Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Linie vs Stabstelle, Einzelgänger vs. Teamspieler, Routine vs. Innovation
Ist ja nicht so als kämen der Pathologe und der Radiologe nur wegen dem Kuchen zur Besprechung und am Ende muss der Chirurg doch selbst der Bilder machen/ auswerte und die Nächte im Labot verbringen, weil die andern kein Bock haben.
:-)) :-)):-))
Das stimmt - und andererseits ist es in JEDEM Berufsfeld, in dem man Kollegen hat, so, dass diese auch faul sein können. Die normale Alltagsarbeit, die so jeden Tag anfällt, muss man sich ja auch aufteilen, wenn die Station groß ist "Ich mach die Aufnahmen, du die Briefe" und wenn einer nicht mitmacht, bleibst du auf allem sitzen.
Aber das kann dir ja genauso als Bäcker, Projektmanager, Bibliothekar passieren.
Kann übrigens aus eigener Erfahrung bezeugen, dass sich solche Einstellungen ändern können. So mit 17 dachte ich "Medizin ist ja toll, aber die Menschen: bäh, besser du machst Rechtsmedizin" Heute kann ich mir nicht vorstellen, ein Fach ohne Patientenkontakt zu machen -> vom Gefühl her bin ich ohne Patienten auch kein Arzt...
Also guck erst mal, was das Studium so bringt.
PsychoFan
23.03.2013, 15:46
Stabstelle, eher Einzelgänger, eher Routine - da fällt mir eigentlich nur Chefarzt ein. Und zwar einer der Sorte, welche die klinische Tätigkeit gerne auf Oberärzte delegiert. ;)
Und ernsthaft: Gutachtertätigkeit, Gebiet egal, am besten beim MDK.
atlasastronomie
23.03.2013, 16:30
Wenn dich Arbeiten im Team und Arbeiten mit Menschen stört, würde ich an deiner Stelle generell mal deine Berufswahl überdenken. Da bist du in einer anderen Branche, bei der es nicht direkt um Menschen geht, besser aufgehoben.
Als Arzt musst du immer mit anderen zusammenarbeiten - egal ob das dein Patient ist oder deine Kollegen aus anderen Fachabteilungen. Am Genesungsprozess eines Patienten sind in der Regel die unterschiedlichsten Fachrichtung beteiligt und wenn diese nicht kooperieren, na dann gute Nacht.
Klar, es gibt Fachrichtungen bei denen sich der Patientenkontakt in Grenzen hält ... Pathologie, Klinische Chemie, zum Teil auch Radiologie, aber gerade in diesen Fachrichtungen musst du mit deinen Kollegen zusammenarbeiten, da diese auf deine Ergebnisse angewiesen sind.
Eine Alternative wäre für dich evtl noch die Forschung - keine Patienten, der Druck ist geringer, eigenständigeres Arbeiten.
Was ist denn überhaupt deine Motivation Medizin zu studieren?
Vielen Dank für deinen Beitrag, tas183. :)
Im Team schon. Aber meist ist das Team in Wahrheit eine Gruppe, die ineffizient arbeitet. Das erhöht den Druck auf mich und führt bei mir zu Stress. Ich mache Teamsport und war auch durchaus erfolgreich. Aber meist wird die sogenannte Teamarbeit einfach missbraucht. Kann natürlich im Arztberuf anders sein. Aber ich habe eigentlich immer als BWLer nur Gruppen angetroffen.
Ich habe kein Problem mit Menschen. Wie gesagt: Ich bin kein Autist.
Ich glaube in der Forschung werden doch lieber reine Mediziner und nicht solche Umschwenkkandidaten - wie ich - gesucht.
LG
Naja, aber die eigenen Aufgaben sind doch schon ziemlich abgesteckt. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen beschränkt sich in den meisten Fällen auf ein schriftlich/elektronisch angefordertes Konsil, maximal noch ein Telefongespräch und die Zusammenarbeit mit den Oberärzten besteht doch auch meistens nur aus Ausführung von Anweisungen. Die Zusammenarbeit mit dem Pflege- und Hilfspersonal wiederum besteht darin, Anweisungen zu geben. :-nix So eine Gruppenarbeit wie das gemeinsame Vorbereiten eines Vortrags oder eines Posters, wie man es aus Schule oder Studium kennt, kommt doch in der Medizin kaum vor. Im Tumorboard vielleicht, aber daran habe ich noch nie teilgenommen und kann daher nicht sagen, wie das abläuft.
