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Med79
12.11.2012, 12:07
Hallo,

die Unis müssen bis zum Physikum eine erhebliche
Anzahl von Studierenden rausprüfen, da es im
klinischen Abschnitt nicht genügend Plätze gibt.
Manche nehmen leistungssteigernde Medikamente
wie Ritalin ein. Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung?
Im Sport ist Doping untersagt und an den Unis völlig
akzeptiert.
Eigentlich müssten vor schweren Prüfungen
Dopingkontrollen eingeführt werden.
Die Studierenden werden schließlich untereinander
gemessen.

Muriel
12.11.2012, 13:07
Im Sport ist Doping untersagt und an den Unis völlig
akzeptiert.

Ach ja, ist es das? Wäre mir neu.

Evil
12.11.2012, 13:12
Hallo,

die Unis müssen bis zum Physikum eine erhebliche
Anzahl von Studierenden rausprüfen, da es im
klinischen Abschnitt nicht genügend Plätze gibt.
Manche nehmen leistungssteigernde Medikamente
wie Ritalin ein. Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung?
Im Sport ist Doping untersagt und an den Unis völlig
akzeptiert.
Eigentlich müssten vor schweren Prüfungen
Dopingkontrollen eingeführt werden.
Die Studierenden werden schließlich untereinander
gemessen.
Dann empfehle ich Dir, dem Studierendensekretariat oder dem Dekanat einen entsprechenden Vorschlag zu unterbreiten. Bestimmt wirst Du mit offenen Armen empfangen werden!

Lizard
12.11.2012, 13:15
Hallo,

die Unis müssen bis zum Physikum eine erhebliche
Anzahl von Studierenden rausprüfen, da es im
klinischen Abschnitt nicht genügend Plätze gibt.
Wo studierst Du denn ? Ich habe nicht das Gefühl, dass Unmengen an Studierenden rausgeprüft werden. Zumindest bei der schriftlichen Prüfung ist das ja quasi nicht möglich. Im Mündlichen sind in meinem Jahrgang etwa 3 Leute durchgefallen (von etwa 160)


Manche nehmen leistungssteigernde Medikamente
wie Ritalin ein. Ist das nicht Wettbewerbsverzerrung?
Im Sport ist Doping untersagt und an den Unis völlig
akzeptiert.
Das ist vor allem strafbar da BTM.
Selbstvertständlich ist das auch an Unis untersagt und keineswegs akzeptiert.
Ich kenne z.b. niemanden der so blöd ist irgendwelche Mittelchen zu schlucken.


Eigentlich müssten vor schweren Prüfungen
Dopingkontrollen eingeführt werden.
Die Studierenden werden schließlich untereinander
gemessen.
Ja genau :-keks:-dagegen

Nessiemoo
12.11.2012, 14:15
Also Heidelberg hat eher das Problem, dass es in der Klinik viel mehr Plätze hat als in der Vorklinik, wegen verschiedene Methoden für berechnung der studienkapazitäte (vorklinik - räume und lehrkräfte, klinik - bettenplätze der Uniklinikum und lehrkrankenhäuser), deswegen auch die ziemlich viele aus dem ausland/ quereinsteiger nehmen müssen.

1) Wenn man die Ergebnise von diesem Jahr schaut - es haben 7208 menschen mitgeschrieben, davon 5568 in Mindeststudienzeit. Es wurden ich glaube etwa 9000 Leute vor zwei Jahren genommen - wenn man bedenkt, dass viele Unis (Aachen, Berlin, Hannover, Köln, hälfte von bochumern) gar kein Physikum schreiben, viele Krankheit/ Familienbedingt ein semester/ jahr länger studieren, die 10% durchfallsquote in Physikum und ein paar studienabbrecher, die dann doch das Studienfach wechseln, sind die Zahlen der "rausgeprüften" nicht besonders hoch.

2) Die studierende werden in der Medizin nicht gegeneinander gemessen, sondern es werden alle gegen einen Mindeststandard von Wissen verglichen, die ein Arzt doch haben sollte. (Über wie sinnvoll die momentane Mindeststandard ist kann man gerne noch streiten). Keine der Noten hängt davon ab wie gut andere waren, und der vergleich dient höchstens dem persönlichen ehrgeiz oder ein paar Stipendien.

3) ich bin der Meinung, dass das "Rausprüfen" ist eine urbane Legende, die gerne von den Menschen die durchgefallen sind verbreitet ist, inkl, Gerüchte, dass "Nach eine frage war ich schon raus".

