Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TV-Abschluss VKA
Also bei uns in der Notaufnahme haben die Pflege ca. 200 Euro Nettomonatsgehalt weniger, was das Grundgehalt angeht. 100% Stelle natürlich. Und die kriegen zwar keine Dienstvergütung, machen aber auch keine 12h-Schichten.
Ein Pfleger hat mir neulich gesagt, was er netto verdient, und das war HALB so viel wie ich. Und ich höre immer "Verantwortung, Verantwortung". Was für ne Verantwortung? Ich hab einen Job gelernt und den mach ich. Ich entscheide nicht in jeder Sekunde über Leben oder Tod. Meine Entscheidungen sind selten so gravierend, dass sie nicht später korrigiert werden können, wenn sie mal falsch sein sollten. Bei allen wirklich kribbeligen Sachen holt man sich dann doch auch Hilfe, oder? Wir sind keine Halbgötter in weiß!
Aber darum gings ja hier nicht. Was ich sagen möchte, ist, dass ich mein Gehalt nicht schlecht finde. Ich möchte lieber bessere Arbeitsbedingungen, als immer mehr mehr mehr Geld.
Tja, ich kann auch nur sagen, was mir eine Pflegekraft an Nettogehalt gesagt hat. Ich bin zwar noch im ersten Jahr und damit ganz am Anfang der Tabelle, aber mein Grundgehalt und der genannte Betrag liegen beide nur wenig über 2000 € und nicht weit auseinander...
SuperSonic
12.03.2013, 14:19
@Healix:
Der Vergleich von Nettogehältern ist nur sinnvoll bei gleichen Steuerklassen (als Mindestvoraussetzung).
Von 4000 € brutto bleiben in Steuerklasse I ca. 2400 € netto übrig. Für ein Nettogehalt von 2200 € muss man in Steuerklasse III nur ca. 3100 € brutto verdienen. Die 200 € Differenz netto entsprechen also in diesem Fall nicht unbeträchtlichen 900 € brutto.
@Lava:
:-dafür
Wobei die Arbeitsbedingungen laut Gesetz ja gar nicht so schlecht sind. Es hält sich nur nicht jeder dran. :-?
_Tobias_
12.03.2013, 19:21
Das entwickelt sich sehr in eine allgemeine Diskussion über Arbeitsbedingungen und angemessene Gehälter. Da wird es sicherlich immer verschiedene Meinungen geben.
Mich ärgert aber besonders dieser Tarifabschluss. In einer Situation in der es mehr Nachfrage, freie Stellen, als Angebot, willige Ärzte, gibt finde ich es sehr schade sich so weit unter den eigenen Forderungen zu einigen. Inflationsbereinigt bleiben bei den 2,6% dieses Jahr ein paar Krümel übrig, bei den 2,0% nächstes Jahr garnichts, Vielleicht verpasse ich etwas, aber die jetzige Einigung unterscheidet sich doch kaum von dem ersten VKA-Angebot. Einige Forderungen wie z.B. die Pauschale für Bereitschaft zum Opt-Out oder Gestaltung des Dienstzimmer sind einfach so vom Tisch. Die Reduzierung der maximalen Arbeitszeit von 60 auf 58h und die Halbierung des Ausgleichszeitraums können die sich meinetwegen dahin stecken wo kein licht hin kommt. Ich verstehe nicht so richtig, warum der Marburger Bund sich so über den Tisch ziehen lässt.
Kackbratze
12.03.2013, 21:20
Weil die Karrieren abgeschlossen sind und die Nachfolger sich erst noch in Position bringen müssen, damit wieder publikumswirksame Aktionen stattfinden?
Absolute Arrhythmie
12.03.2013, 21:39
Tja, ich kann auch nur sagen, was mir eine Pflegekraft an Nettogehalt gesagt hat. Ich bin zwar noch im ersten Jahr und damit ganz am Anfang der Tabelle, aber mein Grundgehalt und der genannte Betrag liegen beide nur wenig über 2000 € und nicht weit auseinander...
Dann hat die Pflegekraft aber vllt ne Fachweiterbildung und ist schon lange im Betrieb, denn ich bin als Schwester auf Normalstation ohne FWB (EG 7) in Steuerklasse 1 in Stufe 3 ziemlich weit von 2k netto entfernt... -.-
FirebirdUSA
14.03.2013, 11:52
Warum ist das bei uns immer so verpönt und auch gerne von eigenen Kollegen so "unerwünscht"?!?
Im Ausland verdient das Flughafenpersonal noch weniger und Ärzte noch mehr. Warum demonstriert ihr nicht mal da eure Sozialromantik und lasst uns hier unsere Tarifabschlüsse in Ruhe anders gestalten?