Ja vielen Dank, Lava. :) Das hört sich schon besser an.
In meinen Augen stellt das Studium selbst das größere Problem dar. Man hat über Jahre ständig Stress/Prüfungen, muss Unmengen neues lernen und um Gruppenarbeiten/Zusammenarbeit mit Komilitonen kommt man auch nicht drumherum. Selbst wenn man lieber alleine lernt, muss man in den Pratika immer wieder mit seinen Komilitonen zusammen arbeiten und auch am Präptisch komm man um Teamarbeit nicht ganz drumherum.
Die klassische Gruppenarbeit im Sinne von: 5 sinnlose Treffen und im Endeffekt hätte man es alleine schneller und besser hinbekommen, gibts doch im Berufsleben nicht mehr wirklich. Da trägt halt jeder entsprechend seines Fachgebietes zum Thema bei. Ist ja nicht so als kämen der Pathologe und der Radiologe nur wegen dem Kuchen zur Besprechung und am Ende muss der Chirurg doch selbst der Bilder machen/ auswerte und die Nächte im Labot verbringen, weil die andern kein Bock haben.
Ja, genau vor diesen Schwachsinnstreffen: Nach dem Motto "Einer arbeitet, der Rest chillt" läuft ja meist so eine Gruppenarbeit ab.
LG
:-)) :-)):-))
Das stimmt - und andererseits ist es in JEDEM Berufsfeld, in dem man Kollegen hat, so, dass diese auch faul sein können. Die normale Alltagsarbeit, die so jeden Tag anfällt, muss man sich ja auch aufteilen, wenn die Station groß ist "Ich mach die Aufnahmen, du die Briefe" und wenn einer nicht mitmacht, bleibst du auf allem sitzen.
Aber das kann dir ja genauso als Bäcker, Projektmanager, Bibliothekar passieren.
Kann übrigens aus eigener Erfahrung bezeugen, dass sich solche Einstellungen ändern können. So mit 17 dachte ich "Medizin ist ja toll, aber die Menschen: bäh, besser du machst Rechtsmedizin" Heute kann ich mir nicht vorstellen, ein Fach ohne Patientenkontakt zu machen -> vom Gefühl her bin ich ohne Patienten auch kein Arzt...
Also guck erst mal, was das Studium so bringt.
Ok, ja das wird wohl das sinnvollste sein, Fr.Pelz. :)
Stabstelle, eher Einzelgänger, eher Routine - da fällt mir eigentlich nur Chefarzt ein. Und zwar einer der Sorte, welche die klinische Tätigkeit gerne auf Oberärzte delegiert. ;)
Und ernsthaft: Gutachtertätigkeit, Gebiet egal, am besten beim MDK.
Was bedeutet MDK, PsychoFan?
LG
WackenDoc
23.03.2013, 16:40
Ich weiss zwar immernoch nicht,was du mit "Line" oder "Linie" meinst, aber sei´s drum.
Gerade bei der Stabsarbeit wirst du mehr Gruppen-als Teamarbeit haben- als "normaler" Arzt auf Station oder so eher Teamarbeit.
Auch in der Forschung wirst du in Gruppen arbeiten müssen und stressfrei dürfte es da in den wenigsten Fällen zugehen.
Als Arzt kann man früher oder später schon seine Nische finden, aber da muss man erstmal hinkommen.
Haben sich eigentlich die Gründe, die damals zum Abbruch deines Medizinstudiums geführt haben, geklärt? Durch diese Gruppenarbeiten wirst du während des Studiums so oder so durch müssen. Ebenso wirst du sehr viel mit verschiednen Menschen zu tun haben- teilweise im Wochentakt (wenn man z.B. mal an die Blockpraktika denkt) erträgst du das überhaupt?
atlasastronomie
23.03.2013, 17:06
Ich weiss zwar immernoch nicht,was du mit "Line" oder "Linie" meinst, aber sei´s drum.
Gerade bei der Stabsarbeit wirst du mehr Gruppen-als Teamarbeit haben- als "normaler" Arzt auf Station oder so eher Teamarbeit.
Auch in der Forschung wirst du in Gruppen arbeiten müssen und stressfrei dürfte es da in den wenigsten Fällen zugehen.
Als Arzt kann man früher oder später schon seine Nische finden, aber da muss man erstmal hinkommen.
