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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unterschiede bei RD und Arztpraxen



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RS-USER-Pronto Soccorso
02.07.2009, 14:20
... ok, klar ist mir klar, ein großer Unterschied :), aber es gelten doch bestimmte Regel und Maßnahmen für beide gleich, oder?

Mir ist heute nur aufgefallen, als mir die nette Arzthelferin im Labor Blut abgenommen hat, dass das Ganze ohne Handschuhe abgelaufen ist. Könnte man/frau ja noch sagen, ok wenn die Blutabnahme nicht in einem Blutbad endet, gibt es keinen Kontakt. War auch so.
Nachdem der Einstich für den BZ vor Ort nicht mehr gereicht hat, habe ich mich todesmutig entschlossen einen Finger zu opfern *jammer*.
Die Gute desinfiziert und haut mit Schwung die Lanzette (die guten alten Stahlteile, nix Sicherheitsteil) in den Finger, denn wie man in Franken sagt, viel hilft viel. Ich greife aus Reflex nach dem Finger (tat verdammt weh :heul:) unterhalb des Fingerbeere und des Einstichs und das Blut spritzt aus meinem Ringfinger ca. 50 cm weit durchs Labor und trifft die Gute an der Hand wie sie nach dem BZ Gerät greift. Cool ihr Kommentar „Da kommt ja ordentlich Blut im Vergleich zu Ihrer Armbeuge.“ Nachdem es eh blutete wie Wutz, dachte ich gut, dass sie den ersten Tropfen abwischt (wie gelernt im RD), dann tropft es nicht so auf den Boden. Nix mit abwischen, der erste Tropfen gleich ins Messgerät (der Wert war verdammt hoch, aber ich vermute das lag leider nicht an der Messung mit dem ersten Tropfen).

Danach hat sich die Gute kurz die Hände mit Seife gewaschen und gut war’s.
Irgendwie befremdlich.

Gibt es bei den Patienten einer ländlichen Hausarztpraxis kein Hep A, B, C, kein AIDS oder andere unschöne Krankheiten :confused:? Haben die Mädels 24 Stunden imprägnierte Hände?

Klar ziehe ich mir im Rettungsdiensthandschuhe schon deswegen an, weil die Blutmengen da größer werden können, die Kunden oft auch nicht so lecker sind und weil ich, persönlich, besser arbeiten kann, wenn zwischen mir und einem Kotzenden etwas Latex ist.

Jetzt mal zusammengefasst:

Müssen Arzthelferinnen keine Handschuhe tragen?

Sind die Sicherheitslanzetten nicht auch in Arztpraxen vorgeschrieben (obwohl ich die alten Stahlteile persönlich bevorzuge, nur nicht in meinem Finger)

Warum wird der erste Blutstropfen nicht verworfen?

Reicht für Blut/Hautkontakt wirklich nur Seife?

Gruß

Pronto

Knusperriegel
02.07.2009, 15:31
Ein Großteil der fachpraktischen Ausbildung für med. Assistenzpersonal in Arztpraxen wird auch heute noch beim Ausbildungsarbeitgeber erworben.
Hier wird (Vermutung von mir) die Einarbeitung bzw. das Erlernen von Arbeitsvorgängen wohl eher von dienstälteren (unwissenden oder desinterssierten) KollegInnen vorgenommen und nicht vom Praxisinhaber selbst.

Der "Kostendruck" als ultimatives Totschlagargument wird auch dafür sorgen, daß Wünsche von PraxismitarbeiterInnen nach Verbesserungen, die auch bereits seit langem BG-lich festgelegt worden sind, nicht umgesetzt werden.

Eigenes Beispiel, erlebt vor einem Jahr als Patient in einer REHA-Klinik:
morgendliche Blutentnahme durch med. Assistenzpersonal.
Keine Handschuhe, Desinfektion nach der Wisch-und-weg-Methode (max. Einwirkzeit: 5 sek.) Dann ausführliches Betasten meiner Ellenbeuge mit nichtdesinfizierten Fingern (zumindest habe ich das nicht gesehen - und ich habe mehrere Minuten die "Fachkraft" beobachtet).
Dann Blutentnahme ohne Schutzhandschuhe.
Anschliessend Re-Capping der Kanüle und Abwurf in ein vorgeschriebes Gefäß.
Dann "Wegwischen" des entstandenen Blutbades mit einem weiteren Tupfer ohne Handschuhe.

