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Ehemaliger User 05022011
25.10.2010, 17:39
Meiner Auffassung nach ist alles was nicht direkt mit Stuttgart21 zu tun hat ein Nebenkriegsschauplatz. Dazu gehören auch und vor allem die politischen Globalmodalitäten, z.B. die Frage ob und wer für einen Bürgerentscheid in Frage kommt oder die Forderung von Boris Palmer doch statt des deutschen Planfeststellungsverfahrens das schweizerische zu verwenden. Das sind Fragen, die grundsätzlich das Infrastruktur-Planungswesen betreffen und nicht spezifisch für S21 sind.
das stimmt ja, aber ist es denn nicht so, dass immer erst alles diskutiert wird, wenn es mal wieder einen aktuellen Ansatzpunkt dafür gibt


Die werden jetzt halt zufällig an diesem durchexerziert, was aber wenig hilfreich ist.
und deswegen eben nicht zufällig, aber mit "nicht hilfreich" hast du natürlich recht

Rico
30.10.2010, 21:01
Nachdem ich den ersten Schilchtungstag nur in Auzügen verfolgen konnte, hab ich den zweiten Tag (hier bei Phoenix (http://www.phoenix.de/content//334892)) immerhin über weite Strecken sehen können und ich muss sagen, das gefällt mir im großen und ganzen schon recht gut:
Zunehmend transparent und (dank Heiner Geissler) extrem einsenbahnerlaiengerecht aufgebaut. Insbesondere die Klärung der offenen Fragen der Vorwoche direkt zu Beginn (also nach diesem unnötigen Intermezzo mit der Friedenspflicht)

Wie ich oben schonmal geschrieben habe denke ich nachwievor, dass das der einzige Weg ist die Geschichte noch zur Zufriedenheit beider Seiten zu lösen, aber wenn man mal weiterdenkt und wirklich unterstellt die Schlichtung habe Modellcharakter für nachfolgende Bauprojekte, dann frage ich mich schon, ob sich das relevante Teile der Bevölkerung antun, stundenlang über technische Details von Signalanlagen oder (ohnehin per Vorschrift geregelte) Einfahrgeschwindigkeiten in Bahnhöfe fachzusimpeln. ich find's wie gesagt interessant, aber bei jedem größeren Bauprojekt??? Da kommt bestimmt bald Langeweile auf...

airmaria
28.11.2010, 17:50
In der Schweiz gibt es wohl tatsächlich für jeden Schiss eine Volksbefragung (wenn ich richtig informiert bin, gibt es alle 3 Monate mehrere Fragen, die der Bürger beantworten darf), und es scheint gut zu funktionieren.

sorry, wenn ich dieses argument aus brandaktuellem anlass nochmals kurz aufgreife:

das schweizer volk hat mal wieder ne saubere "volksbefragung" durchgeführt...
das volk hat FÜR die ausschaffungsinitiative von ausländern gestimmt und damit GEGEN ausdrückliche empfehlungen von amnesty international und ähnlichen organisationen...
airmaria

Rico
30.11.2010, 16:24
Habemus Schlichterspruch! :-)

Heiner "Yoda" Geissler hat gesprochen:
Wie schon vermutet soll Stuttgart 21 weiter gebaut werden, allerdings mit ein paar von den Kritikern angeregten Änderungen als neuer Begriff "Stuttgart 21 Plus".

Die freiwerdenden Flächen gehen in eine Stiftung, die dafür Sorge trägt, dass dort Bürgermitsprache bei der Städtplanung haben und dort keine Spekulanten zum Zuge kommen.

Gute Sache finde ich. :-dafür

Relaxometrie
30.11.2010, 16:34
Ich habe den Schlichterspruch auch verfolgt und bin eher positiv überrascht. Es wäre natürlich der Knaller gewesen, wenn die Empfehlung einen Baustop enthalten hätte. Insgesamt schien mir das Hauptargument PRO Weiterbau zu sein, daß der Baustop laut 3 Wirtschaftsgutachten zwischen 1 und 1,5 Milliarden Euro kosten würde. Langfristig darf es sich selbstverständlich nicht einbürgern, daß ein Großprojekt solange gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt wird, bis sich ein Zurück finanziell nicht mehr lohnen würde.
Aber für S21 ist das, was Heiner Geißler vorschlägt, wohl tatsächlich sehr gut. Die Verbesserungsvorschläge, die angeblich von beiden Seiten gewünscht werden, klangen auch ganz gut. Bleibt abzuwarten, was kommende Bundesregierungen aus dem allen machen werden.

