Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Katholisches Krankenhaus verhindert Hilfe nach Vergewaltigung
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Ich habe mit Zynismus auf Zynismus geantwortet.
Glaube schließt Wissenschaft nicht aus, umgekehrt schon eher. Die Wissenschaft kann nicht alles beweisen oder erklären, und das Wissen über die Entstehung des Universums ist lediglich eine Theorie. Wenn ich nun die Wahl habe zwischen Theorie/Wissenschaft als Antwort oder meinem Buch/Glauben, halte ich mich lieber an den Koran, der ein linguistisches Wunder ist. Dies wird von heutigen Muttersprachlern genauso bestätigt wie auch von den arabischen Feinden des Islams zu seiner Anfangszeit. Es gibt im Koran an mehreren Stellen die Aufforderung, eine Sura gleich dem Koran zu schreiben (17:88; 2:23; 10:37; 10:38; 11:13; 52:34). Trotz dieser wiederholten Aufforderung gelang dies den eloquenten Arabern nicht. Für mich ist das eindeutig genug, daher ziehe ich in unklaren Fällen das Buch vor.
Aber diese Antwort von dir ist jetzt nicht zynisch, oder :confused: Ich habe mich genau auf die unterstrichene Haltung bezogen, als ich schrieb:
[...] Es liegt aber auch in der Natur des Menschen, Phänomene nicht einfach hinnehmen zu wollen, sondern nach einer Erklärung zu suchen. Dort, wo es uns nicht gelingt, suchen und finden einige die Antworten bei Gott. Nun ist die Wissenschaft ein langwieriger Prozess, angetrieben von beständigem Zweifel, Erkenntnisdrang und der Überzeugung, dass nicht-Wissen keine Schande ist und als Status quo erduldet werden kann. Eine Pauschalisierung, wie im Zitat oben, findet man gerade in der Wissenschaft nicht.
Hast du überhaupt versucht zu verstehen, was ich damit meinen könnte Also ich verstehe dich so, dass der Koran ein linguistisches Wunder ist und damit gar nicht ohne überirdische Eingebung aus Menschenhand stammen könnte?!
Für mich ist die Natur auch voller "Wunder" und ich kann damit leben, nicht alles zu Wissen.
Ich ziehe es vor, mit dem Wissen zu leben, dass ich einiges nicht verstehe, als mit einem Glauben, der vlt. falsch sein könnte. Nur diese Einstellung erlaubt doch eine intrinsische Motivation, zu forschen und damit bestehendes Wissen zu erweitern. Natürlich darf ich mit dieser "wissenschaftlichen" Herangehensweise auch nicht abstreiten, dass der Glaube an einigen Stellen recht haben kann und das tue ich auch nicht; aber ich orientiere mich nicht danach
Kyutrexx
21.01.2013, 09:50
Um mal zurück zum Topic zu kommen:
Mir ist auch schon aufgefallen, dass die kirlichen Häuser mittlerweile anders arbeiten.
Hab in einem katholischen Haus mein Pflegepraktikum gemacht. Ich wurde nicht mal nach meiner Konfession gefragt.
Es gab dort ein angeschlossenes kleines Kloster und hin und wieder sind mal ein paar Nonnen über die Flure marschiert.
Ansonsten waren in allen Gängen Kreuze aufgehangen, aber die Mitarbeiter waren m.E. soweit ich das sehen konnte konfessionslos.
Anders ausgedrückt: ich habe von ihrem Glauben nichts mitbekommen.
Ansonsten ...
Das Thema mit der Pille danach ist bei uns ja eigentlich noch etwas "neuer".
Kurz nachdem das Ding entwickelt wurde, gab es diverse Verfahren im Homestate of Believe - den USA.
Dort kam es zu mehreren Gerichtsverfahren.
Es ließ sich u.a. belegen, dass die Pille danach gar nicht gegen die Glaubensgrundsätze verstößt, da sie ja gar nicht in das Leben eingreift, sondern deren Entstehung überhaupt erst verhindert.
Dem sind eine Reihe von Richtern auch gefolgt und haben die Argumentation anerkannt.
In darauf folgenden Verfahren wurde dieser Fakt allerdings in den Hintergrund gerückt und es wurde die Grundsatzfrage diskutiert, ob man das Entstehen von Leben verhindern darf.
Dennoch wurde durch richterliche Entscheidung bewirkt, dass die "Pille danach" für Frauen ab 17 rezeptfrei erhältlich sein darf.
