Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erstattungsfähige Privatmedis->Erstattung GKV für Ärzte
vanilleeis
11.01.2019, 18:46
Anignu, alles, was ich so regelmäßig brauche: L-Thyroxin, Triptane, etc. ich bin zu faul, einmal pro Quartal zum Hausarzt zu gurken, bzw. sehe das genauso wie Tragezwerg, insbesondere bei den Kindern
ist auch noch ein guter Punkt, ja!
Sorry, ich kann mit deinem Beitrag einfach überhaupt nichts anfangen. Die Unterscheidung, ob Versicherung/Kasse oder Buchclub ist für meine originäre Frage völlig irrelevant. Auch weiß die Kasse ebensowenig über meine (oder von irgendwem anders) Gesamtqualifikation, wie du - da muss sich also niemand vor Lachen auf den Schenkel klopfen.
Die Unterscheidung ist sehr relevant, Du hast nämlich mit dem Mitgliedsantrag die Verantwortung für Deine (!) Gesundheit nämlich an die Kasse delegiert und eigentlich nichts mehr zu entscheiden. Auch das ist sehr leicht nachzulesen. Wenn man denn wollte.
Zu Punkt 2: die diskutierte Ausgangslage war, daß bei der Kasse eine Kopie des Arztausweises und/oder Eigenrezept eingereicht wird. Soweit mir bekannt ist, werden in Deutschland Arztausweise nur an Ärzte ausgegeben. Daher kennt der Sachbearbeiter (*gn) selbstverständlich Deinen Beruf, sofern er ihn nicht sowieso aus den Personendaten weiß. Kommt man jetzt mit dem definitiv falschen Argument "Arztkosten sparen" um die Ecke, kann das natürlich Heiterkeit auslösen. Die Bewilligungschancen erhöht man so eher nicht. Hier würde IMHO eher ein Verweis auf positive publicity helfen.
Und zum Thema Buchclub: der Vergleich hinkt in der Tat, ein Buchclub gefährdet weder Menschenleben, noch schreibt er vor, daß man sonst nichts anderes mehr lesen darf.
Ganz konkret haben im Jahr 2017 mehr als 20.000 Menschen, vielleicht auch mehr als 100.000, das Sachleistungssystem mit ihrem Leben bezahlt. Ich rede von der Übersterblichkeit im Rahmen der damaligen Grippewelle. Verursacht durch die Entscheidung, den "Mitgliedern" nur den billigen, trivalenten Impfstoff zukommen zu lassen, während BG- und Betriebsärzte, PKV-Versicherte sowie Bewohner der Nachbarländer ohne weiteres Zugriff auf den tetravalenten Impfstoff hatten. Die Preisdifferenz wäre ca 1-2 EUR gewesen, die die allermeisten "Mitglieder" sicherlich gerne zu zahlen bereit gewesen wären. Aber die Möglichkeit der Aufzahlung gibt es halt eben nicht- Vogel friß oder stirb. Eben Sachleistungssystem.
Die Entscheidung hat man damals natürlich "wissenschaftlich" bemäntelt- nachdem in 2018 dann doch für die "Mitglieder" der tetravalente Impfstoff übernommen wurde, wird da aber nicht allzuviel Substanz dahinter gewesen sein. Leider zu spät für die Toten.
Man kann mich jetzt wieder gerne für eine "politische" Meinungsäußerung kritisieren: ein System, in dem für 2 EUR/Kopf Ersparnis Tote und milliardenschwere volkwirtschaftliche Verluste riskiert werden, ist für mich einfach nur pervers und dementsprechend zu kritisieren. Erst recht in einem Ärzteforum.
Man kann das ganze aber auch mal volkswirschaftlich betrachten. Denn abgesehen von dem KV Budget könnten bei den 505.000 Ärzten in Deutschland, selbst wenn diese nur einmal im Jahr nicht zum Arzt gehen, sondern sich ihre Medis selbst verschreiben, ca. 17Mio. Euro eingespart werden. .
Selbst unter der Annahme, daß die 500.000 Ärzte (bei denen vermutlich >100.000 Karteileichen dabei sind) dann alle bei der GKV wären und akuten Medikationsbedarf hätten- das deutsche Gesundheitswesen verbraucht deutlich mehr als 1 Mrd. pro Tag (!), so daß man mit dem fiktiv eingesparten Betrag so richtig was reißen kann...alleine die Negativzinsen, die die Kassen derzeit für ihre Rücklagen zahlen, sind schon mehr.
roxolana
12.01.2019, 15:01
Anignu, alles, was ich so regelmäßig brauche: L-Thyroxin, Triptane, etc. ich bin zu faul, einmal pro Quartal zum Hausarzt zu gurken, bzw. sehe das genauso wie Tragezwerg, insbesondere bei den Kindern
Ich rechne mir die Fahrzeit zur Arztpraxis und zurück + voraussichtliche Wartezeit in der Praxis in meinen Stundenlohn um und entscheide dann, ob es sich lohnt, oder ob ich mir das Zeug einfach selbst in der Apotheke kaufe. Bei vielen Medikamenten, v.a. Generika, lohnt es sich einfach nicht, dafür nur des Rezeptes willen zum Arzt zu gehen. Eingereicht habe ich noch nichts, ich wollte demnächst mal auch bei meiner KK anfragen, ob sie was erstatten, bzw. zu einer anderen wechseln.
