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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie war der Ablauf bei euch?



Janne
16.01.2003, 13:27
Hi,

habe nen Praktikumsplatz gefunden in ner kleineren Klinik. Was hat ihr so für Erfahrungen gemacht? Wieviel Stunden am Tag? Und was durftet ihr machen? :-notify

Bin gespannt auf die Antworten und vielen Dank im Vorraus!:-micro

Challenger
16.01.2003, 16:41
Da Du noch nicht studierst, wirst Du nicht mehr machen dürfen als die "normal-sterblichen" Praktikanten (FOS, Schulpraktikanten, usw) auch, sprich:

- Essen austeilen & einsammeln, Patienten zu Untersuchungen
bringen
- Patienten "füttern", waschen, aus ihrem Unrat heben, rasieren,
Gebiss reinigen, beim Toilettengang behilflich sein, lagern,
Betten machen, Zimmer sauber halten usw.
- alle möglichen und unmöglichen (heute nen Arzt zu mir: "Hey,
hol' mal Zigaretten für mich!") Botengänge
- ach ja, und putzen, spülen, putzen, ... :-sleppy :-?

Ob Du bei den sog. Übergaben anwesend sein darfst, hängt von Deiner Station ab. Bei uns ist es nicht üblich und auch nicht erwünscht.

Du wirst im normalen Schichtdienst (Früh- oder Spätschicht) ca. 6 Std. (inkl. Pausen) arbeiten müssen.


Erwarte also lieber nicht zuviel. Im Grunde biste Mädchen für alles, insbesondere für alle "niederen", unqualifizierten Tätigkeiten.

Challenger
16.01.2003, 19:29
Mir ist gerade danach, meine Aufzählung zu vervollständigen: :-blush


- "Essenskarten" schreiben, austeilen und einsammeln
- Mülleimer & Wäschesäcke leeren
- "Bettpfannen- und Urinflaschenreinigungsmaschine" (Wie lautet eigtl. die korrekte Bezeichnung? :-notify ) ein- & ausräumen
- Entlassungen (schmutzige Betten gegen saubere austauschen,
Nachtschränckchen und Patientenschränke mit
Desinfektionsmittel auswischen)
- Kaffee für Schwestern und Ärzte kochen
- Lager aufräumen
- Rundgänge durch Patientenzimmer, um Toilettenpapier aufzu-
füllen und Tischdecken zu wechseln
- Anti-Thrombose Strümpfe aufwickeln und einsortieren


:-sleppy :-sleppy :-sleppy

blanko
17.01.2003, 11:35
Auch vor Studienbeginn kann amn, wennman an eine liebe Stationsschwester oder besser Schwersterschülerin gerät schon das ein oder andere Machen dürfen: sc Spritzen, Verbandswechsel, Braunülen ziehen....
Ich würd aber eher mit bis zu 8 Stunden Arbeitszeit rechen. Bei mir wars entweder von 6-14 oder 13-20 Uhr +/- eine halbe Stunde wegen Übergabe, chron. Stress, übernahmen von Intensiv....
Und in der Aufteilung fehlt natürlich noch gaanz viel Blutdruckmessen und Temperaturkontrolle mit dem respektiven Eintragen der Selben in die Akten.

Rugger
17.01.2003, 11:52
Original geschrieben von Challenger
Ob Du bei den sog. Übergaben anwesend sein darfst, hängt von Deiner Station ab. Bei uns ist es nicht üblich und auch nicht erwünscht.Ach was! :-(( Wirst Du während der Übergabe im Kabuff eingesperrt?
Sachen gibts... Aber das kann doch auch nicht im Sinne des Erfinders sein...

Rugger

Froschkönig
17.01.2003, 12:00
Original geschrieben von Challenger
Erwarte also lieber nicht zuviel. Im Grunde biste Mädchen für alles, insbesondere für alle "niederen", unqualifizierten Tätigkeiten.

