auch z.B. Versicherungsexperten von Finanztest immer mal wieder als Beispiel erwähnen, fast immer zum Ausschluss oder wenn man Glück hat zu deutlichen Risikozuschlägen.

Das Ausschließen von Krankheiten sollte man, wie auch öfter mal von Experten betont wird, tunlichst vermeiden, da sich oftmals irgendeine Verbindung mit einer ausgeschlossen Krankheit finden lässt, was den Versicherer dann leistungsfrei stellt.


Es geht ja auch um eine Übergangszeit, kriege ich zB mit 40 Brustkrebs zahlt die BU bis ich wieder fit bin.

Wenn du temporär aufgrund einer Krankheit behandelt wirst, zahlt doch ersteinmal die Krankenversicherung Krankengeld. (für 78 Wochen) Die BU zahlt erst bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit im versicherten Beruf. Sinnvoll wäre die BU in einem solchen Fall halt nur für Folgen der Erkrankung, die dich eben berufsunfähig machen und die keine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen.


Krebs oder psychische Erkrankungen kann bei jedem egal ob Chirurg, Kinderarzt oder Medizinjournalist zur BU führen. Ich stimme dir zu, dass BurnOut wirklich ein Grund ist, berufsunfähig zu werden. Hier muss man wirklich das Risiko abschätzen und überlegen, dafür eine BU abzuschließen. Aber nenn mir mal bitte eine Möglichkeit, durch Krebs als Internist dauerhaft berufsunfähig zu werden, bei der man noch eine dezente Lebenserwartung hat?



und das mit den Rechtsstreit kann man einiger Maßen aus dem weg gehen, wenn man sich mit den GENAUEN Formulierungen in den Klauseln beschäftigt und nicht das nächst Beste nimmt. Bei vielen ist es recht schwammig, da gibts natürlich Raum für Streitigkeiten. Aber es gibt auch einige gute, wo es ziemlich genau beschrieben wird wann gezahlt wird und wann nicht.

Ich glaube hier bist du ein wenig naiv. Jeder Versicherer wird im Leistungsfall die Zahlung vermeiden wollen, weil es bei der BU eben um große Summen geht. Zudem muss ein Gutachter der Versicherung deine Berufsunfähigkeit (= mehr als 50% Arbeitsunfähig im letzten Beruf) feststellen, bevor du nur einen Cent siehst. Das selbiger tendentiell eher der Versicherung zugeneigt ist, sollte klar sein. Letztendlich wird es in jedem Fall, wo die Versicherung den Hauch einer juristischen Chance sieht, zu einem Prozess kommen, genauso wie bei Versicherten, wo die Versicherung hofft, sich nach Jahrzehnten doch auf einen Vergleich einigen zu können.

Natürlich gibt es Fälle, die klar sind und wo Versicherte ihr Geld direkt erhalten. Man sollte aber eben auch nicht die Möglichkeit ausblenden, einen Jahrzehnte dauernden Rechtsstreit führen zu müssen und evtl. gar nichts zu bekommen.

Tigerettes15
28.05.2010, 15:25
Bist du dir sicher, dass dein Berater dass Asthma dann wirklich aufgeführt hat oder einfach das Asthma zur Allergie degradiert hat? Normalerweise führt Asthma nämlich, so wie auch z.B. Versicherungsexperten von Finanztest immer mal wieder als Beispiel erwähnen, fast immer zum Ausschluss oder wenn man Glück hat zu deutlichen Risikozuschlägen.

Ich bin mir sehr sicher, weil ICH die Gesundheitsfragebögen ausgefüllt hat, er diesen anonymisiert bei verschiedenen Versicherern die in Frage kamen einreichte und dann mit diesen verhandelte. Ich kam mit Allergie und Asthma auf einen Risikozuschlag von 25 Prozent, was der niedrigste Satz für diese Erkrankung ist. Er hat mir ne Kopie seiner Anfrage sowie die Antworten der einzelnen Versicherung zu gemailt, daher weiß ich genau was er weitergeschickt hat.


Das Ausschließen von Krankheiten sollte man, wie auch öfter mal von Experten betont wird, tunlichst vermeiden, da sich oftmals irgendeine Verbindung mit einer ausgeschlossen Krankheit finden lässt, was den Versicherer dann leistungsfrei stellt.

Das mit dem Ausschluss der Krankheit war ja nur ein Vorschlag, muss jeder selbst entscheiden ob er das macht oder nicht.


