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Reanimator
31.03.2005, 20:19
Sehe ich ganz genauso. Aber wie Hoffi schon gesagt hat - nun hat das leidige Thema ein würdevolles Ende genommen...

hoshj
31.03.2005, 21:08
Original geschrieben von Reanimator
Sehe ich ganz genauso. Aber wie Hoffi schon gesagt hat - nun hat das leidige Thema ein würdevolles Ende genommen...

Naja ich weis nicht was daran würdevoll sein soll in zwei Wochen zu verhungern und verdursten und du langsam stirbst!!!:mad:

Man weis eben nicht ob sie noch was mitkriegt, ich wünsche keinen solch einen Zustand!

RS-USER-Cookie
31.03.2005, 21:11
Das hab ich eben auch gedacht!!


Ich bin jetzt mal gespannt, was für Erkenntnisse die Obduktion bringt.

RS-USER-Hoffi
31.03.2005, 21:15
als würdevoll hab ich es auf keinen fall bezeichnet! ich habe nur meine erleichterung kundgetan das es endlich vorbei ist

Xaxis1
31.03.2005, 21:17
Würdevoll war das ebensowenig wie friedlich...

Nach einiger Erfahrung in der Pflege mit Wachkomapatienten und sehr persönlicher Erfahrung mit jmd im "normalen" Koma kann ich nur sagen: Sie sind irgendwie immer ein Stückchen da, manche nicht jeden Tag, aber: Es ist so.

Und wenn ihr (2bus und Reanimator) auch nur einmal die Bilder angeschaut habt, die überall im Net zu sehen waren, aufgenommen in den letzten 6 Monaten - und Terry lächelt ihre Mutter (?) an...

Dann sagt mir noch, daß es ein gerechter Mord / eine "faire" Tötung durch unterlassene Hilfeleistung war...

Wie verdammt grausam mu´das auch für die Pflegenden gewesen sein ?!!? Darüber sieht und liest man leider nix.

2bus
01.04.2005, 05:42
Hat sie wirklich ihre Mutter angelächelt? Oder ist dies vielmehr jemand, der täglich kommt und einem gut zugewandt ist, der liebevoller ist als z.B. der Physiotherapeut, der einem mit seinen passiven Bewegungsübungen ständig Schmerzen zufügt.

Was das Verhungern angeht bin ich auch absolut nicht dafür, aber es wäre für mich persönlich erträglicher als das langsame Ersticken durch eine Lungenentzündung.

Ich für mich, aus meiner heutigen Sicht, wäre für solch einen Ehemann dankbar, der trotz aller Widrigkeiten und Defamierung, persönlich bedroht und beschimpft, so behaarlich sich einsetzt, für mein vermeindliches Wohl. Das zu leisten ist man nur aus Liebe fähig - glaube ich, in meiner ausgesprochen persönlichen Meinung.

Xaxis1
01.04.2005, 08:27
Original geschrieben von 2bus
Hat sie wirklich ihre Mutter angelächelt? Oder ist dies vielmehr jemand, der täglich kommt und einem gut zugewandt ist, der liebevoller ist als z.B. der Physiotherapeut, der einem mit seinen passiven Bewegungsübungen ständig Schmerzen zufügt.



Ich versteh jetzt net ganz - meinst, sie hat ihre Mutter nicht erkannt, sondern nur gelächelt, weil diese mehr Zeit oder ähnliches für sie hatte ?!

RS-USER-Claudi
01.04.2005, 13:02
Original geschrieben von Xaxis1
Ich versteh jetzt net ganz - meinst, sie hat ihre Mutter nicht erkannt, sondern nur gelächelt, weil diese mehr Zeit oder ähnliches für sie hatte ?!

na ja - dann hat sie wohl nicht mehr mitgekriegt, dass es ihre Mutter war [Ironie-Modus aus]

Im Teletext war der "friedliche" Tod auch mit Anführungszeichen versehen.

Ich habe nichts gegen eine Entscheidung für den Tod, bei hoffnungslosen Fällen nach jahrelanger Therapie. Gerade dann, wenn sie selbst mal geäußert hat, dass sie so nicht leben will. Aber jemanden verdursten lassen (der das wohl nicht schriftlich bestimmt hat, dass er selbst das lieber möchte, als leben) - in einem Land, wo es die Todesstrafe gibt .........
Wenn so eine hochrichterliche Entscheidung schon getroffen wird, dann sollte man der Frau mit Hilfe der Medizin einen wirklich würdevollen und friedlichen Tod geben.

