Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Organspende
Froschkönig
12.08.2003, 23:04
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Freunde und Angehörige wissen, daß ich spenden würde, das muß reichen.
Sorry, aber für mich klingt das irgendwie nach ausrede (ist keine Anklage, jeder hat einrecht, das selbst zu entscheiden) aber ein Ausweis kostet Dich nicht das geringste und räumt evtl. Zweifel aus. Jedenfalls schadet er nichts !
ehemalige Userin 24092013
12.08.2003, 23:14
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Aber einen windigen Papierausweis, der gar nichts aussagt, der im Notfall vielleicht gar nicht auffindbar ist, trage ich nicht mit mir rum.
Ich finde, dass ist ehr n Argument dafür, denn dieses kleine "Schriebsel" bringt die Angehörigen in der "entscheidenden Stunde "vielleicht doch wieder auf den "Boden der Tatsachen" und sie denken nochmal drüber nach, was man selbst ein ganzes Leben lang über Organspende gedacht hat.
Gruss Kaddel
Sebastian1
12.08.2003, 23:17
Weiss übrigens jemand, ob die Daten aktualisiert werden müssen, wenn sich nur die Adresse ändert? Ich hab meinen auch schon n paar Jahre länger, also ist die schon lange nicht mehr aktuell...
Froschkönig
12.08.2003, 23:22
Original geschrieben von Sebastian1
Weiss übrigens jemand, ob die Daten aktualisiert werden müssen, wenn sich nur die Adresse ändert? Ich hab meinen auch schon n paar Jahre länger, also ist die schon lange nicht mehr aktuell...
Aus dem Bauch heraus ? :
Nein, es schadet sicher nix, das ganze zu erneuern, wenn man gerade Zeit und einen Blanko-Ausweis hat, aber letzten-Endes zählen wohl Name, Geb.-Datum und Unterschrift.
Oha. Ich hab seit zwei Jahren einen Organspendeausweis, aber ich hab ihn immernoch nicht ausgefüllt. :-((
Schlamperei.
...
Ich hab mal kurz zu tun. ;-)
Da fällt mir ein, dass meiner in der Brieftasche ist, die ich nie irgendwohin mitnehme. Auch sinn voll, was? Na ich werd dran denken, wenn ich das nächste mal Motorrad fahre ;-)
harlekyn
16.08.2003, 01:52
Alos ich habe auch einen und den geb ich auch net mehr her. Auch meien Verwandten dürten wissen, dass ich spenden will, nur wie sie dann im Fall der Fälle entscheiden oder handeln sei mal dahin gestellt! :-notify
Um auf die Diskussion hier im Forum einzugehen, möchte ich sagen, dass ich der Ansicht bin, dass jeder, der in einem medizinischen Bereich (Arzt,Krankenschwester,Ra,Rs...) arbeitet, auch einen Oragnspendeausweis haben sollte!! Wie soll man denn sonst andren Menschen klar machen, dass sie sich soetwas auch zulegen sollen?! "Wir" sind das Personal, das sich mit dem medizinischen Vorgang der Organspende auskennt und daher die Möglichkeit, sogar die Pflicht, hat, Menschen aufzuklären und sie dazu zu bringen, sich so einen Ausweis zu zulegen und damit eindeutig Leben retten können. Kein skeptischer Mensch würde sich einen zulegen, wenn der Arzt, der ihm gerade alles darüber erzählt hat, auf die Frage, ob er selbst einen hätte, mit nein antwortet.
:-meinung
Und wenn ich allein schon daran denke, dass ein Kind sterben muß, nur weil die Verwandten eines anderen, verunglückten Kindes, aus "Glaubens Gründen" eine Transplantation verweigern, könnt ich was an mich kriegen...
Glauben hin oder her, für mich ist soetwas unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge. :-(
airmaria
16.08.2003, 08:07
Original geschrieben von harlekyn
... für mich ist soetwas unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge. (
Ja!!!
... und vor allem, wenn man sich einmal folgendes klar macht:
es werden zu Lebzeiten Organe und Körperteile raus- und abgeschnittem, wenn sie nicht mehr taugen, da sagt fast niemand nein, da will man nur schnell den Krebs oder sonst etwas loswerden...
aber als Toter? nein!!! da geht das nicht, da will ich unversehrt bleiben... ja wo leben wir denn???
