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RS-USER-Beule
30.03.2009, 21:42
Original geschrieben von Hoffi
Ich finde es schade das einer der fähigsten Manager Deutschlands aus dem Amt gemobbt wurde. Mehdorn hat aus einem maroden Staatsunternehmen einen modernen und profitablen Logistikkonzern gemacht, dafür sollte man ihm dankbar sein, er hat sich der Korruptionsbekämpfung verschrieben, dies kommt nun als Bumerang zurück, obwohl bisher wohl keine Straftaten, sondern nur Ordnungswidrigkeiten bekannt geworden sind - nach einer unabhängigen Prüfung.

Hut ab vor einem, der innerhalb von 10 Jahren Grosses geleistet hat.

Ich finde Bahnchef Mehdorn, ist der Beweis, dass man auch ohne eine Spur von Feingefühl oder PR-Gespür ganz nach oben kommen kann. Es beruhigt mich, dass auch ein noch schlimmerer Soziopath als ich Karriere machen kann.

Außerdem ist "Bahnchef" ein cooler Vorname. Ich werde meinen ersten Sohn auch so nennen :-p

Die Bahn war vor Bahnchef ein Saftladen und ist es nach Bahnchef immer noch. Nur das Motiv hat sich von "Beamtenmuff" zu "Börsengang" verschoben.

Knusperriegel
31.03.2009, 06:34
Mir ist durchaus bewusst, daß Hr. Mehdorn das "Bauernopfer" darstellt und das, was seit den Börsengangplänen für Steuerzahler/Kunden/Beschäftigte an Unsinn veranstaltet wurde, nicht von Hr. Mehdorn selbst unterschrieben wurde.

Auch in der zweiten Führungsriege wird es genügend Leute geben, die eine Dampflok nicht vom ICE unterscheiden können, aber schwerwiegende Entscheidungen trafen.

Doch Hr. Mehdorn war letztendlich die verantwortliche Führungsperson. Auch an seinem persönlichen Profil kann man im fortgeschrittenen Alter noch arbeiten.
Wer stets förmlich darum bemüht war arrogant-kaltschnäuzig den Menschen zu begegnen, die letztendlich sein Gehalt bezahlen, darf sich nicht wundern, wenn eines Tages die Quittung kommt.
Hr. Mehdorn war nichts anderes wie der ltd. Polarisierer des Konzerns.

In GB hat man vor vielen Jahren auch versucht, ein lahmes Staatsunternehmen (British Rail) durch die Privatisierung fir für die Zukunft zu machen. Das hat nicht geklappt und hätte bei uns den Verkehrsministern eigentlich als grundlegendes Argument schon reichen können.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 15:18
Original geschrieben von Knusperriegel

In GB hat man vor vielen Jahren auch versucht, ein lahmes Staatsunternehmen (British Rail) durch die Privatisierung fir für die Zukunft zu machen. Das hat nicht geklappt und hätte bei uns den Verkehrsministern eigentlich als grundlegendes Argument schon reichen können.

Und in Schweden hat dies wunderbar geklappt. Privatisierung ist nicht gleich Privatisierung, Deutschland ist weder GB noch Schweden und Äpfel kann man auch mit Birnen vergleichen.

Fakt ist, dass durch die Vorbereitungen für die zukünftige Privatisierung schon für deutlich mehr Wettbewerb und auch für mehr Verkehr auf der Schiene gesorgt hat. Wer sich mal für ne halbe Stunde an eine Hauptverkehrsstrecke stellt, wird leicht feststellen können, wie bunt der Schienenverkehr geworden ist.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 15:21
Original geschrieben von Beule
Die Bahn war vor Bahnchef ein Saftladen und ist es nach Bahnchef immer noch. Nur das Motiv hat sich von "Beamtenmuff" zu "Börsengang" verschoben.

Vorher trifft es vielleicht zu, aber mittlerweile würde ich die Bahn nicht mehr als Saftladen bezeichnen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern haben wir ein sehr gut funktionierendes Schienenverkehrssystem. Man kann sich in weit über 90% der Fälle sicher sein, zu dem Zeitpunkt anzukommen, der im Fahrplan steht, man zahlt nicht zu hohe Fahrpreise und kann mit etwas Glück sogar diese noch bis auf ein Minimum drücken, so dass kaum ein Billigflieger mithalten kann.