MediGast
12.11.2012, 19:39
Ich weiß nicht was Kollegen tun und kann nur für mich sprechen. Ich hatte nie eine besonders ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit und bin auch nicht über den NC ins Studium gekommen. Am Anfang des Studiums habe ich mir Ritalin aufschreiben lassen und es genommen um ins Lernen rein zu kommen. Nach einiger Zeit gings dann ohne genauso gut. Diese gute trainierte Konzentrationsfähigkeit hätte ich aber auf natürliche Art nie erreicht. Das kann ich auch ohne Studien rein aus meinen Lernerfahrungen sagen. Gestört hat mich am Ritalin die BTM-Verschreibung und dass mein Blutdruck hoch ging. Und das obwohl ich Kinderdosen genommen habe. Aber ich habe es auch nie länger als ein paar Tage benutzt. Später habe ich mir noch Modafinil aufschreiben lassen um Vergleichen zu können. Die Wirkung war etwas schlechter, es war viel teurer und mein Blutdruck ging ebenfalls hoch. Ich würde trotzdem bei Modafinil bleiben, weil bei mir der Blutdruck nicht ganz so hoch ging (nur ~5mmhg) und ich nie das Gefühl hatte sehr konzentriert und klug zu sein wie es bei Ritalin war. Nach dem 4. Semester habe ich dann aufgehört und mich meinen Hobbys gewidmet, weil das Studium leichter wurde.
Mein ist Fazit folgendes:
Wer AD(H)S-artig veranlagt ist kann durch solche Medikamente Boden gut machen. Sie kosten aber Geld und sind körperlich schädlich. Außerdem braucht man ein Rezept. Das kostet also auch wieder Zeit und Geld. Viel bringen sie leider auch nicht, aber wenn man gerade nicht genug begabt ist und nur ein kleines Stück fehlt um die eigene comfort-zone zu erreichen hat man am Ende doch einen großen Effekt durch Ritalin und Co.. Als Betrug empfinde ich das nicht. Ich habe meinen Studienplatz nun mal und muss danach meinen Job so gut wie möglich machen. Dazu brauche ich das Wissen. Das ich kein Fach wählen werde wo ich nur monotone anstrengende Sachen machen muss, die mir nicht liegen weiß ich mittlerweile. D.h. ich spezialisiere mich später so, dass ich auch ohne Medis arbeiten kann ohne zurück zu fallen und ich hätte auch keine Lust nur Bücher zu wälzen. Außerdem ist es schön mit Tabletten Dinge zu erreichen, die sonst kaum möglich wären ohne sich quälen zu müssen. Ich finde es außerdem unfair, dass nur besonders begabte studieren können sollen. Begabung und Doping sind nämlich Definitons- und Glückssachen. Wenn es Tabletten gäbe, die jeden klug machen würden wäre ich das eine sehr gute Sache. Ich habe es mir nicht ausgesucht nicht so gut lernen zu können wie manche andere Menschen. Von Doping um "der beste zu sein" halte ich dagegen nichts. Wir sind hier schließlich nicht im Krieg und wenns jeder macht wird man am Ende dazu gezwungen weil die Gesellschaft übermenschliche Leistungen verlangt. Trotzdem sollte jeder nur das studieren was er auch bewältigen kann. Und Stimulantien und ähnliche Präparate erhöhen bestenfalls leicht die Ausdauer. Zu viel sollte man sich davon nicht erwarten. Wer nicht AD(H)S-artig veranlagt ist macht sich letztlich nur kaputt und hat nichts davon. Ritalin und Modafinil und das ganze Zeug machen Nebenwirkungen von Hochdruck, über Immunreaktionen, hohen Cholesterinspiegel, Haarausfall, Psychosen zu Angstzustände. Und die Pharmaindustrie versucht einen auch ständig abzuzocken. Psychopharmaka sind ein riesiges Geschäft. Und überhaupt haben die Nazis im Krieg Amphetamine an ihre Soldaten verteilt und die Amerikaner machen es heute noch.
Die Idee mit den Dopingkontrollen ist einfach nur lächerlich. Sie zeigt, dass es dem Kontrolleur nur um die Noten geht und darum wer sich von der Masse abhebt. Und das ist nicht Sinn der Sache. Dafür gibt es die Olympiade. Außerdem kann man nicht sagen wer besser ist. Jemand der dopt oder der es lässt. Ich finde jemand der dumm genug ist um für sein Studium seine Gesundheit zu riskieren ist zumindest mehr motiviert als jemand dem alles durch seine Begabung zufällt.

maxz
13.11.2012, 12:11
O brave new world.. ;D

hsoleil
19.11.2012, 00:01
Hallo,

also ob es da schon um die Angst vor dem rausprüfen geht - das kann ich nicht sagen. Allerdings habe ich auch schon mitbekommen, dass einige Kommilitonen mit Ritalin etwas nach helfen. Wohlgemerkt im 1 Semester. Erschreckend finde ich das schon - aber ich denke muss ja jeder selbst wissen was er so tut -sich an tut ;)

Kackbratze
19.11.2012, 00:03
Na, und wer postet jetzt als Erstes einen Link zu einer passenden Online-Apotheke?

Rico
19.11.2012, 11:05
Ich finde jemand der dumm genug ist um für sein Studium seine Gesundheit zu riskieren ist zumindest mehr motiviert als jemand dem alles durch seine Begabung zufällt.Steile These, die Motivation an der Bereitschaft zur Inkaufnahme von Gesundheitsschäden festzumachen.
Könnte man ja auch folgern, dass erin Übergewichtiger, der lieber irgendwelche Appetitzügler mit breitem Nebenwirkungsspektrum futtert jetzt motivierter ist, abzunehmen als einer, der einfach "nur" Sport treibt.

