Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Intubation alkoholisierter Patienten
RS-USER-fruehgriller
10.07.2006, 14:47
14 Jährige kommen ei uns noch in die Kinderklinik (bis vollendet 16 J)
Als wir also wieder einmal einen sehr sehr großen, kräftigen 14 j im Vollrausch hatten, aber noch bedingt ansprechbar, ging der erstmal dort auf die Überwachung. Leider pinkelte er beim umlagern ins Bett!
Was machen KINDERsw, wenn ein Kind(?) ind Bett Pipi macht???
RICHTIG!!! Er wird gewindelt:D :D :D
Und auch so seinen kurz danach eintreffenden Eltern vorgestellt:rolleyes: :D
DIE machten dann ein Handyfoto, als Erinnerung für Ihren Sohnemann....
PS
17j, betrunkene, die randal machten geben wir auf der geschlossenen Psych ab. Ist auch schön für Sie, wenn sie dann am anderen Tag von den Eltern dort abgeholt werden dürfen....:-p
saddamski
10.07.2006, 15:03
Ich bin mit sicherheit kein Gesetztesreiter, aber in einem solchen Fall(Das mit den Fotos) würde ich sogar rechtliche Schritte einleiten.
und da soll man dann nichts zu sagen
Richtig. Denn du bist dafür da medizinische Hilfe zu leisten. Mit der Erziehung o.ä. hast du absolut nichts am Hut. Helfen und gut ist. Mehr ist eigentlich nicht drin. Wenn du mehr willst musst du die Organisation/Beruf wechseln.
Für Erziehung sind Eltern zuständig oder entsprechende andere Organe. Sollte jemand anderes meinen meine Kinder zu erziehen gibts lange Ohren. Gerade dann wenn das jemand aus einem Bereich macht, der absolut nicht damit am Hut hat.
Für mich zählt das aber auch zum professionellen Arbeiten, wenn ich genau weis wo meine Grenzen sind und für was ich zuständig bin oder nicht.
Fotos für Einsatzdokumentationen sind Oke, für bespaßigung oder sonstiges aber absolut nicht. Da stelle ich mich auch quer und diskutiere kein bisschen.
Gerade in diesem Beruf sollte man die Würde eines Menschen achten!
Tobias
RS-USER-apoplex
10.07.2006, 15:40
Du hast gelesen, dass die Eltern das Foto gemacht haben, oder?
Will ein 14jähriger seine Eltern verklagen?
RS-USER-Linda
10.07.2006, 16:27
Apoplex: Das Foto haben seine Eltern von der RTW-Besatzung bekommen...
Ich finde auch "didaktische" Intubationen ziemlich scheiße. Ich darf auch niemanden "didaktisch" oder prophylaktisch verhauen. Körperverletzung bleibt Körperverletzung...
saddamski: Danke.
RS-USER-DoktorW
10.07.2006, 17:30
Original geschrieben von Möhre
sorry, aber nöö. sie sollen ruhig mal sehen, was sie mit dieser scheiße anrichten, und zwar an sich selbst und auch an anderen ... saufen sich den arsch voll, bringen sich fast oder andere auch ganz um, und da soll man dann nichts zu sagen ??? einem 14-jährigen mit alk im toxischen bereich ??? ohne therapie im potentiell letalem ??? bist ja an sich ein lieber junge, mach das bitte nie wieder ??? den rest zahlen wir ??? HALLO ????????????????
Das geht dich alles gelinde gesagt einen Schei$$dreck an. Du hast keine Fotos zu machen, weder zu Erziehungsmassnahmen, noch zu sonstigen Zwecken. Den einzigen Grund, den ich gelten lasse, ist zu Ausbildungszwecken mit Einverständnis des Patienten und einem Balken über die Augen.
Und eine ITN zu erzieherischen Zwecken halte ich auch für falsch. Das zeugt nicht von Professionalität.
Es gibt eine "kleine Erziehungsmassnahme", und das ist die Magenspülung mit dem dicken Gartenschlauch. Das wirkt, aber ist eigentlich auch zu gefährlich.
