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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : MÜSSEN Ohren im OP bedeckt sein?!



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Medimatze
02.02.2012, 21:04
Mal ne komische Frage, weil es heute zufällig zum Thema wurde. Müssen die Ohren im OP bedeckt sein, oder nicht. Gibts dazu Literatur? Gibt ja auch diese Hauben (aus USA), die die Ohren frei lassen. Würde mich mal interessieren. Habe nur "alle Haare" müssen bedeckt sein, sowie "Nase und Mund".

Medimatze
02.02.2012, 21:05
Achso und nochwas... Warum dürfen Ohrringe im OP getragen werden, Halsketten aber nicht?!

Eilika
02.02.2012, 21:08
Mh, meine Ohren sind frei und Kette trag ich auch gelegentlich. Aber ich steh auch auf der richtigen Seite vom Tuch ;-)

wjsl
02.02.2012, 21:18
Ketten sollen nicht erlaubt sein? Aber warum sind das dann Brillen, die auch draußen getragen und nicht steril gewaschen werden?

Wie die Ohren frei bleiben können ist mir übrigens nicht ganz klar; klar gibt es diese kleinen engen Kappen, aber die verwendet so gut wie keiner, zumindest keiner der noch einigermaßen viele Haare hat...verstehe also das Problem nicht ganz.

Sofern es Literatur geben sollte, interessiert die wohl keinen; jedes Haus hat seine Gesetze, daran ändert auch die beste Evidenz nichts.

Coxy-Baby
02.02.2012, 21:24
Also ich trage so möglich schiffchen, auf alle fälle so ne kleine kappe bei der die ohren nicht bedeckt sind... Bei uns stehen eigentlich immer verschiedene OpHauben zur Auswahl, ansonsten ohrringe, brille, ketten OK, ringe und gemachte fingernägel eher nicht....

loxi
02.02.2012, 21:33
Sofern es Literatur geben sollte, interessiert die wohl keinen; jedes Haus hat seine Gesetze, daran ändert auch die beste Evidenz nichts.

Kennt denn da jemand tatsächliche Evidenzen dazu, also nicht nur was die Ohren betrifft, sondern z.B. auch was bringts, das Hemd in die Hose zu stecken, wie dicht muss der Mundschutz sitzen und wie wichtig ist das ganze, wenn man weiter vom OP Gebiet weg ist (Anästhesie, Schleusenpersonal).

WackenDoc
02.02.2012, 21:40
Hab ich vor ewigen Zeiten mal in ner Fachzeitschrift gelesen (Der Chirurg oder so), dass vieles, was wir in unseren OPs an Zinober veranstalten, völlig unnötig ist.
Anästhesisten müssten eigentlich gar keinen Mundschutz tragen. Was übrigens sehr viel zur Keimminderung beitragen würde, ist wenig zu sprechen und sich wenig zu bewegen.

Gibt für mich keinen erkennbaren Grund, warum Ohren bedeckt sein sollten (Wobei- kommt auf de Behaarung der Ohren an :-))
Mit den Ohrringen und Ketten könnte ein Grund sein, dass die von den Ohren üblicherweise nicht abfallen/in´s OP-Gebiet reinfallen. Bei kleiner Größe bleiben die auch nirgendwo hängen.
Im Gegensatz zu Ketten.

flavour
02.02.2012, 22:51
Ich fand immer, dass die Hygienebestimmungen in deutschen OPs in keinem Verhältnis zu oft fragwürdigen hygienischen Verhältnissen auf Station stehen.
In den USA fand ich es im OP etwas entspannter, dafür war die Pflege auf der Station viel besser, gerade auch Verbandswechsel etc. wurden nach genauen Vorgaben mit ausreichend Materialien durchgeführt. Hier muss man ja oft Behelfsmethoden anwenden, irgendwas fehlt immer und holen will es auch niemand, falls es überhaupt vorrätig ist.
Ohren bedecken macht für mich keinen Sinn. Bei vielen Chefs ist ja nicht einmal die Nase bedeckt teilweise.

epeline
02.02.2012, 23:57
Ich fand immer, dass die Hygienebestimmungen in deutschen OPs in keinem Verhältnis zu oft fragwürdigen hygienischen Verhältnissen auf Station stehen.
In den USA fand ich es im OP etwas entspannter, dafür war die Pflege auf der Station viel besser, gerade auch Verbandswechsel etc. wurden nach genauen Vorgaben mit ausreichend Materialien durchgeführt. Hier muss man ja oft Behelfsmethoden anwenden, irgendwas fehlt immer und holen will es auch niemand, falls es überhaupt vorrätig ist.
Ohren bedecken macht für mich keinen Sinn. Bei vielen Chefs ist ja nicht einmal die Nase bedeckt teilweise.

hab ich im ausland genauso erlebt
im op entspannter....
auf station strenger
naja, also, wenns was gab zum streng sein ^^ dafür waren da die mrsa-kittel kurzärmlig ^^

god0t
03.02.2012, 07:39
In den USA war es mir im OP ein bisschen zu entspannt. Straßenschuhe? Trotz Haube ein Unding. Ständig wurden Rucksäcke mit in den OP genommen. Nicht so meins, aber wahrscheinlich auch nur ein negatives Beispiel. Die Richtlinien auf deutschen Stationen sollten auf jeden Fall angezogen werden. Was da teilweise vor sich geht, ist mehr als fragwürdig!

