Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gynäkologische Untersuchung an Patientinnen in Narkose - schon mal gemacht/erlebt?
Miss_Verständnis
27.05.2013, 21:44
*räuspert* Ähm... ok.. hatte die anderen Beiträge nicht alle gelesen... *blush* ( Wo sind denn eigentlich die Smileys??)
:-)
Wo sind denn eigentlich die Smileys??
Sonst ist dir nix aufgefallen? :-))
Miss_Verständnis
27.05.2013, 22:31
Außer, dass es vielleicht nicht unklug ist vor dem Erstellen eines Beitrages die anderen Beiträge zu lesen?? Nö... was gibt es noch an Auffälligkeiten? ;-)
WackenDoc
02.06.2013, 12:08
Mein Gyn-Blockpraktikum war auch fürchterlich: Blutentnahmen und Mamma-Halten im OP bei Vergrößerungen und Verkleinerungen.
Untersuchen oder bei ner Geburt dabei sein druften wir nicht- das wurde aber nicht von den Patienten geblockt, sondern den Ärzten.
So ganz verstehe ich das Problem aber nicht:
Außerhalb von Gyn oder Uro habe ich dabei bisher wenige Probleme erlebt: Azubis und Medizinstudenten, die Aufgaben im Rahmen ihrer Ausbildung übernehmen sind doch was Normales und viele Patienten haben damit auch kein Problem. Viele Lehrkrankenhäuser weisen auch noch bei der Aufnahme genau darauf hin.
Ab und an äußert sich mal ein Patient, dass er das nicht will- auch ok, jeder hat da ja seine eigenen Vorstellungen.
Bei Erstausbildung oder reiner Ausbildung kenne ich es so, dass der Patient gefragt wird- egal, ob der Student einzeln oder im Rudel auftaucht.
Was Gyn- und Uro-OPs angeht: Ja, auch für mich ist das was Intimeres. Aber wo ist das Problem, dass man die Patientin im Rahmen der OP-Aufklärung fragt, ob ein Student untersuchen darf?
Dass bei einer Mamma-OP in Narkose vaginal untersucht wird, ohne dass das abgesprochen war, kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen.
Beim Vorliegen spezieller Umstände -unabhängig von Gyn oder Nicht-Gyn- kann man noch zusätzlich abwägen, wie man vorgeht.
MrJarate
09.06.2013, 16:22
Hier haben sich ja viele zu dem Thema geäußert, viele auch kritisch, und es wurde alles logischerweise ziemlich aus Sicht eines Mediziners betrachtet. Wo im OP überhaupt Intimsphäre sei, was eine Vagina nun groß von einem Ohr unterscheidet und dass für Ärzte das ja alles eher neutral sei und ein Student eben auch lernen müsse. Gleichzeitig wurde gesagt, dass sich die Ärzte im OP abfällig über die Patientinnen und deren Körper äußern, was das Ganze gleich schon mal deutlich weniger neutral macht.
Ärzte sehen es ja generell gerne mal als Anstellerei, wenn ein Patient Hemmungen zeigt. Aber was sie dabei nie zu bedenken scheinen, ist, dass es Leute mit traumatischen Erfahrungen und Missbrauchsvergangenheit gibt, und das nicht grade wenige. Eine OP ist so schon ein großer Eingriff, man vertraut sich ausgeliefert und betäubt fremden Menschen an, es geht um die eigene Gesundheit, und dann muss man sich mit dem Gedanken anfreunden, dass diese sich abfällig über einen äußern und unaufgefordert Untersuchungen durchführen. Auch wenn sie hundertmal Ärzte oder Studierende sind, kein Mensch hat das Recht dazu, einem anderen ungefragt irgendwo rumzufingern. Als Patient ist man kein Allgemeingut und auch kein Lehrgegenstand für andere, die einfach über das eigene Empfinden hinwegbügeln.