"Mary" airmaria
Nein!!!
Ich bin immer auf jeden Fall dafür, dass soviele Menschen wie möglich bereit sind, Organe zu spenden. Ich bin bereit, mit jedem über seine Beweggründe für die Ablehnung zu diskutieren. Ich finde es auch tatsächlich traurig, dass es viel zu viele Menschen gibt, die nicht bereit sind, nach ihrem Tod mit ihren Organen Leben zu retten. Und oft genug finde ich die Gründe dafür kaum akzeptabel.
Und trotzdem klage ich diese Menschen nicht pauschal an. Sie sind keine Totschläger!! Niemand ist verpflichtet, seinen Körper anderen zur Verfügung zu stellen. Der eigene Körper ist mit der größte Besitz, den ein Mensch hat. Hierüber hat nur er selbst zu entscheiden. Und so soll es auch bleiben.
Gegen anständige Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung ist ja hingegen gar nichts zu sagen. Im Gegenteil. In dieser Hinsicht kann noch viel getan werden.
Lisa
airmaria
16.08.2003, 14:00
Original geschrieben von Lisa
Gegen anständige Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit in der Bevölkerung ist ja hingegen gar nichts zu sagen.
Klar, Aufklärung ist immer gut... aber drastische Zustände erfordern drastische Maßnahmen.
Wie wäre das denn: wer nicht mit 18 (und vorher eben die Erziehungsberechtigten) unterschreibt, dass er gegebenenfalls seine Organe spendet, rutscht im Bedarfsfalle auf der Empfängerliste hinter alle anderen, die Spendenwillig waren.
Ob das nun krass ist oder nicht: wetten, daß sich das Spender/Verweigerer-Verhältnis drastisch ändern würde!
"Mary" airmaria
Neujahrsrakete
16.08.2003, 14:38
Original geschrieben von airmaria
Wie wäre das denn: wer nicht mit 18 (und vorher eben die Erziehungsberechtigten) unterschreibt, dass er gegebenenfalls seine Organe spendet, rutscht im Bedarfsfalle auf der Empfängerliste hinter alle anderen, die Spendenwillig waren.
Gegen diese Regelung hätte ich nichts einzuwenden. Denn jemand, der selbst nicht spenden möchte, würde ja bestimmt auch niemals wollen, daß ein anderen Mensch für ihn spendet. :-)) (Die Realität ist aber garantiert nicht so. Bestimmt würden spendeunwillige Menschen dann, wenn sie krank sind, doch gerne ein Spendeorgan bekommen.)
Aber diese Thema ist, wie so viele Themen, mal wieder ein Sache, die ich nicht verstehe. Es wird seitens der Politik geredet und geredet und geregelt und geregelt (ich habe mir die Transplantationsrichtlinien mal ansatzweise durchgelesen....seitenlange Erklärung, trotzdem bestimmt nicht eindeutig), aber eine befriedigende Lösung kommt nicht dabei raus. Von mir aus könnte man den Spieß ruhig umdrehen und sagen, daß nur derjenige nicht spendet, der eine Spendeunwilligkeitserklärung mit sich rumschleppt. Das würde bedeuten, daß man, wenn man spendebereit ist, gar nichts zu machen braucht (außer sterben). Aber diese schlichte Reglung würde wahrscheinlich einige schlichte Gemüter wieder in Aufruhr versetzen. Deswegen mein anderer Vorschlag (siehe vorher im Thread): Eintragung des Spendestatus im Personalausweis. Das, was da eingetragen wird, gilt dann. Egal, was die Angehörigen im Zweifelsfall (=Todesfall) sagen.
Original geschrieben von airmaria
Ob das nun krass ist oder nichtDas ist allerdings krass!.....
Aber die Idee gefällt mir. Sie trägt diesen Gedanken der Gerechtigkeit.
Allerdings provoziert das natürlich einige Komplikationen.
