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WackenDoc
27.03.2012, 21:18
Und ganz wichtig: Ihr müsst euch einig sein.
Wenn Kollege A "nein" sagt, wenn die Pflege ein Telefonat weitergeben will, der Kollege B den Anruf aber entgegennimmt und das obwohl noch nichtmal bekannt ist, was der Anrufer überhaupt will und einfach nur nach nem Arzt gequakt hat, dann habt ihr keine Chance.

antonia123
27.03.2012, 21:19
visiten im arztzimmer wären ja ein traum..leider nicht machbar ;-) und die pflege kommt bei uns tatsächlich nicht mal bei der chefvisite mit. da ist nur die stationsleitung dabei aber nicht die tatsächliche pflegekraft

Feuerblick
27.03.2012, 21:26
DAS allerdings ist für eine vernünftige Visite essentiell! Die Pflege sieht von den Patienten deutlich mehr als der Stationsarzt und hat viel mehr Einblick in Veränderungen und Befindlichkeiten der Patienten. Wenn die Pflege nicht mit auf Visite geht, gehen wertvolle Informationen schlicht verloren!!! Das solltet ihr schleunigst ändern!!

wjsl
27.03.2012, 22:06
Wahrscheinlich ist vor allem das "sich Durchsetzen" ein Problem; nicht nur bei Visiten. Manche meinen man könne es lernen, aber mir kommt es oft so vor, als könne man es entweder oder eben nicht. Unabhängig von Examen und allem anderen wäre es eine außerordentlich hilfreiche Fähigkeit. Wie ging es euch am Anfang damit?

Feuerblick
27.03.2012, 22:10
Man lernt es mit der Zeit. Der eine früher, der andere braucht etwas mehr Frustration dafür... aber letztlich ist jeder irgendwann mal so genervt, dass er auf den Tisch haut :-))

epeline
27.03.2012, 22:17
hm, ich kannte es von den famulaturen bisher halt so, dass die ärzte die klebchen für die blutentnahmen ausgedruckt haben und sich dann auch die röhrchen selbst gesucht haben.
vielleicht ist das in der pädiatrie anders... :-nix

antonia123
28.03.2012, 06:28
wie viele blutentnahmen gab es denn da pro tag? gerade bei kindern ist man ja wahrscheinlich eher so zurückhaltend wie möglich mit ständigem stechen oder? wie gesagt, bei ca. 20 BEs pro tag ist es schlicht unmöglich das alles selber zu drucken, bekleben, abzunehmen und wegzuschicken. wir haben extra blutentnahme-schwestern die morgens kommen und das blut abnehmen. allerdings kamen sie gestern wohl einfach nicht weil sie wissen dass wir momentan ne famulantin haben. wenn die das heute wieder so machen werde ich mich definitiv beschweren, denn die famulantin ist nur noch diese woche da und die damen sollen für ihr geld gefälligst auch was arbeiten und nicht den vormittag über kaffee trinken und die studenten die arbeit erledigen lassen

WackenDoc
28.03.2012, 06:32
Ne, bei den ganzen Blutentahmen hätte ich auch ganz sicher keine Zeit gehabt, die Röhrchen auch noch selber zu richten.
Das war bei uns Aufgabe der Pflege und da muss ich mich drauf verlassen können, dass auch das gestellt ist, was wir als Labor angeordet haben.
Wenn es MAL zu nem Fehler kam, haben wir ja auch nix gesagt. Nur wenn der gleiche Laborwet 3x nicht klappt man dann nur die Antwort bekommt, dass man es eben selber kontrollieren muss weil man ja für den Patienten verantwortlich sei und den Wert haben wolle, dann passt irgendwas überhaupt nicht.
Aber andererseits sich wunderwas auf´s Examen einbilden und denken, dass alle anderen irgendwie geistig behindert wären. Unser Wehrpflichtige durfte noch nichtmal einfachste Infos annehmen und weitergeben (Ging drum, dass ne Patientin für ne Untersuchung abgerufen wurde- nein das geht nicht, der ist ja nicht examiniert)

Kackbratze
28.03.2012, 08:31
Unser Wehrpflichtige durfte noch nichtmal einfachste Infos annehmen und weitergeben

BW ist an manchen Stellen eine andere Welt.

Wenn Labore nicht korrekt gerichtet sind und es Probleme gibt sollte die Stationsleitung sich darub kümmern. Im Zweifelsfall die Pflegedienstleitung, nachdem der eigene Abteilungschef über die Problematik informiert wurde.
Manchmal muss man den unbequemen Weg der Konfrontation gehen, wenn es nicht läuft und laufen will.

Wenn es allerdings eine explizite Anweisung seitens PDL und Verwaltung gibt, dass BEs und das Richten derselbigen ärztliche Tätigkeit ist, bist Du angeschmiert.

