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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anästhesie - kleine Sinnkrise



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Kackbratze
05.08.2012, 12:36
Ich persönlich nehme die OP-Abläufe hin, wie sie kommen. Was soll ich bei der Anästhesie drängeln? Ich verbitte mir aus dem gleichen Grund Drängelei durch die Anästhesie.
Die Einleitung ist wie die OP, mal schneller, mal langsamer, hauptsache der Patient ist rechtzeitig bestellt, alles Andere lässt sich nicht zu 100% vorplanen. Jede Abteilung ist abhängig vom Stellenschlüssel, Krankmeldungen, etc., warum soll ich da weiteres Öl ins Feuer giessen. Schlecht geplante OP-Programme kommen durch die Chirurgie, die Anästhesie ist als "Dienstleister" bloss ausführendes Organ und zumindest dabei nicht für schlechte Planung verantwortlich.

Ich persönlich habe Respekt vor den Kollegen auf der anderen Seite des Tuches, sofern sie professionell und interdisziplinäre arbeiten (der Klassiker: Respekt muss man sich verdienen) und ich merke immer wieder, dass ein Miteinander schwierige Situationen einfach leichter macht, sei es, dass wir oder die Anästhesie gerade einen hakeligen Teil haben und der Eine auf den Anderen Rücksicht nehmen muss.
Ich bedanke mich gerne bei den Anästhesisten, ich rede und flachse gerne mit den Anästhesisten und vorallem, ich selber lege Wert auf interdiziplinäre Zusammenarbeit.
Ohne Anästhesie keine OP. Ohne Chirurgen keine OP.
OP ist wie Ehe, bzw. wie Sex. Es sind immer 2 dran beteiligt und wenn sich einer keine Mühe gibt, hat der Andere auch keinen Spass.

:-meinung

Meuli
05.08.2012, 12:48
:-top :-top :-top Danke, das nenn ich mal ne Super Einstellung!!!!

ehemalige Userin 24092013
05.08.2012, 12:55
Bitte mehr von solch Unärzten!!!

loxi
05.08.2012, 13:50
Um Mal wieder auf den anderen Teil der Frage zu kommen:

Klar bekommt so nen ASA I Lama Narkose auch eine Pflegekraft hin und generell kann man ja auch viele Handwerkliche Tätigkeiten in der Anästhesie mit oder ohne Studium genauso gut erlernen. Aber gerade die Zeit am Anfang mit vielen solchen Narkosen solltest Du nicht unbedingt als akademische Herausforderung sehen, sondern vor allem dazu nutzen, eben die manuellen Fähigkeiten auszubauen und Routine im Umgang mit Beatmung und den sonstigen Gerätschaften zu bekommen.

Es kommen sicher noch genügend Patienten, wo man sich dann schon mehr Gedanken über Pharma/Physio etc. machen muss, aber auch die ASA I Patienten kann man schon dazu nutzen, die individuellen Wirkungen der eingesetzten Pharmaka zu beobachten und zu verstehen.

Im Übrigen wird auch auf jeder Station ne erfahrene Pflegekraft recht genau wissen, welches Medikament bei welcher Erkrankung und in welcher Dosierung angewendet werden sollte oder welche Untersuchung man noch durchführen kann und den unwissenden Jungarzt auch darauf hinweisen, es ist also sicher kein Anästhesiespezifischen Problem.

Es wird dir aber auch auffallen, dass viele Pflegekräfte zwar wissen, dass man das jetzt macht (weil sie es halt schon 500 Mal so gesehen haben) aber nicht jeder unbedingt warum, wo wir spätestens an der Stelle wären, dass es eben dann doch hier jemanden braucht, der das weiß oder evtl. auch weiß, warum man dass mittlerweile nicht mehr macht...

altervogel
05.08.2012, 13:57
Ich persönlich nehme die OP-Abläufe hin, wie sie kommen. Was soll ich bei der Anästhesie drängeln? Ich verbitte mir aus dem gleichen Grund Drängelei durch die Anästhesie.
Die Einleitung ist wie die OP, mal schneller, mal langsamer, hauptsache der Patient ist rechtzeitig bestellt, alles Andere lässt sich nicht zu 100% vorplanen. Jede Abteilung ist abhängig vom Stellenschlüssel, Krankmeldungen, etc., warum soll ich da weiteres Öl ins Feuer giessen. Schlecht geplante OP-Programme kommen durch die Chirurgie, die Anästhesie ist als "Dienstleister" bloss ausführendes Organ und zumindest dabei nicht für schlechte Planung verantwortlich.

