Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf dem Weg zur Habil - Erfahrungsaustausch
@eXiland: Wie ist es den bei euch mit den Anforderungen?
Man braucht 14 Punkte . Standardjournal (Top 80-40%) 1 Punkt, Top Journal (Top 20%) 2 Punkte.
Davon mindestens 2 Publikationen als Erst- oder Letztautor in Top Journalen und mindestens 9 Punkte als Erstautor.
keine case reports etc.
Dann nochmal 8 Punkte für Lehre nach einem ähnlichem Schema.
Also durchaus nicht ohne
Mondschein
05.03.2012, 19:54
Um den frisch-ausgekoppelten Thread mal ein bisschen am Leben zu erhalten ;):
In welchem FA-Jahr seid ihr denn so? Habt ihr schon mal zum Forschen pausiert? Wie lang plant ihr ungefährt für FA-Weiterbildung und Habil ein?
Bei mir lässt sich das alles noch gar nicht abschätzen, fang ja quasi grad erst an, aber wenn ich mir die Situation erfahrerener Kollegen bei uns in der Klinik anschau, wird das schon seine Zeit dauern.
Um den frisch-ausgekoppelten Thread mal ein bisschen am Leben zu erhalten ;):
In welchem FA-Jahr seid ihr denn so? Habt ihr schon mal zum Forschen pausiert? Wie lang plant ihr ungefährt für FA-Weiterbildung und Habil ein?
Bei mir lässt sich das alles noch gar nicht abschätzen, fang ja quasi grad erst an, aber wenn ich mir die Situation erfahrerener Kollegen bei uns in der Klinik anschau, wird das schon seine Zeit dauern.
Ich fange auch gerade erst an. Für mich gilt: So schnell wie möglich und so lang wie nötig. Ich möchte mich schon engagieren, allerdings auch das Leben nicht komplett vernachlässigen. Ich kenne Leute, die haben ihre Habil direkt nach dem Facharzt abgegeben, weil sie zum einen fleißig waren und zum anderen gefördert wurden. Andere haben hingegen 12 Jahre benötigt. Ich denke es ist wichtig, dass Du auf dem Weg immer möglichst zufrieden bist und das beste aus Dir herausholen kannst. Lieber glücklich in 10 Jahren zur Habil als ausgebrannt nach 6 Jahren.
Über "Forschungspausen" habe ich Gutes und Schlechtes gehört. Eine Person ist nach einem halben Jahr wieder in den Klinikalltag eingestiegen, weil sich nichts ergeben hat, eine andere Person hat ein komplettes Jahr in der "Forschung" verbracht und dabei mehrere Publikationen vollendet. Auch hier: Es liegt an Dir (Fleiß, Ideen) und natürlich an Deinen Förderern. Und, was man von allen Seiten hört, es gehört eine große Portion Glück dazu.
Viele Wege führen nach Rom. :) Es sind alles nur Erfahrungsberichte, die mir in verschiedenen Gesprächen mitgeteilt wurden. Inwiefern davon alles 100% der Realität entspricht, kann ich nicht sagen. Vielleicht sollte man's alles auch eher als Tendenz sehen, weil es eben aus "Zweiter Hand" kommt.
FirebirdUSA
06.03.2012, 22:17
Man braucht 14 Punkte . Standardjournal (Top 80-40%) 1 Punkt, Top Journal (Top 20%) 2 Punkte.
Davon mindestens 2 Publikationen als Erst- oder Letztautor in Top Journalen und mindestens 9 Punkte als Erstautor.
keine case reports etc.
Dann nochmal 8 Punkte für Lehre nach einem ähnlichem Schema.
Also durchaus nicht ohne
Die Punkte hätte ich schneller wie meine 10 Erst-/Letztautorenschaften + 5 Co-Autorenschaften. Im großen und ganzen hört es sich aber auch nach einem guten Stück arbeit an. Lehre: Wir müssen so einen Didaktikkurs nachweisen und mindestens drei Lehrveranstaltungen die von Studenten positiv bewertet wurden. Drittmittel sind zwar nicht explitzit gefordert, ohne kann es aber je nach Laune der Habilkommission auch schwierig werden.
