Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 3 A1/B33 - Katzenbiss



Seiten : 1 2 3 [4]

berlinDOC
11.04.2011, 10:29
Hinweis Nr. 1 - 3. Tag, Frage A1/B33 - Katzenbiss

Meiner Ansicht nach am ehesten richtige Antwort: (B) – [... beugeseitige operative Revision].

In Kapitel 16.1.1 des Buches „Kurzgefasste Handchirurgie“ [1] beschreibt J. Rudigier die Symptome einer Infektion im Handbereich, die mit den im Fall beschriebenen übereinstimmen. Der Satz „Die Gefährlichkeit solcher Infektionen wird daher oft unterschätzt und eine chirurgische Behandlung erst dann eingeleitet, wenn bereits tiefere Strukturen (vor allem Sehen Knochen) mitbetroffen sind.“ zeigt, dass man diese Situation eher als revisionsbedürftigen Notfall werten sollte denn als einen Befund, bei dem man ein Antibiotikum gibt und die Hand ruhig stellt. Spezifischer betont der Autor in Kapitel 16.3.1, dass man eine operative Entlastung einer Sehnenscheideneiterung nicht hinauszögern sollte. In 16.3.2 wird das Vorgehen bei beugeseitiger Revision (bereits bei Verdacht einer Sehnenscheideninfektion) beschrieben. Im Rahmen dieser Revision – entsprechend Antwort (B) – kann es auch vorkommt, dass sich der Verdacht auf eine Sehenenscheidenphlegmone nicht bestätigt.
Die Gefährlichkeit von Bisswunden im Allgemeinen wird auch an anderer Stelle betont [2]. In einem vielgenutzten Lehrbuch [3] wird nicht spezifisch auf Katzenbisse an der Hand eingegangen – eine Antibiotikatherapie nach Antibiogramm wird empfohlen. Aus diesem Grund mögen vielleicht einige Personen Antwort (A) für richtig halten. Allerdings wird die Problematik der Sehnenscheiden der Hand in der kurzen Ausführung in diesem Lehrbuch außer Acht gelassen; Antwort (B) schließt eine Antibiotikagabe nach / bei Revision keinesfalls aus, während man bei Antwort (A) nicht mehr mit einer operativen Revision rechnen würde.
Zusammengefasst ist gerade bei der Problematik Katzenbiss – Hand – Infektion – Sehnenscheiden die Notwendigkeit einer operativen Revision zu betonen und damit Antwort (B) als richtig zu werten.

Ich zweifele nicht an dieser Lösung, schicke Ihnen diesen Hinweis jedoch, weil auf einer einschlägigen Website von vielen Personen eine andere Antwort favorisiert wird und ich also davon ausgehen muss, dass diesen Personen und vielleicht auch Ihnen eine andere Quelle vorliegt, die zu einer anderen Lösung führen würde.


(1) Rudigier J., Kurzgefasste Handchirurgie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2006, S. 264 ff.
(2) Lippert, H., Praxis der Chirurgie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1998, S. 191
(3) Henne-Bruns, D., Bürig, M., Kremer, B., Duale Reihe – Chirurgie, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2008, S. 145

berlinDOC
11.04.2011, 11:08
Bitte um Aufdeckung von Argumentationslücken im o.g. Beitrag,

ansonsten ggf. Weiterleitung in folgender Form (Beispiel):

MUSTERSTADT, 11.4.2011

Cand. med. MUSTERFRAU
MUSTERSTRAßE 1
MUSTERSTADT


IMPP – Insititut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen
Große Langgasse 8
55116 Mainz



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich sende Ihnen einige schriftlichen Hinweise zu unklaren, missverständlichen oder unbeantwortbaren Fragen, denen ich im Rahmen des in der letzten Woche stattgefundenen 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung begegnet bin.

Bitte haben Sie Verständnis, dass meine Recherchen noch nicht abgeschlossen sind. Ich kann nicht ausschließen, dass ich meine Argumentation zu einem späteren Zeitpunkt noch präzisiere.

Wenn Sie weitere Fragen haben, zögern Sie nicht, sich auch per Email über [email protected] mit mir in Verbindung zu setzen.


Mit freundlichen Grüßen

Cand. med. MUSTERMANN

DonMosetto
02.05.2011, 14:31
Mal etwas wortklauberisch (dazu hat uns das impp ja erzogen):

Ist eine Revision nicht definiert als "erneuter Eingriff"?
Im Alltag sagt man zwar schon immer Revision, aber wenn Emmert rausgenommen wurde, vielleicht hätte das ja auch Erfolg hier auf die genaue Definition zu pochen.

Rico
02.05.2011, 14:54
Mal etwas wortklauberisch (dazu hat uns das impp ja erzogen):

Ist eine Revision nicht definiert als "erneuter Eingriff"?
Im Alltag sagt man zwar schon immer Revision, aber wenn Emmert rausgenommen wurde, vielleicht hätte das ja auch Erfolg hier auf die genaue Definition zu pochen.Revision kommt ja aus dem lateinischen von re-videre = nocheinmal anschauen, bei einer "operativen Revision" schaut der Wortklauber also das, was er zuvor klinisch zum ersten Mal gesehen hat jetzt nocheinmal in aufgeschnittenem Zustand an.

Außerdem sind die anderen Antworten sowas von falsch, dass nur die sofortige OP - egal ob Revision oder anders genannt - die am ehesten richtige Lösung sein kann.

DonMosetto
03.05.2011, 08:30
Achso, ok, ich dachte es wäre immer eine erneute OP damit gemeint. Nagut, dass müssen die sich eben zur Not auf den Streit zwischen operativ und konservativ berufen. Ich würde es auch sofort aufschneiden, ein Glück :-)