Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DER Wein-Experten-Thread ;o)
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Espressa
02.11.2013, 13:05
Ja so widersprüchlich ist das gar nicht, direkt bezogen ist ja immer günstiger als im Geschäft, und ich sprach vom Ladenpreis.
Tatsache ist dass man sich um 2-3 Euro nix erwarten darf.
Och, es gibt bei Aldi so einen 1,69 Euro Wein aus Kolumbien, glaub ich, davon mach ich immer einen Schuss in die Bolognese :-D
Sebastian1
02.11.2013, 13:30
Vorhin schriebst du aber noch, unter 8 Euro gäbe es niix gescheites. Von Supermarkt war da nicht die Rede. und von 2-3 Euro auch nicht ;-)
Espressa
02.11.2013, 19:29
Die Diskussion ist müßig, zumal man sich über Geschmack nicht streiten kann.
Tatsache ist, dass Wein ein Produkt ist, das unter einen gewissen Preis nicht vernünftig produziert werden kann.
Wir kaufen hier im französischen Carrefour immer wieder Weine der aktuellen Jahrgänge zum probieren, um mal was günstigeres zu finden das auch mal etwas günstiger und in größerer Menge eingekauft werden kann, für Feiern etc.. Da ist schon mal was in Hauswein-Kategorie dabei, auch immer mal Nieten. Nix umwerfendes. Schöne Weine holen wir vom Weinhändler unseres Vertrauens nach Verkostung.
Und da reißt man mit 8 Euro jedenfalls nix :-)
Bei uns kommt fast ausschließlich Bordeaux ins Glas, gern die vom Großvater gebunkerten 80er Jahrgänge. Wir probieren uns jetzt durch die aktuellen, um erneut Vorräte anzulegen, damit ich dann in Zukunft auch noch alten Wein trinken kann.
Premiers Crus?
Wer solche weitsichtigen Vorfahren hat, kann sich glücklich schätzen. Nun waren die Subskriptionspreise für top Bordeaux Weine ja auch schon in den 70ern und 80ern nicht "billig", aber es war halt noch lange nicht so ein Spekulationsobjekt, wie heute. Mir wird es aus diesem Grund nicht möglich sein grössere Vorräte anzulegen für langfristige Einlagerung. Freue mich zu hören, dass es Menschen gibt, die zu solchen Waren fortwährenden Zugang haben. Ich wünschte meine Eltern hätten in meinem Geburtsjahrgang ein paar DM in die Hand genommen und was weggeschlossen. Werde mich aber wohl in Zukunft mal mit der Idee auseinander setzen ein paar Zweitweine einzukaufen. Da gibt es ja einige ausgezeichnte Sachen. Hatte vor einiger Zeit mal das Glück den Zweitwein von La Mission Haut Brion trinken zu dürfen, wirklich ausgezeichnet und kostet nur ein Achtel des Erstweines.
Ich habe mich inzwischen etwas auf spanische Rotweine eingeschossen, hauptsächlich Tempranillo. Man bekommt ja immer mal wieder trinkreife 90+ Parker Weine für unter 20€.
Espressa
04.11.2013, 07:21
Unter den premiere Grand crus hatten wir:
Margaux von 73, 85, 90
Latour 75
Mouton-Rothschild 85
Zur Hochzeit hatten wir Lascombes (2eme) und Lagrange (3eme) aus 1985.
Naja und dann noch 79er Brane-Cantenac, Palmere und noch ne ganze Kiste 85er Ferrière im Keller.
Kommst mal vorbei wenn du an der Mosel bist! ;-)
Wow, darauf komm ich gerne zurück, vielen Dank!
90er Margaux, da würde ich gern mal meine Nase reinhalten...
Hallöchen liebe Weinfreunde :-))
Machen wir's kurz: Ich brauche Hilfe! :-peng
Habe heute Abend Besuch und koche daher eine "Cremige Porreesuppe mit Croûtons". Würde dazu gerne einen Wein anbieten...aber welchen? Roten oder Weißen? Ich denke trocken sollte er schon sein, oder?
Oder doch lieber nen Humpen Bier dazu? :-))
Absolute Arrhythmie
06.11.2013, 13:53
Ich würde zu einem zarten Gemüse wie Porree keinen Rotwein, sondern eher Weißwein trinken. Rotwein passt mMn eher zu Pasta, Fleisch und so ne Sachen.
