Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipps zum Legen einer Viggo
WackenDoc
07.09.2010, 18:37
Mit ner Blutdruckmanschette kann man es natürlich auch machen- ist ja letztendlich auch wurscht mit was man staut.
Aber das finde ich einfach nur unhandlicher und bringt keinerlei Vorteil.
Einfach üben, üben, üben, dann klappt das auch irgendwann- schlechte Phasen hat jeder mal- kenn ich von mir selber- gibt Phasen, da treff ich wirklich alles- und Phasen, da will es einfach nicht (und ich bin jetzt im 4. WBJ).
Am Anfang besser die guten Venen nehmen- dann bekommt man eher ein Gefühl dafür.
Wenn es gar ned will- einfach mal jemanden fragen, der sich damit auskennt- nicht dass es einfach an der Technik liegt.
Ich hab das Ganze schon medizinischen Laien beigebogen- 90% schaffen es bei guten Venenverhältnissen auf Anhieb ne Rosanüle zu versenken- der Rest kriegt dann beim ersten Mal ne blaue und dann passt das- der Rest ist Übungssache.
Vorüben kann man gut an Infusionsschläuchen, die auf eine große Papierrolle aufgeklebt sind. Die kommerziellen ÜbArme für diesen Zweck sind sauteuer und taugen nix.
ER-Student
07.09.2010, 18:47
Inzwischen hat sich das doch gebessert. Habe die Technik nochmal überarbeitet und jetzt klappt es schon wesentlich besser. Schonmal vielen Dank für die Tipps.
Bezüglich der Methode mit der Stauung kann es natürlich sein, dass das einfach festgefahrerene Traditionen sind. Andererseits machte der Pfleger, der mir das empfahl einen sehr kompetenten Eindruck. Und irgendeinen Grund muss es ja haben, dass trotz Zeitdruck alle mit Manschette stauen, obwohl auch Stauschläuche zur Verfügung ständen.
sorry,aber was ist das denn für eine Klitsche in der Du gelandet bist ER-Student?
Ich verstehe das alles wirklich nicht,warum die das dort so machen.Mit Stauschlauch gehts doch wirklich auch,und das nicht mit so einem Mehraufwand. Wobei das in der Anästhesie (wo er grad famuliert) durchaus üblich ist, da die ja eh alle die Manschette verpasst kriegen. Für Normalstation wär das echt unüblich... Nur die Höhe der Stauung ist halt strange...
also in meiner famulatur haten auch die anäs alle bloß nen simplen stauschlauch.
hab sogar einen niedlichen kinderschlauch abgestaubt :-D
achja, bei mir war keiner so freundlich, mir was leichtes zum üben zu geben ^^
patient mit einer einzigen guten vene und ich mit einer grünen viggo ^^
hat aber gut geklappt. aber gab nen guten adrenalinstoß :-blush *stolz bin*
Hab mal ne (blöde) Anfängerfrage : Die Nadel der Braunüle ist ja im Ausgangszustand nur zum Zeil vom Schlauch umgeben, d.h. die Nadelspitze ist "schlauchfrei". Muss ich nun die Nadel soweit in die Vene stechen, bis auch der Bereich mit Schlauch in der Vene drin ist und dann den Mandrin zurückziehen, oder reicht es den Bereich mit der reinen nadel reinzustechen. Weil wenn ich nur die Nadel reinsteche, und dann zurückziehe, bekomme ich den Schlauch ja nicht mehr rein, auf der anderen Seite beginnt der Schlauch ja erst gut einen cm später die Nadel zu umhüllen und man muss die Nadel ( samt schlauch ) ziemlich weit reinführen oder ?
Naja, ein Zentimeter ist das nicht, was schlauchlos ist. Du musst schon den Plastikschlauch auch hineinstechen, ansonsten ziehst Du ja die Nadel zurück und es ist nichts mehr in der Vene. Das ist aber nicht sonderlich tief. Der Mandrin ist übrigens das Plastikteil, das man in die Viggo steckt, wenn keine Infusion läuft, der Stöpsel sozusagen.
dreamchaser
20.02.2012, 10:41
Schau dir am besten die einzelnen Viggos im Originalzustand mal an, wie weit die Nadel wirklich aus dem Plastikschlauch ragt. Das ist meist nur 1-2 mm. Und natürlich muss der Plastikschlauch in der Vene liegen, damit man diesen auch darin vorschieben kann, da er ja größer ist, als die Nadel selbst.
Bei der Arterie für die Radialis (sofern man keine Seldingertechnik verwendet) ragt die Nadelspitze um einiges mehr vor, da muss man etwas mehr mit Nadel im Gefäß selbst vorschieben, bevor man die Nadel entfernt.