Maja85
28.03.2012, 10:38
Wir haben ein Goldstück auf Station (Gelernte Arzthelferin), die Blut abnimmt und Braunülen legt, außerdem Befunde abtippt, sortiert, auch mal Hausärzte nach Vorbefunden anruft und auch sonst viel wert ist. Mit BEs habe ich also hauptsächlich nachts zu tun und da sinds natürlich nur Notfälle. Das Richten durch die Pflege klappt im Großen und Ganzen ganz gut.
Nervig ist ein wenig, dass wir in der Notaufnahme fast immer selbst den Zugang legen und Blut abnehmen müssen. Das kenne ich von anderen Häusern anders. Ist ja nicht schlimm, wenn nicht viel los ist. Aber wenn die Notaufnahme mal wieder gestürmt wird, würde ich mir dort etwas mehr Miteinander mit der Pflege wünschen.

Visite bedeutet ansonsten hauptsächlich das "wo ist die Kurve"-Spiel, da auf der Überwachungsstation diese eigentlich in den Zimmern liegen sollen, aber meist nicht sind. Die Pflege geht auch nicht mit (bis auf wenige Ausnahmen), was ich unmöglich finde, aber solang es meinen Oberen egal ist, werde ich das als Frischling im vierten Monat wohl nicht ändern können. Ich habe ansonsten auch ne Stationsliste mit to-do-Punkten, versuche außerdem gedanklich die Visite zu strukturieren (Gespräch mit Pat über aktuellen Zustand, Erhebung NIHSS, check Medikation, Check Vitalparameter, check Bilanz, Patient weiteres Ovrgehen erläutern, Patient nach Fragen Fragen punkt.) wenn wieder während ner Visite drei Lysen angekündigt werden, klappts halt auch nicht immer so und am Stück, aber das liegt halt in der Natur der Station ;-)

Das zeigt aber auch: vieles an der Visitenstrutur ist abhängig vom Fach, Station, Haus. Also erstmal Examen machen, Stelle haben und dann schauen, wies läuft. In der Regel macht man ja nicht an seinem ersten Arbeitstag gleich allein Visite. Kenne nur eine, der es so ging. Achja, du wolltest ja an die Uni. Naja, dann kann das schon passieren :-)

snowfairy
28.03.2012, 18:13
Das zeigt aber auch: vieles an der Visitenstrutur ist abhängig vom Fach, Station, Haus. Also erstmal Examen machen, Stelle haben und dann schauen, wies läuft. In der Regel macht man ja nicht an seinem ersten Arbeitstag gleich allein Visite. Kenne nur eine, der es so ging. Achja, du wolltest ja an die Uni. Naja, dann kann das schon passieren :-)

Muss aber nicht. Bin auch an einer Uni und meine erste Visite allein hab ich erst nach 2 Wochen gemacht (und bis ich dann die komplette Station mal allein gemacht hab, hat's auch noch mal 2-3 Wochen gedauert).

LMD
28.03.2012, 20:45
hm, ich kannte es von den famulaturen bisher halt so, dass die ärzte die klebchen für die blutentnahmen ausgedruckt haben und sich dann auch die röhrchen selbst gesucht haben.
vielleicht ist das in der pädiatrie anders... :-nix

welches kh ist das denn? wenn ich das noch machen müsste und mir alle laborparameter mit allen antikörpern zusammen suchen müsste, würde ich die krise kriegen, reicht schon wenn ich alle 2 wochen mal ein pet anmelden muss, weil ich da selbst die briefe tippen muss und obwohl ich wirklich schnell bin, dauert der ganze mist mit telefonieren, ausfüllen, tippen usw. im schnitt ne stunde.

wjsl
28.03.2012, 21:48
Ich kann mich an der Uni erinnern, dass zumindest die großen Fächer eigentlich immer ausreichend Blockstudenten, Famulanten und PJler hatten; selbst Lehrkliniken haben meist zumindest PJler. Allerdings ist das wohl auch nur in den "Pflichtfächern" Innere und Chirurgie so.

Wenn man es allerdings selbst machen muss, kann ich mir vorstellen, dass man sicher schon deutlich früher da sein muss; teilweise haben wir PJler schon bis zum späten vormittag für alle Abnahmen gebraucht, als Assistenzarzt ist so was sicher undenkbar. Wird sicher lustig werden...

Welches Fach machst du übrigens, snowfairy? Dachte immer, dass man an der Uni wohl eher ins kalte Wasser geschmissen würde; aber das klingt ja ganz human.

Kann sein, dass man Frustrationstoleranz braucht, aber noch wichtiger ist wohl das Selbstbewusstsein. Durch zahlreiche Schlagfertigkeitstrainings-Übungen fiel mir schon oft ein passender Spruch ein, allerdings fand ich dann teilweise nicht den Mut ihn tatsächlich auszusprechen. Ob das Frage der Primärpersönlichkeit oder eben auch nur Übungssache ist wird sich dabei zeigen...

Kackbratze
28.03.2012, 21:57
Du hast ja eine Menge gehört und vermutest auch viel. Gibt es auf Fakten dazu?

Schlagfertige Antworten sind übrigens eine Spitzenidee, wenn man die Pflege gegen sich aufbringen will...selbst mit vorherigem Training.