Das mit den Fotos ist eine ganz heikle Angelegenheit, seid froh, dass er oder die Eltern euch nicht verklagt haben.
Ich muss hier auch dem DoktorW recht geben, lass sowas in Zukunft.
der Vindu
RS-USER-apoplex
10.07.2006, 18:56
Original geschrieben von Linda
Apoplex: Das Foto haben seine Eltern von der RTW-Besatzung bekommen...
Ich finde auch "didaktische" Intubationen ziemlich scheiße. Ich darf auch niemanden "didaktisch" oder prophylaktisch verhauen. Körperverletzung bleibt Körperverletzung...
saddamski: Danke.
Habe mein Posting auf Saddamskis beitrag bezogen (er schrieb ja, dass die Eltern eines gemacht haben), die vorherige Diskussion hab ich erst jetzt gelesen.
Mal die Meinung eines Betroffenen, weil mir die Hutschnurr langsam hoch geht:
Tjoa... Mir ist das auch passiert... Lag mit 14 Jahren mit einem angeblichen "Alkoholintox" auf einer Kinderintensiv.... Lustig.....
Netterweise konnten sich die netten Damen und Herren von der Intensiv zurück halten, die waren nett.. Der RD leider wenig, warum ich völlig kreislaufstabil 4(!) Viggos +2x Verstochene brauchte, davon 2x Orange, 1x Grüne und 1x Graue, weiß ich aus heutiger Sicht nicht so wirklich...
Ob ich auch noch ne präklinische Magenspülung bekommen hätte... Wer weiß... Wie gut, dass wir das nicht mehr auf den Autos haben.. (Ach ja, bevor ich es vergesse... NA wurde ebenfalls, trotz Intensivbett, keiner nachgefordert...)
Tjoa... Und jetzt meine Seite von der Geschichte... Ich schwöre, dass ich an dem Abend nix alkohlisches zu mir genommen habe... Irgendwer fand es aber lustig, mir reihenweise hochprozentiges in die Cola zu kippen... Die Tatsache, dass ich damals wegen einer kurz zurück liegenden HNO OP wenig geschmeckt habe... Tjoa...
Als es mich dann aufgrund leichter "motorischer unsicherheiten" hingelegt hat, wurde wegen einer 4mm langen Platzwunde der RD geholt..Naja..die dachten sich ihren Teil, meinten den Oberlehrer raushängen lassen zu müssen... Den Rest siehe oben....
Sehr lustige Geschichte... Gelle?
Eines garantiere ich euch.. Wenn nicht das Protokoll mit "Meister Hase" unterschrieben wäre und dummerweise das Bett "telefonisch" ohne Wissen der Leitstelle ausgemacht worden wäre... Ich hätte die heutigen Kollegen mittlerweile verklagt, bis sie blau werden...
Und würde es auch jedem anderen raten.
Grüße,
Philipp
Ach ja..der (warum auch immer erst 4h nach Intensivaufnahme) ermittelte Blutalkohol lag bei popligen 1,4 Promille...
RS-USER-blacksheep
10.07.2006, 20:21
Original geschrieben von krumel
Ach ja..der (warum auch immer erst 4h nach Intensivaufnahme) ermittelte Blutalkohol lag bei popligen 1,4 Promille...
Mal unabhängig von deiner Geschichte und das ich auch finde das "erziehnde" (sinnlose) Maßnahmen nicht in unser Aufgabenbereich fallen und mit professionellem Arbeiten überhaupt nichts zutun haben, sind 1,4 Promille bei nem 14 Jährigen schon nen ordentlicher Wert. Mal grob geschätzt werdens bei Aufnahme 1,8 gewesen sein.
Mit Meister Hase? Ähm .. hallo .. ich glaub ich steh im Wald. Gut bei uns stehen nun Personalnummern drauf, aber früher hab ich auf die Divis auch immer meinen Namen geschrieben.
Kein Scherz...Habe mir, da ich auf der entsprechenden Intensiv Jahre später selber ein Praktikum gemacht habe, mal die Mühe gemacht, dass rauszusuchen (mit genehmigung der Pflegedienstleitung selbstverständlich).. Das entsprechende Protokoll wurde mit "Meister Hase" unterschrieben..Als Personalnr. wurden 00 und 666 angegeben... HAHA...
