Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Soll ich Heilpraktiker werden?
Feuerblick
21.03.2010, 17:24
Irgendwo auch logisch, dass ein Physiotherapeut/Osteopath Schmerzen des Bewegungsapparates lindern kann, oder? Ich dachte immer, dafür wären die Turnübungen in der Physiotherapie gedacht? Dazu muss man aber keine Heilpraktiker-Ausbildung haben...
Immer wieder faszinierend wie die HP vs. Arzt Diskussion die Gemüter aufheizt ;-)
Lässt es doch einfach bei einer Koexistenz, sich hier aufzublasen bringt doch sowieso wenig bis gar nichts und für Trolle bietet man optimale Lebensbedingungen.
Um zur Ausgangsfrage zurückzukommen, lass den HP bleiben, es bringt für ein Studium nichts und als Nebenverdienst ist ein kleines Nebenzimmer wohl kaum geeignet, es sei denn Du willst die Omi von nebenan mit Scharlatanerie ausnehmen.
Achja und kleiner Nachsatz, so allgemein in die Runde, den von Pheefke angesprochenen "Gott in Weiß" kann man schon aus manchen Posts hier rauslesen, auch ohne vertiefende Kenntnisse in Psychosomatik und einer "nur" abgesessenen Wartezeit. Diese Arroganz von einigen wenigen :-kotz mich an
John Silver
21.03.2010, 17:44
Das ist keine Arroganz, das ist lediglich ein Ausdruck dessen, wie sehr es einen amüsiert, von Leuten, die keine Ahnung haben, belehrt zu werden. :-))
Wenn ich keine Ahnung hätte, hätt ich mich an diesem Thread sicher nicht beteiligt.
Und meine 11 Wartesemester habe ich in meinem Beruf verbracht, als Physio. Hab in verschiedene Fachbereiche reingeschnuppert und auch ein paar Fortbildungen gemacht.
achja und viele "Turnübungen" vermittelt.
Ist schon interessant, wie subjektiv du hier liest und wieviel du zwischen den Zeilen zu erkennen glaubst.
naja. Jedem das seine. Scheint ja hier ne Diskussion zu sein, wo andere Meinungen und Sichtweisen nicht erwünscht sind.
*schmunzelt*
Feuerblick
21.03.2010, 17:53
@Pheefke: Die "Turnübungen" waren übrigens nicht böse oder abwertend gemeint. Ohne Physio könnte ich mich heute deutlich schlechter bewegen :-top
Espressa
21.03.2010, 17:57
Ich schüttle auch regelmäßig den Kopf wenn ich im Ort Schilder wie "Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz" und in der Zeitung den "Homöopathischen Notdienst" sehe.
Unterm Strich sind HP auch etwas daran beteiligt, dass Misstrauen der Menschen gegenüber richtiger Medizin zu schüren. Denn wo man behauptet, es ginge alles "milder" und "natürlicher", und Antibiotika und Kortison wären sowieso das Schlimmste, wenden sich Patienten später auch dort von der Schulmedizin ab, wo sie es besser nicht tun würden.
Und letztlich sorgen sie durch diesen "Nocebo-Effekt" auch für tatsächlich messbares schlechteres Ansprechen auf bewährte Medikamente.
John Silver
21.03.2010, 17:58
Du verstehst eine Sache nicht (und diese Sache verstehen sehr viele Menschen leider nicht): es geht nicht um "Meinungen". Wissenschaft kennt keine Meinungen. Was Du meinst, ist vollkommen irrelevant, zumal Du über sehr wenig medizinisches Wissen verfügst - eigentlich über gar keines. Ich weiß viel mehr als Du, aber auch meine Meinung ist irrelevant. Gerade in den letzten Jahren nehmen die Bestrebungen zu, die Medizin nicht mehr eminenzbasiert, sondern evidenzbasiert zu betreiben. Soweit ich weiß, gibt es in der Physiotherapie dieselben Bestrebungen. Im Gegensatz dazu ist das Heilpraktikertum komplett eminenzbasiert, und es gibt niemanden, der das ändern will, weil sämtliche grundlegenden Theorien einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht standhalten würden. Aus eben diesem Grund darf man nicht von "Alternativen" sprechen, denn Alternativen sind i.d.R. gleichwertig, was in diesem Fall nicht mal ansatzweise gegeben ist. Heilpraktiker stellen Diagnosen auf der Basis lächerlicher Theorien, und verordnen ebenso lächerliche Therapien; aber wenn man das Kind beim Namen nennt, habt ihr nichts besseres zu bieten als die ewige Sophistik über Arroganz der Götter in Weiß und bla-bla-bla. Merkst Du etwas?
Ich bin über Begriffe wie Empirie, Evaluation , evidenz... durchaus im Bilde. Ja solche Bestrebungen gibt es auch in der Physiotherapie.