Flemingulus
06.11.2013, 16:50
Ich würd auch zu einem Weißwein tendieren. Wenn eine "Ähnlichkeits-Harmonie" mit der cremigen Suppe angestrebt wird, würd ich bei einem trockenen Weißwein eher keinen zu säurebetonten nehmen (also keinen trockenen Riesling, Sauvignon Blanc, Vinho Verde etc) sondern eher zu Silvaner, leichtem Weißburgunder, Auxerrois, Elbling etc greifen. Oder einen Wein mit etwas Restsüße nehmen, dann z. B. doch wieder den Riesling aber eben in der nicht-trocken-Variante als fruchtiger Kabinett oder als Spätlese. Ein nicht zu wuchtiger Weißwein mit leichter Barrique-Note, also ein nicht zu alkoholbombiger und holzlastiger Chardonnay oder Viognier aus der "neuen Welt" oder im entsprechenden Stil ginge evtl. auch, wäre aber nicht mein Favorit. Oder ein Versuch mit einem fruchtig-traubigen Wein, z. B. einem trockenen Muskateller aus der Steiermark oder dem Elsass (Muscat blanc) oder Deutschland (gelber Muskateller) oder einem Torrontes aus Argentinien. Oder mal, warum nicht, einen nicht zu teuren Dessertwein in kleinen Schlückchen dazu schlürfen, z. B. eine deutsche Auslese oder Beerenauslese aus einer Neuzüchtung (Huxelrebe, Rieslaner, Optima etc.). Höhergradige Prädikate (Eiswein, Trockenbeerenauslese) wären mir dann wahrscheinlich eher wieder zu säurebetont und Dessertweine aus Frankreich oder der neuen Welt haben häufig eine deutliche "Klebstoffnote" (ähnlich wie sehr reife Galia- oder Cantaloupe-Melonen), die zu bestimmten Gerichten wonnig ist (Fois gras, best. Blauschimmelkäse und (wenn mans mag) zu Austern), aber zur Suppe evtl. etwas strong.
@Espressa
Mich würde ja mal eine Verkostungsnotiz zu dem 74er Lagrange interessieren... ehrlich gesagt (no offence!) wäre meine initiale Erwartung im Hinblick auf den Genussfaktor da angesichts des Jahrgangs nicht allzu hoch.
1974 war halt grad in den klassischen Regionen der "alten Welt" (mit Ausnahme vom Piemont) echt ein übles Weinjahr.
So, dann will ich hier auch mal eine Rückmeldung geben. Erst einmal vielen Dank Euch zwei für die Antwort! :-)
Die ganze Aktion mit dem Essen war ja doch recht kurzfristig, sodass ich den Wein, um es direkt zu sagen, im Supermarkt eingekauft habe. :-blush Und zu meiner Verteidigung möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich kein Auto besitze und die Weinhandlung weiter wech ist und das Wetter echt bescheiden war...und so...*plinker*
Dennoch bin ich nicht völlig ohne Strategie in die Weinabteilung gegangen. Habe von einer Frau Eich gelesen, die jedes Jahr eine Art Wein-Guide für Supermärkte herausbringt (seit ca. 4 oder 5 Jahren, also pro Saison) und die für "gut" befundenen Weine dann für die einzelnen Supermärkte auflistet. Auf jeden Fall hatte ich dann auf meinem Einkaufszettel ein paar Weißweine (hatte den Beitrag von AA noch gelesen...den von Flemingulus leider nicht mehr) stehen:
-Bioterra, Grauburgunder, trocken, Baden, 2012
-Weinland Baden, exklusiv, Grauer Burgunder, 2012
-Divino Nordheim, Silvaner, trocken, Nordheimer Vögelein, Franken, 2012
-Eifel-Pfeiffer, Riesling, trocken, Mosel, 2012
Mein Favorit war eigentlich der Silvaner (wollte ich gerne mal probieren). Außer dem Riesling habe ich aber keinen Wein auf meiner Liste vorfinden können. Beim Riesling fiel mir dann ein (hatte ich mal irgendwo gelesen), dass dieser auch als "Salatversteher" bezeichnet wird. Bezogen auf ein Öl/Essig-Dressing. Da ich dann auch keine Muße mehr hatte, nach einem anderen Wein Ausschau zu halten, habe ich einfach kurzerhand noch einen einfachen Salat dazu gemacht (OHNE Tomaten) :-))
Auf dem Tisch standen dann letztendlich gekühltes Mineralwasser und dieser Riesling. Ich fand den Wein echt in Ordnung, wenn auch sehr säurebetont, ja. Und meinem Besuch ging es genauso. :-)
@AA: Wo kaufst Du Deinen Wein ein? Direkt beim Winzer? Weinhandlung?