Rico
30.11.2010, 16:45
Langfristig darf es sich selbstverständlich nicht einbürgern, daß ein Großprojekt solange gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt wird, bis sich ein Zurück finanziell nicht mehr lohnen würde. Genau, allgemein ist die Zeit für neue Wege der Planung und Legitimierung von Großprojekten gekommen.
Aber im speziellen Fall von Stuttgart21 steht man halt nicht mehr am Zeitpunkt 0 sondern bei +20 Jahren... und damit halt ca 10 Jahre zu spät um noch andere Konzepte von Null auf aufzuziehen.
Daher ist der Schlichterspruch folgerichtig.

airmaria
30.11.2010, 18:23
Langfristig darf es sich selbstverständlich nicht einbürgern, daß ein Großprojekt solange gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt wird...
zu dieser aussage bleibt erst mal ganz klar festzuhalten, dass für stuttgart 21 niemals festgestellt wurde, dass es gegen den willen der bevölkerung ist!!!


"Stuttgart 21 Plus"
schöner honig, wo doch bei nen paar abgegebenen flächen "Stuttgart 21 Minus" viel treffender wäre :-))
airmaria

Rico
30.11.2010, 18:32
zu dieser aussage bleibt erst mal ganz klar festzuhalten, dass für stuttgart 21 niemals festgestellt wurde, dass es gegen den willen der bevölkerung ist!!! Laut repräsentativer Umfrage des Politbarometers vom 26.11. sind sogar sowohl eine Mehrheit der Stuttgarter wie auch der Baden-Württemberger FÜR das Projekt.
Ist natürlich nur ne Umfrage und die Mehrheiten sind knapp, aber immerhin ist der Anschein, dass "ganz" Stuttgart dagegen sei nicht zutreffend.
http://wirsindstuttgart21.de/wp-content/uploads/2010/11/Politbarometer.png

EDIT: Hier noch der direkte Link zum Politbarometer (http://wahltool.zdf.de/Politbarometer/mediathekflash.shtml?2010_11_26_Stuttgart21), unten rechts kann man sich durch die verschiedenen Umfragen klicken.

schöner honig, wo doch bei nen paar abgegebenen flächen "Stuttgart 21 Minus" viel treffender wäre Was meinst Du mit "abgegebenen" Flächen?

airmaria
30.11.2010, 18:37
Was meinst Du mit "abgegebenen" Flächen?

Die freiwerdenden Flächen ...

wobei interessant ist, dass jetzt ggf. noch 2 gleise mehr gebaut werden sollen und die kosten insgesamt noch höher werden, was ja eigentlich hauptgegenargument ist...
wobei das teuerste wohl die proteste an sich sind, paradox!
airmaria

Rico
30.11.2010, 18:52
Wobei das mit den 100ha innerstädtischer Fläche ja schon klar war, die hat die Stadt ja gerade deshalb schon vor Jahren von der Bahn gekauft um dort Planungshoheit zu haben, damit das neu entstehende Quartier eben nicht so steril und abends verlassen endet wie das (nördlich) neben dem Bahnhof bereits neu bebaute Europaviertel, dessen Grundstücke der Bahn gehören und die da Glaspaläste für Banken, Einkaufscenter & Co draufpflastert.
Neu ist halt die Stiftung mit der das Viertel dauerhaft vor Spekulanten geschützt wird, aber die Planungshoheit hat nachwievor die Stadt - nur nun halt innerhalb der noch zu spezifizierenden Stiftungsvorgaben.

airmaria
30.11.2010, 20:22
interessant, dass es auch ein Hamburg-wiedumirsoichdir-21-Projekt (http://www.ndr.de/regional/hamburg/stadtbahn167.html) gibt, nur mit umgekehrten vorzeichen: hier ist die bevölkerung klar gegen das projekt, doch die grünen wollten es unbedingt durchsetzen, trotz massiver kosten... nur wurde hier nicht demonstriert, weil die grünen selbst in der regierung sassen! schon komisch, die sache mit der politik!
airmaria

airmaria
15.06.2011, 13:31
auch hier mal ein kleines update: grüner minister lässt blockade räumen (http://www.bild.de/politik/inland/stuttgart-21/auch-gruener-ministerpraesident-laesst-blockade-raeumen-18366022.bild.html)

...ich könnte mich beömmeln :-)) :-)) :-))
airmaria

Rico
15.06.2011, 14:17
Das hat sich der grüne Wähler sicherlich anders vorgestellt. Aber konnte ja keiner ahnen, dass so ein Baustopp Geld kostet.