Feuerblick
28.03.2012, 22:02
Wie bereits erwähnt: Sobald die Assistenten ihr Blut selbst abzapfen müssen, werden die Anordnungen deutlich sparsamer :-)) So gesehen an meinem PJ-Haus. Während des PJ hatte man mit etwas Pech 20 BEs pro Tag. Kaum waren keine PJler mehr da, reduzierten die BEs um mindestens die Hälfte. Auch hier lohnt es also, sein Hirn zu bemühen...
Man braucht kein Schlagfertigkeitstraining. Warum auch? In jedem Beruf hat man Kollegen und muss mit diesen auskommen - das ist als Arzt nun nicht wesentlich anders. Ergo: Wer sich zuviele Gedanken macht, der wird mehr Probleme bekommen als derjenige, der einfach frei von der Leber weg so ist, wie er nun mal ist. :-meinung

epeline
28.03.2012, 22:14
welches kh ist das denn? wenn ich das noch machen müsste und mir alle laborparameter mit allen antikörpern zusammen suchen müsste, würde ich die krise kriegen, reicht schon wenn ich alle 2 wochen mal ein pet anmelden muss, weil ich da selbst die briefe tippen muss und obwohl ich wirklich schnell bin, dauert der ganze mist mit telefonieren, ausfüllen, tippen usw. im schnitt ne stunde.

uniklinik gießen :-nix

über stationen schweig ich mich jetzt aus ^^

aber es gab tatsächlich nicht sooo viele BEs zu machen an einem Tag. das war egt gut unterzubringen. und bei kleinen kindern wäre da auch keiner auf die idee gekommen, jemanden da vorzuschicken.

Feuerblick
28.03.2012, 22:20
Ja, bei Kindern ist das nochmal ne andere Sache. Da wird ja wirklich nur dann Blut abgenommen, wenn es sein muss. Die üblichen täglichen Routinekontrollen, die man mehr oder weniger sinnvollerweise bei Erwachsenen macht, fallen da ja aus.

THawk
28.03.2012, 22:42
Ja, das ist bei uns wirklich anders; die Umstellung im PJ von Päd auf Erwachsenenmedizin war ungewohnt für mich. Außerdem freuen sich bei uns die PJler und Famulanten wenn sie Blut abnehmen dürfen ;-) Je nach Station sind die 'einfachen' (größeren) Kinder v.a. Aufgabe der Studenten und werden von den Schwestern begleitet (nächster Vorteil der Päd: kaum BEs ohne schwesterliche Assistenz); bei den Säuglingen führen wir sie je nach Fähigkeit heran. Auf den meisten Stationen sortieren die Schwestern etwas vor und sagen uns bei welchen Kindern wir Ärzte abnehmen sollen.

Aber ich würde nie (auch in keiner anderen Fachrichtung) auf die Idee kommen für Blutabnahmen früher zu kommen. Die gehören ganz normal zur Arbeitszeit mit dazu. Und das muss zu organisieren sein. Übrigens wie die andere Ablauf auch.
Wir machen i.d.R. "Sitzvisite" am Computer und gehen später rasch durch die Zimmer. Während der Sitzvisite sind sowohl pflegerische Stationsleitung als auch die Zimmerschwester mit anwesend. Leider nicht beim Rundgang, aber trotzdem ist es ein effektives Vorgehen in meinen Augen. Und kein Hexenwerk. Die Schwestern verstehen ja auch, dass sie von einer zügigen und konzentrieren Visite profitieren (sofern sie selber dabei anwesend sein müssen ;-) ).

Feuerblick
28.03.2012, 22:46
Früher kommen, weil man sonst seine Arbeit nicht fertig bekommt, ist in meinen Augen nie eine Option...

wjsl
28.03.2012, 22:51
Ich formuliere grundsätzlich alles vorsichtig, weil mir wie gesagt das Selbstbewusstsein fehlt.

Vermutlich habe ich mich auch von einem Freund, der VWLer ist zu sehr für Dinge wie NLP begeistern lassen; wobei das mittlerweile ja auch schon wieder out sein soll.

Übrigens sind zu viele unüberlegte BAs ja nicht nur ein Problem des Aufwands; immerhin handelt es sich rechtlich gesehen immer noch um Körperverletzung. Kann mich an Fälle erinnern, wo Leute in rein palliativen Situationen noch einen Tag vor ihrem Tod bei schlechten Venenverhältnissen durchaus um die zehn mal gestochen werden mussten, weil es jeder der Studenten mal versucht haben muss, ehe sich der Stationsarzt dazu bequemt. Kein Wunder, dass der dann auch nicht unbedingt allzu lang drüber nachdenkt, ob das nun notwendig ist oder nicht.


Wenn früher kommen keine Option ist; was dann? Im Chirurgietertial hätte ich die BAs nie rechtzeitig geschafft, wenn ich nicht viel früher gekommen wäre; klar könnte oder sollte man theoretisch immer schneller und effektiver sein können, aber praktisch funktioniert das leider nicht immer so wie man sich das vorstellt...