Schauen die eigentlich doof, wenn man in eine Weinhandlung stolpert (war da noch nie) und da nur 1-2 Flaschen rausschleppt (schön im Rucksack und dann auf's Rad :-))) und nicht kistenweise die edlen Tropfen ins Auto lädt? :-oopss
Absolute Arrhythmie
08.11.2013, 19:00
Ich bestelle meinen (rot-) wein meistens direkt in Italien. Bei fattoria la vialla, falls das jemandem was sagt. Ich bin kein Weinkenner, ich mag einfach toskanische weine.
Aber ich kauf auch Wein im Supermarkt und den zum kochen sogar beim Aldi. Wüsste auch nicht was daran schlimm sein sollte.
Aber ich kauf auch Wein im Supermarkt und den zum kochen sogar beim Aldi. Wüsste auch nicht was daran schlimm sein sollte.
So wie ich es gelesen habe, steigt die Nachfrage, auf Kosten der Winzer, nach Supermarktweinen stetig an. Die Winzer können da preislich nicht gut mithalten. Was ja auch logisch ist. Zudem wird der Supermarktwein, um ein geschmacklich gleichbleibendes Massenprodukt zu gewährleisten, mit anderen Weinen einer Region gemischt. Weinkenner meinen dazu, dass der "Geist des Weines" dadurch verloren ginge.
Korrigiert mich, wenn ich hier Mist erzähle...
Flemingulus
11.11.2013, 16:24
So wie ich es gelesen habe, steigt die Nachfrage, auf Kosten der Winzer, nach Supermarktweinen stetig an.
Naja... es gibt auch in vielen Supermärkten durchaus "Winzerweine", die natürlich i. d. R. nicht von einem Kleinstproduzenten stammen, aber auch nicht in einer quasi-industriellen Massenproduktion erzeugt werden. Begünstigt wird der Vertrieb von Winzerweinen durch Supermärkte durch die Tendenz vieler Supermarktketten, in einzelnen Filialen "lokale" Produkte von Erzeugern aus der jeweiligen Gegend anzubieten. Verwirrend für Wein-Einsteiger ist dabei sicher, dass Weine von Großproduzenten anhand von Name, Preis und Aufmachung des Etiketts nicht von "bäuerlichen" Erzeugnissen kleinerer Stückzahl unterscheidbar sind.
Ich würde aber nicht behaupten wollen, dass Kleinerzeuger unbedingt die besseren Weine anbieten... einige der schlimmsten Weine, die ich probieren durfte (musste) stammten von kleinen Winzerbetrieben ;-) Letztlich produzieren Großerzeuger durchaus Weine in sämtlichen Preissegmenten vom einfachen Durstlöscher, über ambitioniertere Genusstropfen bis zum Luxusprodukt. Ich würde also Großproduzenten nicht grundsätzlich ablehnen sondern bewundere vielfach sogar eher deren Professionalität. Allerdings fehlt halt bei einem weltweit angebotenen Markenwein aus einem großen Handelshaus in der Regel das Spannungsmoment und es handelt sich nur selten um Weine mit "Ecken und Kanten". Da man auf große Absatzmärkte schielt, wäre ein zu indiviualistischer Stil bei einem Markenwein i. d. R. kontraproduktiv. Es macht daher kaum Sinn, sich in einer frohen Runde von Zechern meinethalben über einen Mouton Cadet oder Gallo Turning Leaf (beides Massenprodukte mit einem durchaus gehobeneren Anspruch) stundenlang die Köpfe heißzureden. Das sind auf ihre Weise sehr gut gemachte Weine, die man mag oder auch nicht, aber es sind keine Individualisten und sollen es auch nicht sein. Es kann aber durchaus mal spannend sein, in einer Weinblindprobe Massenweine gegen solche von Kleinproduzenten antreten zu lassen. Der Ausgang ist u. U. überraschend... ;-)
Ich würde also Großproduzenten nicht grundsätzlich ablehnen sondern bewundere vielfach sogar eher deren Professionalität.
