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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beruf = Berufung ?



C.Braun
18.05.2008, 23:08
Moin meine Lieben,

ich muss euch sagen, mich beschäftigt schon seit einiger Zeit das Thema Job und was aus mir später werden soll. Muss leider sagen, dass ich mir wirklich extrem unsicher bin bei diesem Thema. Ich habe praktisch in Gedanken schon alles durch. Am liebsten würde ich zur Feuerwehr oder Polizei ( gut ich bin jetzt in der Freiw. Feuerwehr ) aber beides geht nicht -> zu schlechte Augen und allgemein scheiß Körper. Dann hatte ich Fachinformatiker im Auge ( allerdings als Ausbildung ), aber nachdem ich in dem Bereich ein Praktikum gemacht habe, weiß ich, dass ich nieeee in den Bereich will. Die Leute dort wo ich war waren alle ziemlich schlecht gelaunt und haben nur über den Job gemeckert. Dem entsprechend war auch ihre Arbeitsleistung. Außerdem hasse ich Windoof :D

Nun gut, jetzt habe ich seit längerer Zeit Verkehrswissenschaften im Auge. Einfach aus dem Grunde, weil mich schon als Kind alles mit Autos, Zügen, Ampeln und Co fasziniert hat. Und auch heute ist es oftmals noch so, dass ich vor einer Ampel stehe und mir überlege, wie diese wohl programmiert sein könnte, wie sie erkennt ob ein Auto davor steht usw.
Aber je öfter ich mir vorstelle später in diesem Umfeld zu arbeiten, desto mehr frage ich mich, ob das wirklich meine "Berufung" ist. Das geht sogar soweit, dass ich Nächte lang nicht schlafen kann, aus Angst den falschen Schritt zu tun, wenn ich dies nun studieren sollte. Falls ihr fragen solltet: Ja ich bin schon bei einem Psychologen ( nicht wegen diesem speziellem Thema, aber man muss ja auch mal über anderes reden ne? ;) ).
Nun aber meine Frage an euch:
Wie wichtig ist euch euer Beruf? Seht ihr es auch als eine Berufung für euch an oder einfach nur als Gelderwerb? Und vor allem wie habt ihr euch entschieden ( oder vielleicht war es gar keine bewusste Entscheidung ? ) diesen Beruf zu ergreifen?


Ich würde mich wirklich über eure Kommentare dazu freuen !

RS-USER-Claudi
19.05.2008, 07:30
das mit dem Beruf und der Berufung ist eine schwierige Sache. Schön für den, der seinen Beruf findet und darin aufgeht.
Leider sieht die Praxis häufig anders aus. Man nimmt was man kriegen kann und irgendwann ist es eben wirklich nur noch ein Broterwerb.
Solange du noch jung und frisch bist, musst du halt probieren. Ohne Angst vor falschen Entscheidungen. Manchmal regeln sich die Dinge ganz von selbst.
Häufig genug kommt es nicht nur darauf an was man macht sondern auch in welchem Umfeld und mit wem man es macht - sprich Rahmenbedingungen und Betriebsklima. Für mich persönlich mittlerweile 100 mal wichtiger als alles andere - obwohl ich früher anders darüber dachte. Es hat eben eine gewisse Entwicklung statt gefunden.

Ich kann dir also nur raten:
Nicht zu viel darüber nachdenken. Mach was dir einigermaßen Spaß macht und gut. Du könntest auch mal so einen Eignungstest bei der Arbeitsagentur machen. Möglicherweise gibt das überraschende Ergebnisse. Ob es dann eine Berufung oder der Flop deines Lebens wird, entscheidet die Zeit. ;) :-p

Bobkiel
19.05.2008, 09:00
Du bist also noch Jung das doch super! Erstmal muß ich mich meiner Vorschreiberin anschließen die den Nagel auf den Kopf getroffen hat!

Was ich mir immer denke wenn ich mich mit Leuten unterhalte die noch nicht wissen was sie machen wollen ist, das sie sich doch nach Sprungbrettern umsehen sollen!Wichtig ist das es kein Job ist in dem man nicht weiter kommt oder keine Perspektiven hat denn das ist Heutzutage mehr wie wichtig!Stell dir mal vor du machst 40 Jahre ein und das selbe von Tag zu Tag da geht man doch ein oder?
Ein gutes Sprungbrett finde ich ist, wenn man schulisch nicht ganz so schlecht ist wie ich es war grins , und wenn ich den Tread richtig gelesen habe bist du es nicht, die Bundeswehr!
Nicht wegen dem Kämpfen oder was für einen Quatsch die ja noch machen sollen sondern weil man wenn man es richtig anstellt von da aus jede Möglichkeit hat die man braucht um es leichter zu haben!Man kann Studieren oder sich später vom BFD ne gute Ausbildung Finanzieren lassen und viele hat es auch Charakterlich gefördert! Nein ich bin kein Fan von Armeen oder sowas lach aber die Perspektiven die sie bietet finde ich Persönlich nicht schlecht!