Mein Kommentar: "Interessant, daß Sie meinen Hepatitisstatus kennen, den hatte mein Hausarzt gar nicht übermittelt"

Antwort: "Ach, da ist noch nie etwas passiert"

RS-USER-fruehgriller
02.07.2009, 17:35
Aus geheimen Quellen hat mir ein mir persönlich bekannter Italienischer Restaurantbesitzer im Forum folgendes Schriftstück zukommen lassen, welches als streng geheim anzusehen ist:


Dienstanweisung
Gültig für alle potentiel gefährlichen Erreger



Es ist allen potentiel als gefährlich eingestuften Erregern und ähnlichem grundsätzlich VERBOTEN folgende Berufsgruppen zu befallen und evtl zu infizieren, egal mit welcher Erkrankung.

Ärzte
speziell Landärzte in strukturschwachen Gebieten
Ärztliches Hilfspersonal wie Arzthelferinnen, Laborrantinnen, MTA, MTAR etc
Pflegekräfte im Kh, in Alten und Pflegeheimen, Sozial Stationen, Ambulanter Pflege etc.
Ärztliches Assistenzpersonal aller Fachrichtungen.

Begründung:

Sollte ein Angehöriger der oben genannten Berufsgruppen im Dienst von als potentiell gefährlich eingestuften Erregern infiziert werden, ist der Dienstherr gezwungen die zuständige BG zu verständigen, was zu einem enormen Aufwand an Schreibarbeit und vor allem Zeit führt.
In der Zeit, in der ein DIN A 4 Formular für die BG vom Dienstherrn ausgefüllt wird (ca 20 Min), kann ein durchschnittlicher Dienstherr zum Beispiel 15 Patienten betreuen.
Desweiteren muss evtl von der BG eine Rente gezahlt werden, was wiederum zu höheren Beiträgen führt.
Es muss evtl sogar darüber nachgedacht werden, ALLE beschäftigten bei der BG anzumelden (KOSTENFALLE!!!)
Es muß eine neue Arbeitskraft eingestellt werden, und wieder angelernt werden, was mindestens 2 Arbeitstage in Anspruch nimmt.
Evtl schreibt die BG neue Standarts vor, und kontrolliert diese auch noch, was wiederum dazu führt, das Schutzeinrichtungen wie zum beispiel teure Handschuhe, Abwurfboxen aus Plastik, Mundschutz etc dauerhaft bevorratet werden müssen.
Es können keine günstig im Internet erworbenen Einmalartikel wie BZ-Lanzetten aus Stahl aufgekauft werden, sondern es müssen die teuren neuartigen verwendet werden.

Um es kurz zu machen:
Jede Infektion kostet den Dienstherrn Unmengen an Zeit und Geld, vor allem Geld, für die Folgen der Infektion.

Die oben aufgeführten Berufsgruppen sind zum Beipiel an Ihrem Namensschild auf dem privaten Poloshirt oder der privaten Jeans und Sandalen mit Nackten Füßen erkennbar.
Weitere Erkennungszeichen befinden sich in der Anlage beigefügt.

Sollte ein als potentiell gefährlich eingestufter Erreger einen Angehörigen der oben genannten Berufe an den genannten Erkennungszeichen erkennen, so hat er sich SOFORT von Ihm zu entfernen.
Errger, die sich nicht daran halten werden mit im Internet beschafften Penicilin nicht unter 3 Kuren bestraft.

Schwester Rabiata
02.07.2009, 20:17
Arbeite zwar in einer Klinik, nicht in einer Praxis....

Ich trage immer Handschuhe - sogar bei meinem eigenen Sohn zur Entnahme! Hat nene einfachen Grund - ich kann gar nicht anders.
Habs mit Handschuhen gelernt, ohne fehlt mir irgendwie das Gefühl dazu.