* 13 Tage hats gedauert... mir ist immer noch ganz schlecht *

RS-USER-DocMezzoMix
01.04.2005, 13:44
Der für mich relevante Teil ist und war: Sie hat gesagt, dass sie in einem solchen Zustand nicht leben will. Nur hat sie halt keine Chance gehabt dies nach ihrem Infarkt selbst zu bestimmen und zu äussern, nur davor. Wenn sie gekonnt hätte, selbst wenn sie ihre Mutter erkennt (oder auch nicht) wer sagt denn, dass sie der letzten von ihr zu diesem Zustand getroffenen Äusserung nicht treu geblieben wäre, und z.B. die Nahrung verweigert hätte?

Schlimm finde ich nur den Streit, der drum herum geschehen ist, der ihr vermutlich die letzten Tage nicht einfacher gemacht haben, und dass ihre Eltern nicht zu ihr durften.

Gruß dMM

RS-USER-DocMezzoMix
01.04.2005, 15:15
Ich hab den Papst mal rausgetrennt, ich denke er ist ein neues Thema wert und hier (http://www.rippenspreizer.com/forum/showthread.php?s=&threadid=4388) zu finden.
Sorry für die Teilentfernung bei manchen Posts die beides beinhalteten, bitte stellt doch hier noch mal kurz eure letzten Einwände da.

Xaxis1
01.04.2005, 21:22
Original geschrieben von DocMezzoMix
Der für mich relevante Teil ist und war: Sie hat gesagt, dass sie in einem solchen Zustand nicht leben will. Nur hat sie halt keine Chance gehabt dies nach ihrem Infarkt selbst zu bestimmen und zu äussern, nur davor.

Gruß dMM

Sorry, aber kein Mensch weiß, ob sie ihre Meinung nicht geändert hätte... und schriftlich gab es nix, die Eltern wußten von diesen Aussagen angeblich nix... mir persönlich zu unsicher...

RS-USER-DocMezzoMix
02.04.2005, 09:51
Naja, da wir nie alle Fakten auf den Tisch bekommen werden, ist es natürlich schwer darüber zu urteilen, und deine Einwände natürlich durchaus berechtigt. Ich bin aber auch der Meinung, wenn die Äusserung zeitnah zum Ereigniss ist, muss man davon ausgehen, sie hat bestand. Ob sie nun mit Eltern oder Freunden darüber gesprochen hat wird wohl nur einer der X Richter vor Ort klären können (bzw. hätte/hat).

Und mir persönlich wäre es halt sehr unrecht, wenn ich den Rest meines Lebens dahinsiechen müsste, weil man meinen Angehörigen nicht glaubt.
Da macht ein Patiententestament Sinn, und ich überlege ob ich sowas nicht anlege. Sowas regelmässig rezertifiziert, damit man von einer aktuellen Aussage ausgehen kann. Wobei es ja schon irgendwie schwerfällt, sich über seine eigene "Vergänglichkeit"
Gedanken zu machen.


Gruß dMM

RS-USER-Claudi
02.04.2005, 12:09
drum ist es ja auch hilfreich eine schriftliche Patientenverfügung zu haben. ;)
Ob man dann jemanden findet, der sich daran hält mag eine andere Frage sein, aber es trägt zumindest sehr zur Klarheit "was hätte der Patient gewollt" bei.
Darum ist die deutsche Hospizstiftung ja auch gegen mündliche Verfügungen.

Rescuerambo
06.04.2005, 21:06
Quelle (http://de.news.yahoo.com/050406/12/4hfst.html) :www.yahoo.de
Wachkoma-Patient in München gestorben

München (AP) Ein Wachkoma-Patient ist nach Einstellung der künstlichen Ernährung in München gestorben. Wie der Anwalt des 42-Jährigen am Mittwoch mitteilte, war der Mann nach einem Herzinfarkt im Januar ins Koma gefallen. Wegen schwerer Hirnschäden schlossen Neurologen ein Erwachen aus dem Koma aus. Auf gemeinsamen Wunsch der Ehefrau und der Mutter des Patienten wurde die künstliche Ernährung nun eingestellt. Er sei am Dienstag in einer Münchner Klinik gestorben, teilte Anwalt Wolfgang Putz mit.

Der Mann habe vor seiner Krankheit mehrfach gesagt, er wolle bei einer solchen Schädigung nicht mehr künstlich am Leben erhalten werden. Dieser Wunsch konnten die Frau und die Mutter «aus vielen Episoden und Gesprächen im gesunden Leben» glaubhaft machen, wie der Anwalt erklärte. Beide hätten gesagt: «Man muss ihn gehen lassen, weil wir ihn lieben!» Diesen Wunsch hätten die Ärzte respektiert. Mit den Pflegern hätten sie dafür gesorgt, dass der Patient keinen Durst oder Hunger, keine Krämpfe, keine Schmerzen, keine Angst und kein hohes Fieber erleiden musste.