Das ist ja auch der "Sinn" der Sache....das man "die andere Seite"sieht, also putzen, waschen, lagern, etc...

für alles andere hat man später noch genügend vorgeschriebene Praktika und Famulaturen.

Janne
17.01.2003, 13:01
Erstmal großes Dankeschön.

Habe heute erfahren, der Tag hat 8 Stunden und Medizinstudenten wollen immer etwas Besonderes. Aber die Oberschwester scheint ganz human zu sein. Außerdem hoffe ich, daß man in einer "kleinen" Klinik mehr machen darf als das "Mädchen für alles". :-blush

Challenger
17.01.2003, 16:37
Original erstellt von blanko:
Auch vor Studienbeginn kann mann, wenn man an eine liebe Stationsschwester oder besser Schwersterschülerin gerät schon das ein oder andere Machen dürfen: sc Spritzen, Verbandswechsel, Braunülen ziehen....

Rofl, das würden die mich NIE IM LEBEN machen lassen ...


Original erstellt von blanko:
Und in der Aufteilung fehlt natürlich noch gaanz viel Blutdruckmessen und Temperaturkontrolle mit dem respektiven Eintragen der Selben in die Akten.

Erledigen ebenfalls die Schwestern. In die heiligen Akten darf ich ohnehin gar nichts eintragen.


Original erstellt von rugger:
Ach was! Wirst Du während der Übergabe im Kabuff eingesperrt? Sachen gibts... Aber das kann doch auch nicht im Sinne des Erfinders sein...

Sofort zu Anfang wurde mir unmißverständlich zu verstehen gegeben, daß ich bei der Übergabe nicht anwesend sein darf, sprich ich wurde rausgeschmissen ("Könntest Du bitte nach draußen gehen?").

Obwohl ich seit 8 Monaten Zivi bin, darf ich nicht mehr machen als ein(e) Schüler(in), die ihr 3wöchiges Schulpraktikum im KH ableistet.

Felix@112
17.01.2003, 19:12
Hallo alle miteinander!

@ Challenger!
Ich kann mir die Situation bei dir nur unter dem Aspekt vorstellen, daß du eben Zivildienstleistender in deinem Krankenhaus bist!
Und als Zivi bist du natürlich für bestimmte Sachen eingeteilt.
Und wenn es da Standing Orders für Zivis gibt, dann ist das eben so.

@Janne!
Ich habe von verschiedenen Leuten sehr unterschiedliche Aussagen zum Pflegepraktikum gehört.
Mein Tip: Der Ton macht die Musik :-music
Sei nett, interessiert und fleißig, und dann wird schon was dabei herumkommen.

Ansonsten kann ich mich nur Froschkönig anschließen.
Das Pflegepraktikum heißt nicht umsonst so :-))
Ziel ist, die Arbeit des Pflegepersonals kennen zu lernen und hinterher zu würdigen wissen.
Daß man natürlich elementare Dinge wie Blutdruck, Puls, Temperatur und Blutzucker messen schon mitnehmen sollte, ist keine Frage.
Aber Medikationen umstellen kommt halt erst später ;-)

Mal anders herum. Was erwartest du denn??

Lieben Gruß
Felix

SAM78
17.01.2003, 19:50
... Als examinierte Krankenschwester und momentane Medizinstudentin kann ich eure geschilderten Erfahrungen nachvollziehen !
Man möchte natürlich, besonders als Medizinstudent/-in, viel sehen und v.a. viel "selbständig" machen ... und zwar "angeblich" qualifiziertere Aufgaben, als Putzen, Patienten waschen, Essen reichen ect. ...

Aber es ist nunmal ein Pflegepraktikum, welches die oben genannten Tätigkeiten beinhaltet ! Praktika mit ärztlichem Handeln werdet ihr noch viele haben!
Und wenn ihr die privaten Erledigungen von Ärzten/Schwestern übernehmt (Zigaretten holen, ... ) - selbst Schuld! Ihr müsst dieses nicht tun ! ...

