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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mit Meisterbrief studieren (auch Medizin)



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loewin
20.01.2010, 18:53
Vll solltet ihr euch mal fragen: Wieso haben wir dann überhaupt noch Abitur.
Am besten wir schicken jeden, nach der 8ten Klasse in die Ausbildung. Ja, das wärs doch. Soll jeder seinen Meisterbrief erhalten, um studieren zu dürfen, dann haben wir nur noch Elite-Ärzte, die genau wissen, was sie wollen und so gut mit Geld umgehen können und so.

meinst du das ernst, was du grad geschrieben hast?
les es dir bitte nochmal durch...

doni
20.01.2010, 19:01
natürlich ist es mein ernst.

Nenn mir einen Grund, der dagegen spricht. Nagut, wenn die 8. Klasse zu früh ist, machen wirs ab der 10ten. Das sind aber Kleinigkeiten.

epeline
20.01.2010, 19:21
leute, es ist langsam nervig, dass hier jeder mist in einer "ich bin besser und toller und schlauer als du"-diskussion ausartet.
zwischen sich unterordnen und höher stellen gibt es noch etwas ganz neues, das sich gleichberechtigung nennt. gegenseitige akzeptanz, toleranz und respekt.
diese "ich bin älter und damit der erfahrene u bessere mensch"-argumente sind da in etwa auf der gleichen schiene.
unser meister-gast hier stellt zumindest dar, dass er im diskutieren hier auf der gleichen stufe steht wie manche abiturienten hier, die sich augenscheinlich auf einem hohen ross befindet.
von mir aus kann jeder, der sich dazu befähigt fühlt, studieren.
ich weiß nicht, wieso man sich da gegenseitig runtermachen muss? komplexe?

ich finde es toll, wenn menschen, die sich weitergebildet haben auch die chance auf ein studium gegeben wird. und wer das studium schafft, ist ja wohl auch dafür geeignet. bildung und geistige reife macht eben nicht nur der schulabschluss aus.
wo ist denn für euch jetzt der ach so weltbewegende unterschied, ob jemand nach der ausbildung eine meisterschule besucht oder ein (fach)abitur macht. wieso ist man da jetzt unreifer oder weniger oder mehr für ein studium geeignet.
ihr tut ja so, als würde man von der 8. klasse an direkt zum arzt gemacht.
bei manchen hier frage ich mich ernsthaft, ob sie sich selbst auch mal beim reden zuhören

mqh11
20.01.2010, 19:31
leute, es ist langsam nervig, dass hier jeder mist in einer "ich bin besser und toller und schlauer als du"-diskussion ausartet.
zwischen sich unterordnen und höher stellen gibt es noch etwas ganz neues, das sich gleichberechtigung nennt. gegenseitige akzeptanz, toleranz und respekt.
diese "ich bin älter und damit der erfahrene u bessere mensch"-argumente sind da in etwa auf der gleichen schiene.
unser meister-gast hier stellt zumindest dar, dass er im diskutieren hier auf der gleichen stufe steht wie manche abiturienten hier, die sich augenscheinlich auf einem hohen ross befindet.
von mir aus kann jeder, der sich dazu befähigt fühlt, studieren.
ich weiß nicht, wieso man sich da gegenseitig runtermachen muss? komplexe?

ich finde es toll, wenn menschen, die sich weitergebildet haben auch die chance auf ein studium gegeben wird. und wer das studium schafft, ist ja wohl auch dafür geeignet. bildung und geistige reife macht eben nicht nur der schulabschluss aus.
wo ist denn für euch jetzt der ach so weltbewegende unterschied, ob jemand nach der ausbildung eine meisterschule besucht oder ein (fach)abitur macht. wieso ist man da jetzt unreifer oder weniger oder mehr für ein studium geeignet.
ihr tut ja so, als würde man von der 8. klasse an direkt zum arzt gemacht.
bei manchen hier frage ich mich ernsthaft, ob sie sich selbst auch mal beim reden zuhören

Moment mal, ich habe hier nie behauptet, dass hier ein Meister besser wäre als ein Abiturient oder umgekehrt. Ich hab auch schon Meister erlebt die nichts konnten. Genauso wurde vor kurzem bei uns eine Frau Dr. gekündigt weil sie den Anforderungen nicht gerecht wurde.
Ich wollte damit hier nur sagen, dass der Abiturient hier nicht das non-plus-ultra für die Hochschulzulassung ist. Einige hier scheinen ja der Meinung zu sein.