Ich bin ein praktisch denkender Mensch und habe mich bisher aus solchen wissenschaftlich theoretischen Konstrukten aus Prinzip rausgehalten. Wenn von Frau x der kleine Finger kribbelt, will ich mit meinen beruflichen Kenntnissen wissen, welche Struktur dafür verantwortlich ist, wo die Ursachen liegen und wie diese funktionelle Störung beeinflussen kann.
Frau x ist es bestimmt sowas von Schnurz, was es für verschiedene Ansichten zu Ihrem Problem gibt.
Wie ich schon sagt, war mein Beitrag am Thema vorbei. Dies war mir jedoch auch bewusst.
Das ich über wenig medizinisches Wissen verfüge, verbitte ich mir. Darüber kannst du gar nicht urteilen, und schon gar nicht mal von dem was ich hier bisher geschrieben habe.
Im vergleich mit dem Wissen, welches man sich während eines Medizinstudium aneignet hast du schon recht.
Aber hey, habe keine Lust mich hier zu frusten. Schönen Abend noch und viel Spaß noch.
Ehemaliger User 05022011
22.03.2010, 18:40
Solang ein Patient sich durch einen Heilpraktiker bei einer chronischen oder schulmedizinisch nicht besser behandelbaren Krankheit oder irgendwelchem Pillepallekram gut versorgt fühlt und der HP dem Pat nicht allzuviel Kohle abknöpft, ist das doch ok
:-meinung
Ja aber wie soll das der Patient einschätzen können, wenn er gar nicht erst zum Schulmediziner geht ? Und auch der Heilpraktiker wird es im Zweifelsfall eben nicht können, weil ihm dafür die notwendigen medizinischen Kenntnisse fehlen.
....., wenn der Heilpraktiker schon eine an sich harmlose Erkrankung festgestellt hat, darf er nicht mehr weiterbehandeln. Darin liegt der Irrsinn.
Nein das ist kein Irrsinn, sondern gut so, denn Krankheiten gehören in die Hände von Ärzten, so einfach ist das.:-meinung
Beim Heilpraktiker landen dann die Verzweifelten denen wir leider nicht helfen konnten, aus welchen Gründen auch immer. Diesen gebeutelten Patienten dann noch Geld abzuknöpfen um ihnen Hoffnung auf wundersame Heilung zu verkaufen ist unseriös (und in meinen Augen skandalös).
Das hast du wunderschön auf den Punkt gebracht, genau so ist es .
Das ist keine Arroganz, das ist lediglich ein Ausdruck dessen, wie sehr es einen amüsiert, von Leuten, die keine Ahnung haben, belehrt zu werden. :-))
ich glaube du warst gar nicht gemeint, denn das was du schreibst ist klar positioniert und nicht arrogant , dass sind andere :-meinung
Ich schüttle auch regelmäßig den Kopf wenn ich im Ort Schilder wie "Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz" und in der Zeitung den "Homöopathischen Notdienst" sehe.
Dazu fällt mir gerade das ein: ;)
http://www.youtube.com/watch?v=Uvvp2lYz1J8&feature=related
Dr. Nasenbär
30.03.2010, 10:51
Ihr seid sooo fies!
Hatte übrigens letzte Woche nochmal eine einschneidende Erfahrung zum Thema "Soll ich das wirklich tun?". Unterhielt mich mit einer Heilpraktikerin darüber. Sie hat Kinesiologie als Fachgebiet. Ich hab dann mal nachgefragt, ob das nicht lange dauert. Ich kenne diverse Institute die solche Weiterbildungen für Ärzte und Heilpraktiker anbieten, da dauert so ein Kurs an die 2 Jahre. Antwort von ihr: "Naja man macht da die drei Jahre Heilpraktikerausbildung (Anm.: In denen einem NULL über die Therapie beigebracht wird, nur die Anatomie und Grundkenntnisse in Physiologie und Pathologie von GI, Nieren, Leber und was sonst noch so drin is.) und dann muss man sich halt immer weiterbilden.
Ich fragte dann "Aber kann man da davon leben? Die Heilpraktiker Gebührenordnung ist doch noch aus den 80ern, da kriegt man doch nix?" Antwort: "Ach das geht schon, ich verlang da ja einfach das was ich für richtig halte!"
naja gut.
(was übrigens nix an anderen Aussagen ändert ;)
Warum könntest du denn nicht nebenher in deinem bisherigen Fachbereich arbeiten? Bringt doch sicher mehr Geld und weniger Stress neben dem Medizinstudium - auch am WE sollten doch EDVler gebraucht werden!
Coxy-Baby
30.03.2010, 11:18
Ist das nicht völlig Wurst wieviel man in der Ausbildung über Kinesiologie lernt?
Ist das nicht eh eine Scheinwissenschaft mit bestenfalls Placebo-"erfolgen"??
Man möge mich verbessern.
