Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 3 A1/B33 - Katzenbiss
ok, aufmachen, gucken, spülen.
klingt plausibel.
antibiotika und ruhigstellung kriegt er dann hinterher.
RettungsEngel
07.04.2011, 20:47
So, jetzt habe auch ich mit meinem Dad gesprochen - seineszeichens Unfallchirurg mit eigener Praxis. Er sagt ganz klar: aufmachen. Die Schmerzen gehen bis zum Handgelenk, das ist ne beginnende Beugesehnenscheidenphlegmone. Die Frage wird mit Sicherheit noch geändert. Schön.
Unregistriert
08.04.2011, 10:43
Mich würde mal von Medilearn-Seite interessieren warum sie "nur" für die Antibiose sind. Warum aufmachen und sauber machen haben wir hier ja schon oft genug gehört.
Warum denn nicht? Das fehlt eben noch...Also macht mal ne Aussage dazu bitte...DANKE
Unregistriert
08.04.2011, 10:54
Mich würde mal von Medilearn-Seite interessieren warum sie "nur" für die Antibiose sind. Warum aufmachen und sauber machen haben wir hier ja schon oft genug gehört.
Warum denn nicht? Das fehlt eben noch...Also macht mal ne Aussage dazu bitte...DANKE
Bin auch für die OP und denke auch, dass die Schiene, die man ja in A angeblich anbringen soll vielleicht einen Hinweis bietet. Was soll das bringen? Entweder ich gehe davon aus, dass die Sehne okay ist, wozu brauch ich dann ne Schiene? Oder ich würde annehmen, dass die Sehne entzündet/gefährdet ist, dann müsste ich aber doch operieren.
Zudem: der Typ hat 10000 Leukos, die Wunde ist seit drei Tagen größer und nicht kleiner geworden, der Schmerz geht bis zum Handgelenk (Sehnenscheide?). Ich hab absolut keine Ahnung von Handchirurgie, aber ich würde es mich nicht trauen hier jemandem einfach nur Antibiotika zu geben.
Unregistriert
08.04.2011, 10:57
Also dass man das nach Revision mit ner Schiene therapiert steht auch ausser Frage. Schonung etc...
Unregistriert
08.04.2011, 11:01
...also wir haben nur gerötete Finger wie diesen in der Notaufnahme immer nur mit Schiene (Schonung) und Antibiotika versorgt...verstehe auch nicht so richtig was ihr da spülen wollt. Und 11000 Leukos ist jetzt auch nich der Hammer. also ich würde erstmal wie in A verfahren, ihn nach wenigen Tagen nochmal einbestellen und wenn es dann nicht besser ist kann man immernoch überlegen ob man da irgendwas sanieren kann!?
Unregistriert
08.04.2011, 11:06
Die Frage ist: Wieso hat er Schmerzen bis zum Handgelenk, wenn es nur was harmloses ist. Das lenkt doch ziemlich den Verdacht auf ne Sehnenscheidenphlegmone. Und dann hätte man glaub ohne OP ein Problem:
http://books.google.de/books?id=q_YQf16Sa4YC&lpg=PA172&ots=KdzjqfBwuC&dq=sehenscheiden%20phlegmone&pg=PA172#v=onepage&q=sehenscheiden%20phlegmone&f=false
Unregistriert
08.04.2011, 11:10
bei uns im pj wurde sowas auch erstmal ruhig gestellt und mit ab versorgt.
Ein Tierbiss wird geöffnet und gespült... ohne Diskussion... kann mal jemand den Original-Wortlaut der Frage posten? Ich werde langsam neugierig...
Unregistriert
08.04.2011, 11:21
Original Wortlaut:
***Bitte keine Original-IMPP-Fragen hier posten, da dies aus Copyrightgründen nicht erlaubt ist***
Gersig
Moderator Medi-Foren
Unregistriert
08.04.2011, 12:07
Vielleicht liegt die IMPP Begründung später auch in dem exakten Wortlaut der Antwortmöglichkeiten.
a) Die notwendige Therapie besteht aus einer Gabe eines Antibiotikums und der Ruhigstellung der Hand auf einer Schiene.
b) Bei dem geschilderten Befund handelt es sich um einen Notfall und es muss eine beugeseitige operative Revision erfolgen.
Antibiotikum und Ruhigstellung sind sicherlich Teil der Therapie... jedoch alleine nicht ausreichend. Da steht aber auch nicht "alleinig" oder ähnliches.
Und bei b stellt sich die Frage, was genau die mit Revision meinen. Und ob beugeseitig tatsächlich ausreichend ist (eigentlich ja schon, dort Sehnenscheide).
Unregistriert
08.04.2011, 12:16
Andere Denkrichtung. Statt der V-Phlegmone, an Panaritium denken.
Panaritium tendinosum
– Sehnenscheidenkanal und -sack betroffen
• Finger gerötet und geschwollen
• Haut glänzend und gespannt
• Dorsales Ödem
• Erkrankter und benachbarter Finger zur Entlastung in mittlerer Beugestellung
• Starker Bewegungsschmerz, lokale Druckschmerzhaftigkeit über der ganzen Sehne (Knopfsonde)
Panaritium subcutaneum
– subkutane Eiterung auf der Beugeseite des Mittel- und Grundgliedes; Fingerkuppenabszess = entzündeter Fingerkuppenraum. Pulsierender Spontanschmerz, Druckschmerz, evtl. dorsales Ödem
Aus der Fallbeschreibung geht nichts hervor, was einem Panaritium widersprechen würde.
