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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nadelstichverletzung



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Absolute Arrhythmie
15.03.2013, 20:17
Ehrlich gesagt, würde ich nach sowas eher keine PEP machen. Ich glaube die kann die Lebenserwartung auch nachteilig verändern.

In dem Fall hätte ich wohl wahrscheinlich auch keine PEP gemacht bzw mich eingehend beraten lassen. aber zumindest nen Gang zum D-Arzt nach dem Stich sowieso nach ein paar Monaten sollte drin sein.
Allein um meine Familie zu schützen und BGliche Ansprüche nicht zu verlieren.

FataMorgana
16.03.2013, 01:48
wenn beim Patienten HCV/HIV positiv Postexpositionsprophylaxe so früh wie möglich.

HCV-PEP? Was'n das?

Leelaacoo
16.03.2013, 05:37
Na ja, PEP meint sie wahrscheinlich nicht...aber bei einer frischen akuten HCV-Infektion, welche man ja durch Kontrollen aufdecken kann, hat man inzwischen sehr gute Raten an vollständiger Viruselimination.

Ich habe mich in der Medizinerlaufbahn ca. 3-4x selbst gestochen...alles während des Studiums, nur einmal auf der ITS hab ich später ungünstigerweise beim ZVK-Anlegen an ne benutze Kanüle gelangt, 3 Uhr nachts, Hektik...aber habe bisher Stichverletzungen immer gemeldet und würde es auch bei "kleineren" Fällen allen raten (also auch, wenn man sich nur "angepieckst" hat o.ä.). Blut an allen möglichen freiliegenden Körperteilen und auch andere Sekrete kann man ja im KH kaum vermeiden...trage daher lieber Brille statt Kontaktlinsen und IMMER (wirklich bei jeder BE und jeder Viggo!) Handschuhe...seit dem Studium konsquent...die Hände bekommen sonst ja am meisten ab. Und wie schon erwähnt..jeder Pat. ist potentiell infektiös...wir hatten schon einen 80jährigen mit ED HIV und HCV-Infektionen sind an keinerlei "Klientel" gebunden...

Gestochen von anderen wurde ich im Chirurgie-Tertial mehrfach (danke, lieber OA :-( )...ein Grund gegen die Chirurgie ;-)..da wurde ichschief angeschaut, als ich es einmal gemeldet habe...war mir egal;-)

LG Lee

Hoppla-Daisy
16.03.2013, 08:21
Ich hab zweimal bisher das Vergnügen gehabt, Stichverletzungen bzw. "Blutbesudelung" BGlich feststellen zu lassen - und würde es auch jedesmal wieder tun!

Einmal war es im Pflegepraktikum, als ich bei einer Patientin mit ner Hepatitis C und Z. n. Drogenabusus (beides mir nicht bekannt gewesen, danke, liebe Stationsübergabe!) ne Viggo abstöpselte und es wie Sau blutete - genau über meine neurodermitische Hand mit offenen Wunden, die natürlich keinen Handschuh drüber hatte, weil "mal eben schnell abstöpseln". Ich war jung und unerfahren :-keks. Risiko war zwar gering, aber vorhanden.

Beim zweiten Mal war es im PJ bei einer Metallentfernung mit dem OA. Das Drecksding wollte sich nicht lösen, er rutschte mit dem Meißel (jahaaa, anders ging es nicht!) ab und mir direkt in den Finger bzw. das Fingergrundgelenk. Hat ordentlich gesuppt, mal eben schnell im OP desinfiziert - hach, ist so schön, wenn der Schmerz nachlässt... - wieder Handschuh an, weitergemacht. Danach bin ich aber stante pede, auch auf die dringende Aufforderung des OA hin, zum D-Arzt und hab das als Arbeitsunfall aufnehmen lassen und Blut abgegeben. Der Patient auf dem Tisch zwar ein sehr junger Mann, gepflegt, sah nicht nach sexuell aktiv aus (hihihi). Aber wie hier schon jemand sagte: Selbst das unwahrscheinlichste Klientel kann Virusträger sein, aus welchen Gründen auch immer.

Ich würde jedenfalls jederzeit, sei es auch noch so eine kleine Verletzung, genau diesen Weg gehen. Es ist MEINE Gesundheit. Ich möchte wissen, ob ich mir evtl. was eingefangen habe bzw. möchte eine Beruhigung haben (zumal, wenn es "besonderes" Klientel ist). Und auch wenn man damit ne Stichverletzung und die eventuellen Folgen nicht rückgängig machen kann, so ist es mir schon sehr wichtig, dass ich dann im Falle des Falles Ansprüche bei der BG geltend machen kann.

