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tine74
28.11.2010, 08:01
Da hast Du wohl recht.
Gerade in den gängigen Fächern wie Chirurgie und Innere kann man ja nun wirklich wählen, wohin man geht, und auch als Anfänger muss man nicht jede Stelle annehmen.
Mir graut jetzt schon davor, für ein Jahr das Haus wechseln zu müssen wegen der Weiterbildung, aber noch hab ich drei Jahre bis dahin :).

Hypnos
28.11.2010, 09:52
nördliches Ruhrgebiet mit dem Glück, das Verwaltungschef Chef aus der Hand frißt bei über 700 Prothesen im Jahr und wir deswegen einen ziemlich guten Stellenschlüssel haben und - das wichtigste - wir voll besetzt sind.. wahrscheinlich wegen der paradiesischen Zustände, denn wenn man nur 10km weiter guckt ins nächste Krankenhaus, sieht das schon gaaaaaaaaaaaaanz anders aus
Es ist natürlich schon so, dass wenn man im OP ist man auch mal länger bleibt, aber bei uns ist das sehr ausgeglichen wer wann wie oft im OP ist (Chef führt Buch darüber, so dass sich keiner benachteiligt fühlen kann) und wenn man am Montag dann eben auch mal zwei Stunden länger da ist, kann man am Dienstag eben auch mal ein bis zwei Stunden eher gehen
Fairerweise muss ich aber sagen, dass das für die Assistenten gilt, auf den Führungsetagen ist es natürlich anders...

und soll ich mal noch mehr angeben? Da wir uns die Dienste mit Neurochirurgen und Allgemeinchirurgen teilen mache ich im im Monat zur Zeit drei Dienste :)

Hm...grübel...sollte es die Knappschaft in Recklinghausen sein?

tine74
28.11.2010, 12:55
Hm...grübel...sollte es die Knappschaft in Recklinghausen sein?

ne, aber RE ist sooooooooooo weit nicht weg

Anne1970
30.11.2010, 04:22
Hallo,
hab mal eine Frage:
Ich werde im Dezember meine erste Stelle in der Inneren antretten. Habe bereits vor ein paar Monaten meinen Vertrag erhalten und unterschrieben. Mit dem bin ich auch soweit zufrieden. Heute habe ich einen Nebenvertrag erhalten, mit dem Angebot einer Pauschale von 450 Euro pro Monat, mit der alle Überstunden abgegolten sein werden. Was meint ihr als erfahrene Assistenten? Bin da etwas skeptisch!!:-nix

Hallo Shacky Mecki,

hast du inzwischen mal juristischen Rat eingeholt?

Gruß
Anne

Shacky Mecki
30.11.2010, 07:10
Hallo Anne,
nein, hab ich nicht. Ich wollte jetzt erst mal abwarten und die anderen Assistenten fragen was die gemacht haben und wie das mit den Überstunden so gehandhabt wird. Bin ja ab morgen dort.

Anne1970
30.11.2010, 20:18
Hallo Anne,
nein, hab ich nicht. Ich wollte jetzt erst mal abwarten und die anderen Assistenten fragen was die gemacht haben und wie das mit den Überstunden so gehandhabt wird. Bin ja ab morgen dort.


Man kann dir nur den Rat geben, dich DRINGEND mit einem Arbeitsrechtler/einer Arbeitsrechtlerin in Verbindung zu setzen. (Geht beim MB ( am besten bei der Geschäftsstelle deines Landesverbands) auch per Tel. und Fax - für Mitglieder kostenlos).
Alles Gute!

Gruß
Anne

lisahammerexamen
17.12.2010, 18:56
Ich habe heute die Kopie meines Arbeitsvertrages zugeschickt bekommen und habe erhebliche Bedenken. Wie lief das denn nun bei dir mit der Überstundenpauschale? Hat sich da schon was ergeben?

Zu meinem Problem: Es handelt sich um meine erste Stelle. Bisher habe ich mündlich zugesagt und ich würde eigentlich auch gerne dort anfangen. Es handelt sich um eine Assistenzarztstelle in der Viszeralchirurgie. Diese ist z.Zt. die einzige Option für mich in dieser Stadt (sonst nur Absagen, da keine Vakanzen)

In meinem Vertrag gibt es eine..

§ 8 Opt out -Regelung

ich habe gehört, dass die gar nicht im Vertrag stehen darf sondern auf einem Extrablatt unterschrieben werden muss?!
Wozu verpflichte ich mich hier genau? Die zusätzlichen 16 Stunden dürfen nur Bereitschaftsdienst sein? Wäre dieser sonst in den 40 Stunden enthalten?