Türlich sind 1,4 heftig.. Ob es im Zusammenhang mit dem Zustand aber wirklich ne Intensivaufnahme rechtfertigt...
Naja... Die Assistenzärztin war anderer Meinung, aber die durften nur entlassen, wenn der OA vorher gesehen hat...
Tjoa...
RS-USER-Autolyse
10.07.2006, 21:07
Original geschrieben von Bärentöter
ich auch. Recht am eigenen Bild.
Nö, falsch. Das KunstUrHG oder besser gesagt deren § 22 regelt lediglich die Verbreitung und das öffentliche Zurschaustellen ohne Einwilligung des Betroffenen. Einschlägig im vorliegenden Falle wäre eher der §201a StGB, wobei selbstredend zu diskutieren ist, ob in der vorliegenden Situation das Kriterium des gegen Einblicke geschützten Raumes vorliegt, so klar ist die Rechtslage also mitnichten.
RS-USER-Möhre
10.07.2006, 21:10
Original geschrieben von Bärentöter
ich auch. Recht am eigenen Bild.
die bilder wurden nicht veröffentlicht und sind danach auch gelöscht worden ... außer jung-siegfried und seiner ma hat die niemand
RS-USER-Möhre
10.07.2006, 21:23
und noch mal klartext: die intubation war nötig, weil keine schutzreflexe mehr vorhanden waren und junior ständig sein innerstes nach außen gekehrt hat; zweitens wurden diese bilder nie zum zwecke der veröffentlichung gemacht, sondern nur zu seinem persönlichen andenken; was dann seine ma wirklich ausdrücklich begrüßt hat; was sie dann weiter noch daraus gemacht und mit ihm angestellt hat, steht an anderer stelle; und letztlich: ich meine mich erinnern zu können, daß zumindest im krankenpflegegesetz die pflicht zur gesundheitserziehung verankert ist; über methoden kann man sicher streiten, und sicher ist das nicht gerade die feine englische art, aber wenn es sich darauf beschränkt einem diabetiker zu sagen, er solle nach möglichkeit doch bitte keine butterkekse essen, oder zu sagen das machst du aber bitte nicht wieder ist das ganze sinnfrei und bringt nichts. um ein hier gefallenes wort zu benutzen, so was ist unnötiger scheißdreck, und das dürfen sie auch wissen. meine meinung.
RS-USER-DocMezzoMix
10.07.2006, 21:44
Ich denke, wenn die Eltern mit den Fotos einverstanden waren und alle Abzüge bekommen haben, ist das schon mal ne andere Sache, wie die Dinger ins Netz auf "Priceless" zu stellen. Vielleicht hilft es dem Jungen ja wirklich? Sieht ja durchaus abschreckend aus, wenn man so im Vollsuff ist, richtig vermittelt "Glaubst du, das da Mädels drauf stehen?" kann es einen Effekt haben. Aus der Situation raus vielleicht ok.
Grundsätzlich aber ne echt heikle Sache, von der ich persönlich die Finger lassen würde. Bilder von Patienten gehören vielleicht noch in die Einsatzdoku, sont nirgends hin.
Mein kleiner Bruder hat es auf einer Party auch übertrieben (hatte vorher viel Stress, nie Alkohol(Sportler), etc.) und durfte auch auf einer Kinderklinik in "Bärchenwäsche" und mit Gelächter seiner Brüder wach werden. Damals 14 trinkt er bis heute ganz selten mal ein Guinness und nix. Da hat es geholfen.
Gruss dMM
RS-USER-Linda
10.07.2006, 21:46
Pflicht zur Gesundheitserziehung? Gut, wenn Du nebenbei Krankenpfleger bist - aber die Aufgabe des Rettungsdienstes ist NICHT die Gesundheitserziehung.