Wenn du temporär aufgrund einer Krankheit behandelt wirst, zahlt doch ersteinmal die Krankenversicherung Krankengeld. (für 78 Wochen) Die BU zahlt erst bei dauerhafter Arbeitsunfähigkeit im versicherten Beruf. Sinnvoll wäre die BU in einem solchen Fall halt nur für Folgen der Erkrankung, die dich eben berufsunfähig machen und die keine Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erwarten lassen.
Ich stimme dir zu, dass BurnOut wirklich ein Grund ist, berufsunfähig zu werden. Hier muss man wirklich das Risiko abschätzen und überlegen, dafür eine BU abzuschließen. Aber nenn mir mal bitte eine Möglichkeit, durch Krebs als Internist dauerhaft berufsunfähig zu werden, bei der man noch eine dezente Lebenserwartung hat? .


Du hast glaube ich mein Post nicht genau gelesen, es geht nicht nur um dauerhaft sondern auch übergangsweise, und mit dem normalen Krankengeld kommste übrigens nicht weit, wenn du zB deine Familie weiterhin versorgen musst, vielleicht auch ne eigene Praxis weiter unterhalten muss.
Ich kenne etliche Bsp. wo Ärztinnen an Brustkrebs erkrankten, es 2 Jahre dauerte bis sie dann wieder fit waren um ihren Beruf auszuüben oder ein Arzt, der in jüngeren Jahren nen Schlaganfall bekam und eben nicht mehr als Arzt arbeiten konnte (und der war kein Chirurg) und die BU zahlte in den entsprechenden Fällen ohne zu murren.
Mmh, oder meine Schwiegermutter Hirntumor vor 15 Jahren, vor 3 Jahren Brustkrebs gehabt und jetzt Hirntumorrezidiv, wurde operiert aber auf Grund von Gangunsicherheit und Störung der Feinmotorik, sowie Sprache kann sie ihren Beruf nicht mehr ausüben außerdem, schon allein, da sie nicht mehr mehrere Stunden am Stück konzentriert arbeiten könnte und bis zur Rente ist es bei ihr noch einige Jahre.


Ich glaube hier bist du ein wenig naiv. Jeder Versicherer wird im Leistungsfall die Zahlung vermeiden wollen, weil es bei der BU eben um große Summen geht. Zudem muss ein Gutachter der Versicherung deine Berufsunfähigkeit (= mehr als 50% Arbeitsunfähig im letzten Beruf) feststellen, bevor du nur einen Cent siehst. Das selbiger tendentiell eher der Versicherung zugeneigt ist, sollte klar sein. Letztendlich wird es in jedem Fall, wo die Versicherung den Hauch einer juristischen Chance sieht, zu einem Prozess kommen, genauso wie bei Versicherten, wo die Versicherung hofft, sich nach Jahrzehnten doch auf einen Vergleich einigen zu können. Natürlich gibt es Fälle, die klar sind und wo Versicherte ihr Geld direkt erhalten. Man sollte aber eben auch nicht die Möglichkeit ausblenden, einen Jahrzehnte dauernden Rechtsstreit führen zu müssen und evtl. gar nichts zu bekommen.

Das kommt sicher vor, aber wie gesagt, dann sollte man sich eben die Versicherung raussuchen wo alles klipp und klar in den Klauseln geregelt ist und nicht irgendwelche schwammigen Formulieren. Kann dir gern auch präzise Bsp. über PM nennen, möchte hier aber keine Werbung für eine bestimmt Versicherung. Deiner Aussage nach wäre ja dann jede Versicherung schwachsinnig, weil selbst ne Haftpflichtversicherung gern ihr Geld behalten möchte und sich erstmal rumstreiten würde?! Aber ich gehe davon aus, du hast trotzdem eine?!


Naja muss jeder selbst entscheiden, ich bin der Meinung Krankenversicherung, Haftpflicht und BU sind heutzutage die wichtigsten Versicherung überhaupt. Ich weiß ich kann ruhig schlafen und weiß ich bin abgesichert, hoffe natürlich ich werde es nie brauchen. Ob du das machst dein Sache, aber heul dann nicht rum wenn du von Hartz-IV leben musst wenn du BU bist!

ChillenMitBazillen
30.05.2010, 15:24
Hat sich jemand mal mit den Leistungen der Versorgungswerke bei Berufsunfähigkeit befasst?

Die Bayerische Ärzteversorgung beispielsweise zahlt mindestens 1488€ monatlich, wenn "ein Mitglied vor Vollendung des 65. Lebensjahres infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen einer Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte dauernd oder vorübergehend zur Ausübung seines Berufes unfähig ist". (Quelle: http://www.aerzteversorgung.eu/portal/page/portal/bvk/baev/index.html )

Das haben natürlich weder Ärztefinanz noch MLP je in einem meiner Gespräche dort erwähnt, da heißt es immer nur, dass die gesetzliche Rentenversicherung keine BU bietet. Das ist natürlich völlig korrekt, aber für Ärzte, die bei einem Versorgungswerk versichert sind, einfach irrelevant.