Also, ich verdiene als AA im 5. Jahr aktuell jeden Monat über 3000 Euro Netto (und hier ist nicht Steuernetto gemeint sonder was ich ausbezahlt bekomme) und damit besser wie die meisten Bekannten in studierten Berufen, das finde ich kein schlechtes Gehalt. Mich stören aber die Arbeitszeiten bzw. die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze, doch daran ändert sich ehrlich gesagt auch mit den Tarifveträgen irgendwie aktuell nichts. Ich muss nämlich für mein Gehalt nachts und am WE arbeiten wärend die Bekannten auch viel Arbeiten aber eben nur tagssüber und relativ geplant.
Im Ausland verdienen Ärzte z.T. tatsächlich besser bzw. die Arbeitsbedingungen sind besser. Häufig gibt es aber auch Nachteile (höhere Lebenshaltungskosten, z.B. Schweiz, sehr hohe Haftpflichtsummen, z.B. USA). Außerdem ist das Gesundheitssystem im Ausland meist sehr viel schlechter (nehmen wir mal Norwegen/Schweden aus), womit eben wieder mehr Geld für die Ärzte zur Verfügung steht.
Ich verdiene gerne mehr und haben gerne eine Inflationsausgleich, 15% mehr zu Verlangen halte ich aber für deutlich übertrieben. Den Tarifabschluss, der mich nicht betrifft, halte ich für nicht gut. Ich hätte ein bestehen auf den 200 Euro für Opt-Out etc. für sehr sinnvoll gefunden.
Es geht hier nicht um Sozialromantik und es geht auch nicht darum Ärzte gegen Pflege auszuspielen, was gerne gemacht wird und unverschämt ist. Zu behaupten das Ärztegehalt wäre ein Witz ist aber ebenfalls ein Witz.
ehem-user-02-08-2021-1033
14.03.2013, 12:24
Dann hat die Pflegekraft aber vllt ne Fachweiterbildung und ist schon lange im Betrieb, denn ich bin als Schwester auf Normalstation ohne FWB (EG 7) in Steuerklasse 1 in Stufe 3 ziemlich weit von 2k netto entfernt... -.-
verheiratet, alle Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen (z.B. Kinderfreibeträge usw.) , gute Steuerklasse...
Das kann dann den Netto-Verdienst schon erhöhen. Allerdings kommt dann am Ende des Jahres bei der Steuererklärung nicht mehr viel raus.
--> Netto-Gehälter miteinander zu vergleichen ist extrem schwierig... :-(
Brutto -Gehälter sind da leider "objektiver" auch wenn es der Logik "was hat der pro Monat im Geldbeutel" widerspricht.
cytochromp450
14.03.2013, 13:31
Es geht doch gar nicht darum, dass ein Nettoverdienst von 3000 € als AA im 5. Jahr schlecht ist. Gemessen am finanziellen Gewinn privater Klinikkonzerne und auch an den (durch die Bundesregierung) ermöglichten exorbitanten Gewinnmargen der Pharmakonzerne - diese dürfen nämlich anders als in den anderen europäischen Staaten die Preise für neue Medikamente selbst festlegen - steht die Bezahlung der Ärzte und der Pflege in keinem angemessenen Verhältnis. Darauf sollte man sich bei der Argumentation auch mal beziehen.
Außerdem: Im Gegensatz zu früheren Ärztegeneration arbeiten heute viele Ärzte zeitlebens im Angestelltenverhältnis. Damit entfällt sicher für viele der lukrative Weg der Selbstständigkeit. Und hinsichtlich der Altersversorgung gibt es trotz nominal höherer Pensionsbezüge im Vergleich zu Rentenbeziehern aus der Rentenversicherung auch Nachteile: es entfällt der Zuschuss zur Krankenversicherung.
Ich finde, man sollte mit einem Beruf, für den man sechs Jahre studiert, anschließend eine Facharztweiterbildung von mindestens fünf Jahren durchläuft und dann hier und da noch ein wenig Verantwortung trägt bei manchmal schrägen Arbeitsbedingungen deutlich mehr verdienen.
FirebirdUSA
14.03.2013, 15:20
Gemessen am finanziellen Gewinn privater Klinikkonzerne und auch an den (durch die Bundesregierung) ermöglichten exorbitanten Gewinnmargen der Pharmakonzerne - diese dürfen nämlich anders als in den anderen europäischen Staaten die Preise für neue Medikamente selbst festlegen - steht die Bezahlung der Ärzte und der Pflege in keinem angemessenen Verhältnis. Darauf sollte man sich bei der Argumentation auch mal beziehen.
*gefaelltmir*
Gemessen am finanziellen Gewinn privater Klinikkonzerne und auch an den (durch die Bundesregierung) ermöglichten exorbitanten Gewinnmargen der Pharmakonzerne - diese dürfen nämlich anders als in den anderen europäischen Staaten die Preise für neue Medikamente selbst festlegen - steht die Bezahlung der Ärzte und der Pflege in keinem angemessenen Verhältnis. Darauf sollte man sich bei der Argumentation auch mal beziehen.