Feine englische Art? Definitiv auch nicht. Es geht hier aber auch nicht um das Streiten über Methoden. Was machst Du eigentlich mit Junkies, die Du mal so aufgreifst? Oder mit dem adipösen Opa? Oder dem C2-Mann von nebenan? Erzählst Du dem Penner auch was davon, daß sein Lebensstil so nicht gut ist? Nein, denn das geht Dich a) wirklich einen Scheißdreck an und b) ist es nicht Deine Aufgabe. Wenn Menschen Hilfe brauchen, die nicht notfallmedizinischer Art ist, bist Du da raus. Alles was Du noch tun kannst, ist den aufnehmenden Arzt mal dezent drauf hinzuweisen. Und selbst dabei wirds rechtlich noch kompliziert.
Im Klartext: Das Erziehen von andererleuts Kindern und von Erwachsenen ist nicht Teil des Rettungsdienstes. Wir sind dazu i.d.R. nicht ausgebildet, nicht befugt und nicht befähigt. Große Wirkung einer präklinischen Kurztherapie zwischen Ab- und Auffahrt traue ich noch nicht einmal Fachleuten für Kurzzeittherapie wirklich zu. Viel weniger noch dem RD...
...im Nachhinein noch: das mit den Fotos ist ja gerade nochmal gut gegangen. Schön, daß die Mutter da ähnlich gedacht hat wie ihr. Anderenfalls - gute Nacht auch...
Die Frage die ich mir stelle: Wenn du das als "Dokumentation" siehst, wie das überhaupt dein Arbeitgeber sieht. Dürft ihr Dokumente nach gutdünken anfertigen? Ich nehme mal an, dass es sich um eine Digicam gehandelt hat, also: Wie wurde danach die Digicam behandelt, um das wiederherstellen der Bilder (die gerade bei SD-Karten übrigens ein Kinderspiel ist) zu verhindern? Oder war es eine Digicam, die die Station nicht verlässt? Außerdem: Ich stelle das ganze ja mal bewusst als "Dokumentation".... Aber nun.. Wenn der gute Junge 14 ist, darfst du die eigentlich nicht so ohne weiteres weitergeben...
Und schon tun sich genug rechtliche Abgründe auf, die für genug "Arbeitnehmererziehung" reichen...
Grüße,
Philipp
RS-USER-Möhre
10.07.2006, 22:45
a) ich bin nicht nebenbei krankenpfleger, ich bin es nur, habe nichts mit dem rettungsdienst zu tun, um diese frage mal zu beantworten
b) diese bilder sind auch nie zum zwecke der dokumentation für die dokumentation gemacht worden, sondern von anfang an nur als "erinnerung" für denjenigen, der sich durch seinen gesteigerten durst fast zu tode gebracht hat.
c) und nein, es ist mir nicht egal, was die leute mit ihrem leben anfangen, nicht auf diesem gebiet. dafür hab´ ich dafür schon zuviel scheiße gesehen. ich halte das leben für ein zu großes geschenk, als das man es so einfach zerstören oder wegwerfen darf. aber auch das ist nur meine meinung.
RS-USER-Möhre
10.07.2006, 22:48
und an den doc: auch wenn es mir hier wohl kaum geglaubt wird, es hat geholfen, wobei die ma noch zu viel härteren methoden gegriffen hat. so gesehen: das war nur der anfang ...
RS-USER-Linda
11.07.2006, 06:29
Oh, Du bist gar nicht RD? Dann falsch verstanden.
Trotzdem bleibt ein fieser Nachgeschmack - Gesundheitserziehung hin oder her... Oder habt ihr die Mutter erst gefragt und dann Fotos gemacht? Denn die Fotos sind ja von vorneherein nur zum "Vergnügen", sprich, nicht zum Alltag der Station gehörend, entstanden.
Und Deine Einstellung zum Leben allg. in allen Ehren - aber a) schließ daraus bitte nicht, daß nur Du hier so denkst und b) rechtfertigt auch das noch nicht alles. Die Mutter war ja ohnehin schon dabei, Maßnahmen zu treffen. Ungeschoren wäre der Junge auch ohne Dich nicht davongekommen.
RS-USER-DocMezzoMix
11.07.2006, 06:35
Wollte nur bemerken: Thema des Threads ist Intubation von Alkoholintoxen
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