Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausschleusen durch Chirurgen?
ehem-user-02-08-2021-1033
06.06.2013, 16:42
Ich glaube, daß Du mangels Erfahrung (wohl nur aus Eurer Uniklinik) nicht nur wenig Ahnung von Anästhesie sondern überhaupt noch nicht viel Durchblick hast, was organisatorische Abläufe im OP-Bereich angeht.
Das ist im 9. Fachsemester legitim, da braucht man auch noch nicht über alles Bescheid zu wissen, aber evtl wäre es klug, den Ball dann etwas flacher zu halten.
Na ja...
Der Ton ist hier manchmal schon ein bischen... hmmm...
@daCosta
Per Prinzip ist die Idee nett. Der Operateur eilt von einem narkotisierten Patienten zum anderen narkotisierten Patienten, um ihn nacheinander "abzuarbeiten".
Wäre der Operateur mit Abstand der teuerste und rarste im OP-Bereich so wäre diese Lösung tatsächlich die "wirtschaftlichste".
In der Realität ist es allerdings so, dass die anderen OP-Sääle z.B. auch gerade ausgelastet sind und Anästhesisten und OP-Schwestern (die dir den neuen Patienten vorbereiten) nicht auf Bäumen wachsen und gerade mit deinem Patienten beschäftigt sind, von dem du dich gerade entfernst...
Im nicht idealen Fall (also ohne überlappende Einleitung) muss der Anästhesist erst den einen Patienten im Aufwachraum abgeben bevor er den nächsten Patienten "schlafen" legen kann...
Bei einer normalen Person reichen da eigentlich 4 Hände. Wenn man bei 100kg + Patienten fragt, kann ichs verstehen.
Hast Du schon mal einen schlafenden, unkooperativen Patienten, aus dem auch noch diverse Schläuche rausgucken, die tunlichst auch nach der Umlagerungsaktion noch IN dem Patienten sein sollten, umgelagert? Mit 4 Händen? Hmmm. Einer hält den Kopf und der andere soll die restlichen unkooperativen 65kg von der Trage ins Bett schlörren? Nööö. Lass mal. Erstens besser für den Patienten und zweitens will ich mit meinem Rücken alt werden. Ich mag ihn nämlich (meistens)...
Ich habe nie einen Chefarzt im Aufwachraum gesehen. Ein OA höchst selten und der lagert dann nicht mit um.
Warum soll man denn einen Patienten nicht in die Hände der Anästhesie nach der OP überlassen? Die sind doch die Experten?!
Aber oho! Uniklinik + Maximalversorger. Und in beiden Häusern lagerte Chef selbstverständlich seine Patienten mit um. Und wenn er nicht anwesend war, dann wurde er halt durchgerufen. Und da wurde nicht gemosert seitens der Chefs. Und wenn die mal dringend woanders hinmussten, dann wurde gefragt, ob wir mit seiner Assistenz umlagern könnten.
Und dass man dann auch noch die OP Trage wegbringen, reinigen und aufräumen darf, dient dann wohl auch zur Findung eines besseren Arbeitsklimas.
Wenn ich mir Deine Kommentare hier so durchlese, dann ist es mit dem Arbeitsklima ja eh nicht weit her bei Euch/Dir. Wenn Du es nicht für die böööööse Anästhesie tust, dann tu es doch einfach für DICH! Denn wenn DU schon mal die Trage wegbringst und überfeudelst, dann kann der Anästhesist in der Zeit eine vernünftige Übergabe an den Aufwachraum machen und sich überzeugen, dass es dem Patient gut geht. Und dann direkt ohne über Los wieder in die Einleitung um Deinen nächsten Patienten einzuleiten! Geht dann auch für Dich schneller...
Und noch als Nachtrag: Während anderswo die Überleitung stattfindet, kann man ja schonmal mit der nächsten OP anfangen.
Das ist nicht nur effektiv für das Krankenhaus (nicht genutzte OP-Säle=teuer), sondern auch angenehm für den Patienten, wenn er nicht 3 Tage lang vom OP Plan fällt. Die Begeisterung der Patienten für lange Überleitungen und OP-Verzögerungen hält sich ja meist in Grenzen,
Soso. Wieviele Anästhesisten habt ihr denn? Einer schleust aus, der nächste schleust schon wieder ein. Macht mindestens einen über Saalzahl, besser zwei. Habt ihr tatsächlich so viele Leute? Schön, dann kann man auch überlappend einleiten.
