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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tag 2 Frage A 6/B 40 gedeckte Divertikulitis-Perforation



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billytalent
09.10.2013, 17:33
Hallo Leute,

bei der Frage 40 (Version B) mit der gedeckten Divertikulitis, macht man da tatsächlich ein ILEOstoma?? sollte es nicht ein KOLOSTOMA sein? und macht man die Hartmann-Op auch bei Sigmoid? ich meine mal gelesen zu haben, dass man es gerade beim Sigmoid nicht macht?!?!?

Unregistriert
09.10.2013, 17:37
Hallo Leute,

bei der Frage 40 (Version B) mit der gedeckten Divertikulitis, macht man da tatsächlich ein ILEOstoma?? sollte es nicht ein KOLOSTOMA sein? und macht man die Hartmann-Op auch bei Sigmoid? ich meine mal gelesen zu haben, dass man es gerade beim Sigmoid nicht macht?!?!?

Puh,
da steht wieder mal "am ehesten" - und der Rest ist Banane wenn man bedenkt, dass das Ganze fortschreitet!
Dann steht da:

dringliche OP -> richtig
Aufklärung über:
a) mögliche Hartmann-Situation (ist richtig, ist genau Mittel der Wahl bei infiziertem Gewebe mit Perforation da unten)
b) ODER ileostoma (ist richtig, wenn das Ganz anders als Hartmann zu beheben ist, kannst du irgendetwas protektives vorschalten, ob das jetzt ein doppelläufiges Descendostoma oder Ileostoma wird, ist dem Operateur überlassen und beides in Ordnung...)

Kackbratze
09.10.2013, 17:50
Ein Ileostoma würdest Du bei einer primären Anastomose vorschalten, also wenn kein Hartmann-Eingriff vorgenommen wird, sondern nur eine Sigmaresektion.

Unregistriert
09.10.2013, 17:52
Naja, angesichts der Tatsache, dass eine OP im aktiven Intervall eine wesentlich höhere Mortalität hat, würde ich auch sagen, dass die Indikation zur primären Befundabklärung schon gegeben ist. Aber ich verstehe die Argumentation auch, dass man den Peritonismus als hinreichend sicheres Perforationszeichen wertet.

Im Endeffekt würde wohl keiner (außer vielleicht dem IMPP) sagen, dass man etwas falsch gemacht hat, wenn man vor der OP nochmal eben den Schallkopf draufhält.

Unregistriert
09.10.2013, 17:54
Ist vlt unglücklich formuliert, aber die am ehesten zutreffende Antwort, oder?

Kackbratze
09.10.2013, 18:19
Naja, angesichts der Tatsache, dass eine OP im aktiven Intervall eine wesentlich höhere Mortalität hat, würde ich auch sagen, dass die Indikation zur primären Befundabklärung schon gegeben ist. Aber ich verstehe die Argumentation auch, dass man den Peritonismus als hinreichend sicheres Perforationszeichen wertet.

Im Endeffekt würde wohl keiner (außer vielleicht dem IMPP) sagen, dass man etwas falsch gemacht hat, wenn man vor der OP nochmal eben den Schallkopf draufhält.


OP-Indikation bei klinischer Verschlechterung / Versagen der konservativen Therapie. An welcher Stelle hilft einem da der Schallkopf weiter, wenn die Indikation steht?

Unregistriert
09.10.2013, 18:21
OP-Indikation bei klinischer Verschlechterung / Versagen der konservativen Therapie. An welcher Stelle hilft einem da der Schallkopf weiter, wenn die Indikation steht?

Verschlechterung ist eine dringliche Indikation - Perforation eine Notfallindikation.

Unregistriert
09.10.2013, 18:23
Die OP Indikation steht eindeutig, alle anderen Möglichkeiten sind unfug in der Situation!