Wer wirklich ein echtes, schweres AHDS hat, der sollte das natürlich therapiert kriegen, ggf. auch pharmakologisch - wird ja gerne vergessen, dass es da auch andere Therapiemöglichkeiten wie Psychotherapie & Co. gibt, die gerade bei nicht sehr stark ausgeprägter Symtomatik eigentlich die erste Wahl sind. Da könnte man ja auch mal ketzerisch postulieren, dass das Ritalin eher der einfache Weg für die weniger motivierten ist, verglichen mit einer anstrengenden und zeitaufwändigen Psychotherapie...

Lernen im Medizinstudium ist harte Arbeit - und zwar für jeden! Da fällt keinem einfach so was zu. Ob es dem einen jetzt etwas leichter fällt als dem anderen sei mal dahingestellt, u.a. weil Selbstwahrnehmung und Außendarstellung ja durchaus differieren können ist das ja eh objektiv schlecht zu beurteilen.

Ob das jetzt Betrug ist oder nicht ist doch völlig wurst - der Punkt ist, dass man bei der Einnahme ohne harte Indikation ein unnötiges Gesundheitsrisiko eingeht, das ja nicht wirklich im Verhältnis zu irgendeinem testat oder Examen steht (außer man raucht eh, dann ist das auch noch grad egal :-D).
Zumal das Leben nach dem Studium ja auch nicht unbedingt unkomplizierter, stressärmer und weniger anstrengend wird. Wenn man schon Ritalin braucht um durch das Studium zu kommen, dann kann man sich ja schonmal vorsichtig fragen was dannach kommen soll... :-meinung

Brutus
19.11.2012, 14:00
Zumal das Leben nach dem Studium ja auch nicht unbedingt unkomplizierter, stressärmer und weniger anstrengend wird. Wenn man schon Ritalin braucht um durch das Studium zu kommen, dann kann man sich ja schonmal vorsichtig fragen was dannach kommen soll... :-meinung
Mit dem Arztausweis die Möglichkeit in der Apotheke selber Nachschub zu besorgen? :-))

Kensington
19.11.2012, 14:24
Ich kenne eininen, der Ritalin für den Eignungstest zur Studiumzulassung (EMS) genommen haben. Aufjeden Fall hat er den EMS zum wiederholtem Male nicht bestanden :)
Im Studium bin ich mir sicher, dass sich einige vollballern. Gibt auch Studien an unsrer Uni zu. Finde ich recht seltsam, gerade, wenn man Medizin studiert und sich den eventuellen Folgen bewusst sein sollte. Zudem ist es moralisch auch nicht so der Knaller.
Kenne zudem einen, der hat sich vor der Prüfungswoche so mit E-Drinks gedopt, dass er nicht mehr antreten konnte, weil er tagelang nicht schlafen konnte. Lachnummer des Jahrgangs.

par
19.11.2012, 14:44
Kenne zudem einen, der hat sich vor der Prüfungswoche so mit E-Drinks gedopt, dass er nicht mehr antreten konnte, weil er tagelang nicht schlafen konnte. Lachnummer des Jahrgangs. Ich finds in dem Zusammenhang erwähnenswert, dass der Studentenladen eigene E-Drinks vertreibt :-)) (spiegelt auch ein wenig die Einstellung zu E-Drinks wieder). Ein netter Übersichts(!)-Artikel zum Ritalin-Konsum: http://campus.nzz.ch/node/385/edit/hype-um-ritalin

epeline
19.11.2012, 17:16
@ MediGast...

wer hat dir denn das Rezept ausgestellt? Und was hast du demjenigen gesagt?
Hallo Herr Hausarzt, ich brauch Ritalin weil die Physikklausur so schwierig sein soll????

Kensington
19.11.2012, 17:34
@ MediGast...

wer hat dir denn das Rezept ausgestellt? Und was hast du demjenigen gesagt?
Hallo Herr Hausarzt, ich brauch Ritalin weil die Physikklausur so schwierig sein soll????

Also der Besagte aus meinem Post hat das Zeug vom feinen Herrn Dottore Papa.

Coxy-Baby
19.11.2012, 17:39
Naja sehr schön, Drogensüchtig und Papa ist der Dealer.....

Kensington
19.11.2012, 17:58
Naja sehr schön, Drogensüchtig und Papa ist der Dealer.....

Vielleicht is' Mama Juristin.

fallenangel30487
19.11.2012, 20:12
Ich kenne einige die auf die Einnahme von Beta-Blockern vor Klausuren schwören....wobei mir sich der Sinn darin noch nicht so wirklich erschlossen hat...vieleicht kann mich ja jemand von euch aufklären?

WackenDoc
19.11.2012, 20:14
Das mit den Amphetaminen bei Piloten hat man übrigens sehr schnell wieder gelassen-hat sich nicht bewährt.

Coxy-Baby
19.11.2012, 20:17
Ich kenne einige die auf die Einnahme von Beta-Blockern vor Klausuren schwören....wobei mir sich der Sinn darin noch nicht so wirklich erschlossen hat...vieleicht kann mich ja jemand von euch aufklären?

Das man etwas ruhiger und entspannter wird hätte ich jetzt gesagt....