Kann jemand etwas zu eventuellen Lücken der Absicherung durch die Versorgungswerke sagen? Auf den ersten Blick klingt das ja nach einer ausreichenden Absicherung.

lara162
30.05.2010, 15:33
BU-Versicherungen zahlen bereits ab einer Beeinträchtigung von 50%, außerdem ist hier die zuletzt ausgeführte Tätigkeit ausschlaggebend (und nicht nur der Beruf "Arzt").

Hellequin
30.05.2010, 16:13
Kann jemand etwas zu eventuellen Lücken der Absicherung durch die Versorgungswerke sagen? Auf den ersten Blick klingt das ja nach einer ausreichenden Absicherung.
Um vom Versorgungswerte eine BU-Rente zu bekommen, musst du zu 100% unfähig sein eine ärztliche Tätigkeit zu verrichten. Wenn die also z.B. zum Schluss kommen das du noch gutachterlich tätig sein kannst, gibt es kein Geld. Zum anderen ist die Versicherung kapitalgedeckt, d.h. du kriegst nur das raus, worauf du durch deine Einzahlung Anspruch hast.

ClooneyGeorge
30.05.2010, 16:22
Sehr interessantes und gerade für mich als Berufseinsteiger auch wichtiges Thema.
Habe mich schon bei den Kollegen umgehört wie diese alle so versichert sind und die meisten besitzen die Kombination aus BU+zusätzlicher Altersvorsorge, wobei ich nun schon monatlich zu zahlende Beträge von 120-350 Euro gehört habe (der 350 Euro Kollege deckt jedoch noch Autoversicherung sowie Rechtsschutzversicherung ab..somit fällt der Betrag ziemlich aus dem Rahmen).

Mir fällt es momentan schwer mich zu einer BU hinreissen zu lassen.
Das liegt nunmal an meiner prinzipiellen Abneigung Versicherungen sowie Versicherungsvertretern gegenüber und wurde auch noch verstärkt, als an meinem 3. Arbeitstag mittags schon zwei Leute von der Deutschen Ärztefinanz vor unserem Stationszimmer auf mich warteten.
Das I-Tüpfelchen an Antipathie hat der junge Vertreter sich dann noch gesichert indem er mir 1 Tag später per Facebook eine Nachricht schrieb wo er sich für das "nette" Gespräch bedankte.
Klar, manche von euch denken sich jetzt "ist doch nett von ihm", ich fand da hat er einfach eine Grenze überschritten die extrem unprofessionel ist; mit dem werde ich sicher keine Geschäfte machen.

Um mich jetzt erstmal auf eigene Faust zu informieren hab ich mir 2 Ausgaben der Finanztest nachbestellt die sich eben mit den Themen BU etc. beschäftigen. Im Introartikel den man online einsehen kann wurde jedoch schon von der Kopplung von BU+Altersvorsorge abgeraten und der seperate Abschluss empfohlen.
Die Frage ist natürlich ob manche Berufsgruppen wie z.B. Ärzte diesbezügich bessere Konditionen haben.


Ich recherchiere erstmal in Ruhe weiter bevor ich mir etwas unüberlegt aufschwatzen lasse...Versicherungen spielen nunmal mit den Ängsten anderer. Gut wäre es zu wissen wieviele Ärzte denn tatsächlich in ihrem Berufsleben berufsunfähig werden und damit meine ich Fakten und nicht das Gesülze von Versicherungsvertretern.

ChillenMitBazillen
30.05.2010, 16:25
Zum anderen ist die Versicherung kapitalgedeckt, d.h. du kriegst nur das raus, worauf du durch deine Einzahlung Anspruch hast.

Das habe ich anders verstanden, es wird wohl mit fiktiven Beiträgen gerechnet, daraus ergibt sich dann auch die Mindestberufsunfähigkeitsrente, auf die man bereits nach Zahlung des ersten Monatsbeitrages Anspruch hat.

Danke für die Info bezüglich der Tätigkeit, woher nimmst du die denn? In der Satzung der Bayerischen Ärzteversorgung ist das sehr unklar formuliert ("seinen Beruf), ist mein Beruf Arzt oder Arzt in Weiterbildung in der Anästhesie, ist es nach dem Facharzt Arzt oder Anästhesist?

Gibt es vielleicht eine Versicherung, die die Lücke zwischen Versorgungswerk und üblichen BU-Leistungen abdeckt?

Espressa
30.05.2010, 17:20
Ich denke ich werde mich auch bald mit dem Thema auseinandersetzen, und spätestens sobald ich ein bisschen operieren kann möchte ich das versichern - denn das kann man ja gleich mal nicht mehr. Allein schon zum Funduskopieren muss ich zwei gesunde Hände haben, man ist wohl rasch sehr eingeschräkt. Ich denke da an Verlust der Sehfähigkeit/ Stereosehen, Verlust Finger, Daumen, lange Reha nach Verletzungen mit entsprechend langem Ausfall...
Außerdem bin ich jung und gesund und denke dass damit noch niedrigere Sätze rausspringen.