Ich bin auch schon die ganze Zeit am überlegen ob ich spasseshalber mal schnell in die Stadt runter fahre und eine Runde "Lügenpack" skandiere... :-D

Evil
15.06.2011, 15:01
Die allermeisten von denen, die grün gewählt haben, waren wahrscheinlich Protestwähler und keine überzeugten Fundis. Und die kriegen doch jetzt genau das, was sie sich gewünscht haben, vielleicht sollten wir uns zukünftig häufiger auf grüne Ministerpräsidenten einstellen...

Rico
27.11.2011, 21:19
Sodele, das Volk hat gesprochen und mal ganz basisdemokratisch klargestellt, dass ein auch ein paar Tausend Wutbürger mit bunten Plakaten in der Hand nicht automatisch für sich in Anspruch nehmen können, sie würden die Mehrhheit der Bevölkerung repräsentieren bloß weil sie halt irgendwie viele sind, wenn man sie alle zusammen auf dem Schlossplatz anschaut.
Neben allen realexistierenden basisdemokratischen Defiziten vielleicht die wichtigste Botschaft des heutigen Abends.

Nachdem sie ja schon vor zwei Jahren daran gescheitert waren, ein Sechstel der Wahlberechtigten für ein Bürgerbegehren zu mobilisieren, hat es heute weder für das 33% Quorum noch für eine einfache Mehrheit gereicht - nichtmal in der angeblichen "Widerstandshochburg" Stuttgart. :-keks

Und dem geneigten Wutbürger bleiben jetzt noch vier Jahre in denen man dem Bahnhofbauherrenteam Kretschmann/Herrmann dabei zusehen kann wie sie entgegen dem Auftrag ihrer eigenen grünen Wähler jetzt den Bahnhof im Auftrag der Wähler von Union und SPD bauen dürfen - sag einer der schwäbische Wähler hätte keinen Humor. :-D

Gast26092018
27.11.2011, 21:40
Wieviel Steuergeld wurde eigentlich durch die ganze Bauverzögerung, Polizeieinsätze und dieses ganze Gebabbel vergeudet?
Mir war klar das dieses Bahnprojekt am Ende realisiert wird. Wie kann man sich dem Fortschritt in den Weg stellen? Die Globalisierung hat nun mal einen hohen Preis, natürlich ist es traurig wenn Naturanlagen geopfert werden (ohne die genauen Details zu kennen), aber wir müssen uns für die Zukunft rüsten und an unsere Kinder, die nächste Generation denken;-)

Clara Cecilia
27.11.2011, 21:49
dieses ganze Gebabbel

das nennt man auch Demokratie, ist nicht immer leicht und kostet auch Geld ja, aber ohne sie geht es nun mal auch nicht ( auch im Interesse unserer Kinder, müssen wir darauf achten, dass das nicht in Frage gestellt wird ;-))

Rico
27.11.2011, 22:03
Wie kann man sich dem Fortschritt in den Weg stellen? Die Globalisierung hat nun mal einen hohen Preis, natürlich ist es traurig wenn Naturanlagen geopfert werden (ohne die genauen Details zu kennen)Mit Globalisierung hat das nix zu tun, der alte Bahnhof ist halt 100 Jahre alt, da kann man schonmal über nen neuen nachdenken.
Außerdem werden keine Naturanlagen geopfert, der Park ist hinterher größer als er vorher war...

Clara Cecilia
27.11.2011, 22:10
Außerdem werden keine Naturanlagen geopfert, der Park ist hinterher größer als er vorher war...

hat halt nur ein paar weniger Bäume:-D

Rico
27.11.2011, 22:17
hat halt nur ein paar weniger Bäume:-DWieder falsch: MEHR Bäume als vorher!
Für die zu fällenden (bzw. seit dem Schlichterspruch ja umzutopfenden) 282 Bäume im Schlossgarten werden 293 neue geplanzt (teilweise auch schon wieder große Bäume). Außerdem werden in dem dann neu entstehenden Stadtviertel insgesamt gut 5000 Bäume gepflanzt wo heute Gleiswüste herrscht...