Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipps zum Legen einer Viggo
MissGarfield83
27.02.2012, 18:48
Mhh okay - anscheinend bin ich wohl eher zu faul für jede Viggo mir ne Spritze mit NaCl zu betanken .... wird wohl Zeit mri das abzugewöhnen ;)
Keenacat
27.02.2012, 18:51
Ich mach mir morgens eine mit rotem Stöpsel aufs Tablett. Hält für die ganze Viggo-Runde und ich mach mir nur eine zweite Spritze, wenn ich die erste verbraucht hab. Lohnt sich immer mal, weil man damit auch mal retten kann, wenn man durchgestochen hat.
MissGarfield83
27.02.2012, 18:57
Danke für den Tipp :) Hätt man ja auch selber draufkommen können ... aber naja, lernen vernebelt das Gehirn ;)
Verrätst du mir wie du die Viggo damit rettest ? Ziehst du unter anspülen zurück ?
Coxy-Baby
27.02.2012, 18:58
@keenacat: du spülst mit ein und derselben Spritze bei mehr als einem Patienten?
Keenacat
27.02.2012, 19:01
:-))
Natürlich nicht. Aber ich brauch die Spritze villeicht bei einer von sieben Viggos, also schlepp ich nicht für jeden Viggo ne eigene mit, sondern füll nach, wenn die eine Spritze aufm Tablett verbraucht ist.
Verrätst du mir wie du die Viggo damit rettest ? Ziehst du unter anspülen zurück ?
Ich zieh unter Sog zurück, bis Blut kommt (= ich im Lumen der Vene angelangt bin), dann schieb ich vorsichtig vor und spül an.
WackenDoc
27.02.2012, 19:05
@MissGarfield: Manchmal ist man zwar intravasal, aber die Viggo will nicht richtig vor. Da kann man die manchmal reinspülen- mit ner Spritze NaCl oder einfach mit der angeschlossenen Infusion (sofern das was ist, was auch para laufen kann, ohne dass was passiert).
Viggos, die zu sind, bekommt man damit auch manchmal frei, ohne dass man sie ziehen muss. Ob es allerdings so der Hit ist, den Thrombus frei zu schießen ist halt die Frage.
Oder so wie Keencat beschrieben hat.
Sagt mal - wer von euch spült ne Viggo an wenn sie frisch gelegt ist und keine Infusion dran kommt ? Meine Freundin meinte sie macht das immer - aber mir ist es jedesmal ohne gezeigt worden. Habs als ich ein CT mit Km bekommen hab das erste mal gesehen dass jemand anspült ... und da ist es verständlich. Aber auf Station ? Macht ihr euch da die Mühe ?
dass wirklich jede neue viggo angespült wurde, habe ich erst einmal in der kinderklinik gesehen...
Wir haben welche im Vorrat falls der Arzt sie verlangt. Aber regelhaft haben wir die alten, zum Glück. Stimmt, die Stichschutz-Flexülen (und auch Butterflys) waren mal ein Thema, aber sie sind nie verpflichtend gekommen. Besonders unsere Neonatologen sind damals Sturm gelaufen wegen Problemen mit Handling und 'Todraumvolumen', glaub ich.
Ähm, da seid ihr aber auf rechtlich recht dünnem Eis unterwegs. Laut TRBA 250 sind Sicherheitskanülen seit 2007 Pflicht. Der AG muß Euch die Sicherheitskanülen stellen und muß eigentlich auch dafür sorgen, dass die alten Kanülen entsorgt werden. Er handelt sonst nämlich grob fahrlässig und wird mit der BG im Fall des Falles ein Problem kriegen...
dass wirklich jede neue viggo angespült wurde, habe ich erst einmal in der kinderklinik gesehen...
Ich spüle JEDE Viggo, die ich nicht sofort benutze, an. 10ml NaCl kosten nix und halten mir die Viggo offen, wenn ich keinen Mandrin zur Hand habe. Was nutzt mir die gerade frisch gelegte Viggo, wenn sie 10 Minuten später in der Funktionsabteilung nicht mehr durchgängig ist? :-nix
Keenacat
28.02.2012, 14:32
10ml NaCl kosten nix und halten mir die Viggo offen, wenn ich keinen Mandrin zur Hand habe. Was nutzt mir die gerade frisch gelegte Viggo, wenn sie 10 Minuten später in der Funktionsabteilung nicht mehr durchgängig ist? :-nix
Ohne Mandrin ist schon klar, aber mit gabs noch nie Probleme. Machste dann son Stöpsel drauf?
Ähm, da seid ihr aber auf rechtlich recht dünnem Eis unterwegs. Laut TRBA 250 sind Sicherheitskanülen seit 2007 Pflicht. Der AG muß Euch die Sicherheitskanülen stellen und muß eigentlich auch dafür sorgen, dass die alten Kanülen entsorgt werden. Er handelt sonst nämlich grob fahrlässig und wird mit der BG im Fall des Falles ein Problem kriegen...