Haben sich eigentlich die Gründe, die damals zum Abbruch deines Medizinstudiums geführt haben, geklärt? Durch diese Gruppenarbeiten wirst du während des Studiums so oder so durch müssen. Ebenso wirst du sehr viel mit verschiednen Menschen zu tun haben- teilweise im Wochentakt (wenn man z.B. mal an die Blockpraktika denkt) erträgst du das überhaupt?
Linienstellen - sind ausführende Stellen und in die Weisungshierarchie eingebettet. Wie gesagt, der Eingangspost war "Ideale Welt".
Grund des Abbruchs war Stress.
Solange die Gruppenmitglieder verlässlich arbeiten - dann ists ok. Sonst nicht.
LG
Ja, genau vor diesen Schwachsinnstreffen: Nach dem Motto "Einer arbeitet, der Rest chillt" läuft ja meist so eine Gruppenarbeit ab.
LG
aber das finden doch die meistens Leute schwachsinnig. Aus solchen Treffen daraus zu schließen, dass man später am besten mutterseelenallein in einem Keller Routinarbeit machen will, halte ich doch für übertrieben. Ich drücke mich seit Beginn der Schulzeit vor solchen Gruppenarbeiten und bin immer genervt, wenn ich mit 5 Leute ausdiskutieren muss was ich allein schon längst erledingt hätte. Und trotzdem kann ich seit Jahren als Rettungsassistentin problemlos im Team und auch in der Gruppe arbeiten weil das einfach ein ganzes anderes Arbeiten ist als dieses olle Präsentationenausarbeiten.
Was aber bleibt ist die Tatsache, dass das Medizinstudium genauso wieder der Arztberuf immer mit Stress verbunden sein wird. Selbst wenn man irgendwann mal seine Nische gefunden hat und ein ruhiges Arztdasein mit Routinaufgaben fristet, muss man erstmal durch das Studium mit Physikum, Famulaturen, Prüfungen, PJ, Hex und so weiter. Und auch als frischer Arzt gibts erstmal ne Menge zu lernen und zu machen bis man sich auf der friedlichen Routine ausruhen kann.
@atlas
Dass du ein Autist seist, habe ich auch nicht behauptet. Und selbst wenn - irgendwo habe ich mal einen Artikel gelesen über eine Allgemeinmedizinerin mit Asperger-Syndrom. Das gibt es also auch.
Die Reaktionen auf deine Posts kommen wahrscheinlich daher, dass du dich etwas missverständlich ausdrückst - bzw. fachchinesisch BWL redest. Was eine Stabstelle in der Medizin sein soll, habe ich immer noch nicht kapiert. Und anscheinend bist du ja doch teamfähig, aber kommst nur nicht mit ineffizienten Gruppenarbeiten klar, bei denen sich alle einen Larry machen - was ja absolut verständlich ist.
Introvertiertheit ist jedenfalls absolut kein Hinderungsgrund um Arzt zu werden - da würde ich mir keine Gedanken machen.
Ich würde an deiner Stelle einfach Famulaturen in verschiedenen Fachbereichen machen. Dann merkst du schon irgendwann, was dir liegt. Und wie das schon jemand gesagt hat, die Vorlieben ändern sich während des Studiums.
Leelaacoo
23.03.2013, 19:06
Also, ich seh das eigentlich anders als ihr...es ist schon wichtig, sich erstmal Gedanken über die 35 Jahre Berufstätigkeit zu machen, BEVOR man sich Gedanken um die 6 Jahre Studium macht...welches einen ja eh nur unwesentlich auf die späteren Realitäten was Gruppe/Team/Belastung etc. betrifft vorbereitet. Es ist schon korrekt vom TE, sich dies vorher zu überlegen...nach 6 Jahren ists zu spät.
Und die Vorschläge mit dem Gutachterjob: wie soll denn das ohne längere klinische Erfahrung gehen? Meint ihr, man kann da nach dem STEX zum MDK tingeln und Gutachten schreiben? Never ever. da sollte schon ein klinischer FA-Titel vorliegen.
Ich hätte eher die Betriebs/Arbeitsmedizin im Sinn. Strukturierter Arbeitsplatz, meist recht stringentes Curriculum, keine Wechselschichten, wenig Personal drumherum und viel Eigenarbeit bzw. weniger äußerer Druck (wie Chef, OÄs, Pflege etc. etc.). Dafür musst du 1,5-2 Jahre Innere überleben, das dürfte zu machen sein...und dann ist man zumindest noch Arzt...
