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Reanimator
07.04.2005, 19:26
Ich kann mich noch gut an einen Fahrradunfall erinnern, den ich mit 18 hatte. Mein 1. Mountainbike - also mal sorichtig krachen lassen. In der Kurve lag dann ein Stein auf der Straße, in der Geschwindigkeit war an eine ausweichende Lenkbewegung nicht zu denken. Ich weiß, daß sich die Erde um mich gedreht hat und ich dann dem Boden auf mich zukommen sah wie von einer Kamera am Bauch eines Flugzeugs. Dann Ruhe, Stille und Schwarz...
Das nächste was ich mitbekommen habe war "wo kommen all die Schläuche her die da von der Decke hängen? Warum ist es auf einmal so hell? Und was ist das für ein Ding da oben was ständig so nervös blau blinkt?" Dann kam die Erinnerung, daß ich das ganze aus einer anderen Perspektive kenne und ich war wieder weg. Aufgewacht bin ich am nächsten Tag auf der ICU. Das war nur ein Abend, eine Nacht - und da habe ich gesagt ich möchte das niemals länger oder sogar Jahrelang erleben!
;)

folken_vanehl
07.04.2005, 20:14
- gerade weil sie offensichtlich nicht so leben wollte. Aber dann bitte schnell und friedlich mit Hilfe der medizinischen Segnungen und kein mittelalterliches Verdursten über 13 Tage.
Ich persönlich würde mir in so einem Fall auch einen Tod wünschen - aber ob so einen - weiß ich nicht. [/B][/QUOTE]

Die Frage die ich mir die ganze Zeit stelle ist "Wenn sie so nicht leben wollte, warum hat sie dann so lange zum sterben benötigt?"
Andere Wachkomapatienten die ansonsten völlig gesund sind sterben trotz Maximaltherapie. Geben diese sich auf? Warum leben totkranke Patienten lange über die Zeit hinaus, die sie in der Regel nicht hätten? Warum fällt es Menschen die sich nicht mit ihrem Sterben beschäftigt haben so schwer zu sterben?

RS-USER-Claudi
08.04.2005, 10:49
Original geschrieben von folken_vanehl

Die Frage die ich mir die ganze Zeit stelle ist "Wenn sie so nicht leben wollte, warum hat sie dann so lange zum sterben benötigt?"

schwierige Frage.
Aber ich bin wie gesagt mit Aussagen über Menschen mit eingeschränkten Hirnfunktionen sehr vorsichtig geworden. Unter anderem aufgrund einer Erzählung eines "alten Hasen": Als sie vor einigen Jahren bei einem hoffnungslosen Fall die Maschinen abstellen wollten und dies am Krankenbett kund taten, registrierte die Maschine plötzlich eine stark erhöhte Herzfrequenz. Angst oder Freude? :eek:
Auf jeden Fall aber ein Zeichen, dass Menschen ggf. mehr mitbekommen, als die Medizin immer behauptet. Oft steckt mehr Lebenswillen in solchen Menschen, als man annimmt. Drum finde ich ja, dass eine schriftliche, detaillierte, oft aktualisierte Patientenverfügung einfach sinnvoll ist - damit man wenigstens eine Ahnung hat, welche Einstellung der Mensch zum Thema Leben/Tod/Wie etc. hatte.
Es gibt Menschen, die um jeden Preis leben wollen (schön zu beobachten bei Krebspatienten) und solche, die schnell "ihren Frieden" finden.

folken_vanehl
08.04.2005, 14:51
Genau das ist der Punkt den mich die Arbeit mit meinen Patienten gelehrt hat! Wer nicht mehr leben will und es wirklich ernst meint ist auch mit maximalem Aufwand nicht am Leben zu halten. Wer Leben will der überlebt Dinge die man sich fast nicht vorstellen kann.

RS-USER-Claudi
08.04.2005, 16:10
ja da ist was dran.
Kann mich da an jemanden mit einem schweren Autounfall erinnern. Junger Mann, Mitte zwanzig, lag lange lange Zeit auf der Intensiv - oft auf des Messers Schneide. Als er dann weg von der Beatmung war und in der Reha festgestellt wurde, dass nichts mehr so werden würde, wie es mal war, ist er dort gestorben. Als niemand mehr damit gerechnet hat....

Reanimator
08.04.2005, 16:32
http://www.cinemasense.com/Reviews/bringing_out_the_dead.htm

silver tabby
14.04.2005, 00:49
Die "Nazi-Unterhaltung" gibt es HIER (http://www.rippenspreizer.de/forum/showthread.php?s=&threadid=4470)