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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärzte und Homöopathie=unverträglich?



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Jo.
12.09.2003, 17:52
Wieso? Ich heiß' doch nicht Nico! :-))

Nico
12.09.2003, 18:00
ich hör dich grad so schlecht, bitte etwas lauter :-love

Jo.
12.09.2003, 18:02
Ich habe gesagt:

"Wieso? Ich fahr nach Puerto Rico!" :-wow

airmaria
12.09.2003, 18:03
Der Glaube versetzt Berge...

... diesen Spruch kennt jeder! Den Placeboeffekt kennt zumindest jeder Mediziner.

Meine persönliche Einschätzung ist einfach - vor allem nach Studium von diversen Konzentrationsangaben und bereits früher angesprochenen nicht vorhandenen Wirkmolekülen in reichlich vorhandener Lösung - daß es sich bei den nachweisbaren Wirkungen meist um Placeboeffekte handelt.

Nun gut "wenn es denn hilft, warum denn nicht" könnte man nun sagen.

Was spricht dagegen?

Zum einen entsteht inzwischen ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden: wieviel Geld ist man also bereit für eine fragliche milde Besserung im Gesamtschnitt des Patientengutes gesehen (beruhend auf Placebowirkung) zur Verfügung zu stellen... und gibt es nicht günstigere Massnahmen (z.B. die Veröffentlichung eine "Studie" über eine positive Ganzkörperwirkung von Nimm2-Bonbons aus dem Tante Emma Laden um die Ecke)...
zum anderen stehen dieser positiven Wirkgruppe zum Teil erhebliche und folgenschwere Falschbehandlungen von schweren Erkranken gegenüber, welche bei rechtzeitiger medizinischer Behandlung vor infaustem Ausgang hätten bewahrt werden können.

Daher hat meiner Meinung nach die Homöopathie in einer Arztpraxis nichts, aber auch gar nichts zu suchen, weil sie diese äußerst bedenkliche Entwicklung unterstützen würde.

Es ist zwar nicht aus dem Beispiel der Homöopathie, doch zeigt es die gleiche Schräglage der gefährlichen Meinungsbildung in der Bevölkerung: Delphintherapie
Ein riesiger finanzieller Aufwand für fraglichen Nutzen zum einen und die falsche Hoffnungsbildung in der Bevölkerung vor allem durch Medienbeeinflussung zum anderen: es gibt billigere Placebos!

"Mary" airmaria

alctr
12.09.2003, 18:16
wieso diese aufregung ums geld?
ich glaube niemand möchte, dass krankenkassen H. generell bezahlen - NATÜRLICH würde das allem möglichen scheiss tür und tor öffnen. ansonsten hat wer heilt recht - alle Wirkung der H. in den placebo und zufalls bereich zu drängen ist ziemlich ignorant. aber nunja, es ist generell ein "kampf der ideologien" - es gibt eben menschen, die nichts glauben ausser was sie beweisen können bzw. bis sie es beweisen können (ich schätze mal, das sind die unglücklicheren menschen)

airmaria
12.09.2003, 18:23
Original geschrieben von alctr
wieso diese aufregung ums geld?


... ersteinmal richtig lesen!

alctr
12.09.2003, 18:26
ja nagut. bin halt biased :)

hobbes
12.09.2003, 20:24
Original geschrieben von airmaria
Daher hat meiner Meinung nach die Homöopathie in einer Arztpraxis nichts, aber auch gar nichts zu suchen, weil sie diese äußerst bedenkliche Entwicklung unterstützen würde.


Danke!


Übrigens: Dass Asthmatiker durch Homöopathie geheilt werden ist nach wie vor eine Behauptung von Nico - wohl ohne tiefere Grundlage, basierend auf einer Umfrage im eigenen Bekanntenkreis. Solches ist jedoch nicht repräsentativ. Ist weiter zu beachten, dass relativ rasch von Asthma gesprochen wird, auch wenn es sich in der Tat nicht wirklich um ein echtes Asthma handelt.

Hellequin
12.09.2003, 20:48
Kleine Zwischenfrage:
Wenn ich als Hausarzt meinem Patienten bei einer
Erkältung empfehle Hühnersuppe zu essen, behandele
ich ihn dann homöopathisch? :-???

Die positive Wirkung von Hühnersuppe bei entzündlichen
Erkrankungen ist immerhin medizinisch nachgewiesen
( University of Nebraska)!!!

