Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auf dem Weg zur Habil - Erfahrungsaustausch
WackenDoc
14.03.2012, 09:07
Und du meinst echt, dass in der NCH so grundlegend andere Fähigkeiten gefordert sind als in der UCH?
Ich denke ich weiss wovon ich spreche wenn ich sag, dass es Berufszweige gibt, die nur für ganz spezielle Frauen geeignet sind.
Selbst bei meinem anderen Beuf gibt es sehr viele Männer,die der Meinung sind, dass Frauen da nichts zu suchen haben (inzwischen werden das auch weniger)- und da sind je nach Verwendung ganz andere Voraussetzungen gefragt als in der Unfallchirurgie.
Genauso könntest du sagen, dass man als Frau nicht in den Rettungsdienst sollte.
Und du meinst echt, dass in der NCH so grundlegend andere Fähigkeiten gefordert sind als in der UCH?
Unbedingt. Rohkraft is sicher keine Anforderung an einen Neurochirurgen
Wie gesagt, ich denke es geht jetzt etwas sehr off-topic. Wollte nie über Eignung oder Nichteignung diskutieren, das ist Ansichtssache, letzten Endes entscheiden eben doch die Präferenzen. Und das krankhaft politisch Korrekte in Form der absoluten Gleichheit zwischen Mann und Frau war denke ich auch nicht das, was der Rest hier unbedingt diskutieren wollte.
WackenDoc
15.03.2012, 06:25
Dann schreib doch, dass es dir um persönliche Präferenz geht. Du hast doch erst mit dieser ganzen Diskussion angefangen.
Und DU nennst mich ganz sicher nicht krankhaft politisch korrekt!!! Von absoluter Gleichheit zwischen Mann und Frau hab ich übrigens nichts geschrieben.
Aha, wer darf dich dann so nennen? (Abgesehen davon, dass es nicht um dich, sondern deine indirekt kommunizierten Erwartungen ging). Ich halte persönliche Angriffe übrigens für wenig zielführend.
Mondschein
20.03.2012, 19:17
Gut, diese Mann/Frau-welche-Chirurgie-Diskussion ist unnötig, da sind wir uns hoffentlich alle einig und können zum Ausgangsthema zurückkehren...
Bzgl. Bewerbungen: Unbedingt initiativ, es gibt auch an Unikliniken so viel Personalwechsel, dass sich da immer mal was ergibt. Wir schreiben soweit ich weiß nie aus (hab zumindest noch nie eine Anzeige entdeckt) und was nachzubesetzen gibts oft, und seis nur ne Schwangerschaftsvertretung (und in der Regel wird das ja dann schon wieder verlängert, selbst wenn der erste Vertrag vielleicht etwas kürzer ausfällt). Außerdem sollte man sich, wenn man örtlich flexibel ist, ruhig auch ein bisschen umsehen!
Heut war irgendwie ein komischer Tag, hab schräge Ergebnisse rausgefunden, die ich noch nicht einschätzen kann. Naja, Forschung ist halt so :) Aber wird schon irgendwie was rauskommen hoffentlich, das auf und ab kennt man ja jetzt zum Glück schon zur Genüge...
Melon_Man
20.03.2012, 20:08
Unbedingt. Rohkraft is sicher keine Anforderung an einen Neurochirurgen
äh doch ... Neurochirurgie ist nicht nur filigrane Hirnchirurgie sondern ein wichtiger Teil ist die Wirbelsäulenchirurgie und da kann es durchaus mal grober zugehen, besonders z.B. bei Wirbelsäulenstabilisierungen
Was mich nur teilweise stutzig macht ist, wenn die Klinik eine eigene Seite mit Stellenangeboten hat, aber die Abteilung des Wunschfaches nicht ausschreibt; dann braucht man sich wohl auch nicht zu bewerben. Allerdings gibt es auch sehr viele, die auf ihrer Homepage keinen Stellenmarkt haben. Die sind wohl aussichtsreicher.
Statt über Fächer zu diskutieren würde ich lieber ein paar Ortsfragen besprechen: Mir wurde mehrfach schon nahegelegt, dass die Bedingungen im Osten schlechter sein sollen. Kann man das so pauschal sagen? Am Anfang wird man immer ganz unten anfangen und wie man weiterkommt hängt wohl von einem selbst ab; oder wird einem an manchen Orten wirklich tendentiell mehr in den Weg gelegt? Gibt es Läden, von denen man prinzipiell tunlichst Abstand nehmen sollte?