Wir mussten im Chirurgie-Tertial immer über alle möglichen Stomata aufklären, weil es im Einzelfall immer der Operateur entscheidet

coxy
09.10.2013, 18:24
Ct befund: Phlegmonöse Divertikulitis. Einzelne Luftblasen extraluminal als Hinweis einer Gedeckten Perforation. Befund entspricht Stadium IIb nach Hansen und Stock......


...was gibt es da noch zu diskutieren?

Kackbratze
09.10.2013, 18:29
Insbesondere bei Versagen der konservativen Therapie....jaja, die Internisten, wollen einfach nicht, dass Chirurgen heilen ;-)

Unregistriert
10.10.2013, 12:11
völlig richtig, liebe vorredner. das ist internisten-"mäuschen"-unsicherheit. während sono und ct laufen
ist aus der beginnenden perf eine kotige peritonitis geworden. herzlichen glückwunsch

Kackbratze
10.10.2013, 13:42
Nicht so aggressiv, hier stehen die Geprüften noch am Anfang ihrer Karriere.

g.w.
11.10.2013, 19:45
Der Patient kommt mit CRP 680, Leukos 17000 - man sieht einzelne Luftblasen extraluminal - innerhalb von 12 h steigen die Infektzeichen weiter und es bildet sich ein Peritonismus aus - wann soll man denn operieren wenn nicht jetzt? - ganz klare OP Indikation! Manchmal geht man Sachen halt auch mal invasiv an.

stellan0r
11.10.2013, 23:18
Anscheinend fasst niemand die Möglichkeit ins Auge 10 Minuten zu investieren und vor dem Aufschneiden ein erneutes Sono/CT durchzuführen. Warum ist das so? Was spricht dagegen (also gegen Antwort C)?

Unregistriert
11.10.2013, 23:21
Wenn schon im ersten ct stadium 2b und Perforation steht, was soll dann im zweiten stehen? Spontaner Verschluss?
In JEDEM Chirurgiebuch steht bei dem Befund OP! Und zwar sofort!

Unregistriert
11.10.2013, 23:36
Wahrscheinlich, weil ein 2. Sono nichts bringen würde. Die aufsteigende Peritonitis und das Wissen um eine gedeckte Divertikulitis erklären ja schon alles. Oft ist es ja auch nicht so, dass das Sono sofort kommt, sondern man muss immer warten bis es angemeldet ist und die Radiologen oder ein erfahrener Arzt Zeit hat.

SteveMcQueen
11.10.2013, 23:37
Da wird in jedem Haus eine Not-Op laufen. Keine 10 Minuten mehr für CT und Sono. Never ever.

Kackbratze
12.10.2013, 00:31
Wir sollten trotzdem nicht die schmale Linie zwischen Realität und IMPP vergessen.

Haax
12.10.2013, 11:48
Anscheinend fasst niemand die Möglichkeit ins Auge 10 Minuten zu investieren und vor dem Aufschneiden ein erneutes Sono/CT durchzuführen. Warum ist das so? Was spricht dagegen (also gegen Antwort C)?
Schau dir doch den Wortlaut der Antwort C an: "Wiederholung der Diagnostik (Sono, CT) zur Feststellung einer möglichen Befundänderung.". Jetzt ist die Frage, welche Indikation und welche therapeutische Konsequenz im Bezug auf eine Befundänderung würdest du persönlich sehen, die vor allem die erneute Strahlenbelastung des Abdomen CT rechtfertigt und die nötige OP unter Umständen verzögern würde? Eine offen perforierte Sigmadivertikulitits, die hier offensichtlich vorliegt, ist eine sofortige Notfallindikation, eine weitere diagnostische Abklärung ohne therapeutische Konsequenz und daher überflüssig und vor allem im Bezug auf die Strahlenbelastung kontraindizert.

Unregistriert
12.10.2013, 11:53
Der Wortlaut der Antwort ist aber erfüllt: Der erste Befund ändert sich -> Aus der gedeckten Perf wird die offene.