Oh. Diese Einstellung von Dir (ich glaube, Du hast echt Ahnung vom Wein :-oopss), hätte ich jetzt so nicht unbedingt erwartet. Finde ich sehr sympathisch! :-)
Habe von einem Winzer gelesen, der z.B. mal seine Weine in die Regale von Aldi gestellt hatte...so als Experiment...und die Flaschen dort für ca. 8€ nach gut einer Woche vergriffen waren. Darüber war er so dermaßen überrascht und natürlich erfreut, dass er mittlerweile sogar der Meinung ist, dass viel viel mehr Winzer Ihre Weine in den Supermärkten und Discountern anbieten sollten. Viele "zieren" sich wohl noch.
Dieses Experiment hat man auch mal sehr erfolgreich in Österreich (?) gestartet. Beide Seiten profitieren noch immer davon. Die Discounter und Supermärkte konnten sich auf diese Weise neues Klientel erschließen und die Weine der Winzer wurden in der Bevölkerung immer bekannter.
Naja... Ich sollte vielleicht auch weniger lesen und mehr probieren. ;-)
Heerestorte
11.11.2013, 20:17
Habt ihr denn Tipps, wie man sich am besten in die Weinwelt hereinfinden kann?
Bis jetzt hab ich nur mal ab und zu einen Wein getrunken, aber ich habe da dann nie auf Trocken, halbtrocken, lieblich etc. geachtet.
Und ich gebe zu, ich habe Rotwein auch schon mit Cola gemischt und das mundet mir sehr:-))
Aber da ich auch gerne koche, wäre ich endlich mal gerne in der Lage, einen Wein auszusuchen, der dann zu dem Gericht passt.
Habt ihr denn Tipps, wie man sich am besten in die Weinwelt hereinfinden kann?
Ich habe da einfach ein bisschen das Internet durchstöbert. Sich vorher ein bisschen was anzulesen, erscheint mir durchaus sinnvoll. Aber das ist natürlich nur meine Meinung. :-)
Interessant zu lesen war auch, dass man bei Weinen aus dem Supermarkt auf "junge" Jahrgänge achten soll. Alles, was älteren Jahrgangs ist, sollte man ignorieren. Denn Supermarktweine sind junge Weine. Sie sind für den "schnellen" Verzehr gemacht. Und warum? Weil die Weine in den Supermarktregalen meistens stehen und nicht liegen, wie es für eine Wein-Lagerung ja dann sein sollte. Ebenso wirkt sich das Neonlicht in den Märkten eher ungünstig auf den Alterungsprozess der Tropfen aus...sprich, sie altern schneller. "Lagerungsfähige" Weine bevorzugen halt dunkle Keller.
Ist alles eigentlich logisch, aber daran gedacht habe ich bisher nie. :-oopss
Naja, immerhin ein Tipp für den nächsten Weineinkauf. ;-)
Schauen die eigentlich doof, wenn man in eine Weinhandlung stolpert (war da noch nie) und da nur 1-2 Flaschen rausschleppt (schön im Rucksack und dann auf's Rad :-))) und nicht kistenweise die edlen Tropfen ins Auto lädt? :-oopss
Ich finde, wenn die doof gucken, dann ist es auch nicht die richtige Weinhandlung :-meinung
*Mein* Weinhändler (hört sich auch schon dämlich an, und ich geh da auch nicht mehr als ein paar Mal im Jahr hin) empfiehlt immer traumhaft gute Weine, und nicht teuer. Oder er sagt, da kann man den für 11,90 nehmen, der für 6,90 tuts aber auch.
Oder man kann sagen, den hatte ich letztes Mal, war prima, aber ich möchte gern mal nen anderen ausprobieren.
Oder zu dem und dem soll er passen.
War bisher immer gut, man bekommt da wirklich gute Weine für 5-8 Euro, kann auch mal mehr ausgeben, wird aber nicht schief angesehen, wenn man das nicht tut. Die meisten Leute kaufen da ein paar Flaschen vom jeweiligen Wein, abe nie Kisten. Geht bestimmt auch.
Total entspannte Leute da, niemand gibt einem da das Gefühl, man würde zu wenig Geld für die Weine ausgeben oder hätte keine Ahnung.
So muß das sein! :-top *find*
Absolute Arrhythmie
11.11.2013, 21:55
Ich kaufe einfach Wein, trinke, und bilde mir eine Meinung.
Mir geht's um den Geschmack und den dazugehörigen Moment, deshalb mag ich vielleicht auch so gern die Rotweine aus der toskana, ich erinner mich dann immer an schöne Abend mit Ausblick auf Florenz und einem Glas Wein :)
Französische Klassiker hab ich bislang vermieden, ich weiß nicht warum, aber irgendwie verbinde ich nix mit Frankreich.
