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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Silikonschimmel



RS-USER-Rippenspreizer
04.02.2005, 09:17
Nein, nicht das, was ihr gleich wieder denkt! ;)

Ich musste mit Erschrecken feststellen, dass Teile meiner CD´s, auf denen ich unwiederbringliche Digitalfotoerinnerungen lagerte, vom fiesen Silikonschimmel befallen waren!
Bisher kannte ich das ja nur vom Hörensagen (und hatte es ehrlicherweise bislang auch nicht wirklich geglaubt).
Jetzt muss ich feststellen, dass bei klitzekleinen Läsionen auf der äußeren Versiegelungshaut einer CD durchaus um die Läsion herum eine dunkelbraune Bakterienfront den Weg durch meine Daten nimmt und diese damit leider völlig zerstört.
Alleine die CD zu lesen und Bilder soweit es geht wiederherzustellen verlangte nach einem "Datenwiederherstellungsprogramm"!

Bin jetzt natürlich ziemlich gefrustet, weil 90% der Bilder völlig zerstört sind :(
Also - sichert eure Daten und aktualisiert die Datenträger in regelmäßigen Abständen. Das ist nämlich das Problem mit dieser "tollen" digitalen Speicherung für die Ewigkeit; ein kleiner Kratzer, die falsche Umgebung und schwupps - steht ihr plötzlich ganz dumm da! :eek:

Betrübte Grüße,
Daniel

RS-USER-Jonas
04.02.2005, 09:22
Das ist natürlich tragisch.
Dazu habe ich im Web folgendes gefunden:

Einst verkündete die Industrie, die CD haben ein unendliches Leben, damals war sie auch noch völlig unempfindlich gegen Kratzer und Schmutz. Heute wissen wir es besser. Doch wie lange hält eine CD?

Die Horrormeldung stand in der Welt und in der Süddeutschen Zeitung-Milliarden CDs gehen dem sicheren Ende entgegen. Ihre glänzende Aluminiumschicht wird durch eine chemische Reaktion unaufhaltsam durchsichtig. Bei Musikliebhabern oder Computerfreaks ist dieser drohende Verlust weit gehend unbekannt.

Doch Autor Thilo Resenhoeft beliebt zu übertreiben, wenn er behauptet,"wer seine mit viel Geld und Mühe zusammengestellte Musiksammlung erhalten möchte, muss sie auf ein neues Speichermedium umkopieren oder komplett neu kaufen." Auch meint er, die Musikindustrie müsse ihre Kunden vom langsamen aber stetigen Verfall der CI)s warnen. Da wird sogar eine Verbraucherschützerin aus Hamburg zitiert. Doch Edda Costello kann bei der drohenden Musik-Katastrophe nur auf die gesetzliche Gewährleistung von (von) sechs Monaten verweisen. ja sogar die Rechtspflicht, Kunden auf den möglichen CD-Tod hinzuweisen, besteht nicht.

Wie lange hält eine CD? Wir erkundigten uns bei EMTEC, einem der führenden Hersteller für Speicher-Medien jeglicher Art: "Eine verbindliche Aussage zur Lebensdauer einer CD kann grundsätzlich nicht gemacht werden, da diese von einer Reihe von Umständen abhängig ist. Nachstehende Kriterien sind für die Haltbarkeit von CDs allerdings von existenzieller Bedeutung. Zunächst gilt, nicht am falschen Ende zu sparen. Grundsätzlich sollten nur bekannte Markenqualitäten ausgewählt werden, die in der Regel auch für einen hohen Qualitätsstandard stehen.

Eine CD besteht im Wesentlichen aus Polycarbonat mit den eingeprägten Informationen, einer Reflexionsschicht aus Aluminium und einer Schutzlackierung. Geringfügig teurere Markenartikel besitzen im Allgemeinen eine hochwertige "Rundum"Schutzlackierung, die auch ein eventuelles Eindringen von Sauerstoff/Wasser an der schmalen Seite verhindert, Oxidation könnte sonst die AluminiumReflexionsschicht und damit die Lesbarkeit negativ beeinflussen.

Mechanische Verformungen, wie beispielsweise starkes Verbiegen, können bei einer CD die Oberflächenversiegelung beschädigen (Haarriss) und dadurch einer langsamen Zerstörung der Aluminiumschicht Vorschub leisten.

Sonnen- und Halogen-Licht können die optischen Eigenschaften des Polycarbonats zerstören. Auch produktionsbedingte Verformungen, wie kalter Materialfluss, können die Kunststoffscheibe mechanisch verformen und damit die Lesbarkeit einschränken oder unmöglich machen.