Klar muss man nehmen was man kriegt, aber da man nicht überall eine Bewerbung hinschicken kann, wäre es schon hilfreich, zumindest eine Orientierung zu haben was die lohnenswerteren Adressen sind.
Was mich nur teilweise stutzig macht ist, wenn die Klinik eine eigene Seite mit Stellenangeboten hat, aber die Abteilung des Wunschfaches nicht ausschreibt; dann braucht man sich wohl auch nicht zu bewerben. Allerdings gibt es auch sehr viele, die auf ihrer Homepage keinen Stellenmarkt haben. Die sind wohl aussichtsreicher.
Das ist in meinen Augen Quatsch. Es entscheidet der Klinik- (=Abteilungs-)Chef ob er eine Stelle ausschreibt, da ist es ihm herzlich egal ob irgendein ärztlicher Direktor o.ä. einen Stellenmarkt auf die Homepage des Gesamt-Klinikums stellt.
Statt über Fächer zu diskutieren würde ich lieber ein paar Ortsfragen besprechen: Mir wurde mehrfach schon nahegelegt, dass die Bedingungen im Osten schlechter sein sollen. Kann man das so pauschal sagen? Am Anfang wird man immer ganz unten anfangen und wie man weiterkommt hängt wohl von einem selbst ab; oder wird einem an manchen Orten wirklich tendentiell mehr in den Weg gelegt? Gibt es Läden, von denen man prinzipiell tunlichst Abstand nehmen sollte?
Klar muss man nehmen was man kriegt, aber da man nicht überall eine Bewerbung hinschicken kann, wäre es schon hilfreich, zumindest eine Orientierung zu haben was die lohnenswerteren Adressen sind.
Beziehst du das nun explizit auf die Habil-Frage? Falls nein, denke ich, gibt es genügend andere Threds in denen du diese Themen diskutieren kannst. Falls ja: Wir haben dir schon häufiger gesagt, dass es an allen Orten unterschiedliche Habil-Ordnungen gibt, die aber nicht Grundlage für die Ortswahl sein sollten. Und natürlich gibt es forschungstechnisch angesehenere Orte als andere, das kann man aber mit West / Ost nicht festmachen (sorry, wer das noch 20 Jahre nach Wende behauptet blickt die Realität nicht...) und ist außerdem vornehmlich Fach-abhängig. Wenn du das wirklich als Orts-Kriterium heranziehen willst such nach Sonderforschungsbereichen (SFBs) etc.
Mondschein
20.03.2012, 21:50
@ wjsl: Auch wenn ich der Meinung bin, dass es zum allgemeinen "wo soll ich mich bewerben und wie und wann und warum" einen Haufen andere Threads gibt, in denen du dich austoben könntest (und es ja auch tust):
a) Wir hätten sogar einen Stellenmarkt des Klinikums. Wird für Pflegestellen genutzt und von manchen Abteilungen für Arztstellen, aber längst nicht für alle Abteilungen. Ich wiederhole gebetsmühlenartig: JA, es kann sinnvoll sein, Initiativbewerbungen zu schreiben, es wird auch in den meisten Fällen sinnvoll sein. Es wird immer mal was frei, v.a. direkt nach dem Examen ist man ja in der Regel auch zeitlich etwas flexibel.
b) Die Ortswahl komplett nach der Karriere auszurichten, find ich zwar vielleicht sogar verlockend, aber wenn man nicht einen extrem guten (Insider) Einblick in die in Frage kommenden Kliniken hat, ist das schwierig. Wie es innerhalb der Abteilung läuft, wer wirklich Chancen bekommt, das weiß man alles nicht. Man kann natürlich schauen, wer wie gut und viel publiziert und daraus schließen, was so läuft. Aber wirklich gut beurteilen, ob man in eine Arbeitsgruppe reinpassen würde, kann man nach einem kurzen Vorstellungsgespräch meiner Meinung nach nicht. Insofern: Überleg, wo du dir vorstellen könntest, zu wohnen und zu leben, schau, wo gute Zentren/ interessante Arbeitsgruppen sind, vergiss nicht, auch auf so Sachen wie klinische Arbeit, Arbeitszeiten, Rotationen, Weiterbildung etc. zu schauen. Schau, obs da irgendeine Schnittmenge gibt: Voila, da schickst du zuerst eine Bewerbung hin.
