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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Respiratorische Azidose /PHYSIO



Weitstreckenkotzer
31.01.2014, 23:39
Leute ich stehe gerade komplett auf der Leitung und verstehe gerade gar NICHTS.
Ist wahrscheinlich total banal,aber wäre jemand so nett und könnte mir genau erklären warum bei einer z.B resp.Alkalose mit dem pCo2 auch der HCO3- Anteil erhöht ist,und umgekehrt bei einer resp. Azidose?

Danke!

ehemaliger User_25062015
31.01.2014, 23:57
Bei ner Alkalose is doch der pCO2 niedrig und bei ner Azidose der pCO2 erhöht. Naja und jetzt musst du dir nur überlegen in welcher Form CO2 am meisten transportiert wird.

Joolz
01.02.2014, 00:25
Jap, resp. Alkalose ist eine Hyperventilation, also atmet man viel CO2 ab, der pCO2 wird kleiner, also reagiert im Blut HCO3- mit H+ zu H2CO3, das wiederum zerfällt in H2O und CO2. CO2 kann dann abgeatmet werden.
Wenn der pCO2 erhöht ist (Hypoventilation) dann verschiebt sich dieses Gleichgewicht zwischen den Stoffen in Richtung HCO3-, du hast also mehr HCO3- im Blut und auch mehr H+, also wird der pH saurer.
Insgesamt ändern sich zwar dabei deine Plasmapufferbasen nicht, aber durch die Säurezugabe (CO2 ist eine Säure) wird der pH sauer.

Neuralmedi
01.02.2014, 02:51
Übrigens kann eine Azidose auch dazu führen, dass der Körper als Ausgleich Hyperventiliert, um CO2 aus dem Körper zu bekommen und den pH wieder etwas zu erhöhen. Der Prozess wird von den Chemorezeptoren in der Medulla oblongata gesteuert.

Für das Verständnis ganz einfach gesagt:

Wenn man wenig atmet, oder nicht atmet, steigt die CO2 Konzentration im Blut.

Wir alle wissen, das CO2 als Carbonsäure im Blut transportiert wird. Wichtig ist, dass diese sich auflöst und dabei ein H+ Ion entsteht.

Viel CO2 im Blut erhöht H+ Ionen.

Wichtig ist zu wissen, dass der Ph von der anzahl der H+ Ionen beinflusst wird. ->

Viele H+ Ionen führen zu einer Azidose ( niedriger pH, unter 7.35)
Wenige H+ (Alkalose, pH über 7.44)

Dieser ganze Prozess läuft immer mit einer kleinen Verzögerung, da die H+ Ionen erst ein mal in die CSF müssen und nur so an die Chemorezeptoren gelangen, nicht über das Blut.

Weitstreckenkotzer
01.02.2014, 13:06
Hallo Leute!
Danke ich hab es jetzt theoretisch verstanden. Eine Frage hätte ich aber noch.

Aus der arteriellen Blutprobe eines 50-jährigen Patienten ergibt sich folgende Befundkonstellation:

pH-Wert 7,48

CO2-Partialdruck 3,3 kPa (25 mmHg)

Basenabweichung (base excess): -5 mmol/L

Es handelt sich hierbei am wahrscheinlichsten um eine respiratorische Alkalose das ist klar,aber wieso ist es eine mit NICHT-RESPIRATORISCHER Teilkompensation? Das mit dem base excess verstehe ich immer noch nicht ganz.

JJ*
02.02.2014, 12:35
Der base excess gibt, wie der Name schon sagt, den Basenüberschuss bzw. die Basenabweichung gegenüber der normalen Gesamtpufferbasenkonzentration im Blut an. Bei einer rein respiratorischen Störung ändert sich zwar auch die [HCO3-] im Blut, nicht aber (zumindest nicht relevant) die Gesamtpufferbasenkonzentration, darum kann man den base excess als Marker für nicht-respiratorische metabolische Störungen verwenden.

Ein negativer BE zeigt eine nach unten abweichende Pufferbasenkonzentration an, das Blut wird "saurer". In deinem Fall hast du eine Alkalose, die durch den niedrigen pCO2 erklärt wird (=respiratorische Alkalose) und einen negativen BE als Folge der nicht-respiratorischen Kompensation.

Ich hoffe das war irgendwie verständlich...

Differenzialdiagnose
06.12.2014, 16:59
Ich würde mich gerne an die Frage gerne dran hängen:

Ich lese im Huppelsberg, dass bei einer akuten, respiratorischen Azidose der pH erniedrigt, der PCO2 erhöht und der BE/HCO3 normal ist. Alles soweit verständlich und logisch.

Bei einer (teil)kompensierten respiratorischen Azidose ist der pH ggf leicht erniedrigt, der PCO2 immernoch erhöht und der BE/HCO3 jetzt aber erhöht.
Ich dachte, dass der BE nur dann positiv ist, wenn man Säuren zugeben muss. Wandelt sich das erhöhte CO2 zu HCO3 um, als dass die Säure zugegeben werden muss?

Bei der (teil)kompensierten respiratorischen Alkalose ist es ähnlich, da ist der pH ggf. leicht erhöht, PCO2 niedrig und BE/HCO3 erniedrigt. Wird da HCO3 zu CO2 umgewandelt?

Ich hoffe, dass ich da keinen Knick in der Überlegung habe und mir jemand antworten könnte.

Stephan0815
06.12.2014, 18:34
Eigentlich ist deine Frage bereits zuvor eindeutig beantwortet worden.
Wenn man sich vergegenwärtigt, daß die H+-Ionen quasi den Säurekoeffizienten darstellen, muss zum Ausgleich einer resp. Azidose der Körper irgendwie H+-Ionen los werden.
Diese werden über die Niere ausgeschieden und dadurch auch freies HCO3- gebildet, wodurch der BE ansteigt.
Bei der resp. Alkalose ist es genau umgekehrt.

Tante Edith meint: Da war ich gerade selbst etwas verwirrt. :/

Differenzialdiagnose
07.12.2014, 01:31
Also ja. :D
Gut. Richtig gedacht.