Und es stimmt: der Ton macht die Musik !
... oft vergessen v.a. Med.Studenten, dass man von Kr.Schw. jede Menge lernen kann !!!

Also, nicht aufgeben !!! Auch beim Waschen oder Betten von Patienten kann man viel Lernen ... wenn manchmal auch "nur" durch ein Gespräch mit einem Patienten !

Janne
19.01.2003, 20:17
@Felix
Erwartungen habe ich keine großen, weil ich weiß wozu Praktikanten im Allgemeinen "verdonnert" werden. :-((

Ansonsten möchte ich nur "viel sehen" :-))

Froschkönig
19.01.2003, 21:11
Original geschrieben von SAM78
... Als examinierte Krankenschwester und momentane Medizinstudentin kann ich eure geschilderten Erfahrungen nachvollziehen !
Man möchte natürlich, besonders als Medizinstudent/-in, viel sehen und v.a. viel "selbständig" machen ... und zwar "angeblich" qualifiziertere Aufgaben, als Putzen, Patienten waschen, Essen reichen ect. ...

Danke für die " ! Das ist bei mir vorhin vielleicht auch falsch rübergekommen : Richtiges Patientenlagern ist wirklich nicht einfach, beigebracht hat´s mir im Pflegepraktikum auch keiner...ich könnt´s nicht. Da bin ich später vöölig in der Hand des Pflegepersonals....

Christoph_A
19.01.2003, 22:25
Wichtig ist,wie schon vorher angesprochen der richtige Ton-von ner erfahrenen Schwester können wir angehenden Mediziner immer was lernen,deshalb sei grundsätzlich mal nett. Solltest Du aber merken,daß Du ausgenutzt wirst oder nur als "Staubwedel" vom Dienst betrachtet wirst und einige Stationsangehörige ihre Minderwertigkeitsgefühle an einem angehenden Mediziner auslassen wollen,dann hau ruhig auch mal auf den Tisch,man braucht sich wirklich nicht alles gefallen lasse. Sollte aber eher die Ausnahme bleiben,die meisten Pflegeleudels, die ich kennengelernt habe waren schwer o.k und auch sehr hilfreich.
P.S.: Also das Krankenhaus,in dem Pflegepraktikanten nicht bei der Übergabe dabeisein dürfen würd ich gern wissen,grenzt ja schon an Skandal.
Hatte in meiner letzten Famulatur meine eigene Praktikantin,der der StationsAIP und ich einiges gezeigt haben,was wir für wichtig erachteten ( Blutabnehmen, Verbände wechseln, s.c. Spritzen,etc.). Denke,daß auch wir "älteren" Medstudis sowas immer unterstützen sollten-ich war damals schließlich auch froh,als mir einer richtig Blut abnehmen gelernt hat.

Froschkönig
19.01.2003, 22:39
In diesem zusammenhang folgendes :
Dieser "uralte" Klassenkampf Pfelgepersonal-Ärzte ist eigentlich dermaßen lächerlich ! Man arbeiteit schließlich simultan am selben Problem ! Ich denke aber auch, daß viel von der Feindschaft zwischen den "Disziplinen" eher hereditär ist, als das man es erklären könnte ! Es gibt zwar viele Interpretationen, angefangen von Klassenkampf, sozialem Neid undundund....aber in den meisten Fällen ist es die klassische "Das haben wir halt immer so gemacht" konstellation ! Ein aktuelles Beispiel für die Problematik findet sich hier! (http://www.medi-foren.de/showthread.php?s=&threadid=5632&highlight=Deutschland)

Blackeneier
20.01.2003, 11:25
Es kommt eben sehr drauf an, was man machen darf und was nicht. Ich war auch in einem kleinem Krankenhaus, aber durfte nur die Scheißarbeit machen. Naja, wie schon angedeutet, ist es ja auch nicht ganz sinnlos, daß man das auch mal macht...