Ich hab da übrigens mal was interessantes gelesen zum Thema Blindverkostung, weiß aber leider nicht mehr wo. Da ging es auch darum, dass sich "Experten" ziemlich blamiert hatten weil sie günstige Supermarkt-weine für edle Tropfen gehalten hatten.
Ich freu mich jedenfalls auf den Karton chianti, der demnächst hier ankommen sollte. Bis dahin vertröste ich mir die Zeit mit dem sehr leckeren Shiraz von Gallo :-)
Flemingulus
13.11.2013, 12:07
Schauen die eigentlich doof, wenn man in eine Weinhandlung stolpert (war da noch nie) und da nur 1-2 Flaschen rausschleppt (schön im Rucksack und dann auf's Rad :-))) und nicht kistenweise die edlen Tropfen ins Auto lädt? :-oopss
Normalerweise ist das kein Problem... in den meisten Weinhandlungen ist der Kauf einzelner Flaschen üblich. In feinen Shops (oder solchen, die's sein wollen) schaut das Personal evtl. etwas pikiert, wenn man sich per Selbstbedienung durch die Regale wühlt, aber meistens ist das auch kein Issue. Ich mach das immer so und hab noch dazu die Macke, dass ich nie zu den stehenden Flaschen im Regal greife (manchmal sind das aber auch eh die Präsentationsflaschen mit dezentem Preisschild um den Hals baumelnd) und mich auch bei den aufeinandergeschichteten im Regal immer aus der untersten Schicht bediene, so dass meiner Auswahl oft längere "Umbauprozesse" vorausgehen. Auch diese Idiosynkrasie ist bisher vom Personal meist stoisch hingenommen worden.
Französische Klassiker hab ich bislang vermieden, ich weiß nicht warum, aber irgendwie verbinde ich nix mit Frankreich.
Ich denke, Du solltest den Galliern mal eine Chance geben, einfach auch um mal stilistische Unterschiede zu Deinen Standardweinen zu testen. Entweder lernst Du dabei einen neuen, Dir genehmen Weinstil kennen oder Du kehrst mit frischem Enthusiasmus zum Bewährten zurück - also eine klare win-win-Situation. :-)
Wenn Du Chianti magst, würde ich mal Weine aus dem Midi (Languedoc) auf Basis von Cabernet Sauvignon, Syrah (entspr. Shiraz) oder (mein Favorit) Mourvèdre testen. Sind meist tanninherber als Chianti und ein guter Couterpart zu Gerichten mit einer kräftigen Dosis schwarzem Pfeffer (das klass. Pfeffersteak). Auch die Kombination mit "weihnachtlichen" Gewürzen (Nelke, Zimt, Piment) in herzhaften Speisen (z. B. in Rot- resp. Blaukraut oder in Soßen von Schmorbraten/Rouladen etc) ist einen Versuch wert. :-)
Ein ganz anderer französischer Weinstil der jetzt gerade aktuell ist, ist der Beaujolai Nouveau (der 2013er kommt gerade in den Handel). Diese fast tanninfreien Weine kommen wie eine frivole Mischung aus Rosé und Rotwein rüber und haben durch die rasant abgewickelte Gärung häufig eine Note von grünen Bananen. Wunderbar unintellektuelle Spaßweine ohne komplizierten Anspruch. Man achte auf den Zusatz -Villages auf dem Etikett und einen moderaten Alkoholgehalt (bitte deutlich unter 13%!) und serviere diese Tropfen leicht gekühlt zu einfachen Speisen, z. B. zu Nudeln mit Speck und Erbsen in Sahnesoße, zu TK-Pizza (nicht unbedingt mit Spinat und Gorgonzola, lieber klassischer Belag oder Bacon/Mais oder Pilze etc.) oder... zu Toast Hawaii :-). Oder mal in Kombination mit einem Cheeseburger & Pommes. Dann aber am besten aus Plastikbechern servieren. :-) Ich mag diese Art unkomplizierter Genüsse sehr und daher schätze ich auch einfache Weine, die den adäquaten Partner zu sowas abgeben. (was nicht heißen soll, dass Hummer Thermidor mit einem wuchtigen Meursault oder feine gebratene Seezunge mit einem hochklassigen Riesling "Großes Gewächs" nicht auch ihren Reiz haben ;-) )
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