Die Argumentation ist cool: "Bill Gates hat auch mehr Geld als ich, das ist auch kein angemessenes Verhältnis"
Bestimmt verdoppelt die KV mein Budget, wenn ich denen das mitteile :-D
cytochromp450
14.03.2013, 20:52
Die Argumentation ist cool: "Bill Gates hat auch mehr Geld als ich, das ist auch kein angemessenes Verhältnis"
Bestimmt verdoppelt die KV mein Budget, wenn ich denen das mitteile :-D
Dann muss man die Dinge halt als gottgegeben hinnehmen und schön brav weiterschuften...Wenn ich auf der anderen Seite des Gesundheitswesen stünde, würde ich bei so viel devot-beflissenen Ärzten das AIP wieder einführen.
cytochromp450
14.03.2013, 21:16
Dieser Beitrag von Gerhard Polt ist zwar schon uralt, gibt da aber vielleicht eine Tendenz wieder, die mancherorts schon zu beobachten ist und die sich auch auf eine im anderen Thread geführte, politisch-inkorrekte Diskussion bezieht (Achtung: satirisch-sarkastischer Inhalt, nicht wörtlich zu nehmen):
http://www.youtube.com/watch?v=hZjmHr4aL9E
Kackbratze
14.03.2013, 21:24
Bei uns wird nicht desinfiziert, aber die Idee mit der Trillerpfeife ist gut...
ehem-user-02-08-2021-1033
14.03.2013, 22:17
Dann muss man die Dinge halt als gottgegeben hinnehmen und schön brav weiterschuften...Wenn ich auf der anderen Seite des Gesundheitswesen stünde, würde ich bei so viel devot-beflissenen Ärzten das AIP wieder einführen.
Ich vernehme hier einen Hauch Polemik. ;-)
LasseReinböng
15.03.2013, 13:34
Immer wollen diese blöden Ärzte mehr verdienen (ja, das wollen andere Arbeitnehmer auch, ihr Sozialromantiker) und bessere Arbeitsbedingungen (wollen überraschenderweise auch alle anderen Arbeitnehmer).
Warum ist das bei uns immer so verpönt und auch gerne von eigenen Kollegen so "unerwünscht"?!?
Wenn ich mich in meinem Umfeld der ehemaligen Klassenkameraden umschaue, verdienen von denjenigen mit Hochschulabschluß nur wenige deutlich besser als ein Assistenzarzt. Fast immer aber sind deren Arbeitsbedingungen besser. Mehr Geld ist immer gut, aber es gibt eben auch noch andere Aspekte des Berufslebens die mindestens genauso wichtig sind (siehe den aktuellen Thread über 15 Jahre bis zum FA sowie die zahlreichen anderen negativen Berichte hier, oft von der Innere-Front).
Dann muss man die Dinge halt als gottgegeben hinnehmen und schön brav weiterschuften...Wenn ich auf der anderen Seite des Gesundheitswesen stünde, würde ich bei so viel devot-beflissenen Ärzten das AIP wieder einführen.
Nö, man muß nix als gottgegeben hinnehmen. Für Änderungen ist hanebüchene Argumentation aber eher kontraproduktiv.
cytochromp450
15.03.2013, 14:46
Nö, man muß nix als gottgegeben hinnehmen. Für Änderungen ist hanebüchene Argumentation aber eher kontraproduktiv.
Was ist an der Forderung hanebüchen, die Versichertengelder angemessen in die Bezahlung des ärztlichen/pflegenden Personals anstatt völlig dereguliert in Pharmaindustrie und private Klinikkonzerne zu investieren? Ich kann da auch nichts polemisches dran finden.
ehem-user-02-08-2021-1033
15.03.2013, 15:24
Was ist an der Forderung hanebüchen, die Versichertengelder angemessen in die Bezahlung des ärztlichen/pflegenden Personals anstatt völlig dereguliert in Pharmaindustrie und private Klinikkonzerne zu investieren? Ich kann da auch nichts polemisches dran finden.
Ich glaube man nennt diesen Vorgang freie Marktwirtschaft.
Also "Angebot und Nachfrage regeln den Preis."
Und wenn man wegen eines Patentes ein Monopol auf ein Produkt hat, dann kann man auch selbst bestimmten Preis verlangen. (Da gibt es doch diese komische Firma mit den Äpfeln...leider habe ich den Namen vergessen... ;-) )
Das ist nunmal die Realität und die lässt sich nur sehr schwer ändern.
Deswegen ist die Forderung zwar sehr nett,
aber nicht zielführend.
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