Zu mir, ich habe keinen Meisterabschluss, "nur" Fachhochschulreife, abgeschlossenen Berufsausbildung, Berufserfahrung und bin jetzt Fernstudentin. Und ich darf mich als Fernstudentin auch als Studentin 2. Klasse beschimpfen lassen. Weil immer Jemand meint etwas besseres zu sein.

Mal kurz Off-topic: Bin hier eigentlich angemeldet, erscheine aber immer als Gast. Kann mir jemand sagen woran das liegt?

Grüße

Tanita
20.01.2010, 19:33
ich finde es toll, wenn menschen, die sich weitergebildet haben auch die chance auf ein studium gegeben wird. und wer das studium schafft, ist ja wohl auch dafür geeignet. bildung und geistige reife macht eben nicht nur der schulabschluss aus.
wo ist denn für euch jetzt der ach so weltbewegende unterschied, ob jemand nach der ausbildung eine meisterschule besucht oder ein (fach)abitur macht. wieso ist man da jetzt unreifer oder weniger oder mehr für ein studium geeignet.
ihr tut ja so, als würde man von der 8. klasse an direkt zum arzt gemacht.
bei manchen hier frage ich mich ernsthaft, ob sie sich selbst auch mal beim reden zuhören

:-meinung

Mr. Pink online
20.01.2010, 20:55
Wir werden nie mehr so viele Gedichte analysieren/Dramen lesen/Ableitungen bilden/philosophische Assays schreiben/ Geschichte u. Politik interpretieren, wie im Abitur.
Nun sind wir alle Fachidioten.
Ich könnte mir diese Fachidiotie gar nicht antun, ohne diese wichtigen Grundlagen vorher gemacht zu haben, denn dann wäre es nur Fließbandarbeit für angehende Ärzte.

Freut mich das jemand versteht was ich meine!

Nennt es von mir aus Idealismus, oder nicht zeitgemäße Ansicht, das stört mich wenig! ;-)
Meine Ansicht, auch die meiner Lehrer, war und ist es, die Schüler nicht nur auf das Studium vorzubereiten, sondern vor allem ein allgemeines Bewusstsein für philosophisches Denken und Handeln zu schaffen, eben auch einen Menschen, der sich nicht allein damit zufrieden gibt Fachidiot zu werden. Das sind Dinge die ich nicht zwingend für den erfolgreichen Abschluss meines Studiums benötige, aber die Reduktion des Abiturs auf eine rein Studiumsvorbereitende/berechtigende Maßnahme führt in der Tat zu Akademikern vom Fliessband. Das wünschen sich vielleicht deutsche Wirtschaftstheoretiker, aber ich habe einen anderen Anspruch an mich und meine Bildungsumgebung! Deshalb vertret ich den Standpunkt, dass der Zugang zum Universitätsstudium durch das Abitur beschänkt bleibt. Nicht weil ich es Meistern besonders schwer machen will, sondern weil ich ansonsten die Stellung des Abiturs flöten gehen sehe.
Selbes ist übrigens schon mit dem Diplom geschehen.

Jugtail
20.01.2010, 21:29
sondern vor allem ein allgemeines Bewusstsein für philosophisches Denken und Handeln zu schaffen, eben auch einen Menschen, der sich nicht allein damit zufrieden gibt Fachidiot zu werden.

Und du meinst, dass das nur Abiturienten vorbehalten ist?

gnuff
20.01.2010, 22:01
...sondern weil ich ansonsten die Stellung des Abiturs flöten gehen sehe...
äh, der Zug ist abgefahren, schon ziemlich lange... kann sein, dass sich das Rad noch dreht, aber der Hamster ist schon lange tot...