Ich persönlich habe Respekt vor den Kollegen auf der anderen Seite des Tuches, sofern sie professionell und interdisziplinäre arbeiten (der Klassiker: Respekt muss man sich verdienen) und ich merke immer wieder, dass ein Miteinander schwierige Situationen einfach leichter macht, sei es, dass wir oder die Anästhesie gerade einen hakeligen Teil haben und der Eine auf den Anderen Rücksicht nehmen muss.
Ich bedanke mich gerne bei den Anästhesisten, ich rede und flachse gerne mit den Anästhesisten und vorallem, ich selber lege Wert auf interdiziplinäre Zusammenarbeit.
Ohne Anästhesie keine OP. Ohne Chirurgen keine OP.
OP ist wie Ehe, bzw. wie Sex. Es sind immer 2 dran beteiligt und wenn sich einer keine Mühe gibt, hat der Andere auch keinen Spass.

:-meinung

*gefaelltmir*:-love

Meuli
05.08.2012, 13:59
Bitte mehr von solch Unärzten!!!

:-dafür !!!! :-love
da könnten sich so manche bei uns ne Scheibe abschneiden ... :-?

Lava
05.08.2012, 15:42
Klar ist nicht DER Anästhesist schuld. Aber gibt durchaus Planungsfehler, die zu Verzögerungen führen und einfach nicht sein müssen. Wenn als erster Punkt des Tages ne Knie-TEP drauf steht und ein Anästhesist im Saal ist, der noch nie einen Ischiadicus Katheter gemacht (oder auch nur gesehen!) hat und auf den Chef warten muss, damit der hilft, und somit locker eine halbe bis Dreiviertelstunde einfach mal im Sand versickert ohne dass irgendjemand irgendwas tut ist das ärgerlich. OK, mittlerweile stört es mich nicht mehr so, weil ich an meinem OP Tag tatsächlich nur im OP bin und dann eben ne ausgedehnte Kaffeepause mache, aber früher hätte mich das rasend gemacht, weil in der Zeit locker zwei Entlassbriefe geschrieben hätte.

Versteht mich nicht falsch, ich stimme Kackbratze absolut zu, aber die Anästhesie besteht nicht nur aus Unschuldslämmern, während die Chirurgen die Bösen sind, die immer nur meckern und keine Wertschätzung kennen. :-meinung Zumindest gilt das für meine Abteilung. Die Allgemeinchirurgen hier im Haus sind wieder ne ganz andere Nummer.

Kackbratze
05.08.2012, 16:03
Klar, wenn man auf einen Schmerzkatheter, etc warten muss, nervt das, ABER soll ich den zuständigen Berufsanfänger dafür anpampen? Ich wurde auchnicht für einen langsamen Anfängereingriff gleich angepamt.
Wenn ein gestandener Anästhesist so die OP-Zeiten gezielt verlängert, damit er pünktlich nach Hause kann ( ja, so einen Kollegen haben wir auch..), dann bewerte ich das und sehe zu, dass ich dem Kollegen auf andeem Weg den Zahn ziehe.
Pampen, drängeln oder motzen hat da eh keinen Sinn, wenn sowas mit Vorsatz passiert.

Sebastian1
05.08.2012, 20:17
Lava, natürlich gibt es solche Situationen, und natürlich ist so etwas vermeidbar. Das dann aber, indem die Koordination den OP-Plan umstellt, denn jemanden mit mehr als "Schnorchel rein" an den Anfang zu setzen, wenn es anders geht, ist eh ungeschickt. Und wenn ich 'ne Knie-TEP an erste Stelle setze, die Femoralis- und Ischiadikuskatheter bekommt, dann ist das selbst dann nicht geschickt, wenn ich davon ausgehe, dass das ein Erfahrener macht. Geschickt ist, vor komplexerer Vorbereitung einen anderen Punkt auf dem OP-Plan zu haben, damit genug Zeit ist, Nummer 2 überlappend mit Untertützung durch einen erfahrenen (Ober)arzt einzuleiten.
Und wenn das mal nicht klappt - okay, ärgerlich. Aber genauso wie jeder Chirurgenassi sich freut, wenn er mehr darf als nur Haken zu halten (und das dann natürlich nicht so schnell geht wie beim erfahrenen Operateur), freut sich auch der Anästhesieassi, wenn er mal mehr darf als nur die LaMa zu schieben. Und das Eine wie Andere das bedarf nunmal einiger Übung, bis es halbwegs routiniert von der Hand geht.
Und ich weiss auch nicht, was das gestresse soll...jeder von uns hat zwei Hände und kann nur an einem Ort gleichzeitig sein. Auf die organisatorischen Abläufe hat man als Assistent in einigen Belangen nur sehr bedingt Einfluss, auf die der anderen Fachabteilungen eh gar nicht, also muss man es ohnehin so nehmen, wie es kommt.
Zu glauben, die eigene Fachabteilung sei die Einzige, welche seine Organisation im Griff hat während um einen herum nur Idioten arbeiten, ist meist nicht sehr zutreffend. Und so bleibt, was hier schon so vielfach gesagt wurde: auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit kommt es an. Sprechenden Menschen kann geholfen werden.