LG Lee
"Gruppenarbeit" kenn ich irgendwie quasi gar nicht. Entweder ist es Teamarbeit (z.B. im OP) mit klar verteilten Rollen (die nicht gerecht sein müssen) oder man arbeitet alleine irgendwie vor sich hin und stimmt seine Arbeit mit den Kollegen ab. Bei mir in der Chirurgie auf Station zumindest. Ich brauch keine 3 Ärzte für einen Verbandswechsel (haben wir auch nicht). Wenn ich allein bin mach ich alles allein, wenn wir zu weit sind beginnt einer vorn, einer hinten und wir treffen uns in der Mitte usw. Nicht wirklich kompliziert. Und wer im OP ist spart sich halt Stationsarbeit und andersrum. Unser Chef achtet akribisch drauf dass da die Verteilung gerecht ist und das ist gut so. Meine letzte Stelle hab ich gekündigt weils da deutliche Missverhältnisse gab. Muss man halt Konsequenzen ziehen.
Ansonsten ist es am Anfang immer Stress auf Station und wird auch Stress bleiben wenn ein oder mehrere Faktoren zutreffen:
- das zu erledigende Arbeitspensum übersteigt bei weitem die dafür vorgesehene Zeit (man wird aber im Lauf der Zeit schneller)
- man soll fachliche Entscheidungen treffen hat aber keine Ahnung (wird auch mit der Zeit besser)
- die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist extrem einseitig (dann bleibt nur "zur Sprache bringen" und verbessern oder kündigen)
- man wird ständig gestört mit unwichtigen Dingen (muss man mit den Schwestern klaren!)
- man schafft es selbst nicht wichtiges von unwichtigem zu trennen und medizinische Probleme von organisatorischen Problemen
Letzteres ist am Schwierigsten. Vor allem die Patienten die immer bis um ... unbedingt ihren Arztbrief wollen und gehen wollen (obwohl sie als Rentner eh den ganzen Tag nix zu tun haben) während gleichzeitig idealerweise eine Reanimation am anderen Ende der Station stattfindet. Gut, das ist ein krasses Beispiel aber mir kommts immer so vor. Es wollen immer alle gleichzeitig gehen und alles muss schnell und als erstes usw.
Jetzt bin ich aber schön langsam weit vom Thema weg und versuch wieder zurückzukommen...
Ich selbst fand mein Studium sehr schön und gar nicht stressig. So viel Zeit und Freiräume hatte ich vorher nie und hab ich wahrscheinlich erst wieder als Rentner.
Die Weiterbildungszeit dagegen wird eher nie relaxt ablaufen. Wie denn auch. Man hat überhaupt keine Ahnung, ist am unteren Ende der Nahrungskette, hat wenig Selbstbestimmung usw. Hier darf man mir gerne Gegenbeispiele bringen.
Ansonsten wird man später nach der Weiterbildung unterscheiden müssen zwischen Fächern bei denen die eigentliche Leistung / Arbeit von den Assistenzärzten erbracht wird und von denen von den Fach-/Oberärzten. Da kommt es drauf an ob es konservative Behandlungen oder interventionelle/operative Behandlungen sind. Ein Oberarzt für Innere oder in einer Rehaklinik der keine Interventionen anbietet und quasi nur Station versorgt kann ein völlig entspanntes Leben haben. Man braucht nur genug Assistenzärzte / Sklaven / Fußvolk. In der Chirurgie werden die Oberärzte immer genug zu tun haben, auch wenn es Assistenzärzte gibt. Aber auch da gibts große Unterschiede zwischen den Stellen.
Für mich hab ich klare Prioritäten gesetzt. Ich bin in der Chirurgie weils einfach richtig Spaß macht zu operieren. Manchmal bis oft stressig, aber meist sehr erfüllend...
Über andere Fächer kann ich nur von Famulatur / PJ und Gerüchten was sagen. Daher würd ich auch sagen: Praktika machen, famulieren und hospitieren.
Ich schlag auch mal Anästhesie vor. Die Anästhesisten die ich kenn arbeiten eher alleine (also ohne weiteren Anästhesisten im Saal) bzw. in einem Team mit klaren Verhältnissen. Die Anästhesieschwester hat klare Handlungsspielräume und der Arzt ist der der Ansagen macht. Wenn man da in ein kleines Haus oder ein spezialisiertes Privathaus geht ist es auch eher Routine als in einem Klinikum der Maximalversorgung.
Ansonsten vielleicht Humangenetik?