Ich bin jetzt im 4. Jahr an der Uni, da ich am Anfang aber nur 50% gearbeitet habe erst im 3. WBJ, ich habe das erste Jahr nur Forschung gemacht, anschließend 40% Forschung/60% Klinik für 1 weiteres Jahr.
Die Punkte hätte ich schneller wie meine 10 Erst-/Letztautorenschaften + 5 Co-Autorenschaften.
Ich bin jetzt im 4. Jahr an der Uni, da ich am Anfang aber nur 50% gearbeitet habe erst im 3. WBJ, ich habe das erste Jahr nur Forschung gemacht, anschließend 40% Forschung/60% Klinik für 1 weiteres Jahr.
Mit Sicherheit, weil das ja schon Minimum 15 Punkte sind. Allerdings hab ich eh die 14 Impactpunkte deiner Frau gemeint.
Wie viel von dem konntest dun schon abhaken in deinen 3+x Jahren?
glg
PS: bin selber erst ab Herbst als Assi dabei
Hallo,
ich würde, wenn man die Habil plant von Anfang an loslegen, sprich als erstes die Habilordnung lesen und sich danach richten, was man macht und sich ein Umfeld suchen, das das ganze ermöglicht.
Bei uns sind für die kumulative Habil 7 Erst/Letztautor Originalarbeiten notwendig, 4 Semester Lehre, Medizindidaktikkurse (200 Stunden oder so) und Facharzt fürs klinische Fach.
Shared authorship finde ich sehr sinnvoll, da ich eine geteilte hochrangige Publikation wesentlich sinnvoller und erfolgversprechender finde als mehrere kleine und das passiert, wenn man gesharte Arbeiten nicht zulassen würde. Auch bei Drittmittelanträgen bringt einem eine gesharte hochrangige Arbeit mehr als eine "ganz eigene" nicht so hochrangige.
Case reports würde ich nicht in den Vordergrund stellen aber sind ganz nett um die Publikationsliste zu verlängern und auch den Eindruck zu vermitteln klinisch etwas zu machen. Kommt sicher aber auch immer aufs Fach an.
und auch den Eindruck zu vermitteln klinisch etwas zu machen.
:-))
Mannmannmann, und sowas wird dann mal Chefarzt :-oopss
Naja so wie du das verstanden hast, war das nicht gemeint. Ich wollte damit nicht sagen, dass man keine Klinik macht oder kann. Aber man muß ja irgendwie bei einer späteren Bewerbung auch zeigen, dass man in der Klinik besonders gut ist, Forschung alleine reicht ja nicht.
Aber in Fächern in denen viel exerimentell gemacht wird, hat das natürlich mit der Klinik nicht so viel zu tun, wie wenn ich als Operateur Studien über bestimmte Krankheitsbilder und Operationen mache. Insofern ist es in Fächern in denen man experimentelle Forschung im Vordergrund macht, schwierig den Eindruck zu vermitteln durch die Publikationen, dass man klinisch auch gut ist (den Facharzt hat ja jeder inkl. dem NIedergelassenen), den Eindruck vermittelt man aber schon etwas, wenn man ein paar Case reports zu seltenen Krankheitsbildern oder eben kleine Studien macht.
In meinem Fach ist es aber meiner Erfahrung nach auf gar keinen Fall so, dass diejenigen, die auch viel Grundlagenforschung gemacht haben, schlechte Kliniker sind, eher ganz im Gegenteil.
War ja auch nicht ganz ernst gemeint. Mein Doktorvater war ja auch sowohl ein guter Forscher als auch ein sehr guter Kliniker. Manche haben's halt drauf.
Die sind es dann wohl auch, die schon nach wenigen Jahren einreichen; wahrscheinlich hängt das "Ausbrennen" weniger von der Geschwindigkeit als vielmehr der Begeisterung und auch den Bedingungen ab.