RS-USER-Brummel
31.03.2009, 15:38
Ich denke du siehst das Image der Bahn etwas zu optimistisch. Ich fahre auf meiner Strecke immer noch nicht pünktlich ab. Ankommen tue ich vielleicht in etwa 50% der Fälle innerhalb von 5min nach dem Fahrplan. Die Waggons sind im Winter nur teilweise beheizt, gekühlt eh nie. Trotz ständiger Bauarbeiten an den Schienen kann ich im Gegensatz zur Werbung nicht im Zug arbeiten. Es gibt keine Tische und selbst wenn. Im zug kann ich höchstens eine abnorme EKG Kurve zeichnen aber weder schreiben noch unterstreichen. Letztens regnete es sogar in den Waggon rein. Klar, das ist kein Imagerelevanter ICE sondern nur ein RE aber trotzdem ein Minimum an Leistung sollte man schon erwarten können und dazu zählt für mich trocken und nicht unterkühlt am Ziel anzukommen. Mal ganz davon abgesehen, dass es ganz angenehm wäre wenn die Züge etwas öfters ordentlich innen gereinigt würde und nicht nur die Mülleimer ausgeleert würden. Eine Strecke benutze ich nur noch im Notfall, weil in dieser RB die Anzahl der Sitze die keine deutlichen, klebrigen Flüssigkeitsreste zeigen mit einer Hand abzuzählen sind, vom Boden will ich gar nicht reden.
Natürlich hat Herr Medorn für die zukünftigen Aktionäre viel gemacht, aber dabei leider vergessen, dass er nicht nur Fracht sondern auch Menschen transportiert und dass er mit Menschen arbeitet.

Knusperriegel
31.03.2009, 15:45
Original geschrieben von Hoffi


Wer sich mal für ne halbe Stunde an eine Hauptverkehrsstrecke stellt, wird leicht feststellen können, wie bunt der Schienenverkehr geworden ist.

Wenn ich das an unserer ICE-Trasse machen würde, gäbe es:
a. eine Notbremsung des nächsten ICE
b. ganz viel Bundespolizei
c. RD-Aufgebot mit ganz viel blauen Lichtlein
d. 48 Std. in der Psychiatrie per Zwangseinweisung wg. Eigen- und Fremdgefährdung
e. eine Strafanzeige wg. gefährlichem Eingriff in den Schienenverkehr

Aber danke für das Angebot!!!:D

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 15:50
Original geschrieben von Brummel
Klar, das ist kein Imagerelevanter ICE sondern nur ein RE aber trotzdem ein Minimum an Leistung sollte man schon erwarten können und dazu zählt für mich trocken und nicht unterkühlt am Ziel anzukommen.

Nahverkehr = Ländersache (habe ich glaube ich schon mal erwähnt). Das Land bestellt, bezahlt und bekommt eben diese Leistung geliefert. Die Länder können dem Verkehrsträger durchaus vorschreiben mit welchen Fahrzeugen zu fahren ist und welchen Standart diese haben sollen - nur muss man dan auch bereit sein zu bezahlen.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 15:51
Original geschrieben von Knusperriegel
Wenn ich das an unserer ICE-Trasse machen würde, gäbe es:
a. eine Notbremsung des nächsten ICE
b. ganz viel Bundespolizei
c. RD-Aufgebot mit ganz viel blauen Lichtlein
d. 48 Std. in der Psychiatrie per Zwangseinweisung wg. Eigen- und Fremdgefährdung
e. eine Strafanzeige wg. gefährlichem Eingriff in den Schienenverkehr

Aber danke für das Angebot!!!:D

Nope, du würdest dich nur in Gesellschaft von Püfferküssern (Eisenbahnfreunde) wiederfinden und dich evtl rechtfertigen müssen, warum du einem seinen Fotoplatz geklaut hast - und das ist kein Witz, es gibt Leute, die stehen jeden Tag an der gleichen Stelle und fotografieren was vorbeikommt.