Leelacoo, es ist nur ziemlich schwer sich darüber Gedanken zu machen, wenn man noch nicht viel über den Beruf und ja doch seine weit auseinandergehenden Fachbereiche weiß plus mit der Ungewißheit zu leben, dass sich Meinungen auch ändern können.
Gerade am Anfang wünscht man sich ja oft das weniger Stressige, weil man noch nicht die Erfahrung gemacht hat, den Stress bewältigen zu können.
Und wenn der TE sagt, dass er das Heilen gut findet, ist Arbeitsmedizin- aber auch Gutachten schreiben, ja nicht das Ideale.
Denke auch, dass diese erzwungenen Gruppenarbeiten die man von der Schule und vom Studium her kennt, furchtbar sind. Aber damit kann man wirklich nichts im Arztberuf vergleichen (außer man ist vielleicht in der Pharmaindustrie und überlegt im Team wie man xy an den Mann bringt o.ä).
Hab auch bei vielen Kommilitonen erlebt, wie sich im Laufe des Studiums Meinungen ändern können, deswegen würd ich dabei bleiben dazu zu raten, das Studium zu beginnen, ggf vorher oder parallel unterschiedliche praktische Erfahrungen sammeln. Z.b in Pflegepraktika die Ärzte ausfragen. oder halt auch mal den eigenen Hausarzt. Nieergelassene haben schließlich nicht den Zwang zur Teamarbeit bzw müssen das Praxisteam führen und haben zum großen Teil auch Routinetätigkeiten.
Leelaacoo
24.03.2013, 06:30
Und gerade Niedergelassene sind ja nicht die Gruppe, die über zu wenig zeitdruck klagen kann...
Ich meinte das ja nicht böse, aber ich kenne viele, die meinen: hey, ich finde Kunstgeschichte voll spannend, ich will das gerne studieren...und wenn man fragt, was denn als Job so bei rumkommen soll...öhmm ähmm..ja vielleicht dies und das. Und das scheitert einfach häufig. Der TE klingt jetzt schon wenig idealistisch, eher mechanistisch/ wissenschaftlich...und ist ja wohl auch keine 19 mehr.
Über den späteren Job nachdenken ist da sicher legitim, rosa Brille muss ja irgendwann mal ab.
LG Lee
PS: "Heilen" finde ich auch gut (und einige Voodoo-Priester sicher auch:-D)....ist nur in weiten Bereichen der Medizin sehr selten und selten die Hauptaufgabe.
atlasastronomie
24.03.2013, 11:58
aber das finden doch die meistens Leute schwachsinnig. Aus solchen Treffen daraus zu schließen, dass man später am besten mutterseelenallein in einem Keller Routinarbeit machen will, halte ich doch für übertrieben. Ich drücke mich seit Beginn der Schulzeit vor solchen Gruppenarbeiten und bin immer genervt, wenn ich mit 5 Leute ausdiskutieren muss was ich allein schon längst erledingt hätte. Und trotzdem kann ich seit Jahren als Rettungsassistentin problemlos im Team und auch in der Gruppe arbeiten weil das einfach ein ganzes anderes Arbeiten ist als dieses olle Präsentationenausarbeiten.
Was aber bleibt ist die Tatsache, dass das Medizinstudium genauso wieder der Arztberuf immer mit Stress verbunden sein wird. Selbst wenn man irgendwann mal seine Nische gefunden hat und ein ruhiges Arztdasein mit Routinaufgaben fristet, muss man erstmal durch das Studium mit Physikum, Famulaturen, Prüfungen, PJ, Hex und so weiter. Und auch als frischer Arzt gibts erstmal ne Menge zu lernen und zu machen bis man sich auf der friedlichen Routine ausruhen kann.
Also Teamarbeit ist gut!
Ja, ich weiß, dass das Studium nicht ohne ist, aber man hat ja da nicht so viel Mathe. Dafür dann StEx.
http://lmgtfy.com/?q=MDK
;-) ne, wars nicht.
Zu Stab und Linie:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stablinienorganisation
@atlas
Dass du ein Autist seist, habe ich auch nicht behauptet. Und selbst wenn - irgendwo habe ich mal einen Artikel gelesen über eine Allgemeinmedizinerin mit Asperger-Syndrom. Das gibt es also auch.
Die Reaktionen auf deine Posts kommen wahrscheinlich daher, dass du dich etwas missverständlich ausdrückst - bzw. fachchinesisch BWL redest. Was eine Stabstelle in der Medizin sein soll, habe ich immer noch nicht kapiert. Und anscheinend bist du ja doch teamfähig, aber kommst nur nicht mit ineffizienten Gruppenarbeiten klar, bei denen sich alle einen Larry machen - was ja absolut verständlich ist.