Ich denke es gibt mittlerweile auch Naturheilverfahren,
deren Wirksamkeit nachgewiesen ist( Akupunktur etc.)!

Und als Arzt sollte man seinem Patienten die bestmögliche
Therapie angedeien lassen, oder?
Also wäre doch der am besten qualifizierte dafür ein
Schulmediziner der das eine gegen das andere abwägen
kann! :-meinung

Ich rede hier ausdrücklich über wissentschaftlich anerkannte
Methoden und Pflanzenextrakte.

P.s.: Die meisten Medikamente verwenden auch die Bestandteile
von Wirkstoffen die in der Natur vorkommen!

Nico
12.09.2003, 21:06
Original geschrieben von hobbes



Übrigens: Dass Asthmatiker durch Homöopathie geheilt werden ist nach wie vor eine Behauptung von Nico - wohl ohne tiefere Grundlage


Weisst du, hobbes, es ist mir egal, ob Placebo oder nicht (wie ihr hier überwiegend meint) - Hautsache ist für mich, dass ich wesentlich besser Luft bekomme und kaum noch allergische Symptome habe. :-)

Ich habe hier (http://www.netzeitung.de/genundmensch/180880.html) mal einen Bericht, der wunderbar demonstriert, wie man Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie nicht machen kann.
Homöopathie kann man nicht so handhaben, wie die (Hoch-)Schulmedizin.

Warum auch?

Ausserdem will ich hier niemanden bekehren. Glaubt doch, was ihr wollt, ohne etwas anderes ausprobiert zu haben oder euch genauer darüber informiert zu haben.....

Gruß
Nico

Nico
12.09.2003, 21:07
Original geschrieben von Hellequin
Kleine Zwischenfrage:
Wenn ich als Hausarzt meinem Patienten bei einer
Erkältung empfehle Hühnersuppe zu essen, behandele
ich ihn dann homöopathisch? :-???



Nein.

Hellequin
12.09.2003, 21:37
Original geschrieben von Nico


Nein.

Danke.

Jo.
12.09.2003, 22:40
Original geschrieben von Nico
...
Ich habe hier (http://www.netzeitung.de/genundmensch/180880.html) mal einen Bericht, der wunderbar demonstriert, wie man Studien zur Wirksamkeit der Homöopathie nicht machen kann.
Homöopathie kann man nicht so handhaben, wie die (Hoch-)Schulmedizin.
...


Danke für diese "wunderbare Demonstration".
Siehst Du, das ist genau das, was ihr Homöopathie-Anhänger nie begreifen werdet. Das British Medical Journal ist eine angesehene medizinische Fachzeitschrift, Du kannst mit großer Sicherheit davon ausgehen, daß die Studie methodisch und inhaltlich korrekt erstellt wurde.
Wenn Ihr anderer Meinung seid, dann gibt es nur eine Antwort: Veröffentlicht eine Studie, in der Ihr die angeblichen "Mängel" dieser Studie vermeidet.
Aber was passiert? Diese Witzfigur von dieser ominösen Einrichtung mit der hochtrabenden Bezeichnung "Royal London Homeopathic Hospital" gibt der BBC ein Interview, in dem er kurz mal irgendwas Erfundenes behauptet, das war's.
Seit es die Homöopathie gibt, d.h. seit ca. 200 Jahren hat kein Mensch bewiesen, daß die Homöopathie auch nur irgendeine Wirkung hat. Das liegt weder an den Fehlern anderer, noch daran, daß sich die böse "Schulmedizin" aus Prinzip gegen die Homöopathie stellt, und es liegt ganz sicher auch nicht daran, daß sich eine eventuelle Wirksamkeit der Homöopathie grundsätzlich nicht beweisen liesse. Es liegt daran, daß es keine Wirkung gibt.
Also bleibt Euch das, was allen Quacksalbern bleibt: mit irgendwelchen Behauptungen auf Dummenfang gehen.

Nico
13.09.2003, 08:14
Original geschrieben von Jo.


Das British Medical Journal ist eine angesehene medizinische Fachzeitschrift, Du kannst mit großer Sicherheit davon ausgehen, daß die Studie methodisch und inhaltlich korrekt erstellt wurde.


Nur korrekt aus Sicht der (Hoch-)Schulmedizin.
So kann man Medikamente auf ihre Wirksamkeit hin prüfen.

Man gebe allen Probanden das gleiche Antihistaminikum und schaut, bei wievielen es wirkt.