Erstens: Kann ich als Arzt gnadenlos die Schultern zucken, wenn ein nicht spendewilliger (im Extremfall auch noch sehr junger)Patient kurz vor dem Ende um eine Transplantation fleht, für die er rein medizinisch betrachtet wunderbar geeignet wäre? (Ganz abgesehen davon, dass ich die Organverteilung natürlich sowieso nicht direkt in der Hand habe.) --> Gewissenskonflikt
Zweitens: Ist nicht abzusehen, dass viele Patienten, sobald für sie eine Transplantation lebensnotwendig wird, urplötzlich ihre Meinung ändern und einen Organspendeausweis ausfüllen? Wäre diese Entscheidung nicht eine quasi erzwungene, nicht aus freien Stücken gefällte?
(dieses moralische Problem entsteht natürlich nur für Leute wie mich, die der Meinung sind, dass die Entscheidung über eine Spende von jedem selbst getroffen und selbige auch respektiert werden soll.)
Gruß,
Lisa
Spindmaus
16.08.2003, 17:35
Original geschrieben von Neujahrsrakete
Von mir aus könnte man den Spieß ruhig umdrehen und sagen, daß nur derjenige nicht spendet, der eine Spendeunwilligkeitserklärung mit sich rumschleppt. Das würde bedeuten, daß man, wenn man spendebereit ist, gar nichts zu machen braucht (außer sterben).
das ist meines Wissens in Planung. Zumindest wird darüber diskutiert, ob es in Zukunft so gehandhabt werden soll. ;-)
Drum sollten Menschen, die ihre Organe nicht spenden möchten, auch eine entsprechende Bescheinigung mit sich führen. Nicht, dass man zum Zeitpunkt des Todes diese inzwischen vielleicht in Kraft getretene Regelung "verschlafen" hat. :-))
airmaria
16.08.2003, 19:01
Original geschrieben von Lisa
Erstens: Kann ich als Arzt gnadenlos die Schultern zucken, wenn ein nicht spendewilliger (im Extremfall auch noch sehr junger)Patient kurz vor dem Ende um eine Transplantation fleht, für die er rein medizinisch betrachtet wunderbar geeignet wäre?
Zweitens: Ist nicht abzusehen, dass viele Patienten, sobald für sie eine Transplantation lebensnotwendig wird, urplötzlich ihre Meinung ändern und einen Organspendeausweis ausfüllen? Wäre diese Entscheidung nicht eine quasi erzwungene, nicht aus freien Stücken gefällte?
1.: Höchstens in der Übergangsphase: nach den ersten bei RTL-Notruf gezeigten Fällen dieser Art gibt es keiner Nichtspender mehr...
2.: das ist wie bei einer Versicherung: im Schadensfall kannst Du nicht mehr nachträglich abschließen, nur vorher.
"Mary" airmaria
Original geschrieben von airmaria
2.: das ist wie bei einer Versicherung: im Schadensfall kannst Du nicht mehr nachträglich abschließen, nur vorher.
Boah, nee! Das ist ja eine üble Vorstellung:
"Oh Gott, ich flehe sie an! Hier, mein Ausweis ist doch jetzt ausgefüllt. Warum darf ich das jetzt nicht mehr machen?? Ich werde spenden!! Wirklich. Oh....warum war ich nur so uneinsichtig?! Herr Doktor, das können sie mir nicht antun. Bitte besorgen Sie mir eine Leber! Bitte! Ich hab's doch eingesehen. Oh Gott, ichwill nicht sterben! Nein..........."
- "Tja, tut mir leid. Dafür ist es jetzt zu spät. ... Aber wir werden Ihnen Ihre letzten drei, vier Wochen so angenehm wie möglich machen. Versprochen."
nach den ersten bei RTL-Notruf gezeigten Fällen dieser Art gibt es keiner Nichtspender mehr...Davon kannst du schließlich bei der Erstellung dieser Regeln nicht einfach ausgehen...
...
airmaria
16.08.2003, 22:43
Original geschrieben von Lisa
"Oh Gott, ich flehe sie an! Hier, mein Ausweis ist doch jetzt ausgefüllt. Warum darf ich das jetzt nicht mehr machen?? Ich werde spenden!! Wirklich. Oh....warum war ich nur so uneinsichtig?! Herr Doktor, das können sie mir nicht antun. Bitte besorgen Sie mir eine Leber! Bitte! Ich hab's doch eingesehen. Oh Gott, ichwill nicht sterben! Nein..........."
