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RS-USER-Hoffi
30.11.2004, 20:15
das ist ja der staat und diese hilfsangebote gibt es auch schon lange, aber ich denke nicht das die verkäuferin bei karstadt sich solcher menschen annehmen muss. und ich glaube erst recht nicht, dass es diesen menschen mit studiengebühren besser gehen würde.

und wenn ich mich auf die besinne, denen es nicht gut geht, dann denke ich garantiert nicht an irgendwelche (möchtegern) arme in deutschland, sondern eher an die, denen es wirklich schlecht geht, etwa in afrika.

evil*little*devil
30.11.2004, 20:22
Aber mal in Relation betrachtet, ist es doch traurig, dass es solch arme Menschen in einem der reichsten Länder der Welt gibt..
Deswegen nur mal über den eigenen Tellerrand gucken..

Vielleicht geht es den Menschen nicht unbedingt finanziell schlecht, nicht so verhältnismäßig vielen wie in Afrika, aber ich denke immer mehr drehen einfach durch.. Existenzängste, Perspektivlosigkeit und Unverständnis für diese großen Riß zwischen arm und reich.. Und das Traurigste ist, dass der Gedanke an den Nachbarn immer weniger wird. Manchmal hilft schon ein Lächeln. Denn die Menschen in Deutschland sind zwar materiell gesättigt, dennoch keineswegs in psychischer Hinsicht. Deswegen wird es immer mehr geben, die abrutschen und sich und andere, aus niederen Beweggründen, umbringen..


Ich bin etwas abgewichen, oder? naja sagen wir dies is ein psychosoziales Statement zur Debatte..

RS-USER-Hoffi
30.11.2004, 20:26
nur kann der staat zu all diesen dingen eigendlich nichts beitragen, bzw abhilfe schaffen. in gewisser weise ist halt eben jeder für sich selbst verantwortlich und jeder muss auch eigeninitiative mitbringen um sich selbst wieder aus der sch** zu ziehen. nur auf den staat darf man sich auch nicht verlassen, dafür ist er imho auch nicht da. die sozialnetze sollen die menschen auffangen, man soll sich darin aber nicht schlafen legen können, daher gehen hatz IV und co in die richtige richtung, genauso wie sozialhilfeempfänger für die stütze gemeinnützig arbeiten sollen.

evil*little*devil
30.11.2004, 20:33
Original geschrieben von Hoffi
imho : gib mir mal einen kurzen hint was des heißt, thx

die sozialnetze sollen die menschen auffangen, man soll sich darin aber nicht schlafen legen können, daher gehen hatz IV und co in die richtige richtung, genauso wie sozialhilfeempfänger für die stütze gemeinnützig arbeiten sollen.

Klar können sie gemeinnützig arbeiten.. Ich meine dennoch, dass man unser Volk dringend psychologisch stützen muss.. Ich kann mir nur sehr verschwommen und mit dem kranken Teil meiner Seele vorstellen, wo das noch hinführen soll..

RS-USER-Hoffi
30.11.2004, 20:36
imho: in my humble opinum

evil*little*devil
30.11.2004, 20:39
Original geschrieben von Hoffi
imho: in my humble opinum

nkay..

RS-USER-Hoffi
01.12.2004, 06:36
mich wundert ja das die anderen studenten hier keine meinung zu studiengebühren haben, oder bin ich der einzige der in schwarzen ländern studiert?

RS-USER-Bärentöter
01.12.2004, 07:25
als Exstudent habe ich eine etwas gespaltene Meinung dazu. Prinzipiell sehe ich Bildung als einen staatlichen Auftrag an (der Staat zieht sich sowieso aus mehr und mehr Aufgaben zurück) und denke, daß das, von symbolischen Beiträgen (siehe Büchergeldstreit an bayerischen Schulen) abgesehen, das kostenfrei sein sollte, vielleicht abgesehen von "Bummelstudenten".
Andererseits könnten Gebühren richtig eingesetzt die Qualität der Ausbildung, die doch recht fragwürdig ist erhöhen, aber sozial schwächere würden da durch den Rost fallen. BAFöG ist ja auch nur ein Darlehen. Ich weiß nicht, ob ich bei den Summen, die im Gespräch sind, hätte studieren können.
Wovor mir graut ist die Tendenz zur Aufspaltung in "Normal-Unis" für dahergelaufene und Eliteunis für Zahlungskräftige wie Witten-Herdecke oder bei mir in der Nähe Salzburg. Da werden alte Eliten und Seilschaften gefördert und das widerspricht meinen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Demokratie. Zumal zur Zeit die Polarisierung der Gesellschaft sowieso zunimmt.

