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Feuerblick
24.12.2010, 09:07
Ich bekomme auch alle Überstunden als FZA ausgeglichen.

@Relaxo: Dieser Spruch mit der besseren Organisation zieht aber nur dann, wenn EIN einziger Kollege ständig Überstunden macht, der Rest der Mannschaft aber überwiegend pünktlich geht. Dann könnte man schon davon ausgehen, dass dieser eine Kollege ein kleines Problem mit Organisation und Arbeitsgeschwindigkeit hat.... (bei uns bekommt ein solcher Kollege leider auch alle Stunden per FZA ausgeglichen, was den Rest ärgert, denn der Kollege ist schlicht schneckenlangsam und unorganisiert mit Hang zum Kontrollzwang).

Evil
24.12.2010, 10:02
Wir bekommen auch Überstunden komplett als FZA abgegolten (auf Wunsch auch ausbezahlt, was aber steuerlich ungünstiger ist), Tarif ist TV-Ä/Marburger Bund.

stennadolny
25.12.2010, 18:53
Ditto.

Bayern, Kommunaler Träger.

Relaxometrie
25.12.2010, 19:15
Ditto.
Ist das eine neue Krankenhauskette? :-))

Sebastian1
25.12.2010, 21:42
Unsere Verwaltung hat diesen Monat sogar individuell anfragen lassen, wer Überstunden abfeiern möchte, wer ausbezahlt bekommen und wer teils-teils. Die neue elektronische Zeiterfassung ermöglicht auf einmal sogar, dass die Schichtwechselzeiten (vor allem die Ruhezeiten) Arbeitszeitgesetzkonform gestaltet wurden, und von ein paar Anlaufschwierigkeiten mit diesem Zeiterfassungssystem abgesehen ist das eigentlich ne faire Sache.

Relaxometrie
25.12.2010, 21:50
Wofür ist denn eigentlich dieses opt-out gut?
So wie ich es verstanden habe, legitimiert es das Überschreiten der laut Arbeitsvertrag festgelegten Arbeitszeit, wobei aber trotz der opt-out-Regel bestimmte Arbeitszeitmengen pro Zeiteinheit (Monat, Jahr) eingehalten werden müssen.
Über die Bezahlung und Abgeltung der Überstunden (Geld/Freizeit/für lau) sagt das aber erstmal nichts aus, oder?

Sebastian1
25.12.2010, 22:00
korrekt. Ansonsten wärst du auf 42 (gluabe ich) h/Woche im Schnitt limitiert. Opt-out ist aber auch eine Übergangslösung (gewesen?). Ist ne ganze Wiele her, dass ich mich da mal halbwegs zu informiert hatte, aber ich denke, wenn man opt-out jetzt unterschreibt, müsste man sich mal über die aktuelle Rechtsgrundlage informieren.

Relaxometrie
25.12.2010, 22:13
Ich hatte bisher bei opt-out immer ein komisches Gefühl, weil ich es einfach nicht wirklich durchdrungen habe. Bei meiner letzten Stelle gab es das nicht, deswegen habe ich mich da nicht weiter informiert.
Jetzt könnte es zu einer opt-out-Unterschrift kommen, deswegen versuche ich jetzt endlich, das mal zu verstehen.
Aber solange die Arbeitszeit korrekt erfasst und dann auch vergütet wird (egal ob Geld oder Freizeit), ist opt-out doch eigentlich undramatisch. Es bedeutet ja nicht, daß ich die Überstunden, die im opt-out-Zusatzvertrag stehen, regelmäßig machen muß. Ob die Überstunden anfallen hängt doch viel mehr von der Stellensituation ab.
Oder unterliege ich da noch einem Denkfehler?

Kackbratze
25.12.2010, 22:17
Einem Denkfehler nicht, aber es ist schon so, dass die Kliniken, die einen sowas unterschreiben lassen, von Anfang an nicht daran denken, die Stellensituation so zu verändern, dass eine solche Regelung nicht mehr erforderlich ist.

Relaxometrie
25.12.2010, 22:25
Ist opt-out eigentlich bei allen aktuellen Verträgen (TV-Ärzte VKA / AVR Caritas / Uniklinik / Haus einer privatisierten Klinikskette /was vergessen?) möglich?

