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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erste REA- Wie war sie bei euch ?



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Gasmann1
24.05.2005, 15:52
Meine erste Rea:
als 3. Mann RTW in der RS Ausbildung 32J, Familienvater, drogenabhängig, goldener Schuß zu Hause, als Frau und Kinder einkaufen waren - erfolglos

Meine erste bewegende Rea:
Als junger RS, zu dem Zeitpunkt meine 3., als TF-KTW zusammen mit RSH eine Einweisung ins KH, hatte ca 5 Min zuvor noch Ehefrau mitgeteilt, daß er sich komisch fühlt - während sie nochmal anrief, um nach dem KTW zu fragen, lebte er ab. Rea trotz aller Massnahmen erfolglos.
Hat mich beschäftigt weil ich ohne Technik (EKG, Defi) den Stillstand diagnostizieren musste und weil ich unvorbereitet in die Situation geriet (nicht alarmmäßig hingefahren, etc.)

Meine wichtigste Rea:
Mein Vorgesetzter in der Umkleide kollabiert, von Kollegen aufgefunden, Ich kam gerade um die Ecke (Rea-Funk i.d. Tasche), aber kein Defi o.ä. Haben ihn mit BLS zurückgeholt!!! (Hatte angeborenen Herzfehler) Neurologisch ohne jedes Defizit und, nach OP, wieder voll berufstätig.


Gasmann1

RS-USER-mikepike
25.05.2005, 20:04
Erste Rea bei -10°C auf der Strasse. Ursache AFAIK bis heute unklar. War vom ablauf ganz zufrieden und auch ein ganz gutes Gefühl als der Patient nach 5 Minuten auf dem Tubus rumgekaut hat. Ist aber soweit ich weiß, 2 Tage später auf der ITS gestorben.

RS-USER-Phil
27.05.2005, 11:38
Original geschrieben von Gasmann1
Meine wichtigste Rea:
Mein Vorgesetzter in der Umkleide kollabiert, von Kollegen aufgefunden, Ich kam gerade um die Ecke (Rea-Funk i.d. Tasche), aber kein Defi o.ä. Haben ihn mit BLS zurückgeholt!!! (Hatte angeborenen Herzfehler) Neurologisch ohne jedes Defizit und, nach OP, wieder voll berufstätig.


Und seitdem kein Problem mehr mit Urlaubsplanungen und Lohnerhöhungen?! :D

RS-USER-rettungshamster
20.06.2005, 20:00
Meine erste Rea war am 21. August 1997 (weiß ich deswegen noch so gut, da an diesem Tag mein Geburtstag war)....nach bestandener praktischen Prüfung KPH. Waren im Anschluss noch auf einen Untrunk auf der Station als die Frau eines Patienten ins Stationszimmer gehechtet kam. Fulminante Lungenembolie....war leider nix mehr zu machen.:(
Hing mir lange Zeit nach.

rettungsküken
17.07.2005, 20:19
So, tadaa, nach einem dreiviertel Jahr Rettungsdienst mit nur hoffnungslosen Fällen nun endlich meine erste richtige Rea im Rettungsdienst.
Heute mittag rum, wo es noch hiess "Fahrradsturz"
Ja, es war auch ein Fahrradsturz, nur leider hätten die Ersthelfer ruhig dazusagen können, das der alte Mann, der da so in dem 1-2 meter tiefen Heckengraben neben der Straße liegt, nicht nur tief bewusstlos ist, sondern quasi auch tot.
Ich hab mich herorisch wieder an den Funk geklemmt, wärend mein Kollege da im Graben stand und den Doc und die Policia nachgefordert.
Ich bin auch fast davon ausgegangen, das der da schon länger lag, so schlecht wie der aussah, nur hatte der tatsächlich noch Kammerflimmern.
Also so nach und nach erst EKG, dann den ganzen andern Kram runter in den Graben geschafft , und wir haben angefangen zu reanimieren.
Im Graben wohlgemerkt, das Beatmen war auch nicht so einfach, der lag da so schepp, der Kopf liess sich dadurch nicht so wirklich überstrecken usw...
Naja, das NEF kam, der Doc erst fehlintubiert, dann richtig intubiert, die Zyanose ist immer weniger geworden, Zugang gelegt , ab und zu mal defibrilliert, Nabic und Supra- Gabe, dann den Hang hoch ins Auto geschafft, im Auto weiterdefibrilliert und gedrückt, der Doc am beuteln.... Nun ja, das Ende vom Lied war leider , das unsere ca dreiviertel Stunde lange Mühe ohne Erfolg blieb, zumindest ohne langen. Ich hab nach ein paar Kompressionen direkt nen bradykarden Sinusrythmus produziert, der aber nach wenigen Sekunden wieder in Kammerflimmern übergegangen ist. Hab auch mal selbst "schiessen" dürfen. "Wiiiiiieeee, im Fernsehen fliegen die dabei aber immer viiiiiiiiieeeeeeel höher!"