Hörbird
31.03.2009, 15:53
Original geschrieben von Hoffi
Vorher trifft es vielleicht zu, aber mittlerweile würde ich die Bahn nicht mehr als Saftladen bezeichnen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern haben wir ein sehr gut funktionierendes Schienenverkehrssystem. Man kann sich in weit über 90% der Fälle sicher sein, zu dem Zeitpunkt anzukommen, der im Fahrplan steht, man zahlt nicht zu hohe Fahrpreise und kann mit etwas Glück sogar diese noch bis auf ein Minimum drücken, so dass kaum ein Billigflieger mithalten kann.

Dem muss ich widersprechen!

Die Bahn war vor der ganzen Privatisierungsaktion wesentlich besser! Du hast vergessen, das viele Züge und Anbindungen der DB AG in den letzten Jahren aus Kostengründen gestrichen wurden!

Das das Schienenverkehrssystem überhaupt noch so gut ist, liegt daran, das die Länder und Kreise mit innovativen Konzepten- und die Hilfe von privaten Anbietern aufrecht wenn nicht sogar verbessert hat!
Die DB AG war aber daran kaum beteiligt- und von der haben wir es doch hier, oder?

Die Bahn AG selber ist nur noch interessiert, gut an der Börse dazustehen- das mag sie zwar zu einem rentablen Unternehmen machen- aber kundenfreundlich nenne ich anders!

Abgesehen davon: es gibt ne Menge anderer europäischer Länder wo das Schienenverkehrssystem gleichwertig oder sogar besser ist: Schweiz, Frankreich, Österreich, die skandinavischen Länder....

Hörbird
31.03.2009, 15:57
Original geschrieben von Hoffi
Nahverkehr = Ländersache (habe ich glaube ich schon mal erwähnt). Das Land bestellt, bezahlt und bekommt eben diese Leistung geliefert. Die Länder können dem Verkehrsträger durchaus vorschreiben mit welchen Fahrzeugen zu fahren ist und welchen Standart diese haben sollen - nur muss man dan auch bereit sein zu bezahlen.

Yep- nur muss die Leistung angemessen sein. Ist sie es nicht, ist es Wucher. Und ich kann mich erinnern, das wir den Fall in Hessen hatten, das das Land den Vertrag gekündigt hatte- aufgrund mangelhafter Leistung.

Und das dies auch gut gehen kann, kann man aktuell am beispiel der Schwarzwaldbahn zwischen Karksruhe und Konstanz sehen. Die Bahn musste zwar bei Ihrem Angebot deutlich nachlegen, aber der Erfolg kann sich sehen lassen.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 16:04
Original geschrieben von Hörbird
Dem muss ich widersprechen! Die Bahn war vor der ganzen Privatisierungsaktion wesentlich besser! Du hast vergessen, das viele Züge und Anbindungen der DB AG in den letzten Jahren aus Kostengründen gestrichen wurden! Das das Schienenverkehrssystem überhaupt noch so gut ist, liegt daran, das die Länder und Kreise mit innovativen Konzepten- und die Hilfe von privaten Anbietern aufrecht wenn nicht sogar verbessert hat! Die DB AG war aber daran kaum beteiligt- und von der haben wir es doch hier, oder? Die Bahn AG selber ist nur noch interessiert, gut an der Börse dazustehen- das mag sie zwar zu einem rentablen Unternehmen machen- aber kundenfreundlich nenne ich anders! Abgesehen davon: es gibt ne Menge anderer europäischer Länder wo das Schienenverkehrssystem gleichwertig oder sogar besser ist: Schweiz, Frankreich, Österreich, die skandinavischen Länder....

Die meisten Verbindungen wurden im Nahverkehr gestrichen, die schuldigen Sitzen also in den Landesregierungen und nicht beim Verkehrsunternehmen.

Das es private Unternehmen gibt, verdanken wir den Privatisierungsbemühungen, denn nur mit Wettbewerb macht eine Privatisierung Sinn und die ersten Früchte sieht man ja schon reichlich.

Bahnfahren in Frankreich finde ich grausam - Reservierungspflicht im TGV ein undurchsichtiges Preissystem, Ansagen nur auf Französisch.

Die Schweiz ist besser als Deutschland und Österreich würde ich sagen in etwa gleichwertig. In Skandinavien gibt es Licht und Schatten, je weiter man aufs Land raus fährt, desto spärlicher wird die Verkehrsanbindung durch die Schiene.