Trivia dazu: ein Präparat mit Levonorgestrel (einem der Wirkstoffe der "Pille danach") hat in den USA den recht zynischen Handelsnamen "Plan B".
Nein, er KANN es nicht verstehen. Er ist lediglich in der Lage, einen Text zu lesen, aber ohne Glaube kann er den Text nicht interpretieren. Er kann ihn nur für das nehmen, was er sieht. Einen Text, mehr nicht. Und dann denkt er allen ernstes, er wäre besonders klug oder gebildet, wenn er wahllos Textstellen zitiert, ohne den Zusammenhang oder die intrinsische Bedeutung zu sehen. Er kann es nicht verstehen, er kann nur den Text lesen. Ein seelenloser Roboter halt. Erbärmlich. Bemitleidenswert.
Das wiederum halte ich für eine unzureffende Beleidigung, die auch mich als Agnostiker trifft, und mit der Du sämtliche Vorurteile von milz bestätigst. Überhaupt scheint Ihr eine Menge Gemeinsamkeiten zu besitzen :-D
Kyutrexx
21.01.2013, 11:45
By the way, was ist das eigentlich für eine merkwürdige Diskussion geworden?
Sollen die Leute, die an ihre Bücher glauben an ihre Bücher glauben und die anderen in Frieden lassen.
Wie Evil schon anmerkte: beleidigend.
Zudem gibt es ne Menge Grauschattierungen zwischen Agnostik und streng Gläubigem.
Der allseits formulierte Anspruch vieler monotheistischer Religionen, dass nur der eigene Glaube der einzig richtige ist, kotzt mich persönlich an.
Um es in Worten der Bücher zu sagen: wenn überhaupt, dann ist nur Gott allwissend - und nicht die Menschen, die an ihn Glauben. Also dürften sie auch nicht Allwissenheit durch den Glauben ausdrücken.
In your face und so.
Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn jemand andere mit aller Kraft von seinem Glauben überzeugen will, derjenige oft seine eigenen Zweifel bisher nicht überwinden konnte und sie durch die Bekehrung zu kompensieren versucht.
@ par
Nein, der gesamte von dir zuletzt zitierte Post ist nicht zynisch. Zynisch war einzig und allein
Genauso logisch wie alles auf einen Urknall oder die Evolution zu schieben
als Antwort auf zynischen Beiträge der atheistischen Fraktion.
Hast du überhaupt versucht zu verstehen, was ich damit meinen könnte war an Keenacat gerichtet, die sich den ersten Satz herausgepickt hat, um gegen Glauben zu wettern. Du hingegen hast genau verstanden, was ich damit ausdrücken wollte.
Im Koran steht vieles, aber sicher nicht jedes Detail, sondern das Wichtigste leicht verständlich. Nun bezieht jeder seine Motivation zu Forschen, zu Lernen, sein Wissen zu erweitern aus anderen Quellen: du eher um Wissenslücken zu schließen, weil du ausschließen möchtest, möglicherweise falsches Wissen aus einem falschen Glauben zu ziehen, Muslime aus der Aufforderung des Propheten nach Wissen zu streben.
Daher schrieb ich auch, dass Glaube die Wissenschaft nicht ausschließt, umgekehrt doch eher. Zumindest gilt das für die Atheisten, die außerhalb der Wissenschaft nichts zulassen. Deine Einstellung klingt eher agnostisch.
By the way, was ist das eigentlich für eine merkwürdige Diskussion geworden?
Sollen die Leute, die an ihre Bücher glauben an ihre Bücher glauben und die anderen in Frieden lassen.
Die Leute lassen die anderen in Frieden. Aber es wurde gleich nach der Kirche gegen Kirchenmitglieder, Katholiken, Christen, Gläubige gewettert. Was für ein Schwachsinn in der Bibel stehe, was die Christen alles glaubten und machen sollten etc. pp. anstatt sachlich über den Fall, den Einfluss der Kirchen und die Situation in kirchlichen Häusern zu diskutieren.
Im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn jemand andere mit aller Kraft von seinem Glauben überzeugen will, derjenige oft seine eigenen Zweifel bisher nicht überwinden konnte und sie durch die Bekehrung zu kompensieren versucht.
Eigentlich versucht hier niemand von den Gläubigen mit aller Kraft die anderen von seinem Glauben zu überzeugen, aber das was ich oben geschrieben habe, muss man auch nicht auf sich sitzen lassen.