Ich wollte halt wissen, ob man als Assistent weiterhin mit ausleiten "muss", die OP Trage wegbringen, aufräumen und reinigen darf. Ist wohl unterschiedlich je nach Haus geregelt.
Und ich finde nicht, dass man den "Ball flach halten muss", wenn man eine Überleitung von 2h kritisiert und eine entsprechende Verzögerung des OP-Plans. Der Anästhesist erklärt ja nicht dem nüchternen Patienten, dass er heute nicht mehr dran kommt.
Zu erstens habe ich oben ja schon was geschrieben. Irgendjemand muss die Trage wegbringen, wenn ihr es nicht tut, macht es die Anästhesie und dann dauert es halt wieder länger mit der Überleitung.
Nun zu dieser: Eine 08/15 Überleitung wird wohl kaum 2 Stunden dauern. Wenn ich den Patienten so narkotisiere, dass der mit dem letzten Stich der Naht die Augen aufmacht, dann kann der auch fast alleine umsteigen und dann kannst Du 20 Minuten nach Ausschleusen wieder schneiden. Wir haben teilweise das Problem gehabt, dass die Reinigungsdamen noch im OP waren, während wir in der Einleitung standen und gewartet haben. Soweit zu den 08/15 Narkosen. Und ich denke, das wird bei Euch auch nicht anders sein. Niemand braucht 2 Stunden für eine Einleitung zur Leistenhernie.
Aaaaaber: wenn eine "große" Einleitung ansteht, sprich PDK, ZVK, Arterie und den Schnorchel, dann dauert das eben. Dann ist es zwar nett, wenn man die Möglichkeit hat, dass ein zweiter Anästhesist schon mal anfangen kann. Wenn der aber nicht verfügbar ist, dann muss man das halt akzeptieren. Und dann sollte man sowas auch schon von vorne herein auf dem OP-Plan einrechnen. Es ist einfach utopisch, 4 große OPs in einem Saal zu verplanen.
Und noch eine Sache kann man einfach schlecht regeln! => Wenn der Operateur mal wieder 5 Minuten vor OP-Ende meckert, dass der Patient so "stramm" sei, und verlangt, denselben durchzurelaxieren, dann kann Patient einfach nicht nach 10 Minuten atmen!!!
Und nochwas: Wenn ein Anfänger lernen soll, wie man einen ZVK legt und die Arterie, oder zum ersten Mal einen PDK legt, dann dauert das einfach. Und dann werde ich denjenigen auch nicht unter Zeitdruck setzen. Sieh es mal so: wenn Ihr Nachts um 3 den Jungassistenten oder PJler den Bauch zunähen lasst, dann drehe ich mit einem inneren Seufzer den Gastopf wieder auf und gehe halt eine Stunde später ins Bett. Das gleiche gilt natürlich auch für das Tagesprogramm. Nur WIR möchten halt genauso viel Rücksichtnahme von EUCH.
Also, sieh die Anästhesie einfach als Partner, und in dieser Partnerschaft hilft man sich einfach gegenseitig.
Denn eins ist sicher: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Skalpella
06.06.2013, 18:40
Bei einem großen Maximalversorger, bei dem ich tätig war, gab es eine elektrische Schleuse und jemanden aus der OP-Pflege (meist ZIVI/FSJ), der nur zum Ein-und Ausschleusen da war. Hier war nicht regelhaft ein Chirurg vonnöten und es war auch nicht üblich, dass er mitkommt.
Bei einem anderen großen Maximalversorger, auch mit Elektroschleuse, schleuste die Anästhesiepflege und der Chirurg musste mitkommen, wenn es die Anästhesie für nötig befand (selten).
Bei beiden Maximalversorgern war der Aufwachraum so gut besetzt, dass der Patient auf der anderen Seite der Schleuse von Aufwachraumpersonal entgegengenommen werden konnte.