Je höher die Docs in der Hierarchie, desto seltener ziehen sie Handschuhe an.
Hab ich bis jetzt nur bei bekanntem HIV und Hep C gesehen,

Wenn ich nicht selbst entnehme, sondern nur anreiche - ich trage immer Handschuhe. Wir entnehmen meist "offen", d.h. mit mehr oder weniger Sauerei. Die Röhrchen sind oft blutverschmiert hinterher.....

Rabiata

RS-USER-DerDings
02.07.2009, 23:08
der erste blutstropfen ist doch eh quer durch den raum geflogen, mehr verwerfen geht ja wohl nicht. :grins:

Saphenus
08.07.2009, 22:29
Also ich zieh mir auch keine Handschuhe zum Blutabnehmen oder Viggo-legen in der Klinik an. Normalerweise gehts ja sauber zu. Ab und zu richtet man ja dann doch mal ein Blutbad an, aber gut, dafür spart es Zeit ohne Handschuhe und man kann die Vene besser tasten. Mag unvernünftig sein, aber praktisch. Aber wenn man das 30mal am Tag macht, dann siegt irgendwann letzteres... man muss sich da auch nicht so in die Hose machen.

Fallobst
08.07.2009, 22:45
an muss sich da auch nicht so in die Hose machen.

Genau das sind so Aussagen die man
von dienstälteren (unwissenden oder desinterssierten) KollegInnen bekommt. Es ist zwar die Gesundheit eines jeden Einzelnen, aber Verständnis habe ich für ein solches Verhallten nicht..., ich kenne allein 2 Kolleginnen die sich im Dienst mit Hepatitis infiziert haben!

RS-USER-Medi-Fischi
09.07.2009, 04:58
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich im Labor wenn ich gerade keine Verletzungen an den händen habe öfters auch mal ohne Handschuhe arbeite. Nicht aber bei der Blutabnahme, sondern nur mit den abgenommenen Röhrchen und auch nur dann, wenn die Stationen uns nicht die ärgsten eingesaute Rörchen (und Anforderungsscheine- ja auch die sind manchmal blutig, dass Dracula seine Freude hätte) schicken.
Wenn ich mich mit Serum(Plasma, Vollblut...) kontaminiere, tu ich sofort gründlich desinfizieren.
Ich weiß, dass entspricht nicht ganz der Vorschrift, aber ich mag nicht 12h lang mit Latexhandschuhen rumlaufen.

Schwester Rabiata
09.07.2009, 05:53
...man ja dann doch mal ein Blutbad an, aber gut, dafür spart es Zeit ohne Handschuhe und man kann die Vene besser tasten


Reine Übungssache.

Ich habs halt mit Handschuhen gelernt.
Als ich dann Junior zuhause Blut entnehmen wollte, hab ich natürlich auf Handschuhe verzichtet. Ist ja mein Kind, ich weiß was los ist mit ihm.

Aber - ich hatte ohne Handschuhe einfach nicht das richtige Feelingg dafür!

Ansonsten schau ich mir die Entnahmestellen vorher auch ohne Handschuhe an (bei Kiddies muss man manchmal ganz schön suchen) - und die Venen bleiben in der Regel auch dort wo ich sie vorher ertastet habe :rolleyes:

Rabiata

RS-USER-gnuff
09.07.2009, 11:03
Normalerweise gehts ja sauber zu. Ab und zu richtet man ja dann doch mal ein Blutbad an, aber gut, dafür spart es Zeit ohne Handschuhe und man kann die Vene besser tasten.

"Normalerweise" ist das wichtige Wort in dem Satz... Viel Spass beim Erklären wenn Du Dir dann mal was eingefangen hast, weil Patienten ja "normalerweise" kein HIV (Hepatitis, Maul- und Klauenseuche oder was auch immer) haben.

Darüberhinaus dient das Tragen der Handschuhe auch dem Schutz des Patienten, weil Handschuhe aus der Packung in der Regel sauberer sind als unsere Flossen...

Schwester Rabiata
09.07.2009, 17:19
Wenn ich zB einen mir bekannten Arzt sehe, dem regelmässig das (fremde) Blut über die Finger läuft - der macht bei mir keine Entnahme!

Sorry, ich find die Vorstellung widerlich.


Rabiata

Knusperriegel
11.07.2009, 16:58
Darüberhinaus dient das Tragen der Handschuhe auch dem Schutz des Patienten, weil Handschuhe aus der Packung in der Regel sauberer sind als unsere Flossen...