Ob es allerdings überhaupt eine Konstallation gibt, bei der man sich mit solchen Plänen großartig viel Freizeit erwarten darf ist wohl sehr fraglich...jede Habilitatsordnung zu lesen und sich dementsprechend zu bewerben halte ich dagegen für etwas unrealistisch, da man an seinem Wunschort ja auch erstmal genommen werden muss.
Habt ihr denn eine ausreichend gute Stelle für eure Pläne bekommen(vor allem die, die jetzt auch erst anfangen wollen)?
Hallo,
ich hoffe du hast mich nicht missverstanden. Ich habe nicht gemeint, dass man sich seine Uni nach der Habilordnung aussuchen soll. Das wäre sicher quatsch. Sondern man sollte, wenn man an einer Stelle ist bei der man das Ziel verfolgen will und kann, sich primär in seiner konreten Planung nach der Habilordnung richten.
Bei der Bewerbung merkt man aber grundsätzlich recht schnell, wo es sinnvoll möglich ist und wo nicht. Wird die Möglichkeit der Freistellung von vornherein ausgeschlossen oder vom Chef selbst angeboten, wird Unterstützung angeboten oder werden direkt eigene Mittel erwartet. Solch unterschiedlichen Vorstellungen habe ich im Vorstellungsgespräch erlebt. Die richtige Wahl der Stelle ist also meiner MEinung nach ganz essenziell. Da es ohne richtige Unterstützung und Rahmenbedingungen schnell frustrierend werden kann.
Das mag alles stimmen; das Problem ist nur, dass auch nicht überall eine gute Stelle frei ist, und man vielleicht froh sein muss, überhaupt an einem größeren Haus was zu bekommen. Es spricht für dich, dass dir das gelang, aber das trifft eben auch nicht für jeden zu. Ich werde schon froh sein, wenn ich überhaupt an irgendeiner Uniklinik was finden werde. Ist aber wohl auch vom Fach abhängig, oder davon, wie begehrt es zu einem gegebenen Zeitpunkt ist.
Das mag alles stimmen; das Problem ist nur, dass auch nicht überall eine gute Stelle frei ist, und man vielleicht froh sein muss, überhaupt an einem größeren Haus was zu bekommen. Es spricht für dich, dass dir das gelang, aber das trifft eben auch nicht für jeden zu. Ich werde schon froh sein, wenn ich überhaupt an irgendeiner Uniklinik was finden werde. Ist aber wohl auch vom Fach abhängig, oder davon, wie begehrt es zu einem gegebenen Zeitpunkt ist.
wtf...
Welches Fach willst du denn machen? Pädiatrie? Örtlich flexibel sollte man nach Möglichkeit natürlich sein, ich habe mich zumindest quer durch Deutschland beworben.
Wunschfach wäre Neurochirurgie; da sind momentan aber nur an 3 Unis Stellen ausgeschrieben, und von zwei davon wurde mir schon abgeraten, weil die Bedingungen dort so schlecht seien.
Wenn man an eine Uniklinik will, würde ich Initiativbewerbungen auf jeden Fall empfehlen. In meinem Fach gibt es deutschlandweit nur alle paar Monate mal eine ausgeschriebene Stelle. Ich habe mich daher nur initiativ beworben an 9 Unikliniken. Ich würde an deiner Stelle auch nicht auf eine Ausschreibung warten.
Das mag alles stimmen; das Problem ist nur, dass auch nicht überall eine gute Stelle frei ist, und man vielleicht froh sein muss, überhaupt an einem größeren Haus was zu bekommen. Es spricht für dich, dass dir das gelang, aber das trifft eben auch nicht für jeden zu. Ich werde schon froh sein, wenn ich überhaupt an irgendeiner Uniklinik was finden werde. Ist aber wohl auch vom Fach abhängig, oder davon, wie begehrt es zu einem gegebenen Zeitpunkt ist.