Anders ist es natürlich bei Promotion, wenn man dann dort anfängt und als Assistenzarzt am Thema weiterforscht. Das ist super, weil man weiß, worauf man sich einlässt und ist im Gegensatz zu "Neu-Anfängern" (wie mir) ein guter Startvorteil. Wenn man also wirklich ganz langfristig plant, kann man da schon ruhig die Doktorarbeit mit einbeziehen (das hab ich ehlich gesagt damals unterschätzt, mir war das Fach irgendwann im Verlauf der Suche egal, war ok, aber das richtige Fach (und das stand da schon fest, es gab nur keine guten Promotionsangebote) hätte vieles erleichtert!).
So Sachen wie "vom Osten rate ich ab" halte ich (ohne dass ich je im Osten gearbeitet hab) für ziemlichen Unfug, das kannst du doch nicht ernst meinen? Forschung und Vorankommen unterscheiden sich schon innerhalb von Unikliniken von Abteilung zu Abteilung gravierend und hängen vom Chef, von den Arbeitsstrukturen, den Drittmitteln udn vielen andern Dingen ab. Das kann man sicherlich nicht pauschalisieren, das ist doch alles Quatsch!!
@ THawk: Jetzt haben wir uns überschnitten, irgendwie sagst du das Gleiche viel kürzer und prägnanter :)
Aber schön zu sehen, dass wir uns inhaltlich so vollständig überschneiden :-)
Ist eigentlich einer von Euch im Bereich Ortho / Unfallchirurgie unterwegs?
sodbrennen
20.03.2012, 22:14
Lehre: Wir müssen so einen Didaktikkurs nachweisen und mindestens drei Lehrveranstaltungen die von Studenten positiv bewertet wurden.
Bist du an der TUM? Da gibt's doch so nen speziellen Kurs. Aber die LMUler machen den wohl auch teilweise mit...
Ist eigentlich einer von Euch im Bereich Ortho / Unfallchirurgie unterwegs?
Ne, Pädiatrie...
Ja, die Frage war eher in die Richtung gestellt, welche Orte in Hinblick auf die Karriere am besten wären. Ich wäre prinzipiell deutschlandweit mobil, und hätte nichtmal eine eindeutige Ortspräferenz. Allgemeine Bewerbungsfragen hätte ich hier auch nicht reingestellt.
Denn scheinbar macht der Ort schon einen Unterschied, da jede Uni andere Anforderungen bezüglich notwendiger Veröffentlichungen und sonstiger Leistungsnachweise zu stellen scheint. Hinzu kommt, dass an manchen Orten die Forschung wohl eher im Vordergrund steht als an anderen; kann man das an Renomme und Größe festmachen? Oder ist es bei den großen, bekannten Häusern eher so, dass eher Leute gebraucht werden, die den klinischen Bereich abdecken und den anderen den Rücken für deren Forschung freihalten müssen?
Ich weiß, man kann nicht pauschalisieren, aber besonders direkt nach dem Studium ist man eben unsicher, weil die Erfahrung fehlt. Und gewisse Trends zeichnen sich wohl schon ab. Und das, was in Stellenangeboten, Vorstellungsgesprächen und Hospitationen versprochen wird, ist wohl auch nur bedingt aussagekräftig; letzten Endes weiß man es wohl erst nach einigen Wochen bis Monaten.
Wie seid ihr denn übrigens zu eurem Forschungsthema gekommen? Habt ihr euch an dem Ort, wo ihr eine Stelle bekommen habt, das herausgesucht, was euch am ehesten interessiert hat, oder hattet ihr ein bestimmtes Interesse und euch nur dort beworben, wo ihr spezifisch in dem Bereich forschen konntet?
Ich behaupte, dass sich vieles ergibt. Mehr als Du denkst. Gib den Namen des Chefs bei Pubmed ein, dann siehst Du inwiefern wirklich geforscht wird. Daran kann man sich zumindest ein wenig orientieren.
Die Forschungsthemen werden Dir zu Beginn Deiner Karriere zugeteilt. Du arbeitest Dich ein, beginnst mit den ersten Veröffentlichungen. Dann entwickelst Du ein eigenes Verständnis für Forschung, entwickelst eigene Themen und verfolgst diese dann. Das ist ein normaler Prozess.