Was noch dazukommt, ist, dass für mich fraglich bleibt, wie weggetreten ein Patient während der Narkose wirklich ist. Es gibt Artikel darüber, dass sich narkotisierte Menschen an Gespräche aus dem OP erinnern - Gut Nacht, wenn diese sich dann darum drehten, wer noch mal alles untersuchen darf und ansonsten aus Beurteilungen des Körpers der Patientin bestehen. Missbrauchserfahrungen und Traumata sind sowieso ziemlich schwammige Geschichten, es wäre sicher großartig, wenn sich da dann auch noch Flashbacks aus der zurückliegenden OP dazugesellen. Ist sicherlich ein Schub für die Psyche einer jeden jungen Frau! Und selbst, wenn es nicht so ist: Das Vertrauen bleibt einfach trotzdem auf der Strecke. Wie fühlt man sich bitte in guten Händen, wenn man damit rechnen muss, dass der Arzt einem freundlich ins Gesicht lächelt und man dann hinterher ungefragt für irgendwelche Untersuchungen herangezogen wird und behandelt wird wie bei einer Fleischbeschau?
Wo bleiben da Anstand und Respekt? Wie soll jemand mit schwieriger Vorgeschichte, darauf basierend ausgeprägtem Schamgefühl, jemand, der ohnehin Probleme mit Intimität und Vertrauen hat, darüber hinwegsehen, dass ein anderer das ignoriert und den betäubten Zustand schamlos ausnutzt? Und es wäre auch total egal, ob da jetzt eine Frau oder Mann untersucht, sowas geht einfach gar nicht. Es ist nicht jeder so sachlich und abgebrüht im Umgang mit dem menschlichen Körper. Es gibt Leute, die verbinden Gefühle damit, die sollte man nicht einfach mit einer Handbewegung zur Seite wischen können. Ist ja eine Sache, wenn ein Arzt das Bedürfnis verspürt, sich mit abfälligen Bemerkungen die Arbeit erträglicher zu machen, das Phänomen kennen wir alle, aber das muss er nicht im OP in Anwesenheit des Patienten tun.
Herzkasperl
10.06.2013, 17:23
Hier kommt die juristische Aufarbeitung eines anderen Falls.
Wobei wir uns ja einig zu sein scheinen, dass die Untersuchung nicht behandelter Stellen vollkommen untersagt ist ohne zusätzliche spezifische Einwilligung. Dass die Uni-Krankenhäuser generell anders wahrgenommen werden (als Studenten ausbildend), kommt in dem folgenden Fall heraus, mal sehen, was das Gericht dazu sagt. Hier wurde eher darauf hingewiesen, dass Ausbildung "überall" stattfindet - das scheint aber in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so zu sein, siehe Vorwürfe der Klägerin. Dass eine generelle Einwilligung beim Prä-OP-Gespräche oder bei der Aufnahme möglich ist, haben auch schon einige bestätigt, scheint hier nicht statt gefunden zu haben. Interessant hier auch: Da geht es noch nicht mal um Anfassen, da geht es ums "bloße" Zuschauen - wobei ich das verstehen kann und persönlich auch darüber aufgeklärt werden möchte mit der Möglichkeit, es Ablehnen zu dürfen.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/anzeige-gegen-frauenarzt-operation-vor-zuschauern-1.1693197
Zumindest die Staatsanwaltschaft macht deutlich: Es kommt genau auf die Frage der vorherigen Aufklärung an, siehe Schlusssatz des Artikels.
@MrJarate: Die Kritik hier richtet sich mehrheitlich genau gegen die Einstellung, dass der Arzt entscheiden dürfe, was von wem untersucht oder angesehen wird. Daher kann ich die Einlassung, dass hier "logischerweise alles ziemlich aus Sicht des Mediziners betrachtet" wird, nicht nachvollziehen. Zumal ich selbst kein Mediziner sondern anderer Profession bin.
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