Kackbratze
05.08.2012, 21:28
Sprechenden Menschen kann geholfen werden.

Ich bevorzuge meine Schweigend, während ich meine Arbeit verrichte...

Sebastian1
05.08.2012, 21:54
Da gibt es was von Ratiopharm...

Keenacat
08.08.2012, 18:41
Bratze, wie immer nur der hier:
:-love

Miss
08.08.2012, 19:36
Wenn die Kapazitäten nicht da sind, um zu überlappen, liegt das aber am Stellenschlüssel, und nicht an der Anästhesie. Und ich würde mich als Patient bedanken, wenn mir jemand für's KTS aus organisatorischen Gründen was anderes als einen Plexus anbieten würde. Es dauert, so lange es dauert, und das nicht nur auf operativer Seite. Kein Mensch meckert, wenn der verwachsene Bauch halt nicht 2, sondern 4 Stunden dauert etc.
Und wenn dann das Programm nach hinten überläuft - Pech gehabt. In meinem Arbeitsvertrag stehen 40h/Woche, und ich werde den Teufel tun, regelhaft länger zu bleiben, um elektive Punkte abzuarbeiten. Notfälle - gern, jederzeit. Die OP dauert länger und keine Ablösung bereit, pünktlich zu übernehmen? Klar, kommt vor, kein Problem. OP-Programm ist schon vorher unschaffbar geplant? Not my problem.
Und was mich unsagbar nervt, ist, wenn in der Einleitung schon Leute zum drängeln kommen, oder rein- und rausrennen, um irgendwas zu holen, und genauso nervt es, wenn die Ausleitungsphase (insbesondere bei Kindern, da ist das nämlich nicht nur nervig, sondern gefährlich) nicht in Ruhe gemacht werden kann, weil irgendjemand meint, da irgendwas zu tun zu haben. Das ist genauso störend und respektlos, als würde ich während der OP unsterile Sachen in den Situs werfen.
Das sehe ich ganz ähnlich :-)

Irgendwie nicht mein Problem, wenn das Programm hoffnungslos überplant ist :-nix
Wenn mal was länger dauert, kein Problem, wenns einen Notfall gibt, kein Problem. Wenn man immer verarscht wird von manchen fachfremden Kollegen, die immer länger für ihre Eingriffe brauchen, aber trotzdem als letzten Programmpunkt einen Endloseingriff planen, tja, dann halten die uns doch für dümmer, als wir sind :-nix
Ich bin ja persönlich nicht allein dafür verantwortlich, daß der Laden läuft :-meinung Ich mach meinen Teil, aber aufgrund von Fehlplanungen immer Überstunden zu machen, seh ich nicht ein.

Tja, und *Danke* sagen muß ja nicht immer, aber manchmal ist das schon nett bzw. Respekt kann sich auch anders zeigen. Und dass das geht, seh ich schon :-)

Hoppla-Daisy
08.08.2012, 20:24
WENN ich mal was machen darf (bzw. eher durfte.... *grummel*) im OP, hab ich mich immer brav bei der Anästhesie für ihre Geduld bedankt. Ich BIN nun mal (noch) langsamer. Sollte ich irgendwann mal schneller und eben nicht mehr der verzögernde Faktor sein, brech ich mir allerdings auch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich mich dann bei der Anästhesie für gute OP-Bedingungen bedanke. Man kann sich auch für vermeintliche Selbstverständlichkeiten bedanken ;-).