SuperSonic
20.02.2012, 10:41
auf der anderen Seite beginnt der Schlauch ja erst gut einen cm später die Nadel zu umhüllen
Was legst du denn für Viggos? Selbst bei einer orangen liegt die Nadel nur über 5-6 mm frei.
Thunderstorm
20.02.2012, 11:07
Hej Hosha
Du punktierst die Vene mit der Viggo -> sobald hinten in der Kammer der Viggo Blut zu sehen ist, bist Du in der Vene -> jetzt die Viggo mit der Nadel festhalten und nur (!) den Plastikanteil (also nicht die Nadel) noch ein kleines bißchen weiter vorschieben, damit Du sicher in der Vene bist -> jetzt Stauung lösen -> abdrücken + Nadel rausiehen -> Infusion anschließen - fertig :-)
Viel Erfolg!
DocEmmetBrown
23.02.2012, 18:50
Da ich auch eine Frage zum Legen von Braunülen habe, will ich einfach mal diesen Thread nutzen.
Im Allgemeinen lege ich Braunülen am liebsten auf dem Handrücken, da sich die dort die Haut durch Zug und Überstrecken im Handgelenk sehr gut spannen lässt. Immer wieder Probleme bereitet mir das Punktieren von Venen am Unterarm, besonders wenn diese relativ beweglich sind, da ich hier noch keine richtige Technik für mich gefunden habe, wie sich die Haut komplett spannen lässt.
Eine Möglichkeit, die ich mal bei einem Arzt gesehen habe, besteht darin, den Zeigefinger senkrecht zur Vene proximal der Punktionsstelle und den Daumen etwas seitlich zur Vene und distal der Punktionsstelle aufzusetzen und die Haut durch Zug zu spannen. Dabei komprimiert man aber ja aber auf jeden Fall auch die Vene durch den Zug des Zeigefingers, der ja wie erwähnt senkrecht zur Vene auf die Haut aufgesetzt wird. Bis jetzt habe ich immer gehört, dass Komprimieren der Vene vermieden werden soll, da empfindliche Venen so leichter platzen. Andererseits hatte der Arzt, von dem ich das abgeschaut habe, immer Erfolg beim Punktieren.
Welche Möglichkeiten kennt ihr, die Venen am Unterarm am Wegrutschen zu hindern? Was sagt ihr zu oben vorgestellter Technik?
WackenDoc
23.02.2012, 19:02
Also mit den Venen am Unterarm kannst du es genauso machen wie am Handrücken- nur halt ohne das Abknicken. Proximal der Einstichstelle würde ich den Finger nicht hintun- besteht die Gefahr, der Nadelstichverletzung.
Ordentlich von den Seiten mit Daumen und Zeigefinger ziehen, dann sollte das passen.
Was am besten hilft, ist zügiges Zustechen. Manchmal geht auch leicht seitliches Einstechen- also quasi Schieben mit der Nadel, bis die Vene nicht mehr weiter weg kann.
Der Rest ist Übungssache.
Argh-den Basteltip hatte ich ja auch schon gepostet.
DocEmmetBrown
24.02.2012, 16:12
@WackenDoc
Bei den Venen auf dem Handrücken mache ich es immer so, dass ich die offene Hand des Patienten greife und mit dem etwa auf Höhe der Fingergrundgelenke aufliegenden Daumen die Haut spanne. Wenn ich die Haut am Unterarm auf ähnliche Art spanne, habe ich das Problem, dass ich über meinen Finger stechen muss, wobei dann der Winkel so hoch ist, dass man eher oberflächliche Vene ganz schnell durchstochen hat. Hast du dieses Problem bei deiner Technik nicht? Könntest du nochmal genauer beschreiben, wo du Daumen und Zeigefinger in Relation zur Punktionsstelle und dem Venenverlauf hintust?
smurfonline
24.02.2012, 16:15
Gerade am Unterarm: Viele ältere Patienten haben eine ziemliche "Wabbelhaut"...sieht zwar manchmal etwas komisch aus, aber so gut es geht spannen, auch gerne die Hand von unten um den Unterarm und so die Haut auseinanderziehen und versuchen so senkrecht wie möglich 60-70° einzustechen.
1. Je senkrechter und schneller man einsticht, desto weniger reißt man die Vene der Länge nach auf, desto weniger Schmerz
2. Die Vene kann nicht so schnell wegrollen, als wenn man flach sticht und sie vor sich herschiebt...was der Patient auch nicht so toll findet.
Dies ausprobieren, wenns anders nicht geht.