Ich denke bei uns in Deutschland wird vieles nur negativ gesehen. Wir haben hier im Fernverkehr einen funktionierenden Taktverkehr, teilweise sogar auf einen Halbstundentakt verdichtet, die modernsten Züge, mit relativ viel Platz und Stom an jedem Sitzplatz (zumindest in den meisten ICE), teilweise Internet und Service am Platz. So etwas sucht man in Frankreich in den TGV zumindest vergebens, sie sind eng unbequem und Strom gibt es keinen.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 16:06
Original geschrieben von Hörbird
Yep- nur muss die Leistung angemessen sein. Ist sie es nicht, ist es Wucher. Und ich kann mich erinnern, das wir den Fall in Hessen hatten, das das Land den Vertrag gekündigt hatte- aufgrund mangelhafter Leistung.

Und das dies auch gut gehen kann, kann man aktuell am beispiel der Schwarzwaldbahn zwischen Karksruhe und Konstanz sehen. Die Bahn musste zwar bei Ihrem Angebot deutlich nachlegen, aber der Erfolg kann sich sehen lassen.

NRW war es. So etwas passiert und hier muss die Bahn dann eben auch zu recht bluten.

Die Schwarzwaldbahn ist ein sehr gutes Beispiel wie gut vorbereitete Ausschreibungen einen echten Gewinn für die Fahrgäste bringen.

RS-USER-Brummel
31.03.2009, 16:15
Original geschrieben von Hoffi
ein undurchsichtiges Preissystem, Ansagen nur auf Französisch.

Habe ich irgendwas verpasst? Gibt es etwa beides in Deutschland? an "meinem" Fernverkehrsbahnhof gibt es auch nur Deutsche durchsagen und ein durchschaubares Preissystem? Kenne ich auch nicht und selbst die die das Professionell machen (Zugbegleiter & Fahrkartenverkäufer) haben da scheints auch nicht so ganz durchgeblickt.

Mal ganz abgesehen davon, dass man es immer noch nicht geschafft hat die Achsprobleme beim neuen ICE in den Griff zu bekommen, haben meines wissens nach nur die Tische eine Steckdose. Das ist besser als nichts, aber mehr Steckdosen habe ich bisher nicht gefunden.

Hörbird
31.03.2009, 16:32
Original geschrieben von Hoffi
Das es private Unternehmen gibt, verdanken wir den Privatisierungsbemühungen, denn nur mit Wettbewerb macht eine Privatisierung Sinn und die ersten Früchte sieht man ja schon reichlich.
Yep- und wie du selber erkennst deutlich besser als die DB AG!



Bahnfahren in Frankreich finde ich grausam - Reservierungspflicht im TGV ein undurchsichtiges Preissystem, Ansagen nur auf Französisch.

Öhem- ist das in D etwa anders? Gut- Im Fernverkehr gibt es tatsächlich Durchsagen auch in Englisch- aber dermassen grottenschlecht, das es eher einer Persiflage gleichkommt. Wurde ja nicht zum ersten Mal parodiert (Sänk Ju for Träfeling wis Deutsche Bahn)



Die Schweiz ist besser als Deutschland und Österreich würde ich sagen in etwa gleichwertig. In Skandinavien gibt es Licht und Schatten, je weiter man aufs Land raus fährt, desto spärlicher wird die Verkehrsanbindung durch die Schiene.


Und warum ist die Schweiz besser?



Ich denke bei uns in Deutschland wird vieles nur negativ gesehen. Wir haben hier im Fernverkehr einen funktionierenden Taktverkehr, teilweise sogar auf einen Halbstundentakt verdichtet, die modernsten Züge, mit relativ viel Platz und Stom an jedem Sitzplatz (zumindest in den meisten ICE), teilweise Internet und Service am Platz. So etwas sucht man in Frankreich in den TGV zumindest vergebens, sie sind eng unbequem und Strom gibt es keinen.

Nein- das Problem ist, du siehst nur den Fernverkehr! Es gibt aber noch den Nahverkehr, der immer noch größtenteils durch die Bahn durchgeführt wird. Mag ja schön und gut sein, das die Länder Ihren Anteil daran haben. Aber sie haben bestimmt keine Hauptschuld daran, das die Bahn weiterhin mit wartungsbedürftigen alten Waggons durch die Landschaft schaukelt und diese verdreckt und ramponiert sind.