Glaube schließt Wissenschaft nicht aus, umgekehrt schon eher. Die Wissenschaft kann nicht alles beweisen oder erklären, und das Wissen über die Entstehung des Universums ist lediglich eine Theorie.
Im heutigen Jahrhundert hat die Religion glücklicherweise auch nicht mehr eine derartige Machtposition in der Rechtsprechung wie früher. Der Alleinherrschaftsanspruch ist nunmal unweigerlich mit Religionen verbunden. Mir ist bis heute nicht klar, warum eigentlich und genau das ist der Hauptunterschied zwischen Religionen und Wissenschaften. Der große Rest, ist wohl ein gigantisches Missverständnis beider Seiten:
Religionen berufen sich meistens auf alte Schriften mit heutzutage nur sehr eingeschränkter Aussagekraft. Auf die Frage "Woher kommt die Welt", wird sich heute niemand mehr mit "Steht in der Bibel" abfertigen lassen. So schnell wie die Wissenschaften neue Information erhält, kann man die heiligen Schriften gar nicht neu interpretieren. Man hält aber unnachgiebig an ihnen fest, was ja auch irgendwo verständlich ist.
Aber genau das macht es sehr so schwer sich der Geschwindigkeit der Wissenschaften anzupassen. Ja sogar unmöglich und daraus resultieren dann ziemlich viele Missverständnisse.
Wissenschaften postulieren hingegen Gesetzmäßigkeiten und Modelle, die in der Lage sind die Realität zu beschreiben, sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit und der Zukunft. Diese Modelle beruhen auf rationalen Argumenten. Die dominantesten Modelle haben sich gegen viele Widersacher durchgesetzt und zwar nicht, weil diese Argumente von oben herabdiktiert worden sind oder schon immer als "richtig" definiert wurden, sondern weil sie am besten in der Lage sind die Prozesse in der Natur zu beschreiben.
Momentan benutzen wir z.B. das Urknall-Modell um die grundlegenden Eigenschaften unseres Universums zu erklären. Ich bitte hier besonders vorsichtig zu sein, die Urknall-Theorie stellt keinen "Gottersatz" dar, sondern um ein Modell, das in der Lage ist die kosmische Hintergrundstrahlung und Massenverteilungen, die Expansion und vieles mehr zu erklären. Entworfen wurde es übrigens von einem Theologen und Physiker und es lässt viele weitere Fragen zu, die durchaus religiös beantworten werden können/wollen. Fast jede fundamentale Theorie hat Freiraum zur religösen Interpretation und damit hat es auch einen Grund, dass viele Physiker trotzallen religiöse Menschen sind.
Naturwissenschaften erlauben es immer, dass "höhere Einflüsse" wesentlich an der Natur beteiligt sind, jedoch rückt dieser Einfluss mit fortschreitenden Verständnis immer weiter in die Tiefe der Theorien. Man erkennt aber: Hier besteht kein Alleinherrschaftsanspruch! In den Medien wird dieser gerne suggeriert, indem irgendwelche schwachsinnigen Schlagzeilen der Form "Wir haben das Gottesteilchen!" abgedruckt werden.
Grundsätzlich ist es aber so, dass jede Theorie profunde Fragen ungeklärt lässt und genau hier greifen die religiösen Interpretationen, die mit zunehmender Tiefe auch zunehmend Gewichtung erfahren.
tl;dr: Wissenschaften schließen Religionen also nicht aus.
LasseReinböng
21.01.2013, 12:58
Wenn ich nun die Wahl habe zwischen Theorie/Wissenschaft als Antwort oder meinem Buch/Glauben, halte ich mich lieber an den Koran, der ein linguistisches Wunder ist.
Genau. Und weil auch in der Medizin viele Pathomechanismen nicht zu 100 % verstanden sind, ziehe ich bei Beschwerden im Zweifelsfall den Gang zum Homöopathen/Schamanen dem Besuch eines Mediziners vor.
Ich will 100 % Sicherheit und 0% Zweifel, kann mit Ungewissheit nicht leben. Die wissenschaftliche Medizin kann mir auf viele Fagen keine befriedigende Antwort geben, mein Heiler hingegen zweifelt nie ! Wenn er mir die Edelsteine auflegt, spüre ich eine ganz große Kraft, mich überkommt eine wohlige Schwere, ich hinterfrage nicht mehr, fühle mich geborgen.