L-Thyroxin lasse ich mir tatsächlich noch verschreiben, weil ich sowieso 1x im Quartal zur BE gehe (zähle ich dann eigentlich noch als Scheinverdünner oder sind die Laborkosten zu hoch dafür?), da hol ich dann auch mein Rezept ab.
Die Unterscheidung ist sehr relevant, Du hast nämlich mit dem Mitgliedsantrag die Verantwortung für Deine (!) Gesundheit nämlich an die Kasse delegiert und eigentlich nichts mehr zu entscheiden. Auch das ist sehr leicht nachzulesen. Wenn man denn wollte.
Die Unterscheidung, ob Versicherung/Kasse oder Buchclub ist für meine originäre Frage völlig irrelevant.
Zu Punkt 2: die diskutierte Ausgangslage war, daß bei der Kasse eine Kopie des Arztausweises und/oder Eigenrezept eingereicht wird. Soweit mir bekannt ist, werden in Deutschland Arztausweise nur an Ärzte ausgegeben. Daher kennt der Sachbearbeiter (*gn) selbstverständlich Deinen Beruf, sofern er ihn nicht sowieso aus den Personendaten weiß.
Die Kasse weiß anhand des Arztausweises lediglich, dass man Arzt ist. Sie und Du wissen weder, ob man im Medizincontrolling sitzt, ärztlicher Direktor ist, jahrelang in einer Unternehmensberatung gearbeitet hat oder einen Master im Krankenhausmanagement besitzt. Alles so etwas, wo man dann doch mal mit betriebs- und volkswirtwirtschaftlichen Fragestellungen konfrontiert wird...
Selbst unter der Annahme, daß die 500.000 Ärzte (bei denen vermutlich >100.000 Karteileichen dabei sind) dann alle bei der GKV wären und akuten Medikationsbedarf hätten- das deutsche Gesundheitswesen verbraucht deutlich mehr als 1 Mrd. pro Tag (!), so daß man mit dem fiktiv eingesparten Betrag so richtig was reißen kann...alleine die Negativzinsen, die die Kassen derzeit für ihre Rücklagen zahlen, sind schon mehr.
[...] Ja klar ist das im Verhältnis zu den Gesamtgesundheitsausgaben prozentual keine riesen Summe, aber ich denke mir immer, wenn man an allen Ecken solche Summen einspart, kann man sich im Endeffekt woanders mehr leisten und das würde unserem Gesundheitssystem auch nicht gerade schlecht tun...
Ganz konkret haben im Jahr 2017 mehr als 20.000 Menschen, vielleicht auch mehr als 100.000, das Sachleistungssystem mit ihrem Leben bezahlt. Ich rede von der Übersterblichkeit im Rahmen der damaligen Grippewelle. Verursacht durch die Entscheidung, den "Mitgliedern" nur den billigen, trivalenten Impfstoff zukommen zu lassen, während BG- und Betriebsärzte, PKV-Versicherte sowie Bewohner der Nachbarländer ohne weiteres Zugriff auf den tetravalenten Impfstoff hatten. Die Preisdifferenz wäre ca 1-2 EUR gewesen, die die allermeisten "Mitglieder" sicherlich gerne zu zahlen bereit gewesen wären. Aber die Möglichkeit der Aufzahlung gibt es halt eben nicht- Vogel friß oder stirb. Eben Sachleistungssystem.
Die Entscheidung hat man damals natürlich "wissenschaftlich" bemäntelt- nachdem in 2018 dann doch für die "Mitglieder" der tetravalente Impfstoff übernommen wurde, wird da aber nicht allzuviel Substanz dahinter gewesen sein. Leider zu spät für die Toten.
Man kann mich jetzt wieder gerne für eine "politische" Meinungsäußerung kritisieren: ein System, in dem für 2 EUR/Kopf Ersparnis Tote und milliardenschwere volkwirtschaftliche Verluste riskiert werden, ist für mich einfach nur pervers und dementsprechend zu kritisieren. Erst recht in einem Ärzteforum.
Du redest ganz schön viel mit sehr wenig Inhalt und das auch noch vollkommen am Thema vorbei. Schonmal überlegt in die Politik zu gehen?