Und nur weil ein Tuch zwischen beiden Parteien ist, heißt das ja nicht, dass man nicht miteinander sprechen kann (oder auch mal rumflachsen). Ich BEVORZUGE das sogar, weil ich es als sehr entspannend empfinde (wenn es der OP-Verlauf gerade zulässt, heißt das).

ehemalige Userin 24092013
09.08.2012, 08:13
Och das Tuch eignet sich eigentlich ganz grossartig fürs Kaspertheaterspiel mit aufgeblasenen und bemalten Handschuhen....natürlich nur wenns OP- und Narkoseverlauf es grad erlauben.;-)

altervogel
09.08.2012, 17:06
Etwa so in der Art? :-))
http://www.rippenspreizer.de/4images/details.php?image_id=31

Heute während ner offenen Prostata hat der Uro-CA mit seiner 1. Assistenz auch rumgekaspert, und sie, mit Seitenblick auf mich gefragt, ob man "fehlend" mit oder ohne h und "Relaxierung" mit x schreibt, nur "damit er das dann nachher so in den OP-Bericht diktieren" könne. Aber alles in einem sehr spaßigen Ton, so dass ich auch drüber lachen konnte, und bedankt hat er sich hinterher auch, kann so schlimm also net gewesen sein :-))

Miss
09.08.2012, 17:09
Oder so :-D
eins meiner Lieblings-RS-Bilder:

http://www.google.de/imgres?hl=de&client=firefox-a&hs=XWW&sa=X&rls=org.mozilla:de:official&biw=1280&bih=535&tbm=isch&prmd=imvnsa&tbnid=jzvgo8TFy9NhjM:&imgrefurl=http://www.rippenspreizer.de/4images/details.php%3Fimage_id%3D818&docid=5niOczU3IZ19oM&imgurl=http://www.rippenspreizer.de/4images/data/media/271/Schneller.jpg&w=500&h=426&ei=geAjULmbI4fLtAaEjoCAAg&zoom=1&iact=hc&vpx=546&vpy=159&dur=51&hovh=207&hovw=243&tx=145&ty=91&sig=107439399559672358064&page=1&tbnh=167&tbnw=196&start=0&ndsp=10&ved=1t:429,r:2,s:0,i:79

McDreamy
09.08.2012, 18:24
Nochmal zurück zum Thema Sinnkrise:

Wird Anästhesie irgendwann langweilig?
Kommt irgendwann der Tag, an dem man verflucht, dass man "nur" der Dienstleister ist, was ja auch bedeutet, dass man ans Krankenhaus gefesselt ist während sich andere Fachrichtungen vielleicht doch mal als "richtiger Arzt" niederlassen können?

Miss
09.08.2012, 18:33
Ich bin ja noch nicht ganz FÄ, mach das also auch noch keine Ewigkeit. Ich persönlich finde momentan noch, daß das Feld weit genug ist, OP, Intensivstation, Notfallmedizin...Schmerztherapie interessiert mich aktuell nicht genug, um da eine Zusatzbezeichnung erwerben zu wollen, aber das ist auf jeden Fall auch eine Option.
Nach Ausbildung in einem großen Krankenhaus mit Schwerpunktversorgung plus Austausch/Hospitation bleiben mir noch genug Bereiche, in denen ich noch ausgebildet werden möchte. Langweilig muß es also erstmal nicht werden, das ist aber wahrscheinlich typbedingt.
Ich hab natürlich auch immer mal wieder Sinnkrisen und Frustrationsphasen gehabt, wie ich finde ganz normal, aber grundsätzlich kann ich mich für das, was ich mache (fast immer) begeistern (sonst lasse ich es sowieso)...ich könnte wahrscheinlich auch gut ein anderes Fach machen und wäre da nicht unglücklich.

ehemalige Userin 24092013
09.08.2012, 19:22
Naja ..@ altervogel, vielleicht ändert sich ja eines Tages doch mal Dein Privatleben und Du bist dann langfristig ganz glücklich mit dem anästhesiologischen Dienstleisterdasein, weil Du eben einfach nur den Job machst, nachher heim gehst und Dich um andere Dinge kümmerst.:-nix
Ich persönlich hab noch keinen Anästhesisten getroffen, der es irgendwann zu langweilig fand...mit zunehmenden Dienstjahren kommen ehr noch Leute zum Vorschein, denen selbst das, was jetzt so läuft zu viel ist. Ich denke aber ehr, das wäre dann ein Grundmotivationsproblem - die sind auch angepisst, wenns wirklich mal spannende Sachen hätte.

@ Miss: cooles Bild, gefällt mir sehr :-top