Es ließ sich u.a. belegen, dass die Pille danach gar nicht gegen die Glaubensgrundsätze verstößt, da sie ja gar nicht in das Leben eingreift, sondern deren Entstehung überhaupt erst verhindert.
Dem sind eine Reihe von Richtern auch gefolgt und haben die Argumentation anerkannt.
Und das sehen nicht alle Christen so. Ich war auf einem Vortrag über Abtreibung und dort hat eine Ärztin diese beiden Bilder gezeigt:
http://4.bp.blogspot.com/_GrFxGiayAGE/TGqEUVx68fI/AAAAAAAAAeE/42HTG-4VIfY/s1600/Ulipristal_Acetate.png
(Ulipristal)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f3/Mifepristone.svg
(Mifepriston)
Mit den Worten: "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt"
Ich habe darauß geschlossen, dass sie meint, dass der Wirkstoff der Pille danach und der "Abtreibungspille" sich so ähnlich sehen und daher natürlich das gleiche sein müssen....
Das fand ich schon ziemlich hart.
Kyutrexx
21.01.2013, 13:16
Genau. Und weil auch in der Medizin viele Pathomechanismen nicht zu 100 % verstanden sind, ziehe ich bei Beschwerden im Zweifelsfall den Gang zum Homöopathen/Schamanen dem Besuch eines Mediziners vor.
Ich will 100 % Sicherheit und 0% Zweifel, kann mit Ungewissheit nicht leben. Die wissenschaftliche Medizin kann mir auf viele Fagen keine befriedigende Antwort geben, mein Heiler hingegen zweifelt nie ! Wenn er mir die Edelsteine auflegt, spüre ich eine ganz große Kraft, mich überkommt eine wohlige Schwere, ich hinterfrage nicht mehr, fühle mich geborgen.
Ich kann nur hoffen, dass das purer Sarkasmus ist.
Anderenfalls muss ich mir Sorgen machen, dass jemand mit soviel Marmelade im Kopf tatsächlich mit einer Approbation rumläuft ...
LasseReinböng
21.01.2013, 13:19
Die Leute lassen die anderen in Frieden. Aber es wurde gleich nach der Kirche gegen Kirchenmitglieder, Katholiken, Christen, Gläubige gewettert. Was für ein Schwachsinn in der Bibel stehe, was die Christen alles glaubten und machen sollten etc. pp. anstatt sachlich über den Fall, den Einfluss der Kirchen und die Situation in kirchlichen Häusern zu diskutieren.
Eigentlich versucht hier niemand von den Gläubigen mit aller Kraft die anderen von seinem Glauben zu überzeugen, aber das was ich oben geschrieben habe, muss man auch nicht auf sich sitzen lassen.
In dem konkreten Beispiel hat das KH mit katholischer Trägerschaft also die vergewaltigte Frau in Frieden gelassen ? Das kann man auch anders sehen. Die "Empörung" über den Vorfall wundert mich allerdings etwas, die Haltung der katholischen Kirche zum Thema Abtreibung ist ja hinlänglich bekannt.
Im Koran steht vieles, aber sicher nicht jedes Detail, sondern das Wichtigste leicht verständlich. Gibt (dein Bsp. aufgreifend) der Koran denn konkret Antworten, auf Fragen, die in der Wissenschaft ebenfalls diskutiert werden und finden sich im Koran von den Wissenschaften widerlegte/bewiesene Theorien?
Nun bezieht jeder seine Motivation zu Forschen, zu Lernen, sein Wissen zu erweitern aus anderen Quellen: du eher um Wissenslücken zu schließen, weil du ausschließen möchtest, möglicherweise falsches Wissen aus einem falschen Glauben zu ziehen, Muslime aus der Aufforderung des Propheten nach Wissen zu streben. Das ist korrekt! Ist es nun aber nicht so, dass man, wenn man die Existenz eines Gottes befürwortet, damit auch die "Antwort" vorwegnimmt? Lässt sich der Glaube an einen Gott wirklich im Prinzip mit der Denkweise der Naturwissenschaften vereinbaren?
Mit "im Prinzip" meine ich: Die Herangehensweise in den Naturwissenschaften ist konsequent; sei es bei der Erforschung von Viren, Galaxien, etc., wir haben schlicht zu wenig Wissen, um die "großen Fragen" zu beantworten; dürfen wir nur aus diesem Grund, bei diesen Fragen, die "Strategie" wechseln und die Antwort in Gott suchen, solange bis wir (wann auch immer, gar nicht?) mit unseren naturwissenschaftlichen Methoden "aufgeholt" haben?