Ich habe keine Ahnung was dieses Gefasel von der "humanistischen Ausbildung" oder der "Bildungsumgebung" soll und ich frage mich woher diese unglaubliche Arroganz kommt, die einige hier an den Tag legen...

NRW hat, wie andere Bundesländer vorher auch schon, die Voraussetzungen geschaffen, um es Menschen, die es in ihrem Beruf weit gebracht haben, zu ermöglichen dem Ganzen die Krone aufzusetzen und zu studieren. Die Wenigsten werden diese Chance ergreifen. Einerseits werden viele Meister einen Betrieb haben, den sie nicht ohne weiteres sich selbst überlassen können und andererseits wird wahrscheinlich selten das Interesse vorhanden sein. Und doch fühlt sich die selbsternannte Bildungselite bedroht und sieht die Grundfesten der deutschen Kultur bedroht...
Wie armselig ist das eigentlich?

Strodti
20.01.2010, 22:08
[...]l, sondern weil ich ansonsten die Stellung des Abiturs flöten gehen sehe.

Das sehe ich anders. Das Abitur wird weiter der normale Zugang zum Studium bleiben. Ganz im Gegenteil: Es gehen immer mehr Schüler auf die Gymnasien und die Haupt- und Realschulen werden kleiner oder werden zusammengelegt.

Ich halte auch die Szenarien für absolut blödsinnig, dass ein 10. Klässler sich für eine Handwerkausbildung entscheidet um so schnell wie möglich ins Medizinstudium zu kommen.

Das Problem ist doch ein anderes: Viele Abiturienten entscheiden sich für eine Ausbildung (ich meine damit nicht die Warter ;-) ) und studieren nicht. Wir haben Fachkräftemangel! Da ist es doch nur richtig, dass man das Bildungssystem durchlässiger macht und auch nicht-Abiturienten den Zugang zu den Hochschulen erlaubt.

Apropos... Diese frühe Selektion in der 5. Klasse in ein dreigliedriges Schulsystem sollte auch kritisch betrachtet werden dürfen. Im OECD Vergleich scheint es jedenfalls kein Standortvorteil zu sein.

doni
20.01.2010, 22:29
leute, es ist langsam nervig, dass hier jeder mist in einer "ich bin besser und toller und schlauer als du"-diskussion ausartet.
zwischen sich unterordnen und höher stellen gibt es noch etwas ganz neues, das sich gleichberechtigung nennt. gegenseitige akzeptanz, toleranz und respekt.
diese "ich bin älter und damit der erfahrene u bessere mensch"-argumente sind da in etwa auf der gleichen schiene.
unser meister-gast hier stellt zumindest dar, dass er im diskutieren hier auf der gleichen stufe steht wie manche abiturienten hier, die sich augenscheinlich auf einem hohen ross befindet.
von mir aus kann jeder, der sich dazu befähigt fühlt, studieren.
ich weiß nicht, wieso man sich da gegenseitig runtermachen muss? komplexe?



Diese "Hört-auf-zu-diskutieren"- Posts nerven derbe.
Während hier normal diskutiert wird (wobei oft auch interessante Argumente fallen) - ohne jegliche Beleidigungen oder radikalen Pauschalisierungen, wo man dazwischengreifen sollte, wird wieder das -total aus der Lust gegriffene - "Runtermachen" gelesen.

Aber auch dieser Post wird sicher als Runtermachen gesehen.

Das wollte ich nur nebenbei loswerde. Glaub die meisten Argumente sind gefallen und jeder kann sich sein Bild machen (und sie hier preisgeben).

Mr. Pink online
20.01.2010, 22:46
Und doch fühlt sich die selbsternannte Bildungselite bedroht und sieht die Grundfesten der deutschen Kultur bedroht...
Wie armselig ist das eigentlich?

Wow, da hat jemand gelernt zu argumentieren! :-wow

gnuff
20.01.2010, 23:06
Wow, da hat jemand gelernt zu argumentieren! :-wow

wie gesagt, armselig...