Introvertiertheit ist jedenfalls absolut kein Hinderungsgrund um Arzt zu werden - da würde ich mir keine Gedanken machen.
Ich würde an deiner Stelle einfach Famulaturen in verschiedenen Fachbereichen machen. Dann merkst du schon irgendwann, was dir liegt. Und wie das schon jemand gesagt hat, die Vorlieben ändern sich während des Studiums.
Ja, ok sorry; ich war ein bisschen emotional, weil man mich als "behindert" bezeichnet.
Ok. Vielen Dank für deinen Rat, tas183! :)
Coxy-Baby
24.03.2013, 12:06
Atlas, versuch doch mal in EINEM Beitrag alles zu beantworten und man kann auch ein Quote mal einkürzen, aber 5fach Posts machen sich vom Lesefluss echt beschissen...
atlasastronomie
24.03.2013, 12:08
Also, ich seh das eigentlich anders als ihr...es ist schon wichtig, sich erstmal Gedanken über die 35 Jahre Berufstätigkeit zu machen, BEVOR man sich Gedanken um die 6 Jahre Studium macht...welches einen ja eh nur unwesentlich auf die späteren Realitäten was Gruppe/Team/Belastung etc. betrifft vorbereitet. Es ist schon korrekt vom TE, sich dies vorher zu überlegen...nach 6 Jahren ists zu spät.
Und die Vorschläge mit dem Gutachterjob: wie soll denn das ohne längere klinische Erfahrung gehen? Meint ihr, man kann da nach dem STEX zum MDK tingeln und Gutachten schreiben? Never ever. da sollte schon ein klinischer FA-Titel vorliegen.
Ich hätte eher die Betriebs/Arbeitsmedizin im Sinn. Strukturierter Arbeitsplatz, meist recht stringentes Curriculum, keine Wechselschichten, wenig Personal drumherum und viel Eigenarbeit bzw. weniger äußerer Druck (wie Chef, OÄs, Pflege etc. etc.). Dafür musst du 1,5-2 Jahre Innere überleben, das dürfte zu machen sein...und dann ist man zumindest noch Arzt...
LG Lee
Vielen Dank, Lee, für deinen Beitrag. Ich schätze kritische Äußerungen! :)
Der letzte Aspekt strebt dann in die Richtung des BGM, oder? BGB: http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebliches_Gesundheitsmanagement
Das BGM soll im Rahmen der betrieblichen Sozialarbeit aufgrund des sinkenden Niveaus der staatlichen Sozialpolitik an Bedeutun gewinnen.
LG
Das kann man immer rechts unten bei einem Beitrag, oder?
Das hat irgendwie nicht geklappt. :( Alles umsonst geschrieben.
"Gruppenarbeit" kenn ich irgendwie quasi gar nicht. Entweder ist es Teamarbeit (z.B. im OP) mit klar verteilten Rollen (die nicht gerecht sein müssen) oder man arbeitet alleine irgendwie vor sich hin und stimmt seine Arbeit mit den Kollegen ab. Bei mir in der Chirurgie auf Station zumindest. Ich brauch keine 3 Ärzte für einen Verbandswechsel (haben wir auch nicht). Wenn ich allein bin mach ich alles allein, wenn wir zu weit sind beginnt einer vorn, einer hinten und wir treffen uns in der Mitte usw. Nicht wirklich kompliziert. Und wer im OP ist spart sich halt Stationsarbeit und andersrum. Unser Chef achtet akribisch drauf dass da die Verteilung gerecht ist und das ist gut so. Meine letzte Stelle hab ich gekündigt weils da deutliche Missverhältnisse gab. Muss man halt Konsequenzen ziehen.
Ansonsten ist es am Anfang immer Stress auf Station und wird auch Stress bleiben wenn ein oder mehrere Faktoren zutreffen:
- das zu erledigende Arbeitspensum übersteigt bei weitem die dafür vorgesehene Zeit (man wird aber im Lauf der Zeit schneller)
- man soll fachliche Entscheidungen treffen hat aber keine Ahnung (wird auch mit der Zeit besser)
- die Zusammenarbeit mit den Kollegen ist extrem einseitig (dann bleibt nur "zur Sprache bringen" und verbessern oder kündigen)
- man wird ständig gestört mit unwichtigen Dingen (muss man mit den Schwestern klaren!)