Weiterhin wird im Vertrag folgende Nebenabrede vereinbart:

§ 9 Pauschale

...erhält für Mehrarbeit sowie Überstunden eine monatliche Pauschale in Höhe von 350€. Damit sind alle Ansprüche (Vergütung und Zeitausgleich) für die vorgenannten Leistungen abgegolten.

Ich war ehrlich gesagt schockiert, als ich das gelesen habe. V.a. weil ich weiß, dass dort täglich bis 18h gearbeitet wird. Das heißt man kommt dann auf etwa 40 Überstunden pro Monat (evlt auch mehr...).
Ich bin ja gerne bereit viel zu arbeiten, aber dafür sollte man dann auch bezahlt werden. Oder habe ich da zu hohe Ansprüche und sollte mich freuen, dass ich überhaupt was bekomme? Hatte so das Gefühl bei einigen der vorherigen Einträge (Überstunden werden nicht aufgeschrieben etc.). Habe meinen Vertrag heute gleich dem Marburger Bund gemailt - bin gespannt was die dazu sagen. Höre aber erst am Montag von denen...

Relaxometrie
17.12.2010, 19:03
Was für ein Tarifvertrag gilt denn in dem Haus? AVR? TVÖD? VKA? Oder sonstiges?

lisahammerexamen
17.12.2010, 19:05
Das Arbeitsverhältnis bemisst sich nach den Vorschriften des Tarifvertrags im KAH (TV-Ärzte KAH)....

es handelt sich also um Hamburg ;)

Feuerblick
17.12.2010, 20:07
Diesen Vertrag würde ich nicht unterschreiben!!! :-dagegen

MissGarfield83
17.12.2010, 20:17
Ich auch nicht - dafür gibts genug offene Stellen, als dass man so eine Unverschämtheit unterzeichnen müsste ...

Ist es deine Traumstelle?

Kackbratze
17.12.2010, 21:41
Träume können schnell Albträume werden.

Sebastian1
17.12.2010, 22:54
Abgesehen davon mal ein paar Überlegungen rein finanzieller Natur:

Pauschale für Überstunden von 350 Euro brutto für 40 Überstunden im Monat? Never ever.
Als Vergleich mal: Gehst du nebenher als Notarzt arbeiten, sind Stundenlöhne von ca 30-40 Euro an der Tagesordnung (manchmal auch weniger, dann aber meist mit zusätzlicher Pauschale pro Einsatz).
Rechnen wir mal mit nur 25 Euro pro Stunde, so wären das immer noch 1000 Euro für die besagten 40 Stunden - auch brutto, wobei das dann immerhin nur steuer- und nicht sozialversicherungspflichtiger Nebenerwerb wäre.
Du arbeitest aber in einer Klinik. Hier bewegen sich die vermittlungsbasierten Entlohnung für Nichtfachärzte mittlerweile in Regionen zwischen 60 bis 100 Euro pro Stunde. Nur mal so als Vergleich.
Und, um mal realistisch zu bleiben: Wenn du in deinem eigenen Haus als Nichtfacharzt Bereitschaftsdienst schiebst, dann bekommst du (TV-Ä/VKA 2010) auf Stufe C immerhin 25 Euro pro Stunde zzgl Nachtzuschlag von 15% zwischen 21 und 6 Uhr.

Sicher ist nicht alles eine Frage des Geldes, aber dieser Vertrag ist in heutigen Zeiten einfach nicht realistisch.

lisahammerexamen
18.12.2010, 09:53
Danke für eure Einschätzungen. Wenn ich den letzten Beitrag richtig verstanden habe, dann arbeite ich die 16 Stunden Bereitschaftsdienst mit Unterzeichnung der Opt-out Regelung unentgeltlich, oder? Ich bin gerade echt ernüchtert. Und frage mich, wenn die sich nicht auf vertragliche Änderungen einlassen und ich die Stelle sausen lassen, ob ich dann beim nächsten Mal evtl ähnliche Probleme habe bzw ich irgendwo anfange und die Überstunden dann doch nicht ausbezahlt werden oder auch dort eine Opt-out Regelung vorliegt...

Sebastian1
18.12.2010, 10:51
Nicht verwechsel: Natürlich bekomsmt du den Bereitschaftsdienst bezahlt, nur Überstunden sind mit dieser 250-Euro-brutto-Pauschale komplett abgegolten, egakl, wie viele es werden.
Nichtsdestotrotz kein gutes Angebot, sondern alles andere als das.