Warum soll man dann "nach Aufforderung des Propheten" überhaupt nach Wissen streben?
Ich hoffe, der Beitrag kam irgendwie kohärent rüber :)
Ich weiss ehrlich nicht, ob eine Diskussion in diesem Rahmen, hier überhaupt zufriedenstellend geführt werden kann (neben der Tatsache, dass das off-topic ist - sry :-blush) ...
Ich bin aber davon überzeugt, dass eine friedliche Koexistenz verschiedenster Einstellungen zumindest im alltäglichen Leben möglich ist, unabhängig von ihren theoretischen Differenzen :peace:
Deine Einstellung klingt eher agnostisch.Was ausschließlich eine Formulierung der Frage nach der Existenz Gottes betrifft, stimme ich dir zu.
:-)
@ Lasse
Ich ziehe das Buch in unklaren Fällen vor, wobei ich doch noch einen Unterschied zwischen Religion und Homööpathie sehe. Das eine ist von Gott, einem höheren Wesen, das andere von Menschen, einem Wesen gleicher Stufe.
Mit "hier" meinte ich die Mitglieder des Forums und nicht die kirchliche Haltung in Hinblick auf die "Abtreibung" durch die Pille danach und das Verwehren selbiger.
Atheismus wird niemals wissenschaftlich beweisbar sein, da man die "Nicht Existenz" von etwas nicht beweisen kann. Religiöse Theorien werden also immer eine mögliche Welterklärung bleiben. Wissenschaftlich würde man jedoch erwarten, dass jemand der eine Theorie aufstellt auch beweisen kann, dass sie stimmt. Religiöse oder metaphysische Theorien sind jedoch in der Regel von vornherein nicht wissenschaftlich formuliert, d.h. sie enthalten entweder Kreisschlüsse, oder sind nicht falsifizierbar. Daraus folgt: wissenschaftlich sind solche Theorien nicht angehbar, eine wissenschaftliche Beschäftigung damit ist schlichtweg nicht bis zur letzten Konsequenz möglich.
Die wichtige Frage im Alltag ist jedoch: wie wahrscheinlich ist eine Theorie und daher wird das Feld für religiöse Erklärungen halt immer kleiner je mehr augenscheinlich wahrscheinlichere und täglich überprüfbare Theorien unsere Welt erklären können.
"Ungefährliche" Gläubige würden wahrscheinlich nur das "momentan nicht Erklärbare" religiös erklären wollen. Nicht erklärbar bis in die letzte Konsequenz wird unsere Welt wahrscheinlich immer bleiben und demnach wird es immer Platz geben für eine religiöse Deutung dieser Nicht Erklärbarkeit, da sehe ich gar kein Problem, so lange man eben anerkennt dass diese "Erklärbarkeit" wandelbar ist.
Es ist augescheinlich schwierig heutzutage an die 7 Tage Schöpfungsgeschichte als wahrscheinliche Theorie zur Erschaffung der Erde zu glauben, klar geht auch das, aber es bedarf doch einiger hirnakrobatischer Verrenkungen und die meisten gläubigen Menschen (in Deutschland) werden hier dann sagen: "na ja so wörtlich kann man die Bibel halt nicht nehmen". So lange das so ist, ist doch alles bestens, finde ich.
Schlimm wird es halt wenn religiöse Theorien bar jeglicher Evidenz immer wortwörtlich und mit all den dabei notwendigen Hirnverrenkungen genommen werden und wenn kein Zweifel und kein Wandel möglich ist, aber das gilt ja nun prinzipiell auch bei allen Ideologien.
LasseReinböng
21.01.2013, 14:02
@ Lasse
Ich ziehe das Buch in unklaren Fällen vor, wobei ich doch noch einen Unterschied zwischen Religion und Homööpathie sehe. Das eine ist von Gott, einem höheren Wesen, das andere von Menschen, einem Wesen gleicher Stufe.
Mein Heiler bezieht sich auf uraltes Wissen und ruft germanische Gottheiten aber auch andere Geister an, da ist er total flexibel. Nebenbei betreibt er auch Homöopathie - die ist natürlich von Menschen gemacht, korrekt. Aber auch hier fragt niemand wirklich nach der Plausibilität, man muß eben fest daran glauben, sonst funktioniert es net.