Fazit: Meine erste Rea war nicht direkt die Bilderbuchrea die man sich vorstellt, und im Strassengraben ist das auch nicht so das gelbe vom Ei, aber es lief den Umständen entsprechend relativ ruhig alles, und ich war mit unserer Leistung durchaus zufrieden. Kann niemand sagen, wir hätten uns keine Mühe gegeben. :)

RS-USER-Phil
17.07.2005, 20:22
Original geschrieben von rettungsküken
Nabic und Supra- Gabe

Natriumbicarbonat? ich dachte, dass das Out wäre ... Na ja; nichts im Vergleich zu meiner Rea mit KTW-Material; von wegen Defi und Medis. :D :D

RS-USER-Sani
17.07.2005, 20:23
Klingt doch klasse, Küken :D

Bilderbuch-Rea ist doch langweilig, das kann ja jeder (oder sollte es zumindest können)

Beachbaer82
18.07.2005, 09:20
Original geschrieben von rettungsküken
... , ab und zu mal defibrilliert, Nabic und Supra- Gabe
Hoffentlich nicht über EINE Infusionsleitung...!!!


Original geschrieben von rettungsküken
Also so nach und nach erst EKG, dann den ganzen andern Kram runter in den Graben geschafft , und wir haben angefangen zu reanimieren.
Im Graben wohlgemerkt, das Beatmen war auch nicht so einfach, der lag da so schepp, der Kopf liess sich dadurch nicht so wirklich überstrecken usw...

Da nehm ich lieber noch ein paar Sekunden ohne REA in Kauf und versuche ihn aus dem Graben zu holen, DAMIT ich gute Voraussetzungen habe ( ist manchmal entscheidend!!! )



So, meine ERSTE REA...???!!!
Ahhhh, ja, ich erinner mich! NEF vor Ort, ugang war gelegt, NA intubierte grad und rief mir zu "fixieren!" Ja, und wie???? "Komm her und beatme"... Ich weiß das ich mir fast in die Hose gemacht habe vor Angst. Grad Zivi, niemals was anderes als ne Puppe "bearbeitet" und dann das?
An sich also sehr sehr chaotisch ( zumindest von meiner Seite aus ) aber der Pat. kam lebendig ins KH...

Gab aber auch andere...

rettungsküken
18.07.2005, 14:14
Nun ja, es war zugebenermassen in den ersten Minuten schon alles etwas hektisch, zudem wir nicht mit ner Rea gerechnet hatten (die LS offenbar auch nicht "Oh" ) und den ganzen Kram noch aus dem Wagen durch den Busch den Abhang runter tragen mussten. Mir fallen da auch spontan ein paar Sachen ein, die hätten anders laufen können , aber das will so öffentlich nicht ´hier hinschreiben.

RS-USER-blacksheep
18.07.2005, 14:35
Original geschrieben von rettungsküken
Nun ja, es war zugebenermassen in den ersten Minuten schon alles etwas hektisch, zudem wir nicht mit ner Rea gerechnet hatten (die LS offenbar auch nicht "Oh" ) und den ganzen Kram noch aus dem Wagen durch den Busch den Abhang runter tragen mussten.

Da hätt chi doch auch eher den Pat hochgetragen als die Sachen runter. Es sie denn er wär zu schwer gewesen ...

rettungsküken
18.07.2005, 14:38
Ey, der war blitzeblau und hatte Kammerflimmern. Wir haben vorher auch nicht gewusst wie seine Chancen stehn. Und erwähnte ich bereits, das wir die ersten Minuten alleine waren??
Und der Abhang in den Graben gut steil?

RS-USER-blacksheep
18.07.2005, 14:43
Original geschrieben von rettungsküken
Ey, der war blitzeblau und hatte Kammerflimmern. Wir haben vorher auch nicht gewusst wie seine Chancen stehn.

Auch da gilt das man sich optimale umstände basteln sollte. Man reanimiert ja auch nicht im WC wo alles vollgestellt ist sondern zieh sich den Patienten dahin wo man Platz hat.
Wenn ihr nicht die Kraft hattet ihn zu bergen ist das natürlich was anders.

rettungsküken
18.07.2005, 14:50
Platz hatten wir ja eigentlich... Nur zur Seite hin konnten wir unseren Kram quasi an den Hang stellen. Ausserdem war es wie gesagt meine erste Rea, und dann unter den Umständen, da mach ich eher das was mein Kollege sagt.