Du hast aktuell kein bestimmtes Thema, welches Dich besonders interessiert, daher ist es egal wo Du Dich bewirbst. Sollte sich eine Präferenz entwickeln, kannst Du nach zwei, drei, vier was auch immer Jahren immer noch wechseln und Deine Interessen verfolgen. In vielen Fächern ist es so, dass es egal ist in welchem Themengebiet Du forschst. Am Ende zählt nur das PD vor'm Namen. Ob das überall so ist, vermag ich allerdings nicht zu sagen.
Du fasst es schon richtig zusammen: Man kann sich unendlich viele Gedanken machen, sich umhören und genauestens informieren, aber erstens kommt es sowieso ganz anders und zweitens als man denkt. Jeder wird Dir was anderes erzählen, was anderes empfehlen und zu anderen Stationen raten. Mach Dir ein Bild und entscheide Dich dann und lass Dich von eigenen Eindrücken lenken, nicht von denen der anderen. Ratschläge kannst Du ja mit in Deine Entscheidung einfließen lassen, aber Du solltest Dich nicht zu sehr drauf verlassen - gleiches gilt für das, was Dir bei Hospitationen / Vorstellungsgesprächen erzählt wird. Viel von dem, was Dir erzählt wird, hängt auch von Dir persönlich ab. Wie Du Dich einbringst, wie Du Dich entwickelst. Und natürlich von 2234234234234 Milliarden anderen Faktoren, die Du aber - wie Du selber sagst - erst nach Wochen / Monaten kennenlernen bzw. beurteilen können wirst.
Mondschein
10.04.2012, 22:55
Und, wie läufts bei euch so?
Ich überleg grad, ob ich versuchen soll, mein Forschungsfrei zu verlängern. Tendiere stark zu ja, hab das Gefühl, dass ich durch die Freistellung aktuell schon einiges voranbring, auch wenn jetzt noch keine wundertollen Sachen rausgekommen sind, bissl was solides wirds am Ende schon hoffentlich werden.
Ich behaupte, dass man das so pauschal nicht diskutieren kann. Es gibt sicherlich Fächer, in denen man die Habilitation mit einigem Aufwand auch zusammen mit dem Facharzt geschafft haben kann (in der regulären Zeit). Auf der anderen Seite gibt es Fächer, bei denen selbst ein halbes Jahr "forschungsfrei" nicht ausreicht. Du machst es aber anscheinend ganz richtig: Möglichst viele Steine ins Rollen bringen, damit Du später daran weiterarbeiten (lassen) kannst. Um welches Fach geht es denn?
Mondschein
11.04.2012, 20:02
Innere.
Vor dem Forschungsfrei hab ich eigentlich gar nix zustande gebracht, es wäre sicherlich nachts gegangen, aber tagsüber nicht :) Jetzt hoff ich halt, mich soweit einzurichten, dass ich genug für einen richtigen Antrag zusammenbring, der mir dann eine MTA o.ä. finanzieren könnte. Derzeit pipettier ich so gut wie alles selbst, da würde ich neben der Klinik nicht besonders schnell vorankommen. Aber vollzeit im Labor läufts ganz gut. Naja, mal sehen, aktuell bin ich zufrieden...
Innere.
Vor dem Forschungsfrei hab ich eigentlich gar nix zustande gebracht, es wäre sicherlich nachts gegangen, aber tagsüber nicht :) Jetzt hoff ich halt, mich soweit einzurichten, dass ich genug für einen richtigen Antrag zusammenbring, der mir dann eine MTA o.ä. finanzieren könnte. Derzeit pipettier ich so gut wie alles selbst, da würde ich neben der Klinik nicht besonders schnell vorankommen. Aber vollzeit im Labor läufts ganz gut. Naja, mal sehen, aktuell bin ich zufrieden...
Das freut mich für Dich. Mit diesen Aussagen hast Du Dir Deine Ausgangsfrage doch eigentlich selbst beantwortet. Wenn Du gar nichts auf die Beine stellen konntest und nun soweit bist, dass durch Anträge und Leistung eine zusätzliche Kraft finanziert werden könnte, mit deren Hilfe Du dann mehr Kapazitäten hättest, dann solltest Du Dir die nötige Zeit nehmen, um das in entsprechender Art und Weise auf den Weg bringen zu können. Mit der MTA kommt dann auch vielleicht die Möglichkeit Doktoranden zu betreuen, die ebenfalls ein wenig Arbeit abnehmen etc. Klingt zumindest schonmal nach 'nem Plan, daher solltest Du die Sache mMn nicht aus den Augen verlieren.
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