Ich spüle JEDE Viggo, die ich nicht sofort benutze, an. 10ml NaCl kosten nix und halten mir die Viggo offen, wenn ich keinen Mandrin zur Hand habe. Was nutzt mir die gerade frisch gelegte Viggo, wenn sie 10 Minuten später in der Funktionsabteilung nicht mehr durchgängig ist? :-nix
war auch nur eine beobachtung ;-)
FataMorgana
29.02.2012, 05:45
Ähm, da seid ihr aber auf rechtlich recht dünnem Eis unterwegs. Laut TRBA 250 sind Sicherheitskanülen seit 2007 Pflicht. Der AG muß Euch die Sicherheitskanülen stellen und muß eigentlich auch dafür sorgen, dass die alten Kanülen entsorgt werden. Er handelt sonst nämlich grob fahrlässig und wird mit der BG im Fall des Falles ein Problem kriegen...
Ich war neulich in einer Dialyseeinheit in Schläfrig-Holzbein zur Hygienebegehung. Dort haben wir das Thema auch diskutiert. Die Nephrologen wussten von einem Todesfall zu berichten, der durch eine Sicherheitskanüle verursacht wurde. Seitdem werden diese offenbar sehr kontrovers diskutiert, und der Vollzug der TRBA 250 scheint partiell ausgesetzt zu sein. Leider kenne ich keine Details - weiß evtl. jemand anders etwas darüber?
FataMorgana
29.02.2012, 05:56
Scheint 2008 in einer Dialyse passiert zu sein. Mehr konnte ich auf die Schnelle nicht herausbekommen. Ein Produkt wurde in der Folge auch zurückgerufen.
Was soll denn da genazu passiert sein? Wir reden doch von den Kanülen, die, wenn man sie aus der Vene zieht, diese kleinen Ärmchen ausschnellen lässt, dich sich um die Spitze vorne legen, oder? Sind die Ärmchen zu schnell ausgefahren und haben das Gefäß perforiert, oder was genau?
Laut TRBA 250 sind Sicherheitskanülen seit 2007 Pflicht. Der AG muß Euch die Sicherheitskanülen stellen und muß eigentlich auch dafür sorgen, dass die alten Kanülen entsorgt werden. Er handelt sonst nämlich grob fahrlässig und wird mit der BG im Fall des Falles ein Problem kriegen...
Sicherheitsflexülen haben wir auch für die größeren Kinder (blau und rosa halt), die kleinen gelben Flexülen für die Babys und Kleinkinder kenne ich aber nur ohne. Gibt es da auch welche mit?
Sagt mal - wer von euch spült ne Viggo an wenn sie frisch gelegt ist und keine Infusion dran kommt ? Meine Freundin meinte sie macht das immer - aber mir ist es jedesmal ohne gezeigt worden. Habs als ich ein CT mit Km bekommen hab das erste mal gesehen dass jemand anspült ... und da ist es verständlich. Aber auf Station ? Macht ihr euch da die Mühe ?Ich nach das immer. Bei uns ist der Pflegestandard, dass eine Viggo grundsätzlich mit Dreiwegehahn versehen wird und das ganze wird angespült. Mandrins gibt es bei uns nicht. Klar ist es etwas mehr Aufwand, aber rein subjektiv find ich es auch ganz gut, ich hab irgendwie das Gefühl, die halten länger, gerade wenn sie länger nicht befahren werden - wie gesagt, rein subjektiv. Aus meinem PJ Haus und aus den Famulaturen erinnere ich mich noch gut an zahlreiche Viggos aus denen man einen verkrusteten Mandrin rausgezogen hat und sann kam nix raus und es ging nix rein, sowas seh ich hier nur sehr selten.
Ich spül nur mit NaCl an, wenn danach was angehängt wird, was nicht para laufen sollte (KM oder so). Ansonsten schließ ich die Infusion direkt an oder benutze einen Mandrin zum Abstöpseln.
Die Nephrologen wussten von einem Todesfall zu berichten, der durch eine Sicherheitskanüle verursacht wurde. Seitdem werden diese offenbar sehr kontrovers diskutiert, und der Vollzug der TRBA 250 scheint partiell ausgesetzt zu sein. Leider kenne ich keine Details - weiß evtl. jemand anders etwas darüber?
et voila: Onkel Google hilft.
http://www.albrecht-partner.de/images/stories/pdfs/08-07-07Bionic1.pdf
Die Nephrologen haben meiner Meinung nach aber - so leid es mir tut - nicht aufgepasst.
Erst mal gibt es hier wohl keine "kontroverse Diskussion" (zumindest habe ich nicht rausgefunden, wer die wo führen würde).
Außerdem hat der Fall nix mit Viggos zu tun, sondern mit einem ganz bestimmten Modell von Dialysekanülen, nämlich der Bionic SafeGuard, die 2008 vom Hersteller zurückgerufen wurde.
In dem Fall scheint auch an anderer Stelle nicht alles optimal gelaufen zu sein.