RS-USER-DocMezzoMix
18.07.2005, 14:55
Naja, ob es Sinn macht einen PAtienten zu zweit einen evtl. rutschigen Hang hochzuschleppen? Dann lass ich ihn doch lieber in einem nicht hundertprozentig idealen Punkt liegen und warte bis ich zu 4 bin... mal davon abgesehen das sich Rautek am Hang ohne sicheren stand bei nem sabbernden blauen Pat. meist nicht so gut macht ;)

rettungsküken
18.07.2005, 14:58
Dito ;)

RS-USER-MacUser
18.07.2005, 16:14
Ich finde du darfst dich ab jetzt offiziell REA-Küken nennen :D ...

rettungsküken
18.07.2005, 16:49
ne, lass mal. ;)

Vindu
18.07.2005, 17:30
Ich mag auch mal was sagen.
Meine erste Rea ist quasi perfekt verlaufen.
Da gab es aber auch verschiedene Punkte, die da mitgespielt haben.
1. Die Ehefrau hat früh einen Notruf gemacht, da hatte der Mann wohl noch geatmet
2. Von Alarmierung bis Eintreffen von uns mit RTW sind nur vier Minuten vergangen
3. Ich war eine Woche zuvor nochmal auf einem Lehrgang "Notfalltraining Reanimation"
4. Unser Team hat einfach super zusammengearbeitet

Der Mann hatte initial eine Asystolie, nach ein paar Minuten HLW, sowie einer ersten Supra Gabe war er dann Defibrillationswürdig.
Nach der zweiten Stromgabe hatte er wieder mehr oder weniger einen Rhythmus, sowie einen Carotispuls
Dann wurden noch diverse Medikamente gegeben, noch einmal mit Strom gearbeitet, da er meinte nochmal Flimmern zu müssen und dann liefs.
Er wollte sogar auf dem Tubus rumkauen ;)

Jetzt am Samstag hab ich erfahren, dass er dann leider nach vier Tagen auf Intensiv verstorben ist, aber man kann hier nur sagen, die REA ansich ist gut verlaufen, Glück gehabt.

der Vindu

RS-USER-Lenchen
18.07.2005, 17:51
Meine erste Rea war dieses Jahr am Valentinstag. Sind alarmiert worden mit V.a. Infarkt. Sind dann auch dahingedüst, NEF war schon vor Ort und versuchte einen Zugang zu legen.
Pat war ansprechbar und alles war wie bei jeden Infarkt. Ich war am Medis aufziehen, als der plötzlich kurz stöhnte und dann wars sozusagen fertig. Aufm EKG ne Asytolie und nen Atemstillstand. Dann ging irgendwie alles von selbst, auch wenn ich superaufgeregt war. Die Kollegen waren so lieb und ruhig, da konnte man gar nicht hektisch werden. Dann habe ich ca zehn Minuten Beatmet und dann sollte ich den NEF RA beim Drücken ablösen. Habe dem Patienten dann auch irgendwie noch Rippen gebrochen, was ich in diesem Moment ziemlich unangenehm fand. Ja, leider hat alles nicht viel genutzt, wir mussten die Rea nach 45 min erfolglos abbrechen.

LG Lenchen

RS-USER-Lenchen
18.07.2005, 17:56
Original geschrieben von blacksheep
Da hätt ich doch auch eher den Pat hochgetragen als die Sachen runter. Es sei denn er wär zu schwer gewesen ...

Also ich kann dazu nur sagen, dass wir das auch nicht gemacht haben. Bei uns macht das kaum einer. Wir haben unsere Wache an einem Standort, wo im Sommer eigentlich jede Woche ein schwerer Motorradunfall passiert und wir haben die noch nieausm Graben hochgezogen, das dauert dann doch meistens bestimmt noch mal ne wertvolle Minute... und wer weiß, was der so für Verletzungen hat.
Musste letztens nachts einen 16 jährigen Motorradfahrer reanimieren, den ich vom Sehen her auch noch kannte, da haben wir im Graben nur die Beine hochgehalten, weil er ja bergab lag, aber ansonsten ging das immer ganz guit bis jetzt. Platz hat man ja meistens echt genug, nur dass man nicht ganz so lange drücken kann, weil man ja mehr oder weniger schräg sitzt.

LG Lenchen