Achja...auch wenn Handrücken für den Anfang ne gute Sache sind, so sind sie auf Dauer (gerade auch für ältere oder mobile Pat) nicht richtig gut. Durch die dauernde Bewegung halt sie nicht lange und dann kanns passieren, dass du sie jeden Tag wechseln musst.
UA hat den Vorteil der Bewegungsfreiheit für den Pat und die "ruhigere" Stelle.
Als PJler musste man auch so denken...sonst ist man in Arbeit versunken.
Edit: Persönliche Meinung...ich hatte selbst das Ding am Handrücken AUA- UA war um einiges besser, gerade beim Bewegen.
UA: Die Venen sind zwar tiefer und man sieht sie nicht so gut, aber sie sind meist dicker.
Manchmal sind Venen, die man nicht sieht, dafür nur tastet um einiges besser!
Also versuche demnächst auch mal nur den Tastsinn einzusetzen.
Keenacat
24.02.2012, 16:39
smurf hat recht. :-meinung
Schön stauen und ne schöne Vene am UA suchen ist auf jeden Fall besser als Handrücken oder Ellenbeuge. UA ist immer Erstwahl, Zweitwahl Handrücken, Drittwahl Ellenbeuge, Viertwahl US, Fünftwahl Jugularis externa. Bis zur Fünftwahl kommt man aber fast nie. Cave mit dem steil einstechen: Wer steil reinsticht, sticht auch schnell steil wieder raus.
Ich persönlich präferiere es insbesondere bei jüngeren, schlanken Patienten mit zarteren Venen, die Haut erstmal knapp neben der Vene zu punktieren und mir dann erst die Vene selbst vorzunehmen. Reduziert erfahrungsgemäß das "Rollvenen"-Problem. Viele Venen werden bei fester Haut einfach verdrängt und man sticht eher unkontrolliert. Bei alten Ömchen mit superweicher, quasi kollagenfreier Unterhaut auch nützlich.
smurfonline
24.02.2012, 16:48
Cave mit dem steil einstechen: Wer steil reinsticht, sticht auch schnell steil wieder raus.
.
Ist ja auch die Advanced Zugang leg Version :)...schnell steil rein, ganz schnell abflachen, wenn in Vene... :)...so lachen selbst die ängstlichsten Pat!
Komm, du musst zugebenen. Es gibts nichts was mehr Gänsehaut bereitet zu sehen, wie ein Weißkittel gaanz flach und langsam die Vene über einen Zentimeter aufritzt mit dem schmerzverzogenen Gesicht des Patienten.
Keenacat
24.02.2012, 16:58
Uuuh, ja das ist natürlich grauslich. Ich machs auch lieber steil, allerdings bin ich ne Bastlerin und rette meist auch noch ne durchstochene Viggo. Hab immer NaCl und ne Spritze aufm Tablett.
WackenDoc
24.02.2012, 18:21
Ich meinte entweder so wie am Handrücken mit dem Daumen spannen- dann halt mit etwas Abstand zur Punktionsstelle. Oder mit Daumen (und Zeigefinger seitlich) straff ziehen Und dann wie beim Billardqueue über Daumen und Zeigefnger zielen
Meridion
24.02.2012, 19:45
Pass auf, Flowchart für mißglückte Infusionsgaben
"Sorry Mädels, die Venen sind echt zu schlecht, macht mal n halben Liter Blubberwasser subkutan"
oder
"Alles gut Herr Meyer, sie haben bissi schlechte Venen, aber das kriegen wir schon hin" *Starte Versuch 4*
oder
"Anforderungen->Konsile in domo->Internistisches Konsil/Standard->Fragestellung:'Bitte periphervenöser Zugang zur Applikation der Antibiose"
oder
"Ja, ach, bevor ichs vergess, bei der Frau Meyer haben wir die Antibiose oralisiert nach Rücksprache mit dem Internisten."
Grüße aus der Psychiatrie =P
M
DocEmmetBrown
25.02.2012, 11:12
Werde die vorgeschlagenen Tipps sobald als möglich in der Praxis ausprobieren. Habe einfach noch nicht so ganz raus, wie straff ich die Haut spannen muss, damit die Vene nicht wegrollt, andererseits aber nicht soviel seitlichen Zug auszuüben, dass die Vene platt gespannt wird.
Eine Frage, aus meinem ersten Post will ich aber noch mal in Raum werfen. Wenn ich die Haut nicht nur von distal, sondern eben auch von einigen Zentimeter proximal der Punktionsstelle spanne, warum ist es dann, so ließt man jedenfalls, problematisch, wenn man dabei die Vene (wie gesagt proximal der Einstichstelle) komprimiert? An der Punktionsstelle müsste die Vene doch eigentlich trotzdem gut gefüllt sein.
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