Dr. Nasenbär
30.03.2010, 11:56
Ja Solara, es wird mir wohl nix anderes übrig bleiben ;)
Coxy, so von dem was ich mir an solidem Halbwissen angelesen habe, ist es ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite gibt es Dinge, die richtig wirklich ganz dolle echt funktionieren (tun), wie die Akupunktur oder die Pharmazie, auf der anderen aber total hahnebüchenen Blödsinn a la "Man laufe dreimal bei Vollmond um ein totes Huhn".
PS: Jetzt hab ich doch glatt Kinesiologie mit TCM verwechselt. Mein Gott das ist ja wirklich kompletter Blödsinn, totes Huhn ist ein Dreck dagegen. Ich nehme alles zurück!
Also ich finde die Idee super.
Entweder du machts erst die Ausbildung und studierst dann noch mal Medizin oder du studierst erst oder gar nicht.
HP sind gefragt, glaube wer es will.
Aber es gibt so viel was man da machen kann.
Und gerade TCM finde ich sehr interessant.
Es gibt viele Ärzte die das nebenbei machen, vor allem die Allgemeinmediziner.
Der Beruf hat zukunft.
Jessu,
es geht doch unter anderem um die Finanzierung des Studiums - und da finde ich es wenig sinnvoll als frischgebackener HP abends/wochenends das große Geld zu verdienen - als ausgebildeter EDVler wäre das unsinng - in der EDV lässt sich wesentlich mehr verdienen und diverse Kontakte dürften ja (im Gegensatz zur HP) bereits langjährig vorhanden sein.
Denn irgendwo musst du als HP ja deine Kunden herbekommen - eine guten Ruf brauchst auch, irgendeine interessante Sonderqualifikation wäre auch noch gut - und wenn man dann nebenher noch in der EDV arbeitet oder Medizin studiert, dürfte das alles doch ein wenig schwer sein um gewinnbringend zu arbeiten.
Bei homöopathischem Interesse/TCM etc lässt sich viel bereits während des Studiums erlernen/erfahren, worauf man später aufbauen kann.
airmaria
30.03.2010, 15:08
Der Beruf hat zukunft.
...bis er - endlich mal - auch hierzulande verboten wird.
airmaria
Das verstehe ich natürlich Solara.
So eine Ausbildung ist wirklich nicht günstig.
Ich bin aber auch am überlegen, ob ich nicht eine HP Ausbildung machen soll.
War bei so einem Infoabend und das war total interessant. Und was ich einfach gut finde, dass soviel im Bereich Anatomie, Pathelogie...ect. gelehrt wird. Natürlich ist es kein Ersatz für ein Medizinstudium.
Naja und der Gewinn wird am Anfang mager sein, außer du hast gute Kontakte und fängst in einer guten Praxis an oder so.
Ich kenne viele HP, aber die sind natürlich in ihren Bereichen/Gebieten sehr gut und wie du schon sagst, habe diese eine Sonderqualifikation.
Was ich nur sagen will ist, dass man eine HP Ausbildung machen kann, wenn man so wie so auf seinen Studienplatz warten muss.
Bei Amara z.Bsp. ist der Unterricht immer nur von 9.00- 12.00 Uhr, dass man so mit am Nachmittag noch arbeiten kann.
auch hierzulande verboten wird.
Wieso denkst du so?
Es gibt natürlich schwarze Scharfe,
aber es gibt da auch Erfolge.
Natürlich sieht das jeder anders-
Ich finde schon das es sehr nah an der Medizin liegt,
nur die Ausübung ist eine andere.
Dr. Nasenbär
30.03.2010, 15:34
Und was ich einfach gut finde, dass soviel im Bereich Anatomie, Pathelogie...ect. gelehrt wird.
Kauf Dir lieber ein Buch und lerne es selbst. Vom Stoff her ist das wirklich nichts, was man nicht auch autodidakt lernen könnte. Wer hat gleich nochmal dieses eine Video gemacht, von wegen "schau Dir dieses 5 minütige Video an, oder besuche drei Vorlesungen in Europa"?
Und was die Tiefe der Kenntnisse angeht, also ich muss für die Abivorbereitung wesentlich mehr wissen, zumindestens was Physiologie, Biochemie etc. angeht! Daneben werden einem die gängigen Krankheiten beigebracht, auch das ist zu bewältigen.
Diese Ausbildung kann man sich wirklich stecken. Das einzige was man dort vielleicht noch besser lernen kann ist die praktische Untersuchung, sozusagen am lebenden Objekt und so Dinge wie Blutdruck messen, Blut abnehmen usw. Das kann man aber auch bei Oma und mit ein bissl nettem Fragen bei den Pflegelehrlingen machen (bitte nicht umgekehrt)
Ich finde schon das es sehr nah an der Medizin liegt,
nur die Ausübung ist eine andere.
Du hast keine Ahnung, wie anders das teilweise sein kann... Airmaria hat da, leider, nicht Unrecht.
Also ich hab jetzt ned meine Meinung über das Heilpraktikertum geändert, aber jeder muß wissen, wo seine Grenzen sind.
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