Kackbratze
25.12.2010, 22:44
Es ist eine Zusatzvereinbarung und damit unabhängig von den jeweiligen Verträgen.

Feuerblick
25.12.2010, 22:51
Bei uns läuft es tatsächlich nur darauf hinaus, 24-Stunden-Dienste machen zu können statt ein Schichtmodell einführen zu müssen. Ich habe aber damals, weil ich eben auch misstrauisch war, zunächst das Opt-out nicht unterschrieben und mir Klinik, Dienstmodell und Überstundenhäufigkeit zwei Wochen lang live angesehen. Die Verwaltung hat zwar dem Personal-OA die Hölle heiss gemacht wegen meiner Extrawurst, aber letztlich hats niemandem geschadet und ich wusste, worauf ich mich einlasse, wenn ich das unterschreibe.

Relaxometrie
25.12.2010, 22:56
Der Text "elektronische Erfassung aller geleisteten Arbeitszeiten" in der Stellenanzeige ist wahrscheinlich auch Schall und Rauch? Oder ist das schonmal ein gutes Zeichen?

Sebastian1
25.12.2010, 23:03
Das muss nicht schlecht sein.
Bei uns wurde, wie gesagt, ein solches System just eingeführt. Es gibt da noch ein paar Kinderkrankheiten. Aber: du hast selbst die Kontrolle, welche Zeiten eingebucht wurden. Wenn Zeiten geändert werden, dann ist das für dich mit Begründung sofort sichtbar. Wenn du länger bleibst, kannst du online dokumentieren, warum das so gewesen ist.
Die Zeiten, zu denen du dich ein- und ausgeloggt hast, also anwesend warst, sind indiskutabel fest gespeichert.
Die Systeme haben häufig Meldepflichtfunktionen, Grenzwertüberschreitungen kommen irgendwo als rote Lampe an, weil sie so nicht stattfinden dürfen.
Wie gesagt, bei uns hat es zur Anpasusng von Wechselzeiten im früh-spät geführt und auch dazu, dass natürlich Mikrozeiten erfasst werden, die man handschriftlich nicht dokumentiert hätt, die sich aber durchaus läppern.
Im Endeffekt iust eine konsequent uimgesetzte elektronische Zeiterfassung jedem gegenüber fair und eine effektive Arbeitszeitdokumentation.

dreamchaser
26.12.2010, 11:45
Wir haben auch schon seit ich da arbeite eine elektronische Zeiterfassung - ich logge mich am Eingang ein und aus und meine Arbeitszeiten werden minutiös dokumentiert. Einziger Nachteil: alles über 2 Überstunden wird nicht mehr auf das Arbeitszeitkonto gebucht, es sei denn, man sagt der Verwaltung, dass diese Überstunden notwendig waren - dann werden sie auch mit draufgebucht (da war bisher nie eine Zustimmung vom OA nötig). Aber so lange bleibe ich nicht in der Klinik, als dass ich über diese 2 Stunden komme.
Wer keinen FZA genommen hat, dem werden vom Überstundenkonto alle bis auf 40 oder 50 Stunden ausbezahlt. Die 40 oder 50 Stunden bleiben stehen, dann kann man auch im Januar/Februar noch FZA nehmen, ohne dass man vorher Überstunden anhäufen muss. Ich bin sehr zufrieden mit der Lösung. Bekomme jeden Monat eine Aufstellung meiner Arbeitszeiten - da kann ich nochmal kontrollieren, ob alles korrekt erfasst wurde und wieviele Überstunden ich aktuell habe.

Grombühlerin
26.12.2010, 14:11
Der Text "elektronische Erfassung aller geleisteten Arbeitszeiten" in der Stellenanzeige ist wahrscheinlich auch Schall und Rauch? Oder ist das schonmal ein gutes Zeichen?

Muss aber auch nicht gut sein, an meiner ersten Stelle gabs das.

Allerdings wurde man zu einer bestimmten Zeit austomatisch ausgeloggt (angeblich, damit der Chef keinen Ärger mit der Gewerbeaufsicht kriegt) und zum Monatswechsel sind alle Plusstunden bis auf 30 verfallen.

War Innere, die 30 Stunden hatte man also schnell erreicht.