Wunschfach wäre Neurochirurgie; da sind momentan aber nur an 3 Unis Stellen ausgeschrieben, und von zwei davon wurde mir schon abgeraten, weil die Bedingungen dort so schlecht seien.
Du sagst im ersten Post, dass man froh sein kann / muss, wenn man in an einem größeren eine Stelle gefunden hat. Entsprechend solltest Du Dich auch "bei den zwei schlechten" Stellen bewerben. Sollte es wirklich schrecklich sein, dann wechselst Du. In den meisten Fällen ist die Arbeit an Unikliniken sowieso anspruchsvoll. Ich behaupte, dass es auch immer drauf ankommt wie man sich gibt und einbringt. Und eine Uniklinik im Lebenslauf liest sich dann eben doch besser als eine kleine Klitsche, auch wenn der universitäre Weg nicht wie früher nur über den "direkten Unieinsteig" führt.
Also: Bewerben und vorstellen. Aus jedem Gespräch lernt man. Würde mich bei einer Auswahl von nur 3 Unis nicht auf Empfehlungen verlassen. Und Initiativbewerbungen an andere Universitäten sind bei Flexibilität natürlich auch nicht verkehrt.
Ist eigentlich einer von Euch im Bereich Orthopädie respektive Unfallchirurgie unterwegs?
Werde dort ja auch trotzdem wohl eine Bewerbung hinschicken, nur ist eben immer ein mulmiges Gefühl im Hintergrund, wenn einem mehrere Leute tunlichst davon abgeraten haben. Aber schiefgehen kann es natürlich überall, das ist schon wahr.
Unfallchirurgie hat mich früher auch mal interessiert, habe dort die DA geschrieben und auch einige Kontakte geknüpft, mir wurde sogar schon Hilfe bei der Beschaffung einer geeigneten Stelle angeboten; aber irgendwie wollte ich es dann doch nicht machen. Letzten Endes erfordert es doch auch immer sehr viel grobe Körperkraft, und da ist man als Frau eben doch im Nachteil. Sicher mag es Ausnahmen geben, aber ich denke dass es nicht umsonst noch immer eher ein Männerfach ist.
Wo würdest du denn am liebsten anfangen?
WackenDoc
13.03.2012, 09:27
Was würdest du denn machen, wenn viele allein schon vom Fach abraten- erst recht, da du ne Frau bist? Würdest du dann das Fach auch nicht machen?
Klar, wenn die Auswahl an Häusern groß wäre, würde ich mich auch nicht für eins mit schlechtem Ruf bewerben. Aber nach deinen Angaben hast die nicht die Auswahl.
Warum bewirbst du dich denn nicht und machst bei Zusage erstmal ne Hospitation?
Wenn du dich nicht bewirbst, wirst du auch keine Stelle bekommen.
Hast du dich denn entschieden, ob du nach dem Examen erstmal ne Pause oder direkt anfangen willst?
Direkt anfangen; Bewerbungen sind fertig, bis auf die Unterlagen, die noch beim LPA liegen und die sie erst Ende des Monats wieder zurückschicken.
Wie groß die Chancen sind kann ich so nicht sagen, ich weiß nur, dass es nur ein paar Ausschreibungen gibt. Aber keine Ausschreibung heißt ja auch angeblich nicht automatisch keine Chance.
Versteh das mit den Frauen nicht falsch; es gibt sicherlich gute Unfallchirurginnen, aber prinzipiell ist es eben nicht für Frauen prädestiniert. Es gibt Seiten an dem Fach, die einfach eine bestimmte Veranlagung erfordern, von der ich zu behaupten wage, dass sie zwar nicht nur, aber eben deutlich häufiger, bei Männern zu finden sei. Und wenn man kein gutes Gefühl dabei hat sollte man das wohl auch nicht ganz ignorieren.
Aber das geht jetzt wieder ziemlich off topic, deshalb Schluss damit...
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