RS-USER-titan_cb
01.12.2004, 12:46
tja ... die Bildungspolitik in .at ist ja sowieso ein Kapitel für sich.... ich zahle für mein Studium ca. 360 Euro/Semester ... solange ich ein kleines Stipendium von Vater Staat bekomme, bekomm ich die Studiengebühren zurück ... ABER: sollte ich mehr als ein Semester in Verzug geraten (was beim Medizinstudium sehr schnell passiert - weil man nach dem ersten mal Versagen bei der Sip gut und gerne ein Jahr warten darf) .... darf ich nicht nur das Stipendium sondern auch noch die Studiengebühren zurückzahlen ...

... und das ist einfach scheiße viel Geld ... wer da keine wohlhabenden Eltern oder andere Sponsoren hat, kann dann die ganzen Ferien arbeiten ... und das find ich nicht unbedingt optimal, da gerade die Ferien von der Uni ja oft als "Vorlesungsfreie Zeit = Lernferien" bezeichnet werden ... und auch der Stoff so aufbereitet wird ...

... das Traurigste an den Studiengebühren: die Unis haben einen Ansporn, um Studenten zu werben, und können diesen keine Ausbildung garantieren:

Wir sind im Moment ca. 650 Med.studs ... jeder zahlt Studiengebühren ... ABER: viele bekommen keinen Sitzplatz im Hörsaal ... UND: die ersten haben schon im ersten Semester ein großes Problem: sie bekommen keine Praktikumsplätze ... sind daher schon praktisch mit einem Jahr Verzug auf dem Weg ... zahlen aber Studiengebüren


und nach einem Jahr sinds dann nur noch 275 Studenten ... also zahlen sehr viele Studenten die Gebüren für nichts und wiedernichts, weil sie in dem Studium eh keine Zukunft haben ...

RS-USER-Hoffi
27.01.2005, 14:44
da in d ja nun wohl auch, zumindest in den schwarzen ländern, studiengebühren kommen werden möchte ich mal folgendes zitat eines csu politikers zur debatte stellen:


Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester seien auch für ärmere Studenten problemlos ohne Kredite zu finanzieren, sagte Goppel. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für hundert Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben". Bei guten Studenten könnten die Universitäten im Einzelfall die Gebühren auch erlassen oder stunden, meinte er.

quelle: spiegel.de

ich hab das gefühl, das der herr vollkommen weltfrend ist. ersten glaube ich kaum das man vom bafög noch mal ebenso 100 euronen im monat abzweigen kann, zweitens möchte ich die leute sehen, die einem studenten für nachhilfestunden 50 euro geben.

ich werde nun schauen, das ich mein vordiplom in ka so schnell wie möglich beende und mir dann evtl. eine gute uni ohne gebühren suche. so wie etwa aachen in nrw. oder ich treibe irgendwie das geld auf und bleibe an einer leeren uni.

RS-USER-Cookie
27.01.2005, 15:04
Original geschrieben von Hoffi
mal ehrlich, du kostest deinem unternehmen mehr als du ihm einbringst.

öhm... auch wenn's bei mir schon ein paar Tage her ist: Ich hab im 3. (!) Lehrjahr gerade mal 380,00 DM bekommen, hatte ne 40-Stunden-Woche und 18 Werktage Urlaub (mußte mir also auch die Samstage anrechnen lassen, an denen wir ja nicht gearbeitet haben)... Also billigere Arbeitskräfte konnte ein Rechtsanwalt gar nicht haben! Deswegen hieß es ja in Fachkreisen auch "Auszunutzende" :o

Ich hab auch schon oft mit meinen Freundinnen diskutiert, ob man im Endeffekt als "Studierter" oder als "Gelernter" mehr Geld bekommt. Die "Studierten" liegen zwar später normalerweise in den höheren Gehaltsgruppen, dafür haben die "Gelernten" etliche Jahre Vorsprung im Geldverdienen und müssen kein eventuell erhaltenes Bafög zurückzahlen.