Toll Lisa, wirklich toll... und wieviele sterben jetzt, oder hängen den Rest Ihres Lebens an irgendwelchen Maschinen, weil es solch eine Regelung nicht gibt?
Nur in diesem Zusammenhang darf ich das betrachten... natürlich gibt es da das ein oder andere harte Schicksal... Einzelschicksale eben... aber wir haben im Moment Tausende davon!
"Mary" airmaria
airmaria
16.08.2003, 22:58
... und außerdem (ich kann es zwar nicht so schön theatralisch, da fehlt mir die weibliche Intuition *g*):
Patient braucht Leber, Arzt zum Patienten:
Wir hätten auf der Intensivstation die passende Leber... leider möchten die Verwandten lieber die sterblichen Überreste den Würmen als Futter überlassen... tut mir echt leid für sie, machen sie sich noch eine schöne Woche...
Patient: Was? Das kann doch wohl nicht wahr sein, ich tue alles dafür, machen sie etwas... ich zahle alles...
Arzt: ich kann nichts machen...
"Mary" airmaria
Ja, verstehe. Dieses Thema ist nicht umsonst Gegenstand unzähliger kontroverser Debatten. Und das nicht erst seit gestern. Gäbe es die eine Patentlösung, mit der jeder konform gehen könnte, müssten wir ja hier nicht drüber diskutieren.
Nur eins:
Original geschrieben von airmaria
Toll Lisa, wirklich toll... Solche herablassenden Sprüche spar dir bitte! Der Ton macht die Musik.
Danke und LG,
Lisa
harlekyn
17.08.2003, 07:54
Original geschrieben von Lisa
Und trotzdem klage ich diese Menschen nicht pauschal an. Sie sind keine Totschläger!! Niemand ist verpflichtet, seinen Körper anderen zur Verfügung zu stellen.
Lisa
Oh doch, dass sind sie alle. Ich geh sogar soweit und sage, dass jeder der nicht spendet ein potentieller Mörder ist!!!
:-meinung
Wie leben im 21 Jahrhundert und nicht mehr im alten Ägypten!! Ich dachte mittlerweile, sollte es klar sein, dass der Körper selbst nichts mit der Auferstehung oder was auch immer zutun hat. Auch wenn der Körper der wichtigste Besitz ist, nach dem Tod hat man nix mehr davon. Also was spricht dagegen, einfach die Organe zu entnehmen, und damit der GEsellschaft, in der wir nun mal Leben, einen "Dienst" zu erweisen. WAs macht es denn schon, wenn der Sarg 3 Kilo leichter ist, weil Leber und Nieren fehlen und dafür ein andrer Mensch nicht mehr zur Dialyse muß?!
Ich bekomme einfach nicht den Gedanken aus dem Kopf, das man als Arzt um das Leben eines Menschen kämpft und zwangsläufig verlieren muß, nur weil einem die Verwandten eines Verstorbenen ein dummes, hohles Außredegespräch drücken! Als Arzt würde ich mich wohl ziemlich aufregen und die Leute sofort aus dem KH werfen lassen. Und wenn mein Kind zum Beispiel deswegen sterben müßte, wüßte ich wer Mitschuld daran trägt....
airmaria
17.08.2003, 09:18
Original geschrieben von Lisa
Nur eins:Solche herablassenden Sprüche spar dir bitte! Der Ton macht die Musik.
Ich suche gerade verzweifelt nach den herablassenden Tönen :-)) und schwanke noch, welche Antwort ich ich darauf geben soll:
A) ja Mama
B) Ich höre selbst bei maximal aufgedrehten Lautsprechern nix
C) nun stell Dich nicht so an
D) na gut, um des lieben Friedens willen: entschuldigung
E) sollte ich Dir zu nahe getreten sein, tut es mir aufrichtig leid
Aber bevor ich Dich auf die Palme bringe: ich wähle mal schnell E... für ekelhaft ehrlich
Ganz liebe Grüsse
"Mary" airmaria
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