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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Radiologie-sehr langweilig-wird es besser???



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Laelya
28.01.2012, 09:49
Auch wenn es ein wenig OT ist, mal meine Frage:
lohnt sich denn ein Tertial in der Radiologie?
Ich mach jetzt eine Famulatur in der Radiologie weil ich es ungemein interessant finde...und könnte mir danach vorstellen ein Tertial im PJ dort zu planen.

Hat jemand damit Erfahrungen gemacht, der mir ein bisschen dazu erzählen mag?
wie sieht der Alltag aus im Leben eines Radiologen? Von den meisten bei uns hört man immer nur mit einem Schmunzeln, dass die Radiologen "Kellerkinder" sind (in vielen KHs bei uns sitzen sie im Keller). Bei uns ist (dank mangelnder Unterrichtsqualität) der Wunsch Radiologe zu werden so gut wie nicht vorhanden...für ein paar Eindrücke wäre ich daher sehr dankbar.

Wie würde z.B. eine Radiologieprüfung im mündlichen HEX aussehen?

Narcanti
28.01.2012, 10:45
Das würd mich auch interessieren!

wjsl
28.01.2012, 20:31
Bei uns haben einige Leute ihr PJ in der Radiologie gemacht, und alle waren sehr zufrieden; klar war der Einsatz auf die Diagnostik beschränkt, aber wie sie erzählten war ihnen immer ein Radiologe zugeteilt, mit dem sie alles besprechen konnten und der alles erzählte; nur bei den interventionellen Sachen war maximal Assistieren oder auch nur Zuschauen, je nach Eingriff, drin. Sie haben meist selbst Bilder befundet, und dann ihren Befund mit ihrem Betreuer besprochen.
Der Radiologiechef an unserem PJ-Haus stellt eigentlich nur Fragen zur allgemeinen Radiologie(also den Grundlagen, zum Beispiel Unterschied Hartstrahl/Weichstrahltechnik, Strahlenschutz etc) und lässt vielleicht ein bis zwei Röntgen-Tx befunden. Ihm ist vor allem wichtig, dass man weiß, wann welche Untersuchung indiziert ist; er verlangt sicher nicht, dass man ein CT oder dergleichen befunden können muss.

Allerdings dürfte das auch von Haus zu Haus verschieden sein. Ich würde einfach die Leute fragen, die dort schon ihr Tertial in der Radiologie gemacht haben.

LasseReinböng
29.01.2012, 00:23
Ich war im PJ in der Radio und mir hats nicht gefallen. Bin trotzdem nicht unglücklich über die Wahl, so habe ich eben gelernt, daß Radio für mich als Fachgebiet nach dem Studium nicht in Frage kommt. Das ging im übrigen auch fast allen anderen PJlern dort so.

Die mündliche Prüfung war nicht ganz ohne, man musste nicht nur Bilder befunden sondern wurde auch einiges zu Geräteaufbau und Technik, Röntgenverodnungen/Strahlenschutzrichtlinien , Nuklearmedizin und physikalischen Grundlagen gefragt - alles auf angemessenem Niveau aber eben sehr breit und umfangreich und wenig klinisch. Hängt natürlich immer vom Prüfer ab - wer also davon ausgeht, es ginge in der Prüfung nur ums Bilder befunden könnte unangenehm überrascht werden.

netfinder
29.01.2012, 00:37
Das Tertial lohnt auf alle Fälle und sei es, um sich danach entscheiden zu koennen, ob es das Richtige ist. Allerdings sollte man sich schon eine geeignete Abteilung suchen.
Wenn einem das "Kellerkinder"-Dasein von vorne herein nicht zusagt, duerfte es allerdings schwer werden, denn den Grossteil der taeglichen Arbeit verbringt man in Räumen mit fahlem Licht.