Ich rechne mir die Fahrzeit zur Arztpraxis und zurück + voraussichtliche Wartezeit in der Praxis in meinen Stundenlohn um und entscheide dann, ob es sich lohnt, oder ob ich mir das Zeug einfach selbst in der Apotheke kaufe. Bei vielen Medikamenten, v.a. Generika, lohnt es sich einfach nicht, dafür nur des Rezeptes willen zum Arzt zu gehen.
Ein praktikabler Ansatz, wenn die Kasse sich da quer stellt. :-top
Ein praktikabler Ansatz, wenn die Kasse sich da quer stellt. :-top
Wenn man in der Klinik arbeitet bekommt man vieles (das häufigste) im Privatverkauf über die Apotheke zu Großhandelspreisen. Da lohnt es sich z.B. für Schilddrüsentabletten gar nicht erst in die "normale" Apotheke oder gar zum Niedergelassenen zu gehen.
Abschließend dazu:
- haben wir in Deutschland nicht 500.000 Ärzte, sondern ca. 385.000 (in der Patientenversorgung tätig knapp 300.000)- Zahlen von 2017- destatis. Aber die offerierte Rechnung war ohnehin eine Milchmädchenrechung
- ist eine gewisse Grundkenntnis über das Gesundheitswesen in Deutschland nicht nur sinnvoll, sondern wird, nebenbei gesagt, auch in diversen WB-Katalogen ausdrücklich verlangt. Da muß man nicht Controller oder sowas sein. Ich bleibe dabei: das Argument, von einem Arzt vorgebracht, wird Heiterkeit bei den KK auslösen
- die Kenntnisse einzelner Mitforisten hier unterschreiten bisweilen auch schon das Wissen gut informierter Patienten, was ich persönlich schade finde.
- mein Lösungsvorschlag, nämlich in einen Kostenerstattungstarif zu wechseln, damit man nicht auf den Gnadenakt von ins Werbebudget eingerechneten Medikamenten seitens der KK angewiesen ist, ist leider überhaupt nicht diskutiert worden. Übrigens würde ich selbstverständlich auch meine Zeit, Weg, Ansteckungsriskio für einen Arztbesuch usw. in eine Kosten-Nutzen-Rechung einbringen, was völlig legitim ist. Nur sollte man dann auch Verständnis mitbringen, wenn es mal nicht so funktioniert und die Erstattung verweigert wird.
vanilleeis
14.01.2019, 21:13
Tarumo, ich bin in der Tat genauso versichert, allerdings schon seit 34 Jahren. Das gibts somit schon lange.
Diese Lösung ist umständlich und teuer.
Tarumo, ich bin in der Tat genauso versichert, allerdings schon seit 34 Jahren. Das gibts somit schon lange.
Diese Lösung ist umständlich und teuer.
Genau das habe ich weiter oben geschrieben. Aber schön, das nochmal aus erster Hand zu hören. Bezüglich "teuer" ist es halt so, daß der TE entweder seine Medis selbst zahlt (dafür ist dann der monatliche GKV-Beitrag von > 15% auf alles vielleicht doch ein wenig viel) oder man bleibt im Sachleistungssystem und zahlt gar nichts. Dann hat man halt die Wartezeiten und Wege, und die Preisdifferenz ist auch nicht plötzlich "weg" sondern wird nur von jemand anders getragen, z.B. Oma Kasupke wird diesen Monat auf ein billigeres Generikum umgestellt oder bekommt gar nichts mehr, oder der Arzt muß gelegentlich für die Medikamente aufkommen in Form einer Strafzahlung (Regress). Ein klein wenig Bewußtsein für solche Kausalitäten sollte in einem Arztforum schon vorhanden sein. Hast Du eine Restkostenversicherung abgeschlossen?
Im übrigen hörte ich, daß es durchaus möglich sein kann/war (?) auch nur für einzelne Posten eine KE abzuschließen, z.B. für Laborleistungen. Aber bitte selbst bei der jeweiligen GKV erfragen.
la Valentina
09.02.2019, 16:42
Ich hatte vor Jahren dort ne Absage bekommen, es vor ein paar Wochen nochmal probiert (über die Hotline) und musste jetzt einfach ne Kopie meines Arztausweises hinschicken mit nem Anschreiben "Hiermit beantrage ich die Kostenübernahme bei Selbstmedikation".
In Zukunft muss ich dann die Rechnungen der Apotheke hinschicken (muss mit meinem Namen versehen sein) und fertig.
Was ich noch klären muss ist, ob ich die Rechnungen auch online hochladen könnte wie bei AU-Bescheinigungen etc.
Immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich und scheinbar abhängig vom Sachbearbeiter das ist. Habe gestern an der Hotline gesagt bekommen, dass das auf keinen Fall ginge und es auch keinen Sinn machen würde, überhaupt meinen Beruf zu hinterlegen. Außerdem hieß, dass die gar keine Möglichkeit hätten, Arztausweise zu hinterlegen. Schade :-nix
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