Es sei denn, es wurden tatsächlich die Einwirkzeiten eines Händedesinfektionsmittels beachtet.
Hier ist es erstaunlich zu erleben, wie zeitliche Fristen verkürzt werden.
Aber vielleicht sind diese Leute alle aus einer anderen Dimesion und haben ein anderes Zeitgefühl?

RDPfleger
11.07.2009, 17:06
Es sei denn, es wurden tatsächlich die Einwirkzeiten eines Händedesinfektionsmittels beachtet.
Hier ist es erstaunlich zu erleben, wie zeitliche Fristen verkürzt werden.
Aber vielleicht sind diese Leute alle aus einer anderen Dimesion und haben ein anderes Zeitgefühl?

Nein das sind alles Chirurgen. Und wie landläufig bekannt ist sind Chirurgen doch von Haus aus steril, die brauchen keine Händedesinfektion. Die werden doch schon so geboren, dass weiß doch jedes Kind :grins: :rolleyes: :-keks

Knusperriegel
11.07.2009, 18:49
Wenn Chirurgen von Haus aus steril sind, dann können sie ja gar keine Kinder zeugen.:confused:
Schreckliche Vorstellung!
Kein Wunder, daß dies zum tgl. Ausleben von Gewaltphantasien führt, die mit dem Aufschneiden (immerhin betäubter) Menschen endet.:grins:

RS-USER-Elektro-Dengel
11.07.2009, 23:08
Wenn Chirurgen von Haus aus steril sind, dann können sie ja gar keine Kinder zeugen.:confused:
Schreckliche Vorstellung!


Wieso schrecklich?

Blaulicht-shaolin
15.07.2009, 19:38
Aber vielleicht sind diese Leute alle aus einer anderen Dimesion und haben ein anderes Zeitgefühl?
Natürlich haben Ärzte ein anderes Zeitgefühl!
Ist euch das noch nie aufgefallen? Ein Doc sagt: in FÜNF Minuten ist der Arztbrief fertig!
Und gewartet wird dann mind. eine VIERTELSTUNDE. Also hat eine ärztliche Minute 180 Sekunden.:grins:

Saphenus
18.07.2009, 17:24
ich kenne allein 2 Kolleginnen die sich im Dienst mit Hepatitis infiziert haben!

C nehme ich an. Das ist natürlich unangenehm. Ist denen Blut über die Hände gelaufen?

Saphenus
18.07.2009, 17:29
Wenn ich zB einen mir bekannten Arzt sehe, dem regelmässig das (fremde) Blut über die Finger läuft - der macht bei mir keine Entnahme!
Rabiata

Hoffentlich wirst Du nie ernsthaft krank, das könnte dann schwierig werden genug geeignete Ärzte/Studenten zu finden... :)

Nein, aber im Ernst. Das man sich mal die Finger schmutzig macht, mit was auch immer, das lässt sich nie zu 100% vermeiden. Du wirst keinen Arzt finden, dem nicht schon einmal Blut über die Hand gelaufen ist. Wichtig ist doch für Dich als potentielle Patientin vor allem, dass man sich die Hände regelmäßig vernünftig desinfiziert. Und dabei gehts ja nun nicht nur um Blut.

RS-USER-Hoffi
18.07.2009, 18:49
und dass dann noch Handschuhe drüber angezogen werden - ansonsten kommt mir keiner mit der Nadel in die Nähe.

Schwester Rabiata
18.07.2009, 20:25
Hoffentlich wirst Du nie ernsthaft krank, das könnte dann schwierig werden genug geeignete Ärzte/Studenten zu finden... :)

Ich war/bin schon ernsthaft krank und hab bis auf eine Ausnahme korrekt arbeitende Ärzte gehabt.



Du wirst keinen Arzt finden, dem nicht schon einmal Blut über die Hand gelaufen ist.

Ja, das kann vorkommen.
Aber es von vorneherein darauf anlegen - find ich nicht...passend.
Wenn ich eine offene Entnahme vornehme, das Blut tropfen lasse, dann sollte ich mich schützen!
Vor allem bei Risikopatienten!

Rabiate