MissGarfield83
16.03.2013, 08:54
@FataMorgana : Sorry für die unklare Formulierung. HCV gibt es ja noch keine richtige PEP , nur die Behandlung mit Interferon bei akutem Verdacht auf Infektion ...

*milkakuh*
16.03.2013, 09:42
Ich habe mich leider auch schon 2x an einer benutzten Kanüle gestochen. Einmal im ambulanten Pflegedienst an einer benutzten Kanüle zur Messung des Blutzuckers, die im betreffenden Fall leider häufiger verwendet und nicht nach jeder Messung gewechsel wurde. Nachdem ich mir ne Menge Desinfektionsmittel drüber gekippt habe (man hat das gebrannt!!!) bin ich auch in die Klinik gefahren und habe es als BG-Fall aufnehmen lassen. Habe allerdings keine PEP durchführen lassen, weil das Risiko nicht so groß war. Im zweiten Fall wollte ich aus dem Schlauch des Dauerkatethers Urin für eine Probe entnehmen, dabei habe ich mich beim Herausziehen der Kanüle gestochen. Das habe ich nicht gemeldet, da nach meinen Recherchen eine Übertragung von Infektionskrankheiten durch Urin nicht so wahrscheinlich ist. Außerdem wurde der Patient bei uns operiert und ich wusste daher, dass der Patient HIV und Hep C negativ war....

Wanderfreak
16.03.2013, 10:14
Ich habe gelesen,dass die meisten Nadelstichverletzungen in der Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Dermatologie vorkommen,könnt ihr das bestätigen?

Die wenigsten Stiche werden in der Pädiatrie gemeldet,woran liegt das ?


Wie verbreitet sind bei euch (in der Klinik) die Sicherheitsspritzen?

Absolute Arrhythmie
16.03.2013, 15:19
Wie verbreitet sind bei euch (in der Klinik) die Sicherheitsspritzen?

Also wir verwenden nur noch Fertigspritzen mit Sicherheitssystem um zB Clexane zu spritzen. Bei allen Medis, die man selber aufziehen muss, gibt es das im Haus leider nicht :/

el suenio
16.03.2013, 17:19
Wie verbreitet sind bei euch (in der Klinik) die Sicherheitsspritzen?
Wir haben auch für Clexane die Fertigspritzen mit Sicherheitssystem. Die werden aber nicht überall verwendet (ich denke mal Kostenfaktor) und Heparin muss auch so aufgezogen werden. Da gibt es dann ja aber die Sicherheitskanülen für s.c.-Injektionen. Bei der Blutabnahme mit Butterfly kann man sich durch Zurückziehen der Kanüle ja ebenfalls schützen.
Die meisten Schüler bei uns, die sich schon einmal gestochen haben, haben sich durch Recapping der Insulinpens gestochen.

THawk
16.03.2013, 17:23
Ich habe gelesen,dass die meisten Nadelstichverletzungen in der Chirurgie, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Innere Medizin und Dermatologie vorkommen,könnt ihr das bestätigen?

Die wenigsten Stiche werden in der Pädiatrie gemeldet,woran liegt das ?
Wie verbreitet sind bei euch (in der Klinik) die Sicherheitsspritzen?

Echt? Hast du eine Quelle für die Daten?

Für die Pädiatrie wundert es mich ehrlich gesagt etwas. Die ganz großen und die ganz kleinen sind natürlich unproblematisch (die großen halten still, die kleinsten lassen sich elegant festhalten), aber im mittleren Altersbereich ist schon eine Menge Gegenwehr dabei. Auf der anderen Seite rechnet damit natürlich jeder und wir machen alle Blutentnahmen / Flexülen mit min. einer Schwester. Also vielleicht ist die Aufmerksamkeit und Vorsicht einfach größer?

Sicherheitsnadeln haben wir keine, Sicherheitsflexülen nur sehr vereinzelt (und auch nur bis minimal blau, gelb gibt es bei uns nicht in Sicherheitsvariante).

MissGarfield83
16.03.2013, 17:24
Mir ist es damals beim Abwerfen einer Viggo-Stahlmandrin in den Abwurf passiert ... der war leider wohl recht voll und ich hab nicht aufgepasst ... und das zweite Mal wars ein Doc im OP der mich angepiekst hat als er mit der Nadel abgerutscht ist. Hat geblutet und ich sollte dann abtreten, weil er eh am zumachen war.