Der Altnoob
19.05.2008, 09:46
@bobkiel:

Die Bundeswehr bietet Dir aber nur die von Dir genannten Förderungen an, wenn Du bereit bist, Dich zu verpflichten - und mit dieser Verpflichtung hast Du auch schon das Ticket in eins der derzeitigen und zukünftigen Krisengebiete in der Tasche. Die Vorstellung, man könne zum Bund und dort sein (Berufs-)Leben lang zwar eine Militäruniform tragen, sich aus Sachen wie Kriegen und ähnlichem raushalten, ist überholt.
Somit würde ich die Bundeswehr als Arbeitgeber nicht unbedingt in Betracht ziehen - ich wollte damals (vor mittlerweile 15 Jahren) mich auch verpflichten, habe mich aber aus den oben genannten Gründen gegen eine Z4-Laufbahn entschieden - auch wenn mich diese beruflich weitergebracht hätte (Technikerausbildung...).

@C. Braun:
Sicherlich eine der schwierigsten Entscheidungen, die man treffen kann, die Berufswahl - vor allem, weil sie Dich ein Leben lang begleitet (und sei es nur als die von vielen Arbeitgebern gewünschte Berufsausbildung als Voraussetzung). Allerdings ist es ja nicht so, dass man sein Leben lang an seinen Beruf gebunden bleibt: Ich habe auch eine Ausbildung im Elektronikbereich gemacht und bin heute in einem komplett anderen Arbeitsumfeld (Öff. Dienst) unterwegs; die Chancen, dass man vom Lehrlingsalter an bis zur Rente ein und den selben Job, vielleicht sogar noch bei ein und dem selben Arbeitgeber, macht, die sind verschwindend gering.

Mein Rat wäre: Such Dir eine Ausbildung oder ein Studium, das Dich interessiert und das Dir liegt - und versuch, es erfolgreich durchzuziehen (wobei ein Wechsel des Studiums weniger "negativ" sein sollte als eine abgebrochene Ausbildung). Das dient Dir dann als Basis - und da man sowieso sein Leben lang lernen und sich fortbilden sollte, wirst Du später irgendwo Deine Nische im Beruf oder aber einen neuen Weg finden, den Du einschlägst.

Und zu den Rahmenbedingungen: Arbeitsklima und Arbeitszufriedenheit sind - wie Claudi bereits erwähnte - sehr wichtig. Manche Berufe kann man ohne ein richtiges Umfeld und ohne ein gesundes Arbeitsklima nicht ausüben...

Bobkiel
19.05.2008, 10:57
Die Bundeswehr bietet Dir aber nur die von Dir genannten Förderungen an, wenn Du bereit bist, Dich zu verpflichten - und mit dieser Verpflichtung hast Du auch schon das Ticket in eins der derzeitigen und zukünftigen Krisengebiete in der Tasche. Die Vorstellung, man könne zum Bund und dort sein (Berufs-)Leben lang zwar eine Militäruniform tragen, sich aus Sachen wie Kriegen und ähnlichem raushalten, ist überholt.

@altnoob:
Japp da gebe ich dir vollkommen Recht und genau deswegen habe ich noch dazu geschrieben das es meiner Meinung nach so ist :D .
Es gibt schlechtere Arbeitgeber mit wesentlich schlechteren Optionen lach und wenn ich mir ansehe wie z.B. RettAss ausgebildet werden( ohne Ende :D) und in der Privaten Wirtschaft auf der suche nach nem Anerkennungsjahr Unterstützt werden finde ich es schon bemerkenswert:D!! Nur ein Beispiel:rolleyes:

Natürlich muß jeder selber wissen wie er es anstellt und jeder muß sich selber seinen Weg suchen aber wie alle Vorschreiber schon sagen! Keine Angst vor Fehlentscheidungen! Ich habe auch 31 Jahre gebraucht bis ich die richtige gefällt habe :-p

Rettungszwergin
19.05.2008, 11:04
Egal, was du machst - hör nicht auf Andere.Lerne das, was DU möchtest..........und: das heisst nicht, dass du dann für immer in diesem Beruf arbeiten wirst.

Und wenn du nichts findest, kanst du immer noch eine zweite Ausbildung/ Studium machen. Aber fang einfach an. Spring ins kalte Wasser - das ist das einzige, was Dir hilft, dich zu orientieren.