Die Kanüle wurde wohl nicht vernünftig fixiert, ist infolge von Patientenbewegungen so verrutscht, dass sie in die Entsorgungsposition gelangen konnte, dann kam Zug auf die Kanüle und die Nadel hat sich "gesichert" und war dann futsch.
Der Patient ist dann wohl aufgrund des Blutverlustes verstorben.
FataMorgana
01.03.2012, 01:28
Die Nephrologen haben meiner Meinung nach aber - so leid es mir tut - nicht aufgepasst.
Du bist ja mit Deinem Urteil über einen Fall, den Du offenbar nicht näher kennst, schnell dabei. Bei so niedergelassenen Nephrologen kommt es bestimmt ganz gut an, wenn ihnen ein Medizinstudent im 1. klinischen Semester mit Hilfe von angegoogelten Kenntnissen aufzeigt, wo sie nicht aufgepasst haben, wo sie eine kontroverse Diskussion führen und wo nicht usw.
Erst mal gibt es hier wohl keine "kontroverse Diskussion" (zumindest habe ich nicht rausgefunden, wer die wo führen würde).
Nun, an dieser Stelle darf ich Dich jetzt freundlich auf Tante Google verweisen:
http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Biologische-Arbeitsstoffe/ABAS/aus-dem-ABAS/Shunt-Punktion.html
Im September 2008 hat sich der ABAS mit dem Einsatz von Shunt-Punktionskanülen mit eingebautem Sicherheitsmechanismus befasst. Aufgrund eines für einen Patienten tödlichen Zwischenfalles während der Dialyse und des Rückrufes des Produktes durch den Hersteller beschloss der ABAS bis auf Weiteres den Einsatz sicherer Nadelsysteme für die Shunt-Punktion in der Dialyse nicht zu empfehlen bzw. zu fordern. Gleichzeitig hat der ABAS eine sicherheitstechnische Klärung angekündigt.
Daraufhin hat sich ein Arbeitskreis von Anwendern und Herstellern von Shunt-Punktionskanülen sowie Unfallversicherungsträgern und einer Länderaufsicht gebildet und intensiv die sicherheitstechnischen Eigenschaften der Shunt-Punktionskanülen sowohl für Anwender als auch für Patienten betrachtet, verglichen und beurteilt.
Im Ergebnis ist aus Sicht des ABAS festzustellen, dass Shunt-Punktionskanülen für die Dialyse mit eingebautem Sicherheitsmechanismus zurzeit die Sicherheit der Patienten nicht gewährleisten können.
Insofern hat der genannte Fall offenbar nicht nur Impact auf ein ganz bestimmtes Modell von Sicherheits-Dialysekanülen, sondern scheinbar auf alle oder zumindest mehrere Modelle.
Mit der Feststellung, dass der Fall nichts mit Viggos zu tun hat, scheinst Du allerdings richtig zu liegen.
Ich würde aber empfehlen, den Tonfall noch ein klein wenig zu optimieren. ;-)
Mag sein, dass ich dich missverstanden habe, aber für mich klang das so, dass die von dir ursprünglich zitierten Nephrologen aufgrund besagten Todesfalls sämtliche Sicherheitskanülen (einschließlich Viggos etc.) abgeschafft haben.
Und das halte ich für verfehlt, hab mich aber anscheinend nicht so wirklich treffend ausgedrückt. Mea culpa. Oder, wie gesagt, ich hab da was aus deinem Post gelesen, was eigentlich gar nicht da war. Wäre auch doof.
Aber trotzdem, eine kontroverse Diskussion über den Sinn und Unsinn von Sicherheitskanülen sehe ich beim besten Willen nicht.
Die Dialysekanülen scheinen nach allgemeiner Auffassung Schund zu sein. Kann ich nachvollziehen. Dass die Dinger anscheinend durch Patientenbewegungen in die Entsorgungsstellung wandern und dann dislozieren können, ist ziemlicher Murks. Insofern glaube ich, man darf einfach mal unterstellen, dass allgemein anerkannt ist, dass Sicherheitskanülen im Bereich der Dialyse keine gute Idee sind.
Bei den restlichen Kanülen sehe ich die kontroverse Debatte allerdings auch nicht. Da gilt die TRBA 250 ja immer noch relativ unbeeinträchtigt, und insofern setzt sich ein Arbeitgeber, der dem nicht folgt, haftungsmäßig ziemlich in die Nesseln, sobald mal was schiefgeht.
nochmal eine frage : ich habe immer das problem, dass wenn ich aus einer schon gelegten braunüle abnehmen will, mir immer sehr viel blut entgegenkommt wenn ich den mandrin ziehe um einen multiadapter reinzustecken, wo dann die monovett drauufgesetzt wird. und wenn ich den adapter entferne um einen neuen mandrin zu setzen genauso. drücke das gefäß schon ab, das bringt aber nicht viel, was muss ich machen ? gibt immer ziemlich ne sauerei....
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