Knusperriegel
31.03.2009, 16:35
Das in den französischen Bahnen nur französisch gesprochen wird, liegt wohl eher an den Bemühungen, die französische Sprache hoch und heilig zu halten.

Ob das sinnvoll ist, möchte ich nicht beurteilen.

Lieber nicht beurteilen möchte ich die englischen Sprachkenntnisse des deutschen Zugbegleiterpersonal.
Bei meiner letzten ICE-Fahrt von Hamburg in Richtung Heimat rollten sich bei "wällkamm bei we deutsche bahn" die Fußnägel hoch und ich hatte Schwierigkeiten mit dem Laufen.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 17:31
Original geschrieben von Brummel
Habe ich irgendwas verpasst? Gibt es etwa beides in Deutschland? an "meinem" Fernverkehrsbahnhof gibt es auch nur Deutsche durchsagen und ein durchschaubares Preissystem? Kenne ich auch nicht und selbst die die das Professionell machen (Zugbegleiter & Fahrkartenverkäufer) haben da scheints auch nicht so ganz durchgeblickt.

Mal ganz abgesehen davon, dass man es immer noch nicht geschafft hat die Achsprobleme beim neuen ICE in den Griff zu bekommen, haben meines wissens nach nur die Tische eine Steckdose. Das ist besser als nichts, aber mehr Steckdosen habe ich bisher nicht gefunden.

Das deutsche Preissystem ist eigentlich recht einfach:

- feste entfernungsabhängige Preise
- Bahncard mit 25% und 50% Rabatt
- für Frühbucher Sparpreise

In allen Fernverkehrsbahnhöfen werden die Ansagen in Deutsch und Englisch durchgeführt. In grenznähe werden die Ansagen durch die Sprache des jeweiligen Nachbarlandes ergänzt.

Die Achsprobleme an den ICE3 Zügen sollte man eher dem Hersteller ankreiden, oder kannst du etwas dafür, wenn dein Auto Konstruktionsmängel hat? Steckdosen im ICE: ICE1, 3, T und TD haben jeweils an jedem Sitzplatz eine Steckdose, der ICE2 und die meisten IC nur an den Tischen eine.

RS-USER-Hoffi
31.03.2009, 17:38
Original geschrieben von Hörbird
Yep- und wie du selber erkennst deutlich besser als die DB AG!

Und auch die DB AG nimmt den Wettbewerb ernst und passt sich an, siehe Schwarzwaldbahn.


Öhem- ist das in D etwa anders? Gut- Im Fernverkehr gibt es tatsächlich Durchsagen auch in Englisch- aber dermassen grottenschlecht, das es eher einer Persiflage gleichkommt. Wurde ja nicht zum ersten Mal parodiert (Sänk Ju for Träfeling wis Deutsche Bahn)


siehe Post vorher.

Schlechte Ansagen sind besser als keine Ansagen.


Und warum ist die Schweiz besser?


Weil die Bahn zum einen deutlich mehr Geld durch Subventionen bekommt und weil in der Schweiz mehr Nachfrage herrscht.

Die Bahn in der Schweiz hat eine deutlich höhere Unterstützung in Politik und Bevölkerung, in Deutschland muss alles immer billig sein, in der Schweiz zahlt man dagegen eher für einen guten Service.


Nein- das Problem ist, du siehst nur den Fernverkehr! Es gibt aber noch den Nahverkehr, der immer noch größtenteils durch die Bahn durchgeführt wird. Mag ja schön und gut sein, das die Länder Ihren Anteil daran haben. Aber sie haben bestimmt keine Hauptschuld daran, das die Bahn weiterhin mit wartungsbedürftigen alten Waggons durch die Landschaft schaukelt und diese verdreckt und ramponiert sind.

Weil im Fernverkehr die Bahn eben auf sich alleine gestellt ist, während sie im Nahverkehr kaum mitbestimmen darf. Wenn im Vertrag nun mal keine Klimaanlage vorgesehen ist, dann wird auch keine geliefert, ansonsten würde man sich ja nicht an den Vertrag halten.

Ob ein Waggon wartungsbedürftig ist, oder nicht, kannst du glaube ich nicht erkennen.