Viel Erfolg

C.Braun
19.05.2008, 15:26
Erstmal danke für eure Beiträge !

Wegen der Bundeswehr... Naja, dazu hat mir mein Vater auch schon geraten, aber ich möchte in diesen Laden genau aus den oben genannten Gründen nicht rein. Möchte nicht so enden wie so viele Amerikaner in meinem Alter - nämlich mit nur noch einem Arm oder Bein in der Reha-Klinik.

Mein Problem bei der Berufswahl ist einfach, dass es unheimlich viel gibt, was mir Spaß macht. Nur ein paar Beispiele:
Ich bin schon seit nun fast drei Jahren in unserer örtlichen Jugendredaktion der Tageszeitung. Wir haben jeden Monat eine eigene Seite für unsere Artikel. Auch habe ich vor zwei Jahren bei den Jugendmedientagen in Berlin im Bundestag mitorganisiert. Hat mir super viel Spaß gemacht, obwohl es auch sehr anstrengend war. Dann bin ich wie gesagt schon längere Zeit in der Feuerwehr. Seit knapp einen Monat mache ich nun eine Ausbildung zum Sanihelfer ( macht auch sehr viel Spaß und möchte mich später noch weiter in der Richtung fortbilden! ). Außerdem mache ich im Moment noch meinen Führerschein Klasse CE. Auch zum großen Teil einfach aus Spaß daran. Ich lese seit Jahren Spektrum der Wissenschaft und verschlinge dort praktisch alles neue. Ob nun Immunbiologie, Robotik oder Astrophysik.
Versteht ihr? Mich interessiert eigentlich so gut wie alles. Ich bin ein Mensch der einfach gerne viel Weiß. Klingt angeberisch, ich weiß :-D

RS-USER-Hoffi
19.05.2008, 15:41
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du Abi hast. Da hast du auf alle Fälle den Vorteil, dass man auch mittendrin noch wechseln kann, oft auch ohne viel Zeitverlust.

Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen, dass ich mir damals (nach Abi/Zivi) vielleicht etwas zu wenig Gedanken über die Berufswahl gemacht habe und jetzt gerade im 10. Semester Maschinenbau eine kleine Sinnkrise durchmache und ernsthaft mit dem Gedanken spiele doch noch zu wechseln. Der Vorteil ist, dass man, wenn man im technischen Bereich bleibt, viel anerkannt bekommt und auch später nicht zu viel Zeit verliert.

Ich würde dir empfehlen Praktika zu machen, bei vielen Studiengängen sind Vorpraktika eh vorgeschrieben, so kannst du in den einen oder anderen Bereich für ein oder zwei Monate hereinschnuppern und für dich überlegen ob das für dich etwas sein könnte.

Ich kann dir auch anbieten einfach mal per PM noch ein paar Tipps oder Beratung zu geben oder sich einfach nur mal auszutauschen.

RS-USER-Claudi
19.05.2008, 16:49
Original geschrieben von C.Braun


Mein Problem bei der Berufswahl ist einfach, dass es unheimlich viel gibt, was mir Spaß macht. Mich interessiert eigentlich so gut wie alles. Ich bin ein Mensch der einfach gerne viel Weiß.

dann vielleicht wirklich mal einen Eignungstest ins Blaue?
Wahrscheinlich wirst du überrascht sein :D
Bei mir hat der Computer hartnäckig "Wirtschafterin auf ländlichem Anwesen" herausgeworfen. Vor Jahren war ich total angefressen deswegen und heute denke ich, so falsch hat der gar nicht gelegen. :-p

Z. Zt. ist mein Motto
"and now I'm learning bit by bit
about to make and model shit" :o

C.Braun
19.05.2008, 21:47
Ich war schonmal beim Arbeitsamt und habe diesen komischen Test gemacht. Dabei kam raus, ich sollte doch Psychologe werden. Das finde ich zwar auch spannend, aber könnte recht schwierig werden mit einem NC von gerade einmal 2,7.
Als zweite Möglichkeit nannte meine "Beraterin" dort, dass ich doch Lehrer werden solle. Das würde doch fast jedem Spaß machen und wäre auch noch einfach. Ja mein Besuch beim Arbeitsamt war ein voller Erfolg :rolleyes:

Rettungszwergin
20.05.2008, 21:43
Original geschrieben von C.Braun
Als zweite Möglichkeit nannte meine "Beraterin" dort, dass ich doch Lehrer werden solle. Das würde doch fast jedem Spaß machen und wäre auch noch einfach. Ja mein Besuch beim Arbeitsamt war ein voller Erfolg :rolleyes:

Wer immer das gesagt hat, ist inkompetent.........Arrrrrrrrrgggggggghhhhhhhhhh, als ob jeder Lehrer werden kann. Lehrer sien ist NICHT einfach und macht auch nicht immer Spaß. Das ist ein ernster Beruf, mit unglaublich viel Facetten. Und unterbezahlt. Aber wenn man sich da wohl fühlt, ist es eine Berufung. Alle anderen bitte Finger weg davon.
Ist jetzt kein Angriff auf dich, okay....aber das musste ich loswerden.