Kackbratze
03.02.2012, 07:43
Womit wir den Bogen zu der Diskussion: "mehr Personal pro Patient = bessere Hygiene/Pflege/Versorgung" schlagen können.

epeline
03.02.2012, 11:50
In den USA war es mir im OP ein bisschen zu entspannt. Straßenschuhe? Trotz Haube ein Unding. Ständig wurden Rucksäcke mit in den OP genommen. Nicht so meins, aber wahrscheinlich auch nur ein negatives Beispiel. Die Richtlinien auf deutschen Stationen sollten auf jeden Fall angezogen werden. Was da teilweise vor sich geht, ist mehr als fragwürdig!

war in AUS auch so.... oder es gab diese lustigen überschuhe, mit denen dann aber trotzdem eh überall im haus rumgelatscht wurde, ebenso wie mit der bereichskleidung....
zu den schuhe wurde mir allerdings gesagt, es gäbe studien, die da wohl zeigen, dass es kaum unterschied macht, ob man diese überschuhe, die op-crogs oder normale straßenschuhe tragen würde. nachgeprüft hab ich diese behauptung jetzt aber nicht.

viel unmöglicher fand ich, dass ständig unsterile menschen quasi nur 3cm abstand zum op feld gehalten haben, und den operateuren quasi au der schulter klebten, wärend die anästhesie mit nem kaffee und nem fröhlichen "hi, how's it going?" reingelatscht kam...

Grombühlerin
03.02.2012, 18:43
Müssen die Ohren im OP bedeckt sein? ".

Hängt davon ab, ob sie sauber sind....

wjsl
04.02.2012, 23:31
Ich hab mir wirklich schonmal Gedanken gemacht, ob man den Patienten während einer OP nicht in so einen "brutkastenartigen" Kasten legen könnte, nur mit Löchern, über die Hände und Instrumente eingeführt werden können. Bei offenen OPs wäre das wohl nichts, aber bei allem Laparoskopischem dürfte das doch theoretisch irgendwann machbar sein, oder? Man könnte Keimfilter einbauen, und somit zwei getrennte Systeme schaffen, so dass es auch egal wäre wie steril der Saal drumherum ist.

Außerdem sind meines Wissens nach ein Großteil der Infektionen sowieso endogen. Viel wichtiger wäre es wohl, für ein starkes Immunsystem zu sorgen; wofür es halt leider nicht wirklich Mittel gibt.

Was ich fast noch kritischer finde als die Angst um Infektionen und Sterilität ist die Tatsache, dass manche teilweise wirklich praktisch den ganzen Tag durchoperieren, ohne Pause, oft sogar noch, nachdem sie die Nacht zuvor auch schon operierten. Ich würde mich von so jemandem zumindest nicht mehr operieren lassen wollen...

Kackbratze
05.02.2012, 00:52
StarTrek, Infektiologisches Halbwissen und ein bischen Chirurgenbashing.

Bringt die Diskussion irgendwie nicht weiter und beantwortet die Eingangsfrage weiterhin nicht.

Bille11
05.02.2012, 09:44
Ich hab mir wirklich schonmal Gedanken gemacht, ob man den Patienten während einer OP nicht in so einen "brutkastenartigen" Kasten legen könnte, nur mit Löchern, über die Hände und Instrumente eingeführt werden können. Bei offenen OPs wäre das wohl nichts, aber bei allem Laparoskopischem dürfte das doch theoretisch irgendwann machbar sein, oder? Man könnte Keimfilter einbauen, und somit zwei getrennte Systeme schaffen, so dass es auch egal wäre wie steril der Saal drumherum ist.

....

so hat man die ersten (narkotisierten) ops in preussen/kaiserlich österreich in der tat durchgeführt (zum zwecke der beatmung).

Medimatze
05.02.2012, 17:17
Die Frage war ja nach Daten hierzu. Ich trage seit Jahren nur eine kleine Haube (bedeckt alle Haare), aber ich ziehe mir diese nicht über die Ohren. Zudem habe ich eine Halskette mit Ring dran, weil der mir mal abhanden gekommen ist. Als ich in einem neuen KH angefangen hatte, wurde mir gesagt dass die Ohren bedeckt sein müssten (hat ne Schwester mit Ohrringen gesagt, bei der die Ohrlääpchen sichtbar waren) und eine Kette gehe garnicht. :-nix

Ich fragte sie wo das denn steht. "ist schon immer so". Also hab ich den Hygienebeauftragten gefragt, der wußte das mit den Ohren auch nicht so genau, Ohrringe ja, Kette nein. (mein Chef hat übrigens seinen Schlüssel mit breitem Anhänger um den Hals hängen). Die Anästhesie läuft mit Uhren und ohne Mundschutz rum...

Finde aber nichts Handfestes in der Literatur...

wjsl
05.02.2012, 21:20
Im PJ hat jeder seinen Schmuck weitergetragen, vom Ehering über die Kette bis hin zur Uhr. Hat keinen großartig interessiert.

Allerdings gibt es auch genug andere Keimfänger; oder wie oft werden bei euch die OP Leuchten geputzt? Oder die herumstehenden Wägen? Meist wird doch nur schnell ein Alibi-Wisch über den Boden veranstaltet...

Kackbratze
05.02.2012, 21:24
Im PJ hat jeder seinen Schmuck weitergetragen, vom Ehering über die Kette bis hin zur Uhr. Hat keinen großartig interessiert.

In der Klinik, in der Du warst.
Bei uns wäre das nicht so durchgegangen, eher "daneben"...

Traumjaegerin
05.02.2012, 23:00
Steril am Tisch mit Ring und Uhr? Äh, klar doch.

Anästhesisten seh ich im OP aber häufiger mit Ehering...

Gegen eine lange Kette, die sicher (!) im Ausschnitt verstaut ist, ist aber hygienetechnisch doch eigentlich nichts einzuwenden, oder? Ich finde Ohrringe da viel gefährlicher, ich verliere gerne mal einfach so einen.

Wie ist das eigentlich mit Kontaktlinsen? Nur so interessehalber, tragen tu ich keine.