Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Guter Zeitpunkt zum Auswandern
LasseReinböng
25.05.2012, 11:46
Und das Krankenhaus hat uns fast *angefleht*, wir sollten doch gerne deutsche Ärzte *vorbeischicken* (sehr gerne auch Anästhesisten, die haben da einen bißchen anderen Arbeitsalltag/ Anforderungsbereich btw).
Waren lediglich Fachärzte oder auch Assistenzärzte gemeint ? Manche Ausländer absolvieren ihre Weiterbildung als sog. FFI (faisant fonction d'interne), weil sie über den concours keine offizielle Weiterbildungsstelle bekommen oder sich dem concours nicht gestellt haben. FFI-Stellen sind allerdings sehr schlecht bezahlt.
Und wie sieht der Aufgabenbereich der Anästhesisten dort im Vergleich zu uns aus ?
Nicht überall wird ja das ganze AINS-Spektrum von den Anästhesisten abgedeckt.
LasseReinböng
25.05.2012, 11:53
Dinge, auf die ich bereit bin zu wetten:
[x] Der Chäs hat selbst keine Kinder
[x] Der Chäs hat auch sonst keinen zu versorgen, zum Beispiel pflegebedürftige Eltern, Geschwister oder Lebensgefährten
[ ] Der Chäs hat ein intensives Sozialleben mit vielen Kontakten außerhalb der Arbeit
[x] Der Chäs hält sich selbst für äußerst wichtig und ausgefuchst, weil er/sie Arzt ist
[ ] Der Chäs ist nicht egozentrisch
[x] Der Chäs lebt, um zu arbeiten
[ ] Arbeiten mit dem Chäs is angenehm
[ ] Der Chäs hält alle Menschen für gleich wertvoll
Der Chäs war anscheinend auch noch nie zur Sommerzeit in Schweden. :-love
http://www.youtube.com/watch?v=3yYohRpmQeY
Meridion
27.05.2012, 18:39
genau richtig. Sie bekommt dasselbe Gehalt wie andere und soll gefälligst genau dieselbe Leistung bringen wie ihre Kollegen. Und dieses Gejammer mal wieder ist ziemlich unprofessionell, das interessiert niemanden. Ist ihre Aufgabe Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Und wenn sie familiärer eingestellt ist, hat sie einfach den falschen Job ausgesucht. Desweiteren müssen dann Kollegen ihre Arbeit für sie machen, wenn sie zu lahm ist und das ist unkollegial, denn sie sind auch überlastet.
nee nee, sie hat nen Vertrag abgeschlossen, der sie zum Einhalten einer Kernarbeitszeit, einer monatlichen Stundenzahl und bezahlten Überstunden bei begründet dringlicher, nicht delegierbarer und nicht aufschiebbarer Arbeit (z.B. Notfällen) verpflichtet.
Dazu und zu keinem Handbreit mehr ist sie verpflichtet. Und streng genommen trägt jeder der aus Ar***kriecherei oder Freundlichkeit oder mißverstandenem Pflichtbewusstsein länger bleibt dazu bei, dass das marode System länger als verantwortbar bestehen bleibt.
Die Botschaft muss sein: Wenn ihr wollt, dass Aufnahmen um halb sechs noch über Station und nicht über den Dienst laufen, dann stellt mehr Leute ein.
Charlotte818
09.06.2012, 15:50
Hallo!
Um nach der erhitzten Diskussion auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: ich bin direkt nach dem Staatsexamen nach Schweden gekommen und empfinde das als guten Zeitpunkt. Wie´s weitergeht, ob irgendwann zurück nach Deutschland - mal schaun. :)
Letzendlich habe ich die Auswanderentscheidung getroffen, da mein Mann nach dem Physikstudium für seine Doktorarbeit nach Schweden gegangen ist - die Arbeitsbedingungen in beiden Ländern haben dabei allerdings durchaus eine Rolle gespielt. Und um jetzt auf den moralischen Gesichtspunkt zurückzukommen: als Mediziner wird man häufig mit dem Argument konfrontiert "aber der Staat hat doch die Ausbildung gezahlt, man sollte Ärzte zunächst zur Arbeit in D. verpflichten". Das Argument hat mein Mann als Physiker nie in diesem Maße um die Ohren gehauen bekommen - dabei hat er im Gegensatz zu mir den Bafög-Höchstsatz erhalten und in den Semesterferien ist er gereist statt unbezahlt knappe 1 1/2 Jahre während der Studienzeit im Krankenhaus arbeiten zu müssen, in den Semesterferien und anschließend im Praktischen Jahr.
Und nein, ich sehe nicht, dass ich die Pflicht habe die kommenden Jahre auf Familiengründung, Freundeskreis, Hobbies und meine psychische Gesundheit zu verzichten. Vielmehr stehen die Personalverwaltungen der Kliniken in der Pflicht die Arbeitsschutzbestimmungen zu befolgen, Überstunden ordentlich zu dokumentieren/auszuzahlen/auszugleichen und für genügend Personal zu sorgen, dass die bestehenden Vorschriften auch eingehalten werden können. Dann hätte ich auch keine Probleme damit, in Deutschland zu arbeiten.
Auch hier in Schweden ist nicht alles Gold, was glänzt - ich pendel täglich gut 150km, komme ebenfalls auf einige Überstunden, Dienste müssen abgeleistet werden und die personelle Besetzung ist suboptimal (ländliche kleine Klinik in Südschweden). Auch ist mein Gehalt ähnlich wie in Deutschland, bei durchaus höheren Lebenshaltungskosten. ABER meine Stunden werden dokumentiert und entsprechend vergolten. Und wenn bei uns eines schönen Tages Nachwuchs anstehen sollte, wird sich das ebenfalls mit dem Job vereinbaren lassen.
In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende! :O)
Charlotte
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