Und da ist die Therapie der Wahl eindeutig eine chirurgische Intervention. Höchstens bei einer frühen Paronychie kann man versuchen, es durch alleinige Antibiotikagabe zu sanieren.
Unregistriert
08.04.2011, 12:17
denke auch, dass es an der formulierung liegen könnte.
ehrlicherweise hab ich bei b) unter "notfall" und "operativer revision" nen "größeren" eingriff verstanden.
daher dachte ich a) klingt doch nicht schlecht. wunde säubern (ist ja logisch), dann ruhigstellen und antibiotikum!
Unregistriert
08.04.2011, 13:21
http://www.aerztezeitung.at/archiv/oeaez-2010/oeaez-21-10112010/bissverletzungen-biss-ist-nicht-gleich-biss.html
"Zimmermann [Prof der Universitätsklinik für Unfallchirurgie Innsbruck] empfiehlt bei allen ausgedehnten Bissverletzungen eine chirurgische Wundversorgung mit Wundexploration, Debridement, ausgiebiger Spülung und Versorgung verletzter tiefer liegender Strukturen wie Sehnen, Muskeln oder Nerven, auch für einen ausreichenden Sekretabfluss muss gesorgt werden."
"Bei Menschen- und Katzenbissverletzungen sollte die offene Wundbehandlung mit Ausnahme des Gesichtsbereichs angestrebt werden, um eine Sekretretention zu verhindern."
Sollte von ML abgeändert werden: OP ist notwendig
Unregistriert
08.04.2011, 13:49
mir hat ganz einfach an der OP-Antwort der Begriff "Notfall" nicht gefallen. Denn ein Notfall ist es ja nu nicht oder? Deswegen hab ich mich für A entschieden.
Hätte da nicht Notfall gestanden, hätte ich vielleicht auch eher die OP genommen...
Unregistriert
08.04.2011, 14:38
habe aufgrund des chirurgischen leitsatzes "ubi pus, ibi evaqua!" die operative revision gewählt, da sich ja schon hinweise auf eine eitrige entzündung zeigen, aber die formulierung der Antwort mit "Notfall" und "muss" ist strittig. Ebenso bei der anderen Möglichkeit mit Antibiotika und Ruhigstellung als "notwendige Therapie". Denke, dass man in der klinik zunächst konservativ vorgehen würde, aber nicht, dass es die "notwendige Therapie" ist. Mit den Formulierungen fand ich, war die frage nicht eindeutig zu beantworten.
Feuerblick
08.04.2011, 19:56
Ein Tierbiss wird geöffnet und gespült... ohne Diskussion... kann mal jemand den Original-Wortlaut der Frage posten? Ich werde langsam neugierig...... und wer Katzen hat, der weiss, was mit reiner Ruhigstellung und Antibiose passiert. Es gibt Ärzte, die versuchen es konservativ, aber ich kenne bisher niemanden, der nach Bisswunde nicht doch noch chirurgisch behandelt werden musste. Katzenbisse sind aufgrund des schmalen, aber tiefen "Stichkanals" und der im Katzenspeichel enthaltenen Erreger einfach eine ganz fiese Sache...
denkstdu
09.04.2011, 10:43
Ein Tierbiss wird geöffnet und gespült... ohne Diskussion... kann mal jemand den Original-Wortlaut der Frage posten? Ich werde langsam neugierig...
Ich würde ja gerne, nur glaube ich, dass es zwecks Urheberrecht nicht gestattet ist, oder sehe ich das anders?
Ich würde ja gerne, nur glaube ich, dass es zwecks Urheberrecht nicht gestattet ist, oder sehe ich das anders?Genauso isses :-) Bitte KEINE IMPP-Fragen hier posten!
flateric
10.04.2011, 21:05
http://www.plastische-chirurgie.uk-erlangen.de/e730/e731/inhalt732/Inf_I.pdf
http://www.plastische-chirurgie.uk-erlangen.de/e730/e731/inhalt733/Inf_II.pdf
ich zitiere:
"Grundsätzlich sollte jede Bißverletzung zügig chirurgisch saniert werden. Lokales Débridement der befallenen Haut und der tie- feren Strukturen, offene sekundäre Wundheilung und regelmäßige Spülung der Wunden können zu einer ereignislosen Wundheilung führen."
und
"Aufgrund der agressiven Keimflora enoral bei Säu- getieren sollte vor allem bei Bißverletzungen durch Menschen und Hunde ein radikales Weichteildébri- dement erfolgen, da durch die erlittenen Riß- Quetschverletzungen Keime bis tief ins Gewebe gequetscht werden. Nach radikalem Débridement und Infektausräumung sollte in der modernen Infektbehandlung ein lockerer adaptiver Wundverschluß mit Drainageeinlage erfolgen. Die konsequente Abdeckung mit einem intravenösen Breit- bandantibiotikum und zusätzlich einem Antibioti- kum gegen Anaerobier sollte in jedem Fall für einige Tage postoperativ erfolgen. Auch hier wird die stationäre Behandlung und Ruhigstellung der betroffenen Hand empfohlen [20, 21]."
dass doch mal ne klare Aussage :)
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