Bei meinem jetzigen Arbeitgeber schleust der Anästhesist mit dem Chirurgen. Zur Verfügung steht das "Rollbrett" (btw. eine Erfindung, der ich gerne den Nobelpreis verleihen würde). Der Chirurg schiebt den Tisch zur Reinigung (also zwei Meter nach hinten). Ähnlich in diversen kleineren Häusern.
Ich denke, es ist eine Frage der OP-Organisation, wie die Aufgaben verteilt werden. Es ist gut, wenn der Chirurg mit schleust, aber nicht immer zwingend notwendig, wenn anderweitiges Personal zur Verfügung steht.
Den Chirurgen regelhaft OP-Tische putzen zu lassen geht meiner Meinung nach überhaupt nicht!
Solange man als Anästhesist ganz alleine im Saal ist, dauert ein Wechsel so lange, wie Schleusen und Einleitung eben dauern. Nicht vergessen, dass auch die OP-Pflege eine OP vorbereiten muss. Es ist immer gut, wenn gerade aufwändigere Einleitungen überlappen können. Dafür brauchts halt Personal.
Mir ist auch bewusst, dass es Anfänger in der Anästhesie gibt. Die brauchen halt was länger, mal wacht der Patient auf oder die Regionalanästhesie ist zu schwach. Das ist OK, wird beim nächsten mal besser gemacht, normaler Lernprozeß auch in der Anästhesie! Dann dauerts halt etwas (!) länger. Nicht 2h. Da ist die Organisation halt schlecht und meiner Meinung schieben da manche die Arbeit auf andere. Gerade bei Praktikanten (PJ etc.) ist das echt das letzte.
Mir ist auch klar, dass es aufwendige und weniger aufwendige Patienten gibt, ich bin ja nicht total weltfremd und unbarmherzig. Mir ist auch klar, dass ein OP Programm mit 4 großen Punkten scheitert.
Man mags kaum glauben, auch ich hab Freunde, die Assis in der Anästhesie sind und sehr bemüht um einen reibungslosen Ablauf über die kann ich halt nichts negatives berichten.
Und nochmal zu dem Wegbringen, Aufräumen und Reinigen der OP-Trage: Also das geht mal überhaupt nicht! Habt ihr schonmal nen Radiologen gesehen, der die Trage fürs MRT wieder zurückbringt, aufräumt und reinigt? Das ist eine typische Aufgabe der Pflege, die dafür auch ordentlich bezahlt werden soll/wird(!) und ebenso ordentlich mit Personal ausgestattet sein muss. Der Thread heißt doch Chirurgenmangel. Ist es denn attraktiv, wenn man nebenbei noch Aufräum- und Reinigungskraft wird?!
Also ich bleib bei meiner Erfahrung zu Chefärzten im Aufwachraum: Wenn sie mal kommen, sagen sie: Alles gut verlaufen schütteln die Hand und sind wieder weg. Nix da mit Umlagern.
Ich würds so bevorzugen wie es in den ersten beiden Beispielen von Skalpella läuft. Geht also auch in Deutschland.
In Frankreich sitzen ja zum Teil Anästhesiepfleger (nach Ermessen der Anästhesisten bei welchem Patienten) bei der OP dabei. Ein- und Ausschleußen macht der Anästhesist natürlich. Dort (ebenso Uniklinik) bereitete der Anästhesist den nächsten Patienten schon im Vorraum für die nächste OP vor, so dass es nach der Reinigung ziemlich schnell (20-30min) weitergehen konnte. Interessant fand ich auch, dass die Anästhesie (inkl.Anästhesiepflege natürlich) das Ausleiten und dem Gang zum Aufwachraum komplett allein gemacht hat. Und wenn ein Patient instabil wurde beim Ausleiten ist man natürlich dazugeeilt und hat mitgeholfen.
Was soll man sich jetzt auch groß streiten. Ich finde kurze Überleitungszeiten bzw. eine effiziente Organisation, die das ermöglicht, erstrebenswert. Klar brauch man dafür auch genügend Personal und nicht Bonusregelungen für 50 Hüften. Ist halt nicht überall so gewollt.
Kackbratze
07.06.2013, 09:39
Also nur um das mal zusammenzufassen:
Ein Halbblinder berichtet über seine Farb-Erfahrungen in der Malerwerkstatt, die er mal besuchen und dabei zuschauen durfte und erklärt jetzt allen Malern und Farbanrührern und Leinwandbespannern, wie der Job zu machen ist.