John Silver
26.12.2010, 15:11
Man muss einfach zwei Dinge auseinanderhalten: elektronische Arbeitszeiterfassung und Umgang mit Überstunden.
Die elektronische Erfassung an sich ist eine schöne Sache, denn es entfällt eine Menge Papierkram. Einfach ein- bzw. ausloggen und gut ist, und wenn man's mal vergisst, dann eben in Papierform nachreichen.
Die andere Sache ist der Umgang mit Überstunden. Jegliches automatisches Ausloggen zu einer bestimmten Uhrzeit, automatisches Abrechnen einer Pause, "Verfallen" von Überstunden über einer gewissen Grenze etc. sind nichts anderes als illegale Machenschaften. Leider haben die meisten Ärzte nicht genug Rückgrat, um diesen Missstand öffentlich zu machen und dem Gewerbeaufsichtsamt zu melden (anonyme Anzeigen bringen i.d.R. gar nichts).

stennadolny
26.12.2010, 15:40
Doch. Bei derartigen Machenschaften in der elektronischen Zeiterfassung bringen auch "anonyme" Anzeigen (am besten über Justitiar der Gewerkschaft, z.B. Marburger Bund) sehr wohl etwas.

Was ist das dann für ein Heidenspaß, wenn CÄ und Verwaltung mehr oder weniger verdeckt nach dem oder den "Whistleblowern" suchen........:-D

Die saftige Strafzahlung versüßt das Ganze obendrein:-dance

Komisch nur, daß dies bei Ärztemangel (!!) überhaupt noch ein Angstthema unter Ärzten ist - und erst recht bei den Personal/Betriebsräten.....

Anne1970
27.12.2010, 09:14
Doch. Bei derartigen Machenschaften in der elektronischen Zeiterfassung bringen auch "anonyme" Anzeigen (am besten über Justitiar der Gewerkschaft, z.B. Marburger Bund) sehr wohl etwas.

Was ist das dann für ein Heidenspaß, wenn CÄ und Verwaltung mehr oder weniger verdeckt nach dem oder den "Whistleblowern" suchen........:-D

Die saftige Strafzahlung versüßt das Ganze obendrein:-dance

Komisch nur, daß dies bei Ärztemangel (!!) überhaupt noch ein Angstthema unter Ärzten ist - und erst recht bei den Personal/Betriebsräten.....

:-meinung

cookie!
27.12.2010, 13:24
Muss aber auch nicht gut sein, an meiner ersten Stelle gabs das.

Allerdings wurde man zu einer bestimmten Zeit austomatisch ausgeloggt (angeblich, damit der Chef keinen Ärger mit der Gewerbeaufsicht kriegt) und zum Monatswechsel sind alle Plusstunden bis auf 30 verfallen.

War Innere, die 30 Stunden hatte man also schnell erreicht.

Interessant, dass das nicht nur bei mir so war.

Als ich meine erste Monatsübersicht in der Hand hatte, dachte ich noch: "Lustig - morgens um 7.31 Uhr gekommen, abends um 18.31 Uhr gegangen." Und sowas gleich mehrfach. Bis mir dann auffiel, dass ich an diesen Tagen noch wesentlich länger gearbeitet habe, weil ich die Eltergespräche immer abends machen musste. Ein Anruf in der Verwaltung ergab dann, dass man aus arbeitsrechtlichen Gründen jeweils nach 11 Stunden (?) automatisch ausgeloggt würde... auch die Pausen (die ich nie machen konnte!) wurden vollautomatisch gleich mitabgezogen, jeden Tag 45 min.
Das beste war, dass ich bereits im ersten Monat 40 Überstunden hatte, die notwendig waren, weil ich als einzige Ärztin in der Abteilung von 8 bis 17.30 Uhr Anwesenheitspflicht hatte und da rein rechnerisch ja schon Überstunden anfallen, die ich nicht ausgleichen konnte, weil ich keine Vertretung hatte. Jedenfalls fielen von diesen 40 Stunden 20 unter den Tisch, weil ich nur 20 Überstunden in den nächsten Monat mitnehmen durfte. Die Verwaltung teilte mir nur lapidar mit, ich solle in Zukunft meinen FZA mit den Kollegen besser absprechen. Welche Kollegen bitte?!