Was den Zwischenfall an den beiden Kölner Kliniken anbelangt - die Frau abzuweisen ist natürlich total daneben. Wie verunsichert muß das ärztliche Personal in diesen Häusern sein, daß solche Böcke geschossen werden ?! Ist es etwa ein Chef oder ein OA, der in vorauseilendem Gehorsam und in Sorge um seine Karriere bei der Umsetzung der Kirchenmoral über die Stränge schlägt ?
Der Arbeitsalltag im Krankenhaus ist schon hart genug - medizinische Verantwortung, Zeit- und Personalmangel, wirtschaftlicher Druck...und dann auch noch die Sorge, es den geistlichen Trägern Recht zu machen, um nicht die eigene Karriere zu gefährden...das alles bei teilweise immer noch schlechterer Bezahlung...puh !
Leider kommt man nicht immer an den kirchlichen Häusern vorbei, in manchen Städten hat man de facto gar keine andere Wahl.
Kyutrexx
21.01.2013, 14:16
Mein Heiler bezieht sich auf uraltes Wissen und ruft germanische Gottheiten aber auch andere Geister an, da ist er total flexibel. Nebenbei betreibt er auch Homöopathie
Ach du Schande.
Du meinst diesen Mist ernst.
Nein, er KANN es nicht verstehen. Er ist lediglich in der Lage, einen Text zu lesen, aber ohne Glaube kann er den Text nicht interpretieren. Er kann ihn nur für das nehmen, was er sieht. Einen Text, mehr nicht. Und dann denkt er allen ernstes, er wäre besonders klug oder gebildet, wenn er wahllos Textstellen zitiert, ohne den Zusammenhang oder die intrinsische Bedeutung zu sehen. Er kann es nicht verstehen, er kann nur den Text lesen. Ein seelenloser Roboter halt. Erbärmlich. Bemitleidenswert.
Das ist aber auch mal ein Schmankerl... Mich auch mal schöb beleidigt ^^
@Kyutrexx
Lol! Dir muss die Ironie aber auch mit der Schaufel auf den Kopf hauen...
Kyutrexx
21.01.2013, 14:30
Nein, er KANN es nicht verstehen. Er ist lediglich in der Lage, einen Text zu lesen, aber ohne Glaube kann er den Text nicht interpretieren. Er kann ihn nur für das nehmen, was er sieht. Einen Text, mehr nicht. Und dann denkt er allen ernstes, er wäre besonders klug oder gebildet, wenn er wahllos Textstellen zitiert, ohne den Zusammenhang oder die intrinsische Bedeutung zu sehen. Er kann es nicht verstehen, er kann nur den Text lesen. Ein seelenloser Roboter halt. Erbärmlich. Bemitleidenswert.
Das ist aber auch mal ein Schmankerl... Mich auch mal schöb beleidigt ^^
@Kyutrexx
Lol! Dir muss die Ironie aber auch mit der Schaufel auf den Kopf hauen...
Naja ...
Wenn ich solchen Leuten nicht schon in ECHT begegnet wäre, würde ich nicht fragen.
In einer Klinik wo ich war, war ne Schwester, die hat neben ihrer Arbeit als Schwester mit der Wünschelrute gearbeitet und hat Leute bei SICH in Behandlung gehabt als professionelle (ja, man staune - dafür gibts ne teuer zu bezahlende Ausbildung) HANDAUFLEGERIN.
Wenn die Ärzte nich dabei waren, hat sie die anderen Schwestern und manchmal sogar die Patienten (!) versucht davon zu überzeugen wieviel Kraft in einem selbst steckt und was gut ausgebildete Hände machen können und dass man Krankheiten mit dem Pendel finden kann usw.
Das ging fast jeden Tag so.
Dachte am Anfang auch, das sei ein Scherz.
Zu meiner Überraschung: das hat die toternst gemeint.
Handauflegen kostet bei ihr übrigens 15 Euro die Stunde.
...
Klar, so Leute gibt es. Davon auch leider nicht zu wenig. Nur glaube ich nicht, dass Lasse dazu gehört.
@ Lasse: Sollte ich mich täuschen, bitte ich dies zu entschuldigen und hoffe, dass du und dein Heiler mir keinen Fernzauberspruch um die Ohren haut :D
MissGarfield83
21.01.2013, 16:56
@brutus : Komisches Ökosystem diese kirchlichen Häuser ... aber da ich eh nie Chefin werden wollte ... ;-)
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