Dabei benutzt er als Validierung die Tatsache, dass er in seinem Bekanntenkreis auch Leinwandbespanner und Farbanrührer hat, weswegen zwar eigentlich alle total scheixxe sind und den Malern doch bitte absolute Freiheit gelassen werden soll (schließlich will er ja selber Maler werden) und diese These nur dadurch bestärkt wird, weil er "Bekannte und Freunde" in der Gruppe hat.
Nur so als Tip:
Such dir deine Traumklinik mit absoluter Chirurgenliebe, lass dich da Ausbilden, wenn Du Examen hast.
Dem Rest empfehle ich einen Besuch in der interdisziplinären Realität, wie sie in vielen anderen Kliniken stattfindet und erfolgreich praktiziert wird.
:-meinung
Kann mich Kackbratze und den anderen nur anschließen.
Bei uns ist es auch Usus dass der Chirurgische Assi beim Umlagern hilft. Hab zwar letztens gehört (von einem Chirurgen), dass das noch aus den Zeiten stammt, aus denen es zuviele Ärzte gab und ich das heute nicht mehr machen solle. Mache das aber weiterhin und gehe eben in der Zeit bis zum Umlagern etwas trinken, mache Dokumentation oder helfe beim OP-Aufräumen. Das ist auch ne schöne Gelegenheit zum Quatschen mit den OP-Schwestern, man kommt ja sonst nicht dazu. (Wenn ich so drüber nachdenke, sind das eigentlich die einzigen "Pausen", die ich manchmal hab.)
Und zum Umlagern sind dann alle dabei, der Chirurgie-Assi, der Anästhesist+Pflege, ggf Instrumentist und Springer Plus extra Lagerungspfleger oder FSJler. Der Operateur eher seltener. Manchmal schickt mich der Anästhesist auch weg, als kleine Frau wird man auch oft nicht so hilfreich zum lagern angesehen. :-p
2h Überleitungszeit haben wir aber auch nie.
Feuerblick
07.06.2013, 11:39
Was das "vom OP-Plan fallen" angeht: Meiner Erfahrung nach (und ja, ich habe schon chirurgisch gearbeitet...) sind viele OP-Pläne, die von Chirurgen gebastelt werden, per se schon mal als utopisch anzusehen. Und wenn man weiß, dass die Anästhesie aufgrund von Kapazitätsproblemen eben lange Zeiten zwischen zwei OPs hat, dann muss man seinen OP-Plan anpassen statt nach dem Prinzip "Kopf durch Wand" stur das draufzuschreiben, was man gerne machen möchte. Aber da redet man bei vielen Chirurgen selbst abteilungsintern gegen Wände... ;-)
Tja, wenn die Schnitt-Naht-Zeit als diejenige Zeit angesehen wird, die eine OP dauert, können solche Fehlplanungen wohl mal vorkommen ;-)
Feuerblick
07.06.2013, 12:18
"Mal" ist gut :-))
Also nur um das mal zusammenzufassen:
Ein Halbblinder berichtet über seine Farb-Erfahrungen in der Malerwerkstatt, die er mal besuchen und dabei zuschauen durfte und erklärt jetzt allen Malern und Farbanrührern und Leinwandbespannern, wie der Job zu machen ist.
Dabei benutzt er als Validierung die Tatsache, dass er in seinem Bekanntenkreis auch Leinwandbespanner und Farbanrührer hat, weswegen zwar eigentlich alle total scheixxe sind und den Malern doch bitte absolute Freiheit gelassen werden soll (schließlich will er ja selber Maler werden) und diese These nur dadurch bestärkt wird, weil er "Bekannte und Freunde" in der Gruppe hat.
:-meinung
Das kann man so sagen, korrekt ist es aber nicht. Ich sage wie ich es als attraktiv ansehen würde (-->Threadtitel). Es kommt auch immer drauf an, ob man im OP eher mit- oder gegeneinander arbeitet. Vielleicht hätte ich die Diskussion dann garnicht erst angestoßen.
Kann mich Kackbratze und den anderen nur anschließen.