Opt-out bezeichnet eine nicht verpflichtende Regelung, die zusätzlicher Bestandteil in einem extra vertrag sein mnuss und von dir auch wieder gekündigt werden kann und bedeutet, dass du dich einverstanden erklärst, auch über die sonst zulässige Höchstgrenze von 42 Stunden/Woche zu arbeiten. Opt-out-Regelungen sind in vielen Häusern üblich; ich selbst habe auch eine unterschrieben. Man muss halt nur schauen, was mit den Mehrarbeitsstunden passiert, und die Kombination aus Opt-out und pauschaler Abgeltung ist...uh. Da muss die Pauschale schon deutlich attraktiver sein. So um Faktor 3 bis 4.

gnuff
23.12.2010, 19:10
Machnmal hat man keine Wahl. ... Entweder Überstunden machen und Maul ahlten, oder keine Einteling bei den OPs. Hilft dann nur Stelle wechseln. Bei uns ist das problem ein anderes. Max 3 dürfen in urlaub/Freizeitausgleich sein, wir haben aber noch 3 freie Stellen und 1 Schwangere mit Berufverbot. Wann soll man dann die Stunden nehmen? Der Urlaunsplan für nächstes Jahr ist auch schon 3/4 voll...

Natürlich hat man da eine Wahl, nämlich zu gehen und den Doofkopf von Chef seinen Scheiss alleine machen zu lassen. Erpressung? Also hör mal, die Zeiten sind vorbei...
Ich kriege jede einzelne Übersekunde als Freizeit, habe keine 24h Dienste und opt out gibt es in Schweden überhauptnicht. Hier wird rebelliert, weil es in den ersten drei Stunden vom Dienst "nur" 150% gibt und erst ab 0 Uhr 200% ...

Wenn Deine Abteilung eigentlich Personalbedarf hat, dann dürfte es ja reichen, wenn Ihr mal zusammen dem Chef die Möglichkeit einer gemeinschaftlichen Kündigung erläutert...

Relaxometrie
23.12.2010, 22:48
Ich kriege jede einzelne Übersekunde als Freizeit, habe keine 24h Dienste und opt out gibt es in Schweden überhauptnicht. Hier wird rebelliert, weil es in den ersten drei Stunden vom Dienst "nur" 150% gibt und erst ab 0 Uhr 200% .
Wenn dort praktischerweise Deutsch gesprochen werden würde, wäre es keine Frage, wo man arbeitet. Aber ich merke, wie sehr mir die Ärzte bei uns auf den Geist gehen, die kaum Deutsch sprechen. Ich möchte also nicht ein nicht-schwedisch-sprechendes Äquivalent sein.
Für die allgemeine Kommunikation mit den Patienten, mit den Kollegen, aber auch in Notfallsituationen finde ich es notwendig, die Landessprache gut zu beherrschen.
Leider habe ich das vergangene Jahr mit meiner Diss vertrödelt, statt Schwedisch zu lernen.

gnuff
23.12.2010, 22:52
... Ich möchte also nicht ein nicht-schwedisch-sprechendes Äquivalent sein...

zwei Monate, dann kannst Du Schwedisch...

Kackbratze
24.12.2010, 06:15
Auch bei den Sprachen ist das eine Frage des Wollens und des Müssens.
Müssen manche Kollegen zum Sprachkurs? Eigentlich ja, sie verweigern den Kurs trotzdem.
Gibt es deswegen Repressalien oder gar die Androhung von Maßnahmen?
Nein. "Man ist ja froh über jeden den man hat".

Ein Glück ist es bei uns nicht so, bzw. der Kollege, der einen solchen Kurs verweigert hat, hat sein Glück dann woanders gefunden, aber wenn, es doch zu einer solchen Situation kommt, bin ich der erste, der sich eine andere Klinik sucht, bevor ich neben der Patientenkommunikation auchnoch eine gestörte Kollegenkommunikation als meine neuen Stressfaktor annehmen muss.



Wenn ich hier lese, was für Verträge manche Verwaltungen da aufsetzen, frage ich mich wer sowas überhaupt unterschreibt?
Ich bekomme meine Überstunden bezahlt, Freizeitausgleich ist auch möglich, sofern das nicht mit dem Urlaubsplan kollidiert und die Klinik noch entsprechend besetzt ist.
Ausser einer örtlichen Gebundenheit sehe ich echt keinen Grund unter solchen Bedingungen arbeiten zu wollen.

Relaxometrie
24.12.2010, 08:13
Ich bekomme meine Überstunden bezahlt, Freizeitausgleich ist auch möglich, sofern das nicht mit dem Urlaubsplan kollidiert und die Klinik noch entsprechend besetzt ist.
Das ist ja was Seltenes in Deutschland. Stimmt das tatsächlich uneingeschränkt? Kann ich mir fast nicht vorstellen, daß alle Überstunden bezahlt werden (bzw. in Freizeit ausgeglichen werden). Normalerweise heißt es doch, daß man sich besser zu organisieren hat, dann würden auch keine Überstunden anfallen. Was für einen Arbeitsvertrag hast Du denn?