RS-USER-emergency doc
31.03.2009, 18:02
Original geschrieben von Hoffi
Ich finde es schade das einer der fähigsten Manager Deutschlands aus dem Amt gemobbt wurde. Mehdorn hat aus einem maroden Staatsunternehmen einen modernen und profitablen Logistikkonzern gemacht, dafür sollte man ihm dankbar sein, er hat sich der Korruptionsbekämpfung verschrieben, dies kommt nun als Bumerang zurück, obwohl bisher wohl keine Straftaten, sondern nur Ordnungswidrigkeiten bekannt geworden sind - nach einer unabhängigen Prüfung.

Hut ab vor einem, der innerhalb von 10 Jahren Grosses geleistet hat.

Sorry, aber ich kann sowas echt nicht ernst nehmen... :D :D :D [ROTFL]]

RS-USER-opus
31.03.2009, 21:31
Oh oh, lieber Hoffi, man kann sich ja so manches schönreden...

Der Punkt, den du hier ziemlich konsequent übersiehst, ist, dass für die strukturellen Veränderungen der Bahn in den letzten Jahrzehnten simple Politikerentscheidungen und völlig veränderte Schnittstellen verantwortlich waren. Wo du die große unternehmerische Leistung des Herrn Mehdorn siehst, erschließt sich mir daher nicht. Ich hatte eher den Eindruck, dass er einige Jahre gebraucht hat, um überhaupt zu erkennen, was sein Unternehmen eigentlich tut und das das Menschen sind, die man da durch die Gegend fährt.

Gut, es hat etwas geschehen müssen.
Die alte 'Bundesbahn' war ein Unternehmen, was einen gewissen staatlich gewünschten Versorgungsstandard sicherstellen sollte. Darüber entschieden sie eher zentral und sicher nicht immer glücklich. Da Sparsamkeit alte Beamtentugend ist, war die verwendete Hardware auch nicht immer vom feinsten, ok, das stimmt.
Da bestimmte geforderte Leistungen nie und nimmer kostendeckend erbracht werden konnten, träumte man nur von einer schwarzen Null in der Bilanz und war aber sehr zufrieden, wenn letztlich das Defizit nicht ganz so katastrophal ausfiel. Obwohl die erforderlichen Subventionen immer noch erheblich geringer waren, als das, was in den Straßenverkehr ging, mußte schon eifrig gespart werden.

Ein börsennotiertes Unternehmen kann so natürlich nicht funktionieren. Statt einer Null muß nun ein deutlicher Gewinn in der Bilanz stehen, da sonst kein Investor anbeißen wird. Dessen Interessen müssen nun mitsubventioniert werden.

Erreicht hat man dieses Kunststück durch das Prinzip, dass die Länder Leistungen nach ihrem Bedarf bestellen und bezahlen müssen. Das Unternehmen Bahn kann nun seine Gewinne schreiben, trotz größter Investitionen, die Länder und der Bund subventionieren weiter, mehr denn je und tragen jetzt das eigentliche unternehmerische Risiko.

Ob das unter dem Strich alles so positiv für die Allgemenheit berechnet, wissen wir zunächst noch nicht.
Denn immerhin wurde gerade in den letzten Jahren auch sehr viel Porzellan zerschlagen. So gibt es praktisch keinen Güterverkehr in der Fläche mehr, der Anteil der Bahn im Güterverkehr nimmt stetig ab und konzentriert sich auf Ganzzüge auf Hauptrouten. Der Personenverkehr konzentriert sich auch auf Massenverkehre und schließt Randgruppen, wie etwa Familien mit Gepäck, weitgehend aus. Der Service wird weitgehend zurückgefahren, Oma und Opa müssen mit Automaten klarkommen, die jeden Gelegenheitsfahrer überfordern.
Bei Störungen sind keine Reserven mehr da, um die Auswirkungen zu minimieren.

Bei der neuen Bahn ist nicht mehr die Kundenzufriedenheit oder die optimale Erfüllung hoheitlicher Aufgaben Hauptziel des Systemes, sondern die maximale Bedienung der Interessen noch zu findender Investoren. Das ist der entscheidende Unterschied.

Gut, im allgemenien haben sich die Züge sehr gewandelt. Das System leistet viel. Aber dass es für den Staat billiger geworden ist, bezweifle ich.

RS-USER-Küchenhexe
31.03.2009, 23:42
Opus, ich stimme Dir aus vollstem Herzen zu...:)