RS-USER-Beule
21.05.2008, 09:37
Original geschrieben von C.Braun
Ich lese seit Jahren Spektrum der Wissenschaft und verschlinge dort praktisch alles neue. Ob nun Immunbiologie, Robotik oder Astrophysik.
Versteht ihr? Mich interessiert eigentlich so gut wie alles. Ich bin ein Mensch der einfach gerne viel Weiß. Klingt angeberisch, ich weiß :-D

Hast du schon mal über einen ingenieurswissenschaftlichen Studiengang nachgedacht? Egal ob Wirtschaft-Ing. Medizin-Ing. Verfahrenstechnik, Maschinenbau, E-Technik oder Informatik-Ing. in den Studiengängen ist von fast allem etwas dabei. Man lernt auch wie Ampeln programiert sind ;) Und nach dem Studium bist du auch nicht wirklich festgelegt, womit du deine Brötchen verdienst. Vertrieb, Fertigung, Konstruktion und Entwicklung bieten so viele verschiedene Möglichkeiten. Und der Wechsel zwischen einzelnen Branchen ist auch ohne weiteres möglich.

@Hoffi: Kopf hoch! Diese Krise kenne ich auch. Thermodramatik oder Rätseltechnik?

C.Braun
21.05.2008, 14:55
Naja, Verkehrswissenschaften ist ja auch ein Ingenieurs-Studiengang. Zwar kein traditioneller, aber immerhin. Studiengänge wie Maschinenbau etc. habe ich bis jetzt immer ausgeschlossen, da ich in Mathe seit der OS nicht mehr richtig gut dadrin war. Das komische an der Sache ist allerdings, dass ich ansich weiß, wie viel Spaß Mathe machen kann. Habe mich jetzt auch schon ab und zu mal hingesetzt und selber Mathe wiederholt. Dabei habe ich sogar weniger Fehler gemacht als in der Schule aber naja. Wenn ich mir allerdings ansehe wie anspruchsvoll Mathe im Studium ist.... Ich habe ja schon bei den Verkehrswissenschaften Angst, dass ich es mit Mathe nicht packe. Ein Kumpel von mir studiert gerade Maschinenbau in Harburg und war damals im Mathe LK ( dort auch immer im zweistelligen Bereich ) und selbst er fällt durch die Prüfungen durch. Was soll ich denn dann sagen, mit meinen Mathe GK und nur 8-9 Punkten dort?

@ Zwergin

Ich weiß, dass diese Dame vom Arbeitsamt nicht besonders viel drauf hatte, und ich würde auch nie auf die Idee kommen Lehrer zu werden. Mir macht es zwar Spaß leuten beim lernen zu helfen, allerdings kriege ich dann immer schnell ne Krise wenn sie es nicht kapieren :D Und ich möchte nicht so enden wie viele meiner ehemaligen Lehrer. Nämlich vollkommen verbittert und lustlos.

RS-USER-Kassiopeia
21.05.2008, 16:33
Vielleicht kann dir fwpbl weiterhelfen. Der studiert auch etwas sehr ungewöhnliches. Da geht es so weit ich weiß auch um Krankenwagen und Technik.... Ist glaube ich auch ein Ingenieurstudiengang.

Frag ihn doch mal. Er erzählt dir bestimmt etwas zu seinem Studiengang, vielleicht hilft dir das bei deiner Entscheidung.

RS-USER-fwpbl
21.05.2008, 23:36
Nabend...

Ich hörte meinen Namen...

Ja ich studier sowas "merkwürdiges" das nennt sich Rettungsingenieurswesen (RIW), hieß früher mal Rescue-Engineering...
Ich studiere das ganze an der FH Köln, alternativ gibt es auch an der HWH Hamburg

Ähnliche Studiengänge wären noch Sicherheitstechnik an der Uni Wuppertal und Sicherheit und Gefahrenabwehr in Magdeburg.

Hier (http://www.f09.fh-koeln.de/) findest du die HP meiner Fakultät (die allerdings äußerst chaotisch und wenig informativ ist...)

Wenn du Fragen zu RIW im Allgemeinen oder im Speziellen hast melde dich einfach bei (das gilt natürlich auch für alle anderen) und ich werde dir soweit ich kann Rede und Antwort stehen

Gruß Peter