Pruefungen sind abhaengig vom jeweiligen Prüfer; bei uns wurde z.B. keinerlei Geraetekunde abgefragt, es mussten nur verschiedene Bilder befundet werden. Das durchaus auch auf höherem Niveau.

Laelya
29.01.2012, 11:52
oh vielen dank für die tollen beiträge.
ich denke also für mich, dass ich nach meiner radiologie famulatur entscheide ob es sich für ein pj tertial lohnt. und wenn es mir dort gefallen hat, kann ich ja auch versuchen dort fürs pj hinzukommen.

mit einem "kellerkind"-dasein hätte ich gar keine probleme.

was ich noch fragen wollte, gibt es verstreut schon kliniken mit teleradiologie? bei uns wurde mal davon erzählt, dass das gerade frisch gewordene mütter ansprechen würde, da sie die bilder zu hause am pc befunden könnten oder so ähnlich. Konnte mir das schlecht vorstellen wie das funktionieren soll...

wie ist es allegmein in der radiologie mit kinderkriegen, bis zur welcher woche dürfte man arbeiten etc....?

WackenDoc
29.01.2012, 11:58
In meinem letzten Haus konnten die Radiologen im Dienst CTs von zu Hause befunden.
Hatte aber den Nachteil, dass die anderen Diensthabenden wegen dem KM den Patienten aufklären und begleiten mussten.

Mit Schwangerschaften hängt davon ab, wo genau du arbeitest. Reines Befunden müsstest du bis zum Mutterschutz machen können. Darfst aber nicht in Bereiche, wo du Strahlung abbekommen könntest und das sobald die Schwangerschaft bekannt ist.

netfinder
29.01.2012, 12:06
War aber eher ein kleines Haus, oder?

WackenDoc
29.01.2012, 12:10
Ja, war es

wjsl
29.01.2012, 21:04
Radiologen sind, zumindest meistens, sicher keine Kellerkinder; das Problem ist wohl eher, dass man am Anfang wohl wie der erste Mensch dasteht und sich erstmal gar nicht orientieren kann; das wäre meine Hauptangst. Man lernt es im Studium halt doch nicht wirklich gut.

WackenDoc
29.01.2012, 21:10
Soso, Radiologen sitzen also meistens in lichtdurchfluteten Räumen mit viel Tageslicht?

Und dass man am Anfang wie der erste Mensch dasteht hat man mehr oder weniger in jedem Fach- erst recht, wenn man in dem Haus nicht sein PJ gehabt hat.

blond
29.01.2012, 21:24
Auch wenn es ein wenig OT ist, mal meine Frage:
lohnt sich denn ein Tertial in der Radiologie?

wie sieht der Alltag aus im Leben eines Radiologen?
Wie würde z.B. eine Radiologieprüfung im mündlichen HEX aussehen?

Ich bin zwar nur Assistenzärztin im 2 Wbj, erzähle aber gerne, was unsere PJler so machen:
1. Zugänge legen :-)
2. Begleiten uns, wenn wir konventionelle Aufnahmen und CTs befunden. Können bei Angios und bei anderen "Interventionen" zuschauen.
3. Nach einiger Zeit befunden sie konventionelle Aufnahmen und CTs selbst- wir sitzen natürlich dabei und überwachen jedes Wort.
4. CTs planen- uns geht es darum, dass die PJler verstehen, was wir da tun und warum.

Zur Frage, ob sich ein Tertial in der Radiologie lohnt?
Aus meiner Sicht: JA!
Ich merke, wie wenig Ahnung Kollegen aus anderen Abteilungen haben, wenn es z.B. darum geht, einen konventionellen Thorax zu befunden. Sie haben nie gelernt, wie man an so eine Aufnahme rangeht. Von CTs gar nicht zu sprechen...


Wobei ich sagen muss, dass wir schon PJler haben, die Null Interesse an der Radiologie hatten und sich nur ein laues Tertial machen wollten. Ätzend.

Examen bei uns-es wird keine Technik oder Strahlenschutz abgefragt. Eher Basics des Konventionellen und des CTs.