Die nun diskutierten Studiengebühren sehe ich allerdings auch mit gemischten Gefühlen. Auf jeden Fall sollte es doch eine einheitliche Regelung geben und nicht in einem Bundesland so und in nem anderen so.

Hörbird
27.01.2005, 15:24
Vor vielen, vielen Jahren war studieren sehr teuer. Nur die oberste Klasse der Gesellschaft, die Betuchten konnten studieren.

Doch man merkte, es waren auch weniger gut betuchte schlaue Köpfe und man brauchte sie.

Man fand Möglichkeiten auch ihnen das Studium zu ermöglichen.
Nun konnte jeder Bauernsohn studieren und seinen Doktor etc machen.

Tja, und heute: Es werden wieder die gut Betuchten sein, die studieren können....
Folge: es werden mehr als bereits jetzt schon in die Ausbildung gehen, was aber ein Problem sein wird, denn es sind kaum Plätze frei. Grund: Zu hohe Kosten !

Da sehe ich große Probleme auf uns zu rollen !

Gruß
HörBird

Rettungstiger
27.01.2005, 21:56
Studiengebühren:

Gut, aber nur wenn als zinnsloses Darlehn und zurrückzahlbar wenn man im Beruf über einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, sonst (teil)erlass. Alles andere wäre unsozial.
Die Einkommensregelung ist wichtig, denn ein Studium garantiert heute längst keinen hochbezahlten Job mehr.
Wenn dann so ein Wirtschaftspräsident von mittelfristig 2500 Euro /Semster redet, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es noch viele Lehramtsstudenten gibt, die bei heutigem Einstiegsgehalt erstmal über 20000€ Schulden zurrückzahlen wollen. Nicht jeder studiert BWL und wird hochbezahlter Manager!

Was Goppels Kommentar betrifft, dass ist ein Schlag ins Gesicht. Ärmere Studenten müssten sich zurrücknehmen. Hier entstünde eine Schere: ärmere müssen sich zurrücknehmen, wohlhabende können weiter im "Luxus" leben. Das wäre höchst unsozial und ist so auch nicht durchsetzbar. Außerdem, was heißt zurrücknehmen. Es ist ja nicht so, dass ärmere Studenten jetzt gerade die Sau raus lassen. Und noch eines: Auf 100€ im Monat verzichten. Dass ist für Herrn Goppel sicherlich ein Klacks, für viele Studenten aber, nach Abzug von Miete und Krankenversicherung, bis zu 1/3 des zur Verfügung stehenden Geldes (Bafög bedarf = 333€) Kürzen wir doch mal die Diäten unserer Politiker um 1/3.

Am schlimmsten ist, das Soziale hinsichtlich der Wirtschaft aus den Augen zu verlieren. Die Wirtschaft will, dass es nur wenige Reiche gibt (nämlich die wirtschaftsbosse) und viele Arme, wobei die niedrige Quantität des Geldes, dass sie einzeln der Wirtschaft zukommen lassen (müssen) durch die hohe Quantität der individuen ausgeglichen wird.

Nur ein Bsp. aus der heutigen Zeitung: Trotz schlechtem Ergebnis bekommen die Vorstandsmitglieder einer großen deutschen Bank 1/3 MEHR Gehalt. (Es ist schon verständlich, dass es sich mit ca. 330000€ pro Jahr nicht besonders schön leben lässt). Dafür werden Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld der Angestellten gestrichen. In solchen Momenten hoffe ich immer nur auf eine höhere Gerechtigkeit, die diese Leute irgendwann mal ihrer gerechten Strafe zuführt.:mad: :mad: :mad:

RS-USER-Cookie
28.01.2005, 07:30
Wie wird das eigentlich in unseren Nachbarländern mit Studiengebühren gehandhabt?

RS-USER-Hoffi
28.01.2005, 07:33
das ist eine gute frage. von den skandinaviern weiß ich, dass diese dort nichts zahlen müssen, sondern das jeder noch nen günstigen studienkredit bekommt um die lebenshaltungskosten zu finanzieren, den man nach dem studium zurückzahlen muss.

Rettungstiger
28.01.2005, 10:58
viva skandinavia!