Hitze (Verformung) und auch Käl te (Versiegelung) können, besonders ei. ner ungeschützten CD, schaden. Auch sollten tiefer gehende Kratzer und Beschädigungen -auf beiden Seiten der Fläche vermieden werden

Werden alle Punkte sorgsam beachtet, kann aus heutiger Sicht die Lebensdauer einer CD mit etwa 80 Jahren angegeben werden. Man sollte bei dieser Betrachtung allerdings nicht die Weiterentwicklung der Technologien ver gessen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Technologien der Lesegeräte eher veraltet sein werden als die CD selbst. Neue Entwicklungen und Formate, mit den dazugehörigen Medien werden sich mit Sicherheit in den nächsten Jahren etablieren und ein etwaiges Umkopieren der CD-Daten nötig machen.

Zu weitaus kürzeren Lebenserwartungen kommt dagegen Professor Henning Hopf, geschäftsführender Leiter des Institutes für organische Chemie der Technischen Universität Braunschweig. Er schätzt die Haltbarkeit von CDs auf etwa 25 bis 30 Jahre. Den Grund glaubt Rainer Vesper, Ingenieur bei der Bayer AG in Leverkusen, die keine CDs oder ähnliche Speichermedien herstellt, zu kennen, "Unter der bedruckten Oberseite einer CD kommt eine Schicht aus Klarlack, gefolgt von einer dünnen Schicht aus Aluminium. Unterhalb dieses feinen MetalIfilms liegt der durchsichtige Kunststoff Polycarbonat, der in Form kleiner Vertiefungen die Informationen speichert. Der Laserstrahl tastet diese ab und gibt sie wieder. Das Aluminium reflektiert dabei den Laserstrahl. An das Metall können Sauerstoff- und Wassermoleküle gelangen. Damit reagiert das Aluminiun über Jahre hinweg zur durchsichtigen Verbindung Aluminiumhydroxid. Zwar bleiben die Vertiefung gen in der Polycarbonatschicht erhalten, doch der Laserstrahl wird nicht mehr reflektiert, der Datenträger mithin unlesbar."

Damit könnte er Recht haben, denn es gibt heute gerade im CD-R und CD-RW Segment Billigstangebote, deren empfindliche Schwachstelle der seitliche Rand ist. Hier fehlt eine Lackversiegelung und es ist durchaus möglich, dass hier Sauerstoff und auch Wassermoleküle zwischen die Schichte eindringen können.
Trotzdem ist Ingo Kolasia, Leiter des Deutsche Musikarchivs in Berlin, vorsichtig. Seit 1973 (gemeint ist wohl 1983) wird jeweils ein Exemplar jeder in Deutschland erscheinenden CD in diesem Archiv gesammelt: Aktueller Bestand mehr als 250 000 Silberscheiben. "Internationale Musikarchivare gehen zurzeit davon aus, dass eine CD etwa 50 Jahre hält." Aber er ist schon von Berufs wegen skeptisch, wer kann heute schon sagen, welche Probleme wir zu späteren Zeiten bekommen werden ?" Seine Favoriten sind noch immer Schellackplatten: "Die halten vermutlich ewig, wenn man sie nicht zerbricht.`


(Und hier die Quelle (http://www.fl-electronic.de/cd-recording/cd-haltbarkeit.html) dazu...)

RS-USER-Hoffi
04.02.2005, 09:24
cds sind für mich nur transportmedien, bzw archivierung nur für unwichtige dinge. und dann sollte man die cds auch dunkel lagern. wichtige daten sollten unbeding auf einem raidsystem geparkt werden. so kann man sich auch vor dem ausfall von einer festplatte schützen, ohne das die daten verloren gehen. wer es ganz sicher haben will, sollte sich zusätzlich noch ein oder zwei server mieten und die daten in rechenzentren speichern, dies ist für den normalbürger aber denke ich nicht notwendig. mir persöhnlich reicht der datenserver im schrank mit raidsystem.

RS-USER-Jonas
04.02.2005, 09:40
Hm, irgendwie ein spannendes Thema. Hab ein Internetforum gefunden, die genau darüber relativ fachlich diskutieren:

Haltbarkeit von CDs/Digitalen Medien (http://www.funrunners.de/foren/index.php?showtopic=7500)

Ich glaube auch, es ist ein Trugschluss zu glauben, digitale Speicherung ist für die Ewigkeit. Mal als Zukunftsvision: Während wir noch problemlos die Schriftzeichen untergegangener Kulturen interpretieren konnten, so wird es im Jahr 4000 niemandem mehr gelingen, eine CD-ROM zu entschlüsseln, weil wahrscheinlich

a) das Lesemedium nicht mehr existiert
b) die Speichermedien maximal zerstört sind
c) ein "JPEG-Format" gar nicht mehr entschlüsselbar ist
d) allein eine stumpfe Abfolge von Nullen und Einsen auch dem brilliantesten Wissenschaftler nicht mehr weiterhelfen wird.