Ah so, zum Thema Teleradiologie- wir machen Dienste von zuhause aus und befunden nachts und an Wochenenden teleradiologisch. Das ist nicht nur an ganz kleinen Häusern so. Viele große Häuser arbeiten mangels Radiologen teleraradiologisch.

PS: Wir sitzen im Erdgeschoss.

Laelya
30.01.2012, 11:21
@blond:
vielen vielen dank:D
ich finde es hört sich alles wunderbar an.
ich mache die famulatur ja schon, weil wir in der uni nicht so viel darüber lernen und ich es schade finde.

ist es schwierig einen platz als assi in der radiologie zu bekommen?

HorstHützel
30.01.2012, 14:14
So lange du aufrecht gehen kannst und der deutschen Sprache einigermaßen mächtig bist sollte das kein Problem darstellen.
Um ehrlich zu sein: der aufrechte Gang ist bei überwiegend sitzender Tätigkeit auch kein wirkliches Muss...;-)

Praia-do-Forte
30.01.2012, 14:43
Also mein Tertial war so durchwachsen.

Ultraschall - netter Assi, der mich ab und zu auch mal was hat schallen lassen

MRT - eigentlich nette Leute, die es aber irgendwie gestört hat dass ich beim Befunden daneben saß, und die immer nur in ihr Diktiergerät genuschelt haben , so dass ich nicht mal nebenbei was verstehen konnte. Zum KM-Aufklären war ich aber gut genug.

Neuroradio - netter Leiter, hat viel gezeigt und gefragt (Anatomie!), durfte auch mal bei der Myelographie stechen. Aneurysma-Geschichten waren interessant.

CT - sehr hektisch, aber nette Assis bei denen man so nebenbei zuschauen durfte. Ansonsten aufklären und Viggos legen.

Röntgen - saßen immer Neu-Assis die selbst noch nicht so recht wussten.

An den Rest erinner ich mich nur dunkel.

Im Examen: Eigentlich nur Physik.

LasseReinböng
30.01.2012, 15:12
An den Rest erinner ich mich nur dunkel.



......:-))

Narcanti
30.01.2012, 18:21
Im Examen: Eigentlich nur Physik.
Na toll...das ist ja schon ein Grund Radio nicht als Wahltertial zu nehmen...;-) Die ein oder andere frage dazu, find ich ja ok, aber hauptsächlich sollte es doch um die Diagnostik gehen.

netfinder
30.01.2012, 19:04
Hatte keine einzige Physikfrage ;-)

Narcanti
30.01.2012, 22:43
Ich mag Radio wirklich , aber Physik ist nicht meins... Radiologie-Light sozusagen;-)

oskarius
31.01.2012, 08:29
mein radiologie-tertial war toll - klar, saß man gerade bei der röntgen-befundung viel im wege rum und sehnte sich im ct förmlich eine km-indikation herbei, damit man aufklären und eine braunüle legen darf, aber manche kliniken haben sogar einen studenten-computer, wo man eben alleine sich im befunden üben kann, wir bekamen dafür auch eine eigene diktiergerät-einführung/-passwort..:-))Hatte aber eben auch ein super nettes team dort angetroffen! Mir gefiel auch die gute kollegiale zusammenarbeit zwischen den radio-assistenten und den ärzten und man konnte eben überall mal zuschauen (rö,mrt,ct,sono,notfall,mdp,angio,neuroradio...).
Und meine radio-examensprüfung war viel besser als erwartet - wurde von einem strahlentherapeuten geprüft - keine physik, nur stadienabhängige tumortherapie, da aber nur die wichtigsten tumoren, denen man sonst auch begegnet (mamma,kolon,lunge,gliom,prostata)..
Mir hat nur ein wenig der patientenkontakt gefehlt..Aber z.b. wenn interventionen durchgeführt werden, hat man das ja auch..