Bei uns ist es auch Usus dass der Chirurgische Assi beim Umlagern hilft. Hab zwar letztens gehört (von einem Chirurgen), dass das noch aus den Zeiten stammt, aus denen es zuviele Ärzte gab und ich das heute nicht mehr machen solle. Mache das aber weiterhin und gehe eben in der Zeit bis zum Umlagern etwas trinken, mache Dokumentation oder helfe beim OP-Aufräumen. Das ist auch ne schöne Gelegenheit zum Quatschen mit den OP-Schwestern, man kommt ja sonst nicht dazu. (Wenn ich so drüber nachdenke, sind das eigentlich die einzigen "Pausen", die ich manchmal hab.)
Und zum Umlagern sind dann alle dabei, der Chirurgie-Assi, der Anästhesist+Pflege, ggf Instrumentist und Springer Plus extra Lagerungspfleger oder FSJler. Der Operateur eher seltener. Manchmal schickt mich der Anästhesist auch weg, als kleine Frau wird man auch oft nicht so hilfreich zum lagern angesehen. :-p
2h Überleitungszeit haben wir aber auch nie.
Naja, wenn man dich dann zum Umlagern ruft und du eine kleine Pause hast, ist das ja noch was anderes, als wenn du ununterbrochen Präsenz zeigen musst als PJler. Redet ihr nicht während dem Abwaschen, Abdecken oder Nähen mit den OP-Schwestern?
Denke mal das ist so ziemlich überal Usus.
Hast du sonst echt keine Mittagspause? Bei den längeren OPs (morgens bis abends), die ich als OP-Assistenz mitgemacht gabs mind 2 OP Assistenten, davon 1 meist OA. Zumindest hat mans dann hinbekommen, dass jeder mittags in die Cafeteria konnte.
Was das "vom OP-Plan fallen" angeht: Meiner Erfahrung nach (und ja, ich habe schon chirurgisch gearbeitet...) sind viele OP-Pläne, die von Chirurgen gebastelt werden, per se schon mal als utopisch anzusehen. Und wenn man weiß, dass die Anästhesie aufgrund von Kapazitätsproblemen eben lange Zeiten zwischen zwei OPs hat, dann muss man seinen OP-Plan anpassen statt nach dem Prinzip "Kopf durch Wand" stur das draufzuschreiben, was man gerne machen möchte. Aber da redet man bei vielen Chirurgen selbst abteilungsintern gegen Wände... ;-)
Oder der Chef schimpft die Abteilung würde faul. Grundsätzlich gibt es aber die Möglichkeit das vernünftig zu planen, nur nicht jeder ist vernünftig.
Es fängt manch ein OP wegen organisatorischer Probleme erst um 11 Uhr an: Patient nicht angemeldet, Leitstelle nicht besetzt, Raucherpause, Transportdienst überlastet. Da ärgert man sich als PJler schwarz, wenn man im OP festgehalten wird...>>jaja der Patient kommt gleich, noch ne halbe Std., ich hab jetzt wen anders bestellt. <<
Mein Vater arbeitet im Klinik-Consulting und zwar gerade in der Frage der OP-Koordinations-Optimierung. Was er mir manchmal an negativ-Beispielen (vor allem aber aus NL und CH) erzählt ist schon haarsträubend, da bestehen z.T eklatante Kommunikationsmängel. Von einer Klinik hat er erzählt, dass die Verwaltung dort tatsächlich die Schnitt-Naht-Zeit als ein rein der Anästhesie anzulastendes Intervall ansieht und dementsprechend Druck ausübt, obwohl ja auch noch andere Faktoren (Transport, OP-Reinigung) zu beachten sind)...
Ich denke gerade, dass im OP wirklich eine gute Kommunikation herrschen muss. Und wenn irgendwas nicht funktioniert, müssen sich die Verantwortlichen (Chirurgie Chef, OP-Koordinator etc) zusammensetzen. Als Assi oder nocht-nicht-mal-Assi da einseitig zu meckern bringt echt nichts.