Wenn wir also die Daten nicht wenigstens optisch (mit Elektronenmikroskopen lesbar) in analoger Form auf Datenträger brennen und diese ordentlich versiegeln, dann wir dvon unserem (glücklicherweise oftmals nur als DatenMÜLL zu bezeichnenden) Informationen herzlich wenig der Nachwelt erhalten bleiben...

MatthiasKlemens
04.02.2005, 09:47
also langfristig ist die bandsicherung das beste.......dss(dat) ist die sicherste methode!

auch möglich die sicherung auf mo-disks.

die speicherung auf raid ist nicht zu empfehlen, da dieses system auch beschädigt werden kann, und es auch alles festplatten auf einmal erwischen kann(überspannung, defektes netzteil,.....)! da schützt nur die auslagerung auf einen externen datenträger, und sind nun mal dat-bänder oder mo-disks das sicherste!

am sichersten ist die variante, mehrere sicherungen anzufertigen, und diese örtlich getrennt (bei freunden, anwälten, banken,......) zu verteilen. diese methode ist eigentlich katastrophensicher.

allerdings sollte man überlegen ob es den aufwand lohnt. aber mache daten sind fast lebenswichtig!

Subduralhämatom
04.02.2005, 09:49
Am besten, man legt sich für seine wichtigsten Daten auch eine "analoge" Bibliothek an. Ich lasse zum Beispiel alle tollen Fotos eines Urlaubes ausdrucken und kleb die auch noch ganz altmodisch in ein Fotoalbum. Die sollten dann relativ lange halten.

Die einzige "Ewigkeits-Garantie" wäre, alle Fotos und Textdokumente in Stein zu meißeln.
Das ist mir ehrlich gesagt aber etwas zu umständlich!!! :-p

Euer Hämatom.

MatthiasKlemens
04.02.2005, 09:57
in granit lasern lassen.....hält nicht nur ewig, sonder sieht auch im wohnzimmer verdammt gut aus......hab ich schon machen lassen.....

Subduralhämatom
04.02.2005, 10:12
Echt jetzt? Mach mal ´n Foto und zeig uns das!

MatthiasKlemens
04.02.2005, 10:27
schwierig, habs meiner freundin geschenkt! aber hier kannst du gucken!

http://www.alles-in-stein.de/galerie/fototech.html

ich hab das mal auf einer messe machen lassen......die ist demnächst wieder, also mal sehen.....ich hätte da einige motive.......

RS-USER-Hoffi
04.02.2005, 11:32
Original geschrieben von MatthiasKlemens
also langfristig ist die bandsicherung das beste.......dss(dat) ist die sicherste methode!


langfristig sind mikrofilme das beste, weil du auch bei bändern die daten nicht mehr lesen kannst, da keiner mehr die formate entschlüsseln kann.


die speicherung auf raid ist nicht zu empfehlen, da dieses system auch beschädigt werden kann, und es auch alles festplatten auf einmal erwischen kann(überspannung, defektes netzteil,.....)! da schützt nur die auslagerung auf einen externen datenträger, und sind nun mal dat-bänder oder mo-disks das sicherste!

es ist sicher nicht das sicherste, schon aber imho das optimum zwischen bezahlbar und mittelfristiger sicherheit. mir geht es ja nicht um die erhaltung für die nachwelt, sondern für meine lebenszeit. überspannung kann man mit technischen mitteln ausschliessen, genauso wie stromausfall. wenn ein netzteil kaputt ist, fährt sich das system zwar unkontrolliert runter, das sollte aber auch kein problem sein, da es sehr unwahrscheinlich ist, das dabei sich alle festplatten aufhängen (und die daten wären dann ja noch vorhanden, zum auslesen bräuchte man nur einen reinstraum und spezialgeräte)



am sichersten ist die variante, mehrere sicherungen anzufertigen, und diese örtlich getrennt (bei freunden, anwälten, banken,......) zu verteilen. diese methode ist eigentlich katastrophensicher.


ich würde dies kombinieren mit zwei räumlich getrennten raidsystemen und einer, auch räumlich getrennter, sicherung auf bandlaufwerken.



allerdings sollte man überlegen ob es den aufwand lohnt. aber mache daten sind fast lebenswichtig!

das ist die grosse frage, mir reicht mein raid, wichtige dinge kommen zusätzlich noch (verschlüsselt) ins uni-rz, bzw auf andere server.

100%ige sicherheit kann es nicht geben, aber man kann diverse sachen schon mit wenig aufwand ausschliessen.

RS-USER-Obelix
04.02.2005, 12:35
Was bitte ist Silikonschimmel????????
Eine CD besteht aus Polycarbonat.