In der Homöopathie ist es eben nicht so, dass jeder bei den gleichen Beschwerden auch das gleiche Mittel bekommt.

Von daher hat es mit klassischer Homöopathie gar nichts zu tun, wenn man allen Probanden Hausstaub in potenzierter Form gibt.

Und gerade das Individuelle macht es ja so schwer, Studien auf die Wirksamkeit zu erstellen.
Denn natürlich liegt auch viel am Behandler und seiner Erfahrung und seinem Können.

Wer wirklich Interesse hat, sich mit der Homöopathie auseinanderzusetzen, dem empfehle ich als Einstieg ein Buch von Vithoulkas, kostet auch nur 9,90 Euro.
(siehe hier (http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3870130091/qid=1063436673/sr=2-1/ref=sr_2_11_1/302-8665861-3994419))

Mir ist es egal, wieviele Studien es gibt, die einen völlig falschen Ansatz haben und ob jemals mit "wissenschaftlichen" Methoden die Wirksamkeit bewiesen wird. Ich behandel weiterhin meine Kinder, meine Tiere und mich mit Homöopathie - und uns geht es gut damit. Spart 'ne Menge an Kinderarzt- und Tierarztkosten und die Lebensqualität ist deutlich gestiegen. ;-)

Gruß
Nico

Jo.
13.09.2003, 13:48
Nun, die Wirksamkeit liesse sich ohne weiteres feststellen.
Man könnte z.B. zumindest die Erfolgsrate von in der Homöopathie anerkannten "Koryphäen" untersuchen, wie z.B. die Eures Homöopathie-Gottes Vithoulkas.
Man schickt beispielsweise eine ausreichende Anzahl eindeutig diagnostizierter Asthmatiker zu ihm, er verschreibt ihnen homöopathische Wässercherchen, wobei aber die Hälfte der Patienten tatsächlich das Verschriebene bekommt, die andere Hälfte bekommt unbehandeltes reines Wasser. Er kann auf jeden Patienten so individuell eingehen wie er will, und er kann Ihnen verschreiben was immer und so oft er will. Weder Patient noch Vithoulkas wissen aber, wer von den Patienten "Placebos" bekommt.
Sollte ein signifikanter Heilungserfolg (im Gegensatz zur Kontrollgruppe) bestehen, kann man wenigstens sagen: am Vithoulkas und seiner Homöopathie ist zumindest bei Asthma offensichtlich was dran.
Ähnliche Ergebnisse bei anderen von den Homöopathen auf ihrem Gebiet anerkannten "Koryphäen" und bei anderen Krankheiten, würde unweigerlich zur Anerkennung der Homöopathie als Medizin führen, vor allem wenn nachgewiesen würde, daß nicht nur Effekte da sind, sondern diese auch den bisheringen Behandlungsmethoden überlegen sind.
Diese Leute würden sich vor wissenschaftlichen Preisen, Professuren und Ehrendoktorwürden gar nicht mehr retten können, ziehen es aber offensichtlich vor, dort zu bleiben wo sie hingehören, nämlich schön versteckt in der Quacksalber-Ecke.
Die Medizin ist ja keine reine Naturwissenschaft, aber Standard ist immer das, was erwiesenermaßen nach dem aktuellen Wissensstand hilft, und zwar egal auf welche Weise: man kann Medikamente verschreiben von denen man gar nicht weiß wie sie wirken, man kann Leuten Körperteile wegschneiden, ihnen den Schlaf entziehen oder Elektroschocks verpassen.
Kein Mediziner hätte etwas dagegen Patieneten mit Homöopathie zu behandeln wenn es denn wirken würde, ganz im Gegenteil.
Nur: man muß es eben beweisen, blosse Behauptungen bringen überhaupt nichts, jeder Idiot kann alles mögliche behaupten wenn der Tag lang ist.
Diesen Beweis ist die Homöopathie aber seit 200 Jahren schuldig geblieben. Und das offensichtlich aus sehr gutem Grund.

Was Deine Kinder angeht: Du kannst wahrscheinlich gut unterscheiden zwischen Schnupfen wo es nun wirklich vollkommen egal ist ob bzw.was man Ihnen dagegen gibt und ernsthaften Erkrankungen, wo der Spaß dann aber wirklich langsam aufhört.
Andere Leute, die nicht Medizin studiert haben oder selber nicht ganz helle in der Birne sind, können das vielleicht nicht. Als Medizinerin trägst Du dazu bei, diesen Leuten wirkunglosen Budenzauber als "alternative" Medizin zu verkaufen, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, daß diese ihren Kindern bei ernsthafter Erkrankung eine Behandlung vorenthalten und statt dessen zum Quacksalber rennen.

airmaria
13.09.2003, 19:03
Original geschrieben von Jo.
... die andere Hälfte bekommt unbehandeltes reines Wasser.