Skalpella
07.06.2013, 15:52
Und nochmal zu dem Wegbringen, Aufräumen und Reinigen der OP-Trage: Also das geht mal überhaupt nicht! Habt ihr schonmal nen Radiologen gesehen, der die Trage fürs MRT wieder zurückbringt, aufräumt und reinigt? Das ist eine typische Aufgabe der Pflege, die dafür auch ordentlich bezahlt werden soll/wird(!) und ebenso ordentlich mit Personal ausgestattet sein muss. Der Thread heißt doch Chirurgenmangel. Ist es denn attraktiv, wenn man nebenbei noch Aufräum- und Reinigungskraft wird?!
Sorry, aber da muss ich noch mal darauf zurückkommen. Warum, um alles in der Welt sollte eine PFLEGEKRAFT Reinigungsarbeiten von OP-Tischen übernehmen?!? Wozu gibt es die REINIGUNGSKRÄFTE im OP?!?
Tut mir leid, aber Du disqualifizierst Dich mit jeder Aussage neu. Schön zusammengefasst vom erfahrenen chirurgischen Kollegen zum Thema "Malen mit Farben". :-)
][truba][
07.06.2013, 18:28
Und nochmal zu dem Wegbringen, Aufräumen und Reinigen der OP-Trage: Also das geht mal überhaupt nicht! Habt ihr schonmal nen Radiologen gesehen, der die Trage fürs MRT wieder zurückbringt, aufräumt und reinigt? Das ist eine typische Aufgabe der Pflege, die dafür auch ordentlich bezahlt werden soll/wird(!) und ebenso ordentlich mit Personal ausgestattet sein muss. Der Thread heißt doch Chirurgenmangel. Ist es denn attraktiv, wenn man nebenbei noch Aufräum- und Reinigungskraft wird?!
Oh man, so einen wie dich hat man bestimmt gern als Kollegen. Es gibt tatsächlich Ärzte die sich Sachen selber vorbereiten und auch hinterher entsorgen/aufräumen. Und wenn du ehh in die entsprechende Richtung gehen solltest, wirst du nicht sterben den Tisch mal mitzunehmen und an die Seite zu stellen wo er ja von entsprechendem Mitarbeiter geputzt wird.
Hier hat ja keiner gesagt das du ihn putzen musst.
Also ich hab diesen Tisch nicht in den OP Saal gefahren. Also ein unbezahlter PJler/Famulant ist gut genug um den Tisch wegzuräumen, zu säubern etc. (weil man ihn ja für das Fach begeistern will :-) ), aber eine REINIGUNGSKRAFT darf ihn nicht wegbringen?!
Scheint die Mentalität hier zu sein.
Und zur Info: Dieser Metalltisch ist schwer und unbeweglich und das Reinigungszentrum steht relativ (30m) weit weg mit Ecken usw. und liegt nicht unbedingt auf dem Weg zur Umkleide oder Aufenthaltsraum. Man muss auch noch aufpassen, dass man nicht mit Patienten zusammenstößt, die gerade zum Aufwachraum kommen und entsprechend ausweichen.
Ich kam mir dort halt ausgenutzt vor. Das war ein Teilaspekt vom Gesamtpaket.
Alles in allem hats durch solche Aktionen im PJ an der Uniklinik in Deutschland einfach keinen Spaß gemacht.
Die Putzfrauen sitzen nicht faul rum, während "arme" PJ-ler etc. die Tische wegbringen, sondern reinigen gerade andere Säle oder Tische, damit dort anschließend die OP-Schwestern die OP vorbereiten können, damit dort ein anderer Chirurg operieren kann.
DU hast nach der OP doch Leerlauf und kannst in einer Minute mal den Tisch wegbringen. Oder vorher umlagern. Du verpasst die nächste OP schon nicht.
Und nach dem Wegbringen des Tisches kannst du zurück zum AWR und dich davon überzeugen (lassen), dass die Schwestern dort noch mit dem/am Patienten arbeiten und nicht Däumchen drehen oder eine rauchen sind.
Irgendwie seid ihr alle gerade ziemlich OT...
Also ich hab diesen Tisch nicht in den OP Saal gefahren. Also ein unbezahlter PJler/Famulant ist gut genug um den Tisch wegzuräumen, zu säubern etc. (weil man ihn ja für das Fach begeistern will :-) ), aber eine REINIGUNGSKRAFT darf ihn nicht wegbringen?! Scheint die Mentalität hier zu sein.