RS-USER-Claudi
07.04.2005, 11:42
was ist denn jetzt eigentlich bei der Obduktion heraus gekommen? Weiß das einer? Hab über google keine Ergebnisse gefunden - nur dass die Obduktion abgeschlossen sei und das Ergebnis veröffentlicht werden soll.... aber wann wird das wohl sein?? :confused:

Reanimator
07.04.2005, 12:38
Original geschrieben von Reanimator
1) Vor 15 Jahren wussten sie noch nicht, was sich da noch 'wiederherstellen' lässt und was nicht.
2) Ist es die humanste Vorgehensweise, die halt nunmal 'erlaubt' ist. Ich bin sehr für Euthanasie, aber die Gesetzgeber halt nicht.
3) Habe ich schon mal geschrieben, daß sie es gar nicht mehr registriert daß sie eigentlich Hunger hat.

Nur nochmal der Vollständigkeit halber - das habe ich auch geschrieben...

folken_vanehl
07.04.2005, 16:42
Original geschrieben von Claudi
was ist denn jetzt eigentlich bei der Obduktion heraus gekommen? Weiß das einer? Hab über google keine Ergebnisse gefunden - nur dass die Obduktion abgeschlossen sei und das Ergebnis veröffentlicht werden soll.... aber wann wird das wohl sein?? :confused:

Das Ergebnis wird wahrscheinlich erst in ein paar Wochen vorliegen und veröffentlicht (laut Stern). Habe mich auch gewundert, aber sie wollen das Ganze wohl der Vollständigkeit halber abwarten und dann an die Öffentlichkeit bringen!

2bus
07.04.2005, 16:43
Wenn man schon einmal einen Wachkomapatienten gesehen hat, was empfindet man dabei? Freude, Hoffnung, Glückseligkeit, Spaß und Vergnügen? Oder ist es eher das Mitleidige, Getrübte, Unbehagen, Trauer und Schmerz?
Wie verspürt es der Mensch, der in diesem Körper gefangen ist?
Sollte dieser Mensch, wie schon zu "Lebzeiten" geäußert, so einen Zustand nicht ertragen wollen, was machen dann all die Menschen, die es ach so gut mit ihm meinen? Zwanghaft ernähren, gegen den Willen therapieren, Leiden verlängern!

Keiner von uns kennt die Lösung, da keiner von uns weiß, was im Patienten tatsächlich vorgeht, wobei in meinen Augen das Leid überwiegt. Aber jeder von uns muß sich ein Konstrukt zurecht legen, damit man so etwas ertragen kann. Ich muß mein Handeln gegen mich selbst rechtfertigen und um nicht an mir zu zweifeln, werde ich dies mit Nachdruck tun. Aus diesem Grund sind wohl alle hier geäußerten Meinungen richtig, wenn sie dazu führen, mit so einer Situation umgehen zu können.
Uns steht es auch nicht zu, die anderen für ihre Meinung zu verurteilen, da wir selbst nicht wissen was richtig und was falsch ist. Es ist nur interessant die Dinge aus der Sicht der anderen zu sehen, auch wenn die wenigsten bereit sind, diese fremde Sichtweise zu übernehmen, weshalb dies eine endlose Diskussion bleibt und auch in Zukunft noch viel Diskussionsstoff liefern wird. Aber auch dann wird uns die Lösung fehlen.

Aus meiner Sicht der Dinge, und ich wiederhole mich, ist das eingetreten, was sich die Patientin wohl gewünscht hat - zumindest vor dem Infarkt.

RS-USER-Claudi
07.04.2005, 18:06
Original geschrieben von folken_vanehl
... aber sie wollen das Ganze wohl der Vollständigkeit halber abwarten und dann an die Öffentlichkeit bringen!

... oder es dann einfach "vergessen".


@2tus: wie ich schon sagte: Ich habe nichts gegen die Entscheidung, die Patientin sterben zu lassen - gerade weil sie offensichtlich nicht so leben wollte. Aber dann bitte schnell und friedlich mit Hilfe der medizinischen Segnungen und kein mittelalterliches Verdursten über 13 Tage.
Ich persönlich würde mir in so einem Fall auch einen Tod wünschen - aber ob so einen - weiß ich nicht.

Xaxis1
07.04.2005, 19:22
Original geschrieben von 2bus
Wenn man schon einmal einen Wachkomapatienten gesehen hat, was empfindet man dabei? Freude, Hoffnung, Glückseligkeit, Spaß und Vergnügen? Oder ist es eher das Mitleidige, Getrübte, Unbehagen, Trauer und Schmerz?
Wie verspürt es der Mensch, der in diesem Körper gefangen ist?


DAS ist imho nicht wichtig.

Was denkst/spürst Du, wenn Du einen Marathonläufer siehst ?
Einen Krebskranken? Einen Sadomasochisten ?

Und was er ?

Ich denk, wenn Du mal Wachkoma Patienten gepflegt hast, denkst da ein bisserl anders drüber...