Habe auch gehört dass die BU schon zahlt wenn man 6 Mo unter 50% arbeiten kann, und danach aber auch weiterzahlt, wenn man wieder arbeiten kann!

Ich denke der Punkt ist einfach, irgendwann als FA verdient man relativ gut, und wenn man dann Familie und einen gewissen Standard hat, möchte man nicht plötzlich von 1500 Euro leben müssen.

Hellequin
30.05.2010, 17:53
Danke für die Info bezüglich der Tätigkeit, woher nimmst du die denn? In der Satzung der Bayerischen Ärzteversorgung ist das sehr unklar formuliert ("seinen Beruf), ist mein Beruf Arzt oder Arzt in Weiterbildung in der Anästhesie, ist es nach dem Facharzt Arzt oder Anästhesist?

http://www.abv.de/download/hintergrund_bu.pdf

lara162
30.05.2010, 17:58
Habe auch gehört dass die BU schon zahlt wenn man 6 Mo unter 50% arbeiten kann, und danach aber auch weiterzahlt, wenn man wieder arbeiten kann!

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine BU nach Wiedereintritt in den Beruf weiter zahlt (warum auch, wenn die Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist). Da würde sich das Missbrauchspotential auch erheblich steigern (schnell mal die Strecksehne durchsäbeln o.ä., 6 Monate aussetzen, Leistung beziehen und nach Heilung weiter kassieren - überspitzt gesagt).

Vielleicht habe ich deine Aussage aber auch falsch interpretiert. :-peng

Ich bin mir bei dem Thema BU immer noch unschlüssig. Die Meinungen hierzu gehen ja auseinander.
Ein Freund von mir (kein Mediziner) hat wohl eine abgeschlossen, bei der er am Ende der Laufzeit was ausgezahlt bekommt (meine das war eine einmalige Summe), wenn er sie nicht in Anspruch genommen hat. Vielleicht hab ich da aber auch was falsch verstanden, kannte bisher nur das rentengekoppelte System oder eben die single BU, wo man nur im Leisungsfall was bekommt.

Espressa
30.05.2010, 18:15
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine BU nach Wiedereintritt in den Beruf weiter zahlt (warum auch, wenn die Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist). Da würde sich das Missbrauchspotential auch erheblich steigern (schnell mal die Strecksehne durchsäbeln o.ä., 6 Monate aussetzen, Leistung beziehen und nach Heilung weiter kassieren - überspitzt gesagt).

Vielleicht habe ich deine Aussage aber auch falsch interpretiert. :-peng


Nein nein, hast mich schon richtig verstanden.
Die Aussage wurde mir so von einem Bekannten zugetragen, der gerade seine BU-Versicherung aufgestockt hatte. Aber andererseits muss ich zugeben, ist das eine sehr flaue Quellenangabe :-blush

lara162
30.05.2010, 18:28
Vielleicht meinte er, dass die BU weiter zahlt, wenn man in einer anderen Tätigkeit wieder berufstätig wird (z.B. andere Fachrichtung oder ggf. anderer Beruf). Das ist nämlich schon so, soweit ich weiß (daher versichert man ja seine letzte Tätigkeit).

Anders kann ich es mir nicht vorstellen, aber ich bin natürlich auch keine Versicherungsfachfrau. :-))

Espressa
30.05.2010, 18:43
Ja so in die Richtung ging das; wenn man z.B. operativ tätig war und das nicht mehr kann, aber konservativ noch was weitermacht, bekommt man dennoch Geld. Was ich auch ok finde, gerade bei Augenärzten ist die konservative Tätigkeit oft wesentlich schlechter vergütet als OPs.

medmaster
30.05.2010, 18:52
Uiuii… die letzten Beiträge strotzen nur so von profundem Halbwissen und Erzählungen über drei Ecken… :-((
„schon bei den Kollegen umgehört“ – „mich auf eigene Faust informieren“ – sorry, mit laienhaften Vermutungen über Versicherungsrecht und etwas lesen von Finanztest wird man höchstens viel Zeit vergeuden ohne wesentlich schlauer zu sein.

Das Thema Berufsunfähigkeit ist keines, das man sich mal eben schnell anlesen kann. Dazu gehört eine intensive Auseinandersetzung mit dem lieben Kleingedruckten. Auch das Zusammenspiel mit Krankentagegeld und Versorgungswerk gehört dazu.
Sucht euch jemanden der das professionell macht und im Thema drin ist.