Talent80
21.01.2010, 05:29
Hallo zusammen,

das ist ja mal ein interessanter Beitrag zum dem ich mich gerne auch einmal äußern möchte.

Da ich auf der einen Seite als Dipl.-Kfm. Meister an verschiedenen IHK's unterrichte und ich mich auf der anderen Seite selber seit einem Jahr im Studium der Humanmedizin befinde, kann ich glaube ich ganz gut beurteilen, wie dieser Thread zu bewerten ist.

Ich bin ebenfalls prinzipiell dafür Meister zu einem Studium - gerne mit freier Fachwahl - zuzulassen. Natürlich müssen auch hier NC-Kriterien gelten, die logischerweise keinen sonstigen Bewerber (Abiturienten) schlechter stellen.

Warum ich dafür bin? Ganz einfach!

Genauso wie sich der Markt im Normalfall selber reguliert, so wird dies auch einem Studium der Fall sein.

Obwohl ich mich eigentlich in meinem BWL-Studium nicht so hart getan habe, bin ich im Medizin-Studium jeden Tag am Kämpfen, ob ich es weiter durchhalten soll....das ist einfach um einiges härter (mein persönliches Empfinden).

Nachdem ich die Anforderungen einer Meisterprüfung kenne (ich sitze selber im Prüfungsausschuss), muss ich klar festhalten, dass diese noch weit von einem Studium entfernt sind.......und hier rede ich von einem Studium wie bspw. Maschinenbau, dass einen schon fordert aber realistisch ist.

Das verhält sich in Medizin aus meiner Sicht anders! Hier hat man eigentlich nie die Chance wirklich "fit" in eine Prüfung zu gehen, da der Stoff einfach horrend viel ist und die Zeit meistens sehr sehr knapp kalkuliert ist.

Somit glaube ich - und das ist nur meine Meinung - das ein Meister (Fachrichtung egal) nicht viele Chancen hat einen solchen Studiengangzu bestehen.

Bitte nehmt mir das nicht übel - es gibt bestimmt auch Ausnahmen - aber ich spreche hier von der "breiten" Masse, die ich wöchentlich in meinen Kursen erlebe und die bereits den Stoffkatalog der IHK für die Meisterausbildung als "Gipfel" des Schaffbaren empfinden.

Sorry, aber das ist meine Meinung + Erfahrungswerte mit Meistern, die sich danach an einer FH im Fach Maschinenbau etc. versucht haben......da war seltenst einer erfolgreich.

Viele Grüße Talent

Rico1
21.01.2010, 20:38
Also ich sehe es ja auch als unproblematisch an, dass man Meistern ein Studium ermöglicht, aber deine Argumentation ist irgendwie unsinnig.

Man sollte Meistern eine allgemeine Studienerlaubnis geben, weil sie ja sowieso Studiengänge wie Medizin nicht schaffen werden? Na das wär natürlich top, wenn mehr leute so ein Studium anfangen würden, die irgendwann sowieso wieder rausfliegen. Dann könnte man (überspitzt formuliert) auch sagen "Geben wir doch Leuten mit Hauptschulabschluss auch die Möglichkeit zu studieren, die schaffens ja eh nicht". Auch da gibt es sicher vereinzelt Ausnahmen die ein Studium packen würden...

Deine Argumentation spräche imho eher dafür die Fächerauswahl für Meister zu beschränken...

verd
22.01.2010, 15:24
Interessant wäre zu wissen, ob eine abgeschlossene Fachweiterbildung auf die Krankenpflegeausbildung auch als "Meister" anerkannt wird.
Hat da wer Infos?

konstantin
25.01.2010, 20:32
verd: Nein. Ein Meister bleibt ein Meister, benoetigt einen Meisterbrief. Als Krankenpfleger hat man aber immernoch an einigen Universitaeten die Moeglichkeit, ueber gewisse Aufnahmetests einen Medizinstudienplatz zu ergattern (auch ohne Abitur).