Notier Dir dann aber blos die Ursprungsquelle: das wird Millionen wert sein, wenn es nach der Studie als Heilwasser zugelassen wird!

:-)) :-)) :-))

"Mary" airmaria

Jo.
14.09.2003, 11:16
*lol*

Gute Idee!
:-)) :-)) :-))

Nico
15.09.2003, 17:24
Original geschrieben von Jo.
Nun, die Wirksamkeit liesse sich ohne weiteres feststellen.
Man könnte z.B. zumindest die Erfolgsrate von in der Homöopathie anerkannten "Koryphäen" untersuchen, wie z.B. die Eures Homöopathie-Gottes Vithoulkas.
Man schickt beispielsweise eine ausreichende Anzahl eindeutig diagnostizierter Asthmatiker zu ihm, er verschreibt ihnen homöopathische Wässercherchen, wobei aber die Hälfte der Patienten tatsächlich das Verschriebene bekommt, die andere Hälfte bekommt unbehandeltes reines Wasser. Er kann auf jeden Patienten so individuell eingehen wie er will, und er kann Ihnen verschreiben was immer und so oft er will. Weder Patient noch Vithoulkas wissen aber, wer von den Patienten "Placebos" bekommt.
Sollte ein signifikanter Heilungserfolg (im Gegensatz zur Kontrollgruppe) bestehen, kann man wenigstens sagen: am Vithoulkas und seiner Homöopathie ist zumindest bei Asthma offensichtlich was dran.


Dafür wird sioch wohl kaum ein Geldgeber finden lassen. Und wer soll das alles "neutral" dokumentieren und verfolgen?

Ich habe mal was zu Studien gefunden: hier (http://www.byrd.de/muskl/homoeopathie.html)

Gruß
Nico

P.S. Ich stimme dir zu, dass Homöopathie nicht von jedem Laien selbst angewwendet werden sollte, weil die Gefahr besteht, dass man ernste Erkrankungen nicht erkennt.

Rico
16.09.2003, 12:09
Original geschrieben von Nico
Dafür wird sioch wohl kaum ein Geldgeber finden lassen. Naja, wenn sich die Homöopathen sicher sind, daß es funktioniert, dann könnten sie ja auch das ganze finanzieren, dann wäre die Debatte ein für allemal vom Tisch.
Gleiches gilt auch für die Schulmediziner.

Original geschrieben von Nico
Und wer soll das alles "neutral" dokumentieren und verfolgen?Die randomisierte Doppelblindstudie ist ja jetzt kein unbewältigbares Mysterium.
In anderen Fällen klappt das sehr gut. Muß halt einer sein, der weder vom einen noch vom anderen Ergebinis profitiert.

Außerdem lassen sich ja grade beim Thema (allergisches) Asthma viele valide Parameter maschinell und somit objektiv erfassen:
IgE, FEV1 und alle sonstigen Lungenvolumina sind Daten, die ein Computer bis auf die Dezimale genau ausspuckt. Das körperliche Wohlbefinden und dergleichen für die Hömopathie nicht uninteressante Dinge können mit standartisierten Fragebögen erfaßt werden - einem z.B. in der Psychologie etablierten und weit verbreiteten Verfahren.
:-meinung Methodisch wäre das durchaus zu machen.

Rico
16.09.2003, 13:59
Original geschrieben von hobbes
Übrigens: Dass Asthmatiker durch Homöopathie geheilt werden ist nach wie vor eine Behauptung von Nico - wohl ohne tiefere Grundlage, basierend auf einer Umfrage im eigenen Bekanntenkreis. Solches ist jedoch nicht repräsentativ. Ist weiter zu beachten, dass relativ rasch von Asthma gesprochen wird, auch wenn es sich in der Tat nicht wirklich um ein echtes Asthma handelt. Nicht zu vergessen, daß allergisches Asthma in einem beachtlichen Prozentsatz sehr wohl von der Schulmedizin kurativ behaldelt werden kann.
Eine Hypo- bzw. Desensibilisierung gegen das Allergen führt zu einer Linderung der Beschwerden bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit.
Das könnte man doch Heilung nennen, oder?