Wanderfreak
17.03.2013, 07:52
Echt? Hast du eine Quelle für die Daten?

Für die Pädiatrie wundert es mich ehrlich gesagt etwas. Die ganz großen und die ganz kleinen sind natürlich unproblematisch (die großen halten still, die kleinsten lassen sich elegant festhalten), aber im mittleren Altersbereich ist schon eine Menge Gegenwehr dabei. Auf der anderen Seite rechnet damit natürlich jeder und wir machen alle Blutentnahmen / Flexülen mit min. einer Schwester. Also vielleicht ist die Aufmerksamkeit und Vorsicht einfach größer?

Sicherheitsnadeln haben wir keine, Sicherheitsflexülen nur sehr vereinzelt (und auch nur bis minimal blau, gelb gibt es bei uns nicht in Sicherheitsvariante).

http://de.wikipedia.org/wiki/Nadelstichverletzung

epeline
19.03.2013, 05:59
Ist mir Gott sei Dank noch nie passiert, hab mich nur mal mit nem frischen Fadenmesser verletzt und mir beim Rausziehen aus der Packung elegant den Daumen längs aufgeschnitten :-blush

An sonsten ziehe ich auch immer Handschuhe an, bei jeder BE und Braunüle. bin auch immer wieder erschrocken, wie viele das ohne machen.

Zünder
19.03.2013, 08:57
Also, auch auf die Gefahr hin... :-blush


Aber was macht denn eine Blutentnahme mit Handschuhen sicherer? Bei BE´s habe ich mich noch nie bekleckert und ich weiss auch nicht, wie man das anstellen will? Und wenn ich mir die Hohlnadel in die Hand jage, dann hilft der Handschuh ja eigentlich auch nicht so wirklich weiter. OK, man hat zwar einen gewissen Abstreifeffekt, aber ob der nun so viel bringt?:-nix

Kackbratze
19.03.2013, 10:26
Bei BE´s habe ich mich noch nie bekleckert und ich weiss auch nicht, wie man das anstellen will?

Glückwunsch. Warte doch einfach mal ab. Das ist wie mit dem Sex. Irgendwann passiert es mal.

Zünder
19.03.2013, 10:43
Warum so feindselig? :-))

MissGarfield83
19.03.2013, 12:57
@zünder : Sag mal, in welcher Region möchtest du eigentlich Ortho / UCh machen ?

MacMoneysac
19.03.2013, 14:29
Ich habe mich im Krankenpflegepraktikum gestochen. Wurde gebeten, den überquellenden Mülleimer in einem Patientenzimmer zu leeren. Beim Tragen des vollen Müllsacks hat mir dann auf einmal etwas durch die Hose ins Bein gestochen - hatte wohl jemand eine Nadel falsch entsorgt. Ich war wirklich stinksauer und sehr besorgt, weil wir auch einen HIV positiven Patienten auf der Station hatten und natürlich niemand wusste, wie diese Nadel dort hineingekommen ist und von wem sie letztlich stammte.
Saß dann wie ein Häufchen Elend zum Report in der Notaufnahme. Dort hat man nur kurz desinfiziert und gemeint, ich könnte mir ja mal die Tage überlegen, ob ich Interferon nehmen wolle. Eine Aufklärung, was das genau sein soll, gab's keine, ich sollte mir eben mal Gedanken machen, aber bitte nicht zu viele, weil eben meistens nichts passiere. Die Nadel hat man auch nicht untersucht.

Heute würde ich da richtig Aufstand machen, aber damals als kleinstes und unwissendes Rädchen... Zum Glück sind alle Tests negativ ausgefallen und trotzdem habe ich im Infektio-Praktikum, der PJ Untersuchung, dem "großen USA Check" und der Untersuchung für die Approbationsbescheinigung immer ein bisschen die Luft angehalten.

Wanderfreak
20.03.2013, 11:28
Welche Vorsichtsmaßnahmen (bei medizinischen Eingriffen,Blutabnahme usw.) werden eigentlich getroffen,wenn ein Patient bekannterweise HIV hat ?

Kackbratze
20.03.2013, 12:35
Eigentlich die Gleichen wie bei Patienten, bei denen man den Test noch nicht gemacht hat.
Normal vorsichtig arbeiten.
Die sind nicht aussätzig oder so.