Meine Güte. Brichst Du Dir wirklich einen Zacken aus der Krone, wenn Du den Tisch auf dem Rückweg vom AWR zur Küche eben in der Wäsche abstellst? :-wand
Und zur Info: Dieser Metalltisch ist schwer und unbeweglich und das Reinigungszentrum steht relativ (30m) weit weg mit Ecken usw. und liegt nicht unbedingt auf dem Weg zur Umkleide oder Aufenthaltsraum. Man muss auch noch aufpassen, dass man nicht mit Patienten zusammenstößt, die gerade zum Aufwachraum kommen und entsprechend ausweichen.
Hut ab! Sooo schwer ist der Metalltisch??? OK. Dann denk Dir mal, dass da noch 100kg Patient draufliegen. Und dann denk mal an die 50kgKG Anästhesieschwester oder den Anästhesisten, der das Komplettpaket 50m in den entsprechenden Saal fahren "darf", damit DU da rein schnitzen darfst...
Ich kam mir dort halt ausgenutzt vor. Das war ein Teilaspekt vom Gesamtpaket.
Alles in allem hats durch solche Aktionen im PJ an der Uniklinik in Deutschland einfach keinen Spaß gemacht.
Vielleicht solltest Du doch lieber ein Fachgebiet wählen, wo Du als Einzelkämpfer keinen brauchst und auf niemanden Rücksicht nehmen musst. Denn der Chirurg ist im OP einfach ein Teil des TEAMS! Und wenn Du schon beim Wegbringen des OP-Tisches meinst, dass das unter Deiner Würde sei, dann lass es einfach.
:-meinung
Die Putzfrauen sitzen nicht faul rum, während "arme" PJ-ler etc. die Tische wegbringen, sondern reinigen gerade andere Säle oder Tische, damit dort anschließend die OP-Schwestern die OP vorbereiten können, damit dort ein anderer Chirurg operieren kann.
DU hast nach der OP doch Leerlauf und kannst in einer Minute mal den Tisch wegbringen. Oder vorher umlagern. Du verpasst die nächste OP schon nicht.
Und nach dem Wegbringen des Tisches kannst du zurück zum AWR und dich davon überzeugen (lassen), dass die Schwestern dort noch mit dem/am Patienten arbeiten und nicht Däumchen drehen oder eine rauchen sind.
DAS wage ich zu bezweifeln, aber man kann es nur nachvollziehen, wenn man dort gearbeitet hat.
Meine Güte. Brichst Du Dir wirklich einen Zacken aus der Krone, wenn Du den Tisch auf dem Rückweg vom AWR zur Küche eben in der Wäsche abstellst? :-wand
Hut ab! Sooo schwer ist der Metalltisch??? OK. Dann denk Dir mal, dass da noch 100kg Patient draufliegen. Und dann denk mal an die 50kgKG Anästhesieschwester oder den Anästhesisten, der das Komplettpaket 50m in den entsprechenden Saal fahren "darf", damit DU da rein schnitzen darfst...
Vielleicht solltest Du doch lieber ein Fachgebiet wählen, wo Du als Einzelkämpfer keinen brauchst und auf niemanden Rücksicht nehmen musst. Denn der Chirurg ist im OP einfach ein Teil des TEAMS! Und wenn Du schon beim Wegbringen des OP-Tisches meinst, dass das unter Deiner Würde sei, dann lass es einfach.
:-meinung
a) Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone. Ich helfe gerne mit, mache gern auch Scheißarbeit, erwarte dann aber auch als unbezahlte Kraft anständig behandelt zu werden. Kann mir nicht vorstellen so zu arbeiten.
Übrigens: In der Gyn im gleichen Uniklinikum müssen besagte Tische nicht von den Gynäkologen weggeräumt werden.
b) Genau, das machen die mit 2 Personen oder mit 3. Ich fahre den Tisch allein
c) Ich habe diese Antwort zur Berufswahl erwartet.
Na ja...
Der Ton ist hier manchmal schon ein bischen... hmmm...
Sehr freundlich, genau! Die Geduld, mit der hier schon über mehrere Seiten versucht wird, einem User Dinge zu erklären, ist vorbildlich! Leider vergeblich, und ich sehe da auch keinerlei Hoffnung.
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