- man schafft es selbst nicht wichtiges von unwichtigem zu trennen und medizinische Probleme von organisatorischen Problemen
Letzteres ist am Schwierigsten. Vor allem die Patienten die immer bis um ... unbedingt ihren Arztbrief wollen und gehen wollen (obwohl sie als Rentner eh den ganzen Tag nix zu tun haben) während gleichzeitig idealerweise eine Reanimation am anderen Ende der Station stattfindet. Gut, das ist ein krasses Beispiel aber mir kommts immer so vor. Es wollen immer alle gleichzeitig gehen und alles muss schnell und als erstes usw.
Jetzt bin ich aber schön langsam weit vom Thema weg und versuch wieder zurückzukommen...
Ich selbst fand mein Studium sehr schön und gar nicht stressig. So viel Zeit und Freiräume hatte ich vorher nie und hab ich wahrscheinlich erst wieder als Rentner.
Die Weiterbildungszeit dagegen wird eher nie relaxt ablaufen. Wie denn auch. Man hat überhaupt keine Ahnung, ist am unteren Ende der Nahrungskette, hat wenig Selbstbestimmung usw. Hier darf man mir gerne Gegenbeispiele bringen.
Ansonsten wird man später nach der Weiterbildung unterscheiden müssen zwischen Fächern bei denen die eigentliche Leistung / Arbeit von den Assistenzärzten erbracht wird und von denen von den Fach-/Oberärzten. Da kommt es drauf an ob es konservative Behandlungen oder interventionelle/operative Behandlungen sind. Ein Oberarzt für Innere oder in einer Rehaklinik der keine Interventionen anbietet und quasi nur Station versorgt kann ein völlig entspanntes Leben haben. Man braucht nur genug Assistenzärzte / Sklaven / Fußvolk. In der Chirurgie werden die Oberärzte immer genug zu tun haben, auch wenn es Assistenzärzte gibt. Aber auch da gibts große Unterschiede zwischen den Stellen.
Für mich hab ich klare Prioritäten gesetzt. Ich bin in der Chirurgie weils einfach richtig Spaß macht zu operieren. Manchmal bis oft stressig, aber meist sehr erfüllend...
Über andere Fächer kann ich nur von Famulatur / PJ und Gerüchten was sagen. Daher würd ich auch sagen: Praktika machen, famulieren und hospitieren.
Ich schlag auch mal Anästhesie vor. Die Anästhesisten die ich kenn arbeiten eher alleine (also ohne weiteren Anästhesisten im Saal) bzw. in einem Team mit klaren Verhältnissen. Die Anästhesieschwester hat klare Handlungsspielräume und der Arzt ist der der Ansagen macht. Wenn man da in ein kleines Haus oder ein spezialisiertes Privathaus geht ist es auch eher Routine als in einem Klinikum der Maximalversorgung.
Ansonsten vielleicht Humangenetik?
Vielen Dank für deinen Rat, anignu! :)
Wie hast Du denn im Studium gelernt, dass Du so stressfrei warst?
Humangenetik könnte vlt. eine Option sein, wobei ich doch da in diesen Beruf ja auch reinschnuppen sollte - wie in jedem.
LG
Leelacoo, es ist nur ziemlich schwer sich darüber Gedanken zu machen, wenn man noch nicht viel über den Beruf und ja doch seine weit auseinandergehenden Fachbereiche weiß plus mit der Ungewißheit zu leben, dass sich Meinungen auch ändern können.Gerade am Anfang wünscht man sich ja oft das weniger Stressige, weil man noch nicht die Erfahrung gemacht hat, den Stress bewältigen zu können.
Und wenn der TE sagt, dass er das Heilen gut findet, ist Arbeitsmedizin- aber auch Gutachten schreiben, ja nicht das Ideale.
Denke auch, dass diese erzwungenen Gruppenarbeiten die man von der Schule und vom Studium her kennt, furchtbar sind. Aber damit kann man wirklich nichts im Arztberuf vergleichen (außer man ist vielleicht in der Pharmaindustrie und überlegt im Team wie man xy an den Mann bringt o.ä).
Hab auch bei vielen Kommilitonen erlebt, wie sich im Laufe des Studiums Meinungen ändern können, deswegen würd ich dabei bleiben dazu zu raten, das Studium zu beginnen, ggf vorher oder parallel unterschiedliche praktische Erfahrungen sammeln. Z.b in Pflegepraktika die Ärzte ausfragen. oder halt auch mal den eigenen Hausarzt. Nieergelassene haben schließlich nicht den Zwang zur Teamarbeit bzw müssen das Praxisteam führen und haben zum großen Teil auch Routinetätigkeiten.
Hey Fr.Pelz, wahrscheinlich soll man sich über die eigenen Stärken/Schwächen im klaren sein und diese dann im Studium hinsichtlich des Berufs abklären.
LG
Atlas, versuch doch mal in EINEM Beitrag alles zu beantworten und man kann auch ein Quote mal einkürzen, aber 5fach Posts machen sich vom Lesefluss echt beschissen...
Ja, stimmt, Coxy! Ich hoffe es funktioniert jetzt!
LG
Mein Beitrag muss noch von einem Moderator freigeschaltet werden ...
Ich habe vor dem Hintergrund dieses Themas eine Frage an Euch. Klingt ein bisschen komisch, aber naja ich probiere es mal:
Von wem habt Ihr am meisten etwas gelernt? Und wieso?
LG
Mein Beitrag muss noch von einem Moderator freigeschaltet werden ...
Von wem habt Ihr am meisten etwas gelernt? Und wieso?
LG
Das ist ein großes Thema und wird den Thread wahrscheinlich sprengen. Am besten du machst einen neuen auf und präzisierst die Frage.
Ansonsten kann ich dir "Verlorene Kunst des Heilens" von Bernard Lown empfehlen. Was ärztliches Handeln angeht, ist das ein guter Ratgeber - auch wenn die Realität aufgrund Kosten- und Zeitdruck anders aussieht.
Hab ich mir das jetzt eigentlich richtig zusammengereimt: du bist am Anfang deines Studiums und hast davor BWL studiert?
In der Vorklinik muss man in meinen Augen sich noch keine großen Gedanken machen welche Facharztrichtung man später machen will. In der Klinik lernt man alle Fächer kennen und kann dann schonmal aussortieren. Famulaturen und PJ geben dir dann die Chance den Arbeitsalltag kennenzulernen. Und in der Via medici werden regelmäßig verschiedene Fachrichtungen vorgestellt. Da kann man sich auch mal einen Eindruck verschaffen.
WackenDoc
24.03.2013, 14:50
Wenn ich das richtig verstanden hab, hatte er/sie zunächst ein Semester Medizin studiert, aber keinerlei Prüfungen abgelegt. Dann hat er/sie BWL studiert und ist jetzt fast fertig mit de Studium und will es jetzt doch wieder mit Medizin versuchen.
Ich habe vor dem Hintergrund dieses Themas eine Frage an Euch. Klingt ein bisschen komisch, aber naja ich probiere es mal:
Von wem habt Ihr am meisten etwas gelernt? Und wieso?
LG
wow, spannende Frage, so ganz spontan fällt mir (im hinblick auf die Medizin) meine Anatomieprofessorin ein - eine der jüngsten Lehrstuhlinaberinnen Deutschlands, wahnsinnig kompetent, eigensinnig, streng und von vielen gehasst, von den meisten gefürchtet- es gab echt Leute mit Alpträumen von ihr... gelernt hab ich, dass wenn man was kann, man auch keine Angst haben soll, dass einen die Leute nicht mögen.
Aber wenn ich länger drüber nachdenke, gibt es auch noch viele andere, die mir mehr als nur Stoff vermittelt haben.
atlasastronomie
24.03.2013, 15:56
Wenn ich das richtig verstanden hab, hatte er/sie zunächst ein Semester Medizin studiert, aber keinerlei Prüfungen abgelegt. Dann hat er/sie BWL studiert und ist jetzt fast fertig mit de Studium und will es jetzt doch wieder mit Medizin versuchen.
korrekt.
FirebirdUSA
24.03.2013, 22:15
Ich würde dir raten dein BWL Studium als erstes abzuschließen, wenn du wirklich fast fertig bist. Dann hast du erstens einen Abschluß schonmal in der Tasche.
Wenn ich zwischen den Zeilen korrekt gelesen habe, gehe ich davon aus, dass du jemand bist der sehr gründlich ist und vielleicht auch einen Hang zum Perfektionismus hat. Wenn andere in Gruppenarbeit ihre Aufgaben nicht erledigen stresst dich das und du machst eben diese Arbeit auch noch, da es ja fertig werden muss. Deshalb ist es meist einfacher